Beide Mannschaften stehen nach drei Spielen bei 2-1, kommen aber mit sehr unterschiedlichen Eindrücken aus der vergangenen Woche. Cincinnati verlor in Pittsburgh 27:30, weil ein fallen gelassener Punt und ein Fumble von Joe Burrow in den letzten Minuten das Spiel entschieden. Jacksonville schlug New England 35:6 und hat nach drei Spieltagen die wenigsten Punkte der NFL zugelassen. Das letzte Duell der beiden liegt ein gutes Jahr zurück und ging in Cincinnati 31:27 an die Bengals, durch einen Touchdown 18 Sekunden vor Schluss und mit einem Backup als Quarterback, weil Burrow verletzungsbedingt nicht mehr spielen konnte.
Die Ausgangslage vor dem Spiel in Cincinnati
Kickoff ist am Sonntag, 04.10.2026, um 19:00 Uhr deutscher Zeit im Paycor Stadium. Für beide Teams ist es das vierte Spiel der Regular Season, und beide haben am vergangenen Sonntag gespielt, gehen also mit derselben Pause in die Woche. Die Bengals haben ihr zweites Heimspiel, das erste gewannen sie 33:27 gegen Tampa Bay. Für Jacksonville folgt eine Woche später das Spiel gegen Philadelphia in London.
Drei Spiele sind eine kleine Grundlage, und die Gegner machen den Vergleich nicht einfacher. Cincinnati traf auf Tampa Bay, Houston und Pittsburgh, Jacksonville auf Cleveland, Denver und New England, wo Quarterback Drake Maye nach drei Spielen einen Touchdown und sechs Interceptions geworfen hat. Die Saison 2025 hilft beim Einordnen, lässt sich aber nicht einfach fortschreiben. Jacksonville gewann damals 13 von 17 Spielen und schied in der Wild Card Round mit 24:27 gegen Buffalo aus. Cincinnati kam auf 6-11, auch weil Burrow nach seiner Verletzung am Zeh im September neun Spiele fehlte.
Cincinnati Bengals: Burrow liefert, eigene Fehler kosten Punkte
Burrow ist gesund und spielt stark. Von seinen 103 Pässen kamen 73 an, er warf für 743 Yards, sechs Touchdowns und eine Interception. In Pittsburgh brachte er 28 von 37 Pässen für 282 Yards und drei Touchdowns an, den letzten in einem vierten Versuch zur 27:24-Führung. Ja'Marr Chase war im ersten Spiel mit zwei Catches kaum beteiligt und steht inzwischen bei 18 Catches, 185 Yards und drei Touchdowns, alle aus den Spielen in Houston und Pittsburgh. Tee Higgins hat 244 Yards gefangen. Andrei Iosivas, bisher der dritte Wide Receiver in der Startaufstellung, fällt nach einer Operation am Daumen mindestens bis Anfang November aus; seine Snaps übernehmen Rookie Colbie Young, Dohnte Meyers und Ke'Shawn Williams. Im Laufspiel kommt Chase Brown auf 4,0 Yards pro Lauf.
Umgebaut hat Cincinnati vor allem die Verteidigung, die 2025 die drittmeisten Punkte der Liga zugelassen hatte. Für Defensive Tackle Dexter Lawrence II gaben die Bengals den zehnten Pick des Drafts an die Giants ab, dazu kamen Boye Mafe aus Seattle, Jonathan Allen aus Minnesota und die Safeties Bryan Cook und Kyle Dugger. Drei der vier Starter in der Defensive Line sind damit neu, Trey Hendrickson spielt inzwischen für Baltimore. In Houston zeigte die neue Front, was sie kann. Die Texans kamen bei vier Besuchen in der Red Zone, also den letzten 20 Yards vor der Endzone, kein einziges Mal zum Touchdown. Vor allem der Druck, den die eigene Defensive Line erzeugte, sorgte dafür, dass die Texans kaum Punkte machten. Eine Woche später ließ dieselbe Defense in Pittsburgh 411 Yards und 30 Punkte zu, Jaylen Warren lief bei 17 Versuchen für 127 Yards.
