Minnesota hat seine ersten beiden Spiele gewonnen, obwohl Kyler Murray schon nach 11 Snaps mit einer Gehirnerschütterung ausschied und der Angriff seitdem kaum über das Passspiel vorankam. Am Sonntag steht Murray wieder als Starter auf dem Feld, und zwar in Tampa, wo die Buccaneers nach zwei knappen Niederlagen zum ersten Mal seit 2014 mit 0-2 dastehen. Tampa Bay hat einen neuen Offensive Coordinator, Mike Evans spielt inzwischen in San Francisco, und in der Startformation stehen drei Rookies. Bei Minnesota sind die Running Backs angeschlagen, bei Tampa Bay zwei Linebacker fraglich.

Buccaneers: Die enttäuschende Niederlage gegen die Browns

Baker Mayfield wirft genau, aber nicht weit. Tampa Bay bringt 71,0 % seiner Pässe an, Rang 5 der Liga, kommt aber nur auf 184,5 Passing Yards pro Spiel und hat bisher einen einzigen Touchdownpass erzielt. Der Angriff ist neu zusammengesetzt: Zac Robinson, zuvor zwei Jahre in Atlanta, ist der fünfte Offensive Coordinator in fünf Spielzeiten, und Mike Evans ist nach zwölf Jahren zu den San Francisco 49ers gegangen. Die Pässe verteilen sich jetzt auf Emeka Egbuka, Chris Godwin Jr., Tight End Cade Otton und Ted Hurst, den Wide Receiver aus der dritten Runde des Drafts.

Das Laufspiel trägt mehr als das Passspiel. Tampa Bay kommt auf 5,0 Yards pro Lauf, gegen Cleveland lief Bucky Irving 17-mal für 89 Yards, und die Mannschaft sammelte insgesamt 137 Rushing Yards. Das Problem liegt am Ende der Angriffe. Nur 37,5 % der Besuche in der Red Zone endeten mit einem Touchdown, damit stehen sie auf Rang 27 in der NFL. Gegen Cleveland holte Tampa Bay die 19 Punkte fast allein über Chase McLaughlin, der alle vier Field Goals verwandelte, darunter eines aus 59 Yards. In Cincinnati kosteten Ballverluste das Spiel: vier verlorene Fumbles, drei davon von Mayfield, und die Bengals trugen einen davon zum Touchdown zurück.

In der Verteidigung hat Tampa Bay umgebaut. Lavonte David hat seine Karriere beendet, dafür kamen Linebacker Alex Anzalone und Defensive Tackle A'Shawn Robinson, dazu Al-Quadin Muhammad, der 2025 in Detroit 11,0 Sacks erzielte. Vita Vea bekam eine Verlängerung über ein Jahr. Aus dem Draft stehen Rueben Bain Jr., der 15. Pick, und Josiah Trotter aus der zweiten Runde in der Startformation. Trotter kam in den ersten beiden Spielen auf 11 und 13 Tackles und trug in Cincinnati eine Interception zum Touchdown zurück. Gegen den Lauf hielt die Verteidigung gegen Cleveland stark, 44 Yards bei 1,9 pro Lauf. Dafür bringt sie kaum Druck auf den Quarterback: drei Sacks in zwei Spielen, ein einziger Ballgewinn. Deshaun Watson brachte 24 von 30 Pässen an und drehte das Spiel im letzten Viertel. Nach 24,2 zugelassenen Punkten pro Spiel in der Vorsaison stehen jetzt 28,0.

Minnesota Vikings: die meisten Blitze in der NFL

Die Vikings gewinnen über ihre Verteidigung und diese spielt extrem aggressiv, was sich auch in den Statistiken zeigt. In knapp 79 % aller Defensive Snaps blitzen die Vikings, womit sie mit Abstand auf dem ersten Platz stehen. Nach zwei Spielen stehen 25 zugelassene Punkte, nur New England, Seattle und San Francisco haben weniger kassiert. Dazu kommen 8 Sacks, geteilt der beste Wert der Liga, und 4 Ballgewinne. In Chicago brachte Dallas Turner den Quarterback zweimal zu Fall, Byron Murphy Jr. fing eine Interception, und die Bears kamen dreimal in die Red Zone, ohne dort einen Touchdown zu erzielen. Dabei haben mit Jonathan Allen, Javon Hargrave, Jonathan Greenard und Harrison Phillips vier Stammkräfte der Defensive Line den Verein verlassen. Den Ersatz bilden unter anderem Caleb Banks, Minnesotas Pick in der ersten Runde, sowie James Pierre, der aus Pittsburgh kam und gegen Green Bay eine Interception fing.

Der Angriff ist bisher der schwächere Teil. Minnesota kommt auf 260,0 Yards pro Spiel, Rang 31, auf 129,5 Passing Yards pro Spiel und hat mit 44 Pässen weniger geworfen als jede andere Mannschaft. Nur 13 Spielzüge brachten 10 oder mehr Yards, auch das ist der niedrigste Wert der Liga. Mit Carson Wentz setzte Kevin O'Connell auf das Laufspiel: Die Hälfte der Spielzüge war als Lauf angelegt, mehr als bei jeder anderen Mannschaft außer Seattle. Schwach ist das Passspiel schon länger, in 16 der letzten 21 Spiele blieb Minnesota unter 200 Passing Yards. Effizient war der Angriff trotzdem. Er hat nur einen Ball verloren, vier von fünf Besuchen in der Red Zone endeten mit einem Touchdown, und gegen Green Bay reichten 239 Yards für 39 Punkte, 22 davon im letzten Viertel.

