Im Februar standen die New England Patriots im Super Bowl, die Buffalo Bills waren schon in der Divisional Round in Denver ausgeschieden. Nach drei Spieltagen der neuen Saison hat sich das Verhältnis umgekehrt. Buffalo ist unter dem neuen Head Coach Joe Brady ungeschlagen und hat mehr Punkte erzielt als jede andere Mannschaft der Liga. New England hat einen Sieg und zwei Niederlagen und zusammen mit Miami die wenigsten Punkte erzielt. Drake Maye, 2025 der Quarterback mit dem besten Passer Rating der Liga, hat in diesen drei Spielen bereits sechs Interceptions geworfen. Am Sonntag treffen die beiden Rivalen aus der AFC East in Orchard Park aufeinander.
Buffalo Bills: die meisten Punkte, eine umgebaute Defense
Nach dem Aus gegen Denver in den Play-offs, einem 30:33 nach Verlängerung, entließen die Bills Sean McDermott. Sein Nachfolger kam aus dem eigenen Haus: Joe Brady, bis dahin Offensive Coordinator, unterschrieb im Januar als Head Coach für fünf Jahre. Den Angriff leitet jetzt Pete Carmichael Jr., die Defense Jim Leonhard.
Im Angriff zeigt sich der Wechsel bisher von seiner besten Seite. Buffalo hat 101 Punkte erzielt, so viele wie keine andere Mannschaft, und in den ersten beiden Spielen jeweils schon vor der Pause 24 und 27 Punkte gemacht. Josh Allen warf in Houston für 334 und gegen Detroit für 248 Yards, ohne eine Interception, und lief in jedem der drei Spiele selbst zweimal in die Endzone. Dazu kommt das Laufspiel: James Cook III kam gegen Detroit auf 135 und gegen die Chargers auf 154 Yards, die Mannschaft erläuft 155,0 Yards pro Spiel, den viertbesten Wert der Liga. Neu ist DJ Moore, den Buffalo im März per Trade aus Chicago holte. Er fing in Houston fünf Pässe für 100 Yards, verletzte sich gegen Detroit früh an der Schulter und war gegen die Chargers mit sechs Catches für 67 Yards wieder der Passempfänger, den Allen am häufigsten anspielte. Tight End Dalton Kincaid kam zum Auftakt auf 130 Yards.
Wie verwundbar der Angriff trotzdem ist, zeigte das letzte Spiel. Gegen die Chargers gab Buffalo fünfmal den Ball her, durch zwei Interceptions von Allen und drei verlorene Fumbles, zur Pause stand es 10:10. In der zweiten Halbzeit kam Allen nur noch auf 82 Passing Yards. Gewonnen hat Buffalo dieses Spiel, weil die Defense die Chargers bei 16 Punkten hielt.
Genau diese Defense war in den beiden Wochen davor die Schwachstelle. Houston und Detroit erzielten jeweils 31 Punkte, Jared Goff warf für 327 Yards und vier Touchdowns, C.J. Stroud für 274. Im Schnitt lassen die Bills 275,7 Passing Yards gegnerischer Quarterbacks pro Spiel zu, nur vier Mannschaften der Liga lassen mehr zu. 2025 waren es 170,2. Der Unterschied hat mit dem Personal zu tun. Bei den Cornerbacks und Safeties haben Taron Johnson (per Trade zu den Raiders), Tre'Davious White, Jordan Poyer, Cam Lewis, Darnell Savage und Taylor Rapp den Verein verlassen. Neu sind die Safeties C. J. Gardner-Johnson und Geno Stone, Dee Alford, der als Nickel Cornerback spielt, und Davison Igbinosun aus der zweiten Runde des Drafts. Vorne fehlen Joey Bosa, A. J. Epenesa und Matt Milano, aus Miami kam Bradley Chubb.
Am dünnsten ist die Personallage bei den Cornerbacks. Christian Benford schied gegen die Chargers im dritten Viertel mit einer Zehenverletzung aus und ist fraglich, Jordan Hancock steht auf der Injured Reserve, also der Verletztenliste, und Dorian Strong fehlt wegen einer Nackenverletzung. Defensive Tackle T. J. Sanders wird wohl ausfallen.