Am meisten kosten die Bengals bisher ihre eigenen Fehler. In Houston gewannen sie trotz 12 Strafen, in Pittsburgh reichte es nicht mehr. Eine Strafe wegen Roughing the Kicker verlängerte einen Drive der Steelers bis zum Touchdown, ein fallen gelassener Punt führte zum entscheidenden Field Goal 2:15 Minuten vor Schluss, und im letzten Angriff verlor Burrow in Reichweite für den Ausgleich den Ball nach einem Forced Fumble. Seit Beginn der Saison 2024 teilt er sich den Höchstwert der Liga bei Ballverlusten im vierten Viertel und in der Verlängerung, mit acht Interceptions und vier verlorenen Fumbles. Verlässlich ist dagegen Kicker Evan McPherson, der alle acht Field Goals der Saison traf, das weiteste aus 58 Yards.
Jaguars: überzeugender Sieg gegen die Patriots
Jacksonville hat in drei Spielen 36 Punkte zugelassen, weniger als jede andere Mannschaft. Die Gegner verwandelten nur 9 von 31 dritten Versuchen und kamen bei zehn Besuchen in der Red Zone zweimal in die Endzone, dazu stehen sechs Ballgewinne zwei eigenen Ballverlusten gegenüber. Gegen New England fing Travis Hunter die erste Interception seiner Karriere. Der zweite Pick des Drafts 2025 spielt als Cornerback in einer Rotation mit Montaric Brown und Jarrian Jones und wurde im Angriff bisher kaum eingesetzt. Die Schwachstelle zeigte sich in Denver: kein Sack gegen Bo Nix, eine 13:3-Führung im dritten Viertel und am Ende eine 13:20-Niederlage, weil Jacksonville im vierten Viertel 14 Punkte kassierte. Schon 2025 kamen die Jaguars oft an den gegnerischen Quarterback heran, aber selten zum Sack, mit Rang 3 bei den Pressures und Rang 27 bei den Sacks. Gegen New England gelangen wieder drei Sacks.
Im Angriff fällt vor allem die Verwertung auf. Trevor Lawrence hat sieben Touchdowns und zwei Interceptions geworfen, Jacksonville verwandelte 52,9 Prozent der dritten Versuche und kam bei neun Besuchen in der Red Zone achtmal in die Endzone. Das Laufspiel bringt 119,3 Yards pro Spiel. Seit Travis Etienne Jr. nach New Orleans gegangen ist, ist Bhayshul Tuten der erste Running Back und kommt auf 204 Yards bei 4,7 Yards pro Lauf, neben ihm Chris Rodriguez Jr., der im März aus Washington kam. Gegen Denver stockte der Angriff bei 268 Yards und Lawrence warf dort auch keinen Touchdown. Die erste Anspielstation ist zurzeit Parker Washington mit 221 Yards und zwei Touchdowns, Jakobi Meyers fing gegen seinen früheren Verein sieben Pässe.
Liam Coen hat als erster Trainer der NFL seit Matt LaFleur 2020 15 seiner ersten 20 Spiele gewonnen. Einen Pick in der ersten Runde hatte Jacksonville 2026 nicht, weil er zum Tausch für Hunter gehörte. Aus der dritten Runde steht Guard Emmanuel Pregnon bereits in der Startaufstellung, Guard Daniel Faalele kam im August per Tausch von den Giants, Defensive Tackle Ruke Orhorhoro im April aus Atlanta. Travon Walker verlängerte im April um vier Jahre. 2025 erzielte Jacksonville 474 Punkte, den sechstbesten Wert der Liga, und die Defense erzwang 31 Ballverluste, die zweitmeisten in der Saison.
Tipps zu Bengals gegen Jaguars
1. Tipp: Über 51,5 Gesamtpunkte
Die Über-Wette gewinnt, wenn beide Mannschaften zusammen mindestens 52 Punkte erzielen, eine mögliche Verlängerung eingeschlossen. Der erste Grund liegt bei Cincinnati. In Spielen der Bengals fielen 2025 im Schnitt 53,3 Punkte, der zweithöchste Wert der Liga, und in 8 von 17 Spielen waren es mehr als 51,5. In dieser Saison lagen zwei der drei Spiele darüber, 60 gegen Tampa Bay und 57 in Pittsburgh. Burrows Form ist der Kern davon: Sieben von zehn seiner Pässe kommen an, er hat sechs Touchdowns bei einer Interception geworfen, und Chase und Higgins haben zusammen schon 429 Yards gefangen.
Der zweite Grund ist Jacksonvilles Angriff, der auf 27,3 Punkte pro Spiel kommt und acht von neun Besuchen in der Red Zone in Touchdowns verwandelt hat. Er trifft auf eine Verteidigung, die 2025 die drittmeisten Punkte der Liga zuließ und zuletzt in Pittsburgh 138 Yards im Laufspiel abgab, genau dort, wo Jacksonville mit Tuten ansetzt. Die beiden jüngsten direkten Duelle endeten mit 65 und 58 Punkten, das letzte davon in diesem Stadion. Und wenn ein Drive der Bengals stockt, bleibt es selten bei null Punkten, weil McPherson auch aus mehr als 50 Yards trifft.
