Nach dem ersten Saisonsieg gegen Washington reisen die Dallas Cowboys zum Duell mit den Baltimore Ravens nach Rio de Janeiro. Dallas muss seine angeschlagene Defense gegen Lamar Jackson und Derrick Henry aufstellen. Baltimore wiederum ließ dem starken Auftakt in Indianapolis eine bittere Niederlage gegen New Orleans folgen. Im Maracanã treffen am dritten NFL-Spieltag zwei Teams aufeinander, deren Angriffe bereits viel gezeigt haben und deren Schwächen sich zuletzt deutlich bemerkbar machten. Besonders interessant wird, ob Dallas dem Laufspiel der Ravens standhält und Baltimore seine Angriffe diesmal über die gesamte Partie erfolgreich abschließt.
Ausgangslage und letzte Ergebnisse
Anstoß ist am Sonntag, dem 27. September, um 22:25 Uhr MESZ. Die Cowboys sind in Rio das nominelle Heimteam. Die vertraute Umgebung ihres Stadions in Arlington haben sie dort ebenso wenig wie die Ravens ihr eigenes Publikum in Baltimore. Einen üblichen Heimvorteil sollte man Dallas für diese Begegnung deshalb nicht zuschreiben.
Beide Mannschaften haben jeweils einen Sieg und eine Niederlage. Für eine verlässliche Bewertung über längere Zeit ist das wenig; die bisherigen Spiele zeigen jedoch konkrete Probleme, die im direkten Duell relevant werden.
Team | Datum | Gegner | Ergebnis aus Teamsicht |
|---|---|---|---|
Dallas Cowboys | 13.09.2026 | New York Giants, auswärts | 20:28 |
Dallas Cowboys | 20.09.2026 | Washington Commanders, zuhause | 37:20 |
Baltimore Ravens | 13.09.2026 | Indianapolis Colts, auswärts | 41:23 |
Baltimore Ravens | 20.09.2026 | New Orleans Saints, zuhause | 17:24 |
Dallas: Prescott überzeugt, die Laufabwehr bleibt anfällig
Dak Prescott brachte gegen Washington 26 seiner 31 Pässe für 279 Yards und vier Touchdowns an. CeeDee Lamb und Jake Ferguson fingen jeweils zwei Touchdownpässe. Das Passspiel ist damit der überzeugendste Ansatz für Dallas in diesem Duell. Auf den eigenen Lauf kann sich die Offense bislang weniger verlassen: Gegen die Commanders erreichte sie mit 21 Versuchen nur 66 Yards.
Auch defensiv lässt das Ergebnis Fragen offen. Washington kam auf 182 Laufyards und musste nach Jayden Daniels’ Verletzung zur Pause mit Marcus Mariota weiterspielen. Bereits gegen die Giants hatte Dallas 165 Laufyards zugelassen. Dort bereitete auch Quarterback Jaxson Dart mit seinen eigenen Läufen Probleme. Gegen Jackson reicht es deshalb nicht, sich ausschließlich auf Henry zu konzentrieren.
Die Niederlage in New York zeigte außerdem, wie sehr lange gegnerische Angriffe Dallas einschränken können. Die Giants hatten den Ball 36:40 Minuten, die Cowboys nur 23:20. Prescott stand regelmäßig unter Druck und blieb bei 175 Passyards. Für Rio bedeutet das: Dallas braucht defensive Stopps, um seinem stärksten Mannschaftsteