Die Tampa Bay Buccaneers haben alle vier Spiele dieser Saison verloren, keines mit mehr als sieben Punkten Abstand, und so schwach sind sie zuletzt 2013 gestartet. Nach Arlington reisen sie ohne Baker Mayfield, der sich den rechten Daumen ausgerenkt hat. Für ihn spielt Jalon Daniels, ein Rookie, den im Draft kein Team ausgewählt hatte und der erst einen Start hinter sich hat. Die Dallas Cowboys stehen nach dem 34:30 in Houston bei 2-2. Ihr Angriff hat gemeinsam mit San Francisco die zweitmeisten Punkte der Liga erzielt, ihre Defense hat dagegen nur drei Teams mehr Punkte zugelassen. Dazu kommt die kurze Woche: Zwischen dem Sonntag und dem Donnerstagabend bleiben beiden Teams vier Tage.
Thursday Night Football in Arlington: Termin und Ausgangslage
Die Partie beginnt in der Nacht von Donnerstag auf Freitag um 02:15 Uhr deutscher Zeit im AT&T Stadium in Arlington, in den USA läuft sie am Donnerstagabend. Dallas hat Heimrecht, beide Teams haben am Sonntag zuvor gespielt.
Woche | Dallas Cowboys | Tampa Bay Buccaneers |
|---|---|---|
1 | 20:28 bei den New York Giants | 27:33 bei den Cincinnati Bengals |
2 | 37:20 gegen die Washington Commanders | 19:23 gegen die Cleveland Browns |
3 | 31:34 gegen die Baltimore Ravens in Rio de Janeiro | 16:23 gegen die Minnesota Vikings |
4 | 34:30 bei den Houston Texans | 14:17 gegen die Green Bay Packers |
Die beiden Bilanzen entstehen auf entgegengesetzten Wegen. Dallas hat 122 Punkte erzielt und 112 kassiert, gewinnt also über den Angriff und verliert, wenn die Defense zu viel zulässt. Tampa Bay hat nur 96 Punkte zugelassen, aber selbst 76 erzielt; jede der vier Niederlagen war bis zum Ende offen. Vier Spiele sind eine schmale Grundlage, zumal Dallas eines davon in Brasilien bestritt.
Dallas Cowboys: CeeDee Lamb in Topform
Der Angriff der Cowboys hängt fast ganz am Passspiel. Dak Prescott hat in vier Spielen 1065 Passing Yards und acht Touchdowns geworfen, dazu nur eine Interception. CeeDee Lamb kam dreimal in Folge auf mehr als 100 Yards, in Houston auf 17 Catches und 189 Yards; mehr Catches in einem Spiel hat bei den Cowboys nur Jason Witten geschafft. Lambs Touchdown 40 Sekunden vor Schluss entschied das 34:30, nachdem Dallas zur Halbzeit 6:16 zurückgelegen und danach bei den ersten drei Angriffen der zweiten Hälfte jeweils einen Touchdown erzielt hatte. Das Laufspiel trägt dagegen wenig: In drei der vier Spiele kam Dallas auf weniger als 4 Yards je Lauf.
Week | Gegner | Passing Yards des Gegners | Rushing Yards des Gegners |
|---|---|---|---|
1 | New York Giants | 230 | 165 |
2 | Washington Commanders | 207 | 182 |
3 | Baltimore Ravens | 186 | 192 |
4 | Houston Texans | 347 | 62 |
Die Defense lässt auf beiden Wegen viel zu. Dreimal kam der Gegner auf mehr als 160 Rushing Yards, im Passspiel lag der niedrigste Wert bei den 186 Yards von Lamar Jackson, der dafür nur 20 Pässe brauchte. Houston brachte acht Pässe für mindestens 20 Yards an. Druck auf den Quarterback entsteht selten: In den ersten drei Partien gelangen nur zwei Sacks, und eine Interception hat die Defense in vier Spielen noch nicht gefangen. Neu ist das Problem nicht. In der Vorsaison kassierte Dallas 511 Punkte, so viele wie kein anderes Team der Liga. Seit Januar ist Christian Parker Defensive Coordinator, zuvor war er Coach der Defensive Backs in Philadelphia und Denver. Mit neuem Coordinator und vielen neuen Spielern hat sich an diesem Bild bislang wenig geändert.