New England Patriots: Maye sucht seine Form von 2025
In der Vorsaison gewann New England unter Mike Vrabel 14 von 17 Spielen, wurde AFC-Champion und verlor erst den Super Bowl mit 13:29 gegen Seattle. Maye warf 4.394 Yards und 31 Touchdowns bei 8 Interceptions, brachte 72,0 Prozent seiner Pässe an und kam auf 8,9 Yards pro Passversuch. In beiden Werten war er der Beste der Liga.
Davon ist nach drei Spielen wenig zu sehen. Die Offensive erzielt 9,7 Punkte pro Spiel und ist damit Letzter der NFL, Maye steht bei 585 Yards, einem Touchdown, sechs Interceptions und neun Sacks. Unter Druck geriet er bei 41,4 Prozent seiner Dropbacks, also der Spielzüge, in denen er zum Passen zurückgeht; 2025 waren es 33,9 Prozent. Die Gegner verteidigen außerdem deutlich häufiger in Raumdeckung, bei 65 Prozent seiner Dropbacks statt 51 Prozent im Vorjahr. Gegen Manndeckung war Maye 2025 am stärksten, die sieht er nun seltener.
Ein Teil der Probleme liegt im Umbau des Kaders. Stefon Diggs wurde im März entlassen, Kayshon Boutte ging per Trade nach Houston. Als Ersatz kamen Romeo Doubs aus Green Bay, für vier Jahre und 68 Millionen Dollar, und im Juni A. J. Brown aus Philadelphia, für den New England einen Pick der ersten Runde 2028 abgab. Brown verletzte sich schon im Auftaktspiel zu Beginn des dritten Viertels am Knöchel, steht auf der Injured Reserve und fehlt auch in Buffalo. Ohne ihn verteilen sich die Pässe vor allem auf Doubs und Mack Hollins.
Doubs fing in den letzten beiden Spielen sechs Pässe für 145 Yards, darunter einen über 63 Yards gegen Pittsburgh, Hollins acht für 108 Yards. Auch die Offensive Line hat gelitten. Right Guard Mike Onwenu brach sich gegen Pittsburgh den Knöchel und fällt wohl für den Rest der Saison aus. Auf der Position spielt nun Walter Rouse, den New England im August per Trade aus Minnesota holte. Im Sommer kamen Left Guard Alijah Vera-Tucker von den Jets und Caleb Lomu, den New England in der ersten Runde des Drafts auswählte und der bisher als zweiter Right Tackle hinter Morgan Moses geführt wird.
Die Stärke der Patriots ist die Defense. Sie lässt 17,0 Punkte pro Spiel zu und nur 170,0 Net Passing Yards, also Passing Yards nach Abzug der bei Sacks verlorenen Yards, den zweitniedrigsten Wert der Liga. Pittsburgh kam in Foxborough nur auf drei Punkte. Christian Gonzalez, mit einem Vertrag über vier Jahre und 135 Millionen Dollar inzwischen der bestbezahlte Cornerback der NFL-Geschichte, ließ in Seattle bei fünf Pässen in seine Richtung nur zwei Catches für 9 Yards zu. Auch wenn die Defensive bislang starke Leistungen gezeigt hat, reichte das bislang nur für einen Sieg. Die Offensive muss gegen die Bills aktiver werden und vor allem die vielen Turnover vermeiden, welche die Defensive immer wieder in schlechte Positionen gebracht hatten.
Buffalo Bills vs. New England Patriots H2H
In den Playoffs sind beide seit Ende 2024 nicht aufeinandergetroffen. Von den vier Duellen der Regular Season hat jede Mannschaft zwei gewonnen.
Datum | Spielort | Ergebnis | Passing Yards Maye |
|---|---|---|---|
14.12.2025 | Foxborough | Buffalo 35:31 | 155 |
06.10.2025 | Orchard Park | New England 23:20 | 273 |
05.01.2025 | Foxborough | New England 23:16 | 0 |
22.12.2024 | Orchard Park | Buffalo 24:21 | 261 |
Das Spiel im Januar 2025 war der letzte Spieltag der Saison 2024, Maye warf darin nur einen einzigen Pass. Aufschlussreicher sind die beiden Duelle von 2025. Im Oktober gewann New England in Buffalo mit 23:20, Maye brachte 22 von 30 Pässen an, und Diggs fing zehn Bälle für 146 Yards. Buffalo gab in diesem Spiel dreimal den Ball her. Im Dezember führten die Patriots in Foxborough zur Pause 24:7, dann gewann Buffalo die zweite Halbzeit 28:7 und das Spiel mit 35:31. Maye kam dabei nur auf 155 Yards, weil New England über den Boden 246 Yards gewann, allein TreVeyon Henderson 148. Josh Allen warf in beiden Spielen zusammen fünf Touchdownpässe, Cook lief im Dezember für 107 Yards und zwei Touchdowns.