In den drei Spielen der Jaguars fielen zwar nur 44, 33 und 41 Punkte, doch diese Defense hatte bisher Cleveland, Denver und ein New England mit einem Quarterback vor sich, der sechs Interceptions in drei Spielen warf. Burrow ist ein anderer Gegner, und schon 2025 kamen Spiele der Jaguars siebenmal über 51,5 Punkte, darunter das 27:31 in Cincinnati. Zwei Angriffe mit 26,7 und 27,3 Punkten pro Spiel, zwei Kicker mit großer Reichweite und ein Duell, in dem zuletzt viele Punkte fielen: Über 51,5 Gesamtpunkte ist der erste Tipp für dieses Spiel.
2. Tipp: Sieg Jacksonville Jaguars
Der wichtigste Grund für diesen Tipp ist die Verteidigung der Jaguars. Sie lässt 12,0 Punkte pro Spiel zu, die Gegner verwandeln nur 29,0 Prozent ihrer dritten Versuche, und in der Red Zone kamen sie bei zehn Besuchen zweimal zum Touchdown. Dazu hat Jacksonville den Ball sechsmal gewonnen und nur zweimal hergegeben. Cincinnati hat in den vergangenen zwei Wochen gezeigt, wie viel es sich selbst kostet, mit den Strafen in Houston und den Fehlern im vierten Viertel in Pittsburgh. Gegen eine Defense, die Ballverluste erzwingt, wiegt Burrows Neigung zu Ballverlusten in Schlussphasen schwerer als gegen die Texans.
Der zweite Grund liegt in der Substanz beider Mannschaften. Jacksonville war 2025 mit 13-4 klar das bessere Team und gewann auswärts sechs von acht Spielen. Im letzten Duell in Cincinnati hatten die Jaguars mehr Yards und kamen im Laufspiel auf fast dreimal so viele Yards wie die Bengals, verloren aber durch den späten Touchdown. Ihr Laufspiel mit Tuten und Rodriguez trifft auf eine Defense, gegen die Pittsburgh zuletzt 127 Yards allein durch Warren lief. In der Red Zone ist der Unterschied noch deutlicher: Jacksonville machte aus neun Besuchen acht Touchdowns, Cincinnati aus acht nur vier. Und die Jaguars gehen ohne Ausfall einer Stammkraft in das Spiel, während Cincinnati Iosivas ersetzen muss und hinter Jalen Davis ein Fragezeichen steht.
Offen ist, ob der Pass Rush Burrow unter Druck setzt; in Denver gelang kein Sack, und dort ging eine 13:3-Führung verloren. Gegen New England kamen aber wieder drei Sacks, und Burrow hat bereits sieben Sacks kassiert, fünf davon allein in Houston. Mit der Verteidigung, die in der Liga die wenigsten Punkte zulässt, dem effizienteren Angriff in der Red Zone und der saubereren Bilanz beim Ball bringt Jacksonville mehr mit in dieses Spiel, und Sieg Jacksonville Jaguars ist der zweite Tipp.
Fazit und Prognose zum Spiel in Cincinnati
Beide Teams stehen bei 2-1, doch Jacksonville hat die stabilere Grundlage: eine Defense, die Turnover erzwingt, einen Angriff, der seine Chancen nah an der Endzone nutzt, und einen weitgehend vollständigen Kader. Cincinnati hat mit Burrow, Chase und Higgins das stärkere Passspiel und wird auch gegen diese Verteidigung punkten. Die neue Defensive Line der Bengals hat in Houston gezeigt, dass sie einen Quarterback ein ganzes Spiel lang unter Druck setzen kann, in Pittsburgh aber auch, wie viel sie zulässt, wenn das nicht gelingt.
Erwarten lässt sich ein Spiel, in dem Jacksonville über Tuten den Ball kontrollieren will und Burrow über Chase und Higgins antwortet. Kippen dürfte es an den Ballverlusten und Strafen: Die Bengals haben in Pittsburgh ein Spiel mit eigenen Fehlern verloren, und die Jaguars nutzen solche Geschenke. Die Prognose lautet auf einen knappen Auswärtssieg der Jaguars in einem Spiel, in dem beide Angriffe regelmäßig punkten und zusammen mehr als 51,5 Punkte erzielen.