Mit Murray ändert sich das Profil des Angriffs. Minnesota holte ihn im März aus Arizona mit einem Vertrag über ein Jahr, und er setzte sich in der Saisonvorbereitung gegen J.J. McCarthy durch. Anders als Wentz ist er ein Quarterback, der durch seine Athletik Raumgewinn generieren kann. Seine Anspielstationen sind Justin Jefferson, der gegen Green Bay zwei Touchdowns fing, Tight End T.J. Hockenson, Jordan Addison und Jauan Jennings.

Tampa Bay Buccaneers - Minnesota Vikings Tipps

Wett-Tipps Tampa Bay Buccaneers - Minnesota Vikings
NFL
01
Kyler Murray über 29,5 Rushing Yards 2,80
02
Über 42,5 Gesamtpunkte 1,90

1. Tipp: Kyler Murray über 29,5 Rushing Yards

Die Over-Wette gewinnt, wenn Murray am Sonntag mindestens 30 Rushing Yards erzielt. Seine Laufbahn spricht klar dafür. In jeder seiner sieben Spielzeiten in Arizona lag sein Schnitt über der Marke, insgesamt kam er in 87 Spielen der Regular Season auf 36,7 Rushing Yards pro Spiel bei 6,0 Yards pro Lauf. Auch zuletzt hat er nichts davon verloren: 2025 übertraf er die Marke in vier seiner fünf Spiele, mit 38, 32, 37 und 41 Yards, und kam im Schnitt auf 34,6 Yards bei 5,8 Läufen pro Spiel.

Die Lage in Minnesota verstärkt das. Die Vikings haben ihren Angriff in den ersten beiden Wochen so stark auf den Lauf ausgerichtet wie fast keine andere Mannschaft, und die Running Backs, die das getragen haben, sind angeschlagen oder fehlen. Fällt Jones aus, bleiben Claiborne und die im September verpflichteten Backs, die für Minnesota bisher kaum Läufe hatten. Ein Quarterback, der den Ball selbst trägt, fängt einen Teil dieser Last auf. Dazu kommt das schwache Passspiel: Findet Murray keinen freien Receiver, läuft er selbst, so wie er es in Arizona über Jahre getan hat.

2. Tipp: Über 42,5 Gesamtpunkte

Auf Tampa Bays Seite spricht die Bilanz der eigenen Spiele für viele Punkte. 2025 lagen 10 von 17 Spielen der Buccaneers über 42,5 Gesamtpunkten, bei den Heimspielen waren es 6 von 8, im Schnitt mit 47,5 Punkten. In dieser Saison fielen in Cincinnati 60 Punkte, gegen Cleveland 42, also einer weniger als nötig. Tampas Verteidigung hat in beiden Spielen mindestens 23 Punkte zugelassen, und der eigene Angriff kommt über das Laufspiel regelmäßig in die Reichweite von McLaughlin.

Auf Minnesotas Seite ist das 9:3 in Chicago kein Maßstab. Es regnete, Chicagos Quarterback Caleb Williams verletzte sich im Spiel, und Minnesota spielte ohne Murray. Für Tampa ist klares Wetter vorhergesagt, und ein Angriff, der zuletzt vor allem lief, bekommt mit Murray wieder einen Quarterback, der auch selbst Raum gewinnt und vermutlich auch das Passspiel besser leiten wird als Backup Wentz. Wie schnell die Vikings punkten können, zeigte das erste Spiel gegen Green Bay, in dem alle vier Besuche in der Red Zone mit einem Touchdown endeten. Dazu kommen die Ballverluste. Tampa Bay hat bereits fünf Bälle verloren, Minnesotas Verteidigung vier gewonnen, und in Cincinnati führte ein Fumble der Buccaneers direkt zu einem Touchdown des Gegners. Kurze Wege zur Endzone bringen Punkte, auch wenn die Angriffe selbst stocken.

Minnesotas Verteidigung ist der Grund, warum diese Wette nicht leicht ist: Von den sieben Siegen in Folge lagen nur zwei über 42,5 Gesamtpunkten. In Tampa trifft sie aber auf einen Gegner, dessen Spiele seit Beginn der Saison 2025 in 11 von 19 Fällen über der Marke lagen, und sie bekommt mit Murray einen Angriff an die Seite, der mehr Möglichkeiten hat als in Chicago. Deshalb ist Über 42,5 Gesamtpunkte der zweite Tipp für diese Partie.

Fazit und Prognose zum Spiel in Tampa

Minnesota reist als die stabilere Mannschaft nach Tampa. Die Vikings verlieren kaum Bälle und haben eine Verteidigung, die Mayfield unter Druck setzen kann, der in Cincinnati drei Fumbles verlor. Tampa Bay war dagegen in beiden Niederlagen bis in die letzten Minuten im Spiel. Den Unterschied macht bisher die Red Zone: Holen die Buccaneers dort weiter Field Goals statt Touchdowns, fehlen ihnen am Ende die Punkte für den ersten Sieg.

Zu erwarten ist ein Spiel, in dem Minnesota weiter viel läuft, jetzt aber mit einem Quarterback, der selbst einen Teil dieser Läufe übernimmt, und in dem Tampa Bay über Irving und die kurzen Pässe von Mayfield antwortet. Solange Jones angeschlagen ist, ist Murray der Läufer, auf den sich Minnesota am ehesten verlassen kann. Die Prognose lautet auf einen knappen Sieg Minnesotas in einem Spiel mit deutlich mehr Punkten als in Chicago, und in diesem Verlauf tragen Murrays Läufe beide Tipps.