Buffalo Bills - New England Patriots Tipps
Mit der Über-Wette auf Drake Maye über 224,5 Passing Yards setzt du darauf, dass der Quarterback der Patriots in Orchard Park mindestens 225 Yards über Pässe gewinnt. Der wichtigste Grund ist die Verteidigung der Bills gegen das Passspiel. Jeder Quarterback, der in dieser Saison gegen sie spielte, kam über diese Marke: Stroud auf 274, Goff auf 327, Justin Herbert auf 226 Yards. Ihre Gegner werfen im Schnitt 36,7 Pässe pro Spiel, und kaum eine Mannschaft lässt dabei so viel Raumgewinn zu. Das ist ein klarer Bruch mit 2025, als Buffalo nur in 4 von 17 Spielen mehr als 224,5 Passing Yards zuließ. Einer dieser vier Gegner war New England, mit Mayes 273 Yards bei seinem letzten Auftritt in Buffalo. Seitdem hat die Defense viele ihrer erfahrenen Cornerbacks und Safeties verloren, und mit Benford ist ein Stammspieler angeschlagen.
Der zweite Grund liegt im erwarteten Spielverlauf. Buffalo erzielt die meisten Punkte der Liga. Hält das an, muss New England über Pässe aufholen, und genau dieser Spielverlauf hat Maye in diesem Jahr gefehlt. Gegen Pittsburgh gewannen die Patriots 20:3 mit viel Laufspiel, Henderson allein kam auf 76 Yards. Maye warf dort nur 22 Pässe, kam damit aber auf 208 Yards und 9,5 Yards pro Versuch. In Jacksonville standen nach 25 Pässen 199 Yards, bevor er im vierten Viertel ausgewechselt wurde. In beiden Spielen gewann Maye pro Pass viel Raum, ihm fehlten die Versuche.
Der dritte Grund ist Maye selbst. In Orchard Park kam er im Dezember 2024 auf 261 und im Oktober 2025 auf 273 Yards. 2025 übertraf er 224,5 Passing Yards in 13 von 17 Spielen der Regular Season und kam im Schnitt auf 258,5 Yards. Ohne Brown ist Doubs der Passempfänger, der auch die langen Pässe fängt, Hollins wird am häufigsten angespielt. Gegen den Tipp spricht, dass Maye in allen drei Spielen dieser Saison unter der Marke blieb und mit sechs Interceptions spürbar unsicher wirkt. Gegen eine Defense, die so viel gegen den Pass zulässt wie die der Bills, und in einem Spiel, in dem New England voraussichtlich hinterherläuft, dürfte er aber mehr Gelegenheiten bekommen als bisher. Maye braucht eine Verbesserung nach seinem misslungenem Saisonstart und eine Defensive die wacklige gegen das Passspiel ist bietet dafür die beste Gelegenheit.
Fazit und Prognose zum Duell in Orchard Park
Buffalo geht mit dem stärkeren Angriff, dem Heimvorteil und drei Siegen in dieses Spiel, New England mit der besseren Verteidigung und einem Quarterback, der seine Form noch sucht. Die Bills dürften versuchen, mit Cook und Allen am Boden das Tempo zu bestimmen, gegen eine Defense, die 108,3 Rushing Yards pro Spiel zulässt. Kippen kann das Spiel an den Ballverlusten: New England hat schon acht hergegeben, Buffalo seine fünf alle gegen die Chargers. Bleibt Allen fit und hält Buffalo den Ball besser fest als zuletzt, spricht mehr für einen Heimsieg der Bills.
Die Prognose lautet auf einen Sieg der Bills, bei dem New England über das Passspiel lange im Spiel bleibt. Gerade weil die Patriots dafür werfen müssen, und zwar gegen Cornerbacks, die verletzt oder neu sind, passt dieser Verlauf zur Wette auf Mayes Passing Yards.