Tampa Bay Buccaneers: Jalon Daniels ersetzt den verletzten Mayfield
Die Defense hält die Bucs in den Spielen. 24 Punkte je Partie sind kein Spitzenwert, aber Minnesota kam in Woche 3 auf nur neun First Downs und verwandelte zwei von 15 Third Downs. Gegen Green Bay erzwang Tykee Smith einen Fumble fünf Yards vor der eigenen Endzone, Jacob Parrish fing eine Interception. Verloren hat Tampa Bay die Spiele im Angriff: 76 Punkte, nur 19 von 55 Third Downs verwandelt, 16 Sacks hingenommen und neun Ballverluste, davon allein vier Fumbles beim 27:33 in Cincinnati.
Ohne Mayfield muss dieser Angriff mit einem Rookie auskommen. Mayfield fällt mindestens drei Wochen aus, möglicherweise bis zu sechs, je nachdem, wann er den Ball wieder normal greifen kann. Eine Operation ist nicht nötig, auf die Injured Reserve List haben ihn die Bucs nicht gesetzt. Jalon Daniels spielte sechs Jahre an der Universität Kansas, ging im Draft leer aus und setzte sich im Trainingslager im Duell um den Posten hinter Mayfield gegen Jake Browning durch. Gegen Green Bay war er der erste Rookie seit Jameis Winston 2015, der für Tampa Bay als Quarterback startete. Er brachte 19 von 27 Pässen für 148 Yards an, warf einen Touchdown auf Kenny Gainwell zum 14:17 und zwei Interceptions, aus denen die Packers zehn Punkte machten. Mit acht Läufen für 55 Yards kam er fast auf so viele Rushing Yards wie Running Back Bucky Irving mit 61. Der letzte Angriff endete in der Hälfte der Packers mit einem unvollständigen Pass im vierten Versuch.
Draft und Wechsel: wer in beiden Kadern neu ist
Dallas hat vor allem die Defense umgebaut. In Houston zahlte sich das erstmals sichtbar aus: Gary kam zu seinem ersten Sack seit zwölf Spielen, Williams zu seinem ersten in dieser Saison. Thompson, für drei Jahre und 36 Millionen Dollar geholt, steht dagegen schon auf der Injured Reserve List. Dass die neuen Spieler die Defense insgesamt verbessert haben, zeigen die Zahlen nach vier Spielen noch nicht.
Den jüngsten Zugang holte Dallas erst am 30. September. Pittsburgh gab Cornerback Joey Porter Jr. für einen Pick in der zweiten Runde 2028 und einen an Bedingungen geknüpften Pick in der sechsten Runde 2027 ab. Porter war bei den Steelers in drei Spielzeiten 41-mal Starter und fing drei Interceptions. In diesem Jahr verpasste er nach einem Streit um seinen neuen Vertrag und Problemen mit dem Rücken das Trainingslager und blieb in den ersten drei Spielen inaktiv. Dallas brauchte ihn, weil Cobie Durant mit einer Zerrung im Oberschenkel ausfiel und Shavon Revel sich gegen Baltimore an Knie und Knöchel verletzt hatte.
Die größte Veränderung bei Tampa Bay ist ein Abgang. Mike Evans ist nach zwölf Jahren zu den San Francisco 49ers gewechselt. Die Pässe verteilen sich nun auf Chris Godwin Jr., Emeka Egbuka und Tight End Cade Otton, Egbuka kam in Woche 1 und 3 auf je mehr als 60 Yards. Ted Hurst III fing gegen Minnesota einen Pass über 40 Yards zum Touchdown. Rueben Bain Jr., in der ersten Runde ausgewählt, fehlte gegen Green Bay mit Problemen an der Leiste.
Dallas Cowboys vs. Tampa Bay Buccaneers Tipp
Der Tipp Jalon Daniels über 178,5 Passing Yards stützt sich zuerst auf den Gegner. Kein Team ist gegen Dallas in dieser Saison unter 186 Passing Yards geblieben, und Baltimore kam auf diesen niedrigsten Wert mit nur 20 Pässen. Die Cowboys lassen lange Raumgewinne zu, allein Houston brachte acht Pässe für mindestens 20 Yards an, und sie setzen den Quarterback kaum unter Druck. Für einen Rookie, den Green Bay dreimal zu Boden brachte, bedeutet das mehr Zeit für jeden Wurf. Dazu kommt, dass Dallas in vier Spielen keine Interception gefangen hat. Daniels' zwei Interceptions gegen Green Bay beendeten jeweils einen Angriff; gegen Dallas hat in dieser Saison noch kein Team einen Angriff auf diese Weise verloren.
Der zweite Grund liegt im Angriff der Cowboys. Dallas hat in drei der vier Spiele mindestens 31 Punkte erzielt, und Prescott und Lamb tragen diesen Angriff auch dann, wenn das Laufspiel nichts bringt. Gegen Green Bay konnte Tampa Bay 31-mal laufen, weil das Spiel bis zum letzten Angriff knapp blieb. Gerät Tampa Bay in Arlington in Rückstand, verliert das Laufspiel an Wert, und Daniels muss öfter werfen als die 27-mal gegen die Packers. Mit Godwin, Egbuka und Otton hat er die Receiver, über die Mayfield in den ersten drei Spielen zwischen 182 und 217 Passing Yards erzielte.
Auch Daniels' eigene Werte sprechen nicht gegen ihn. Rund 70 Prozent seiner Pässe kamen im ersten Start an, und seine 148 Yards entstanden aus nur 27 Würfen. Nach seinem ersten Start wird er vermutlich deutlich selbstbewusster auftreten, da er die Situation kennt und eine bessere Chemie mit den Receivern aufbauen konnte.
Gegen den Tipp spricht, dass Daniels in seinem bisher einzigen Start unter dieser Vorgabe blieb und sein längster Pass nur 21 Yards weit ging. Gegen Green Bay lag Tampa Bay aber nie mit mehr als zehn Punkten zurück. In Arlington trifft er auf eine Defense, die jedem Gegner mehr als 178,5 Passing Yards erlaubt hat, und auf einen Angriff, der Tampa Bay früh zum Werfen bringen dürfte. Deshalb ist der Tipp für diese Partie eine Über-Wette auf Jalon Daniels über 178,5 Passing Yards.
Fazit und Prognose zu Cowboys gegen Buccaneers
Dallas geht mit dem stärkeren Angriff und dem Heimrecht in dieses Spiel. Die Defense der Bucs hat jede Partie eng gehalten, sie muss aber nun Prescott und Lamb bremsen, während der eigene Angriff schon mit Mayfield zu wenig Punkte erzielte, um eines der drei Spiele zu gewinnen. Tampa Bays Chance liegt darin, die Ballverluste abzustellen und wie gegen Green Bay lange im Spiel zu bleiben. Die neun Ballverluste aus vier Spielen und die zwei Interceptions im ersten Start von Daniels sprechen dagegen, dass das über 60 Minuten gelingt.
Meine Prognose ist ein Sieg der Dallas Cowboys. Die Partie dürfte sich daran entscheiden, ob Dallas in der ersten Hälfte einen Vorsprung herausspielt, denn dann muss Tampa Bay in der zweiten Hälfte vor allem werfen. Genau dieser Verlauf passt zum Tipp, und gegen eine Defense, die im Passspiel in jedem Spiel viel Raum ließ, hat Daniels dafür bessere Voraussetzungen als in seinem ersten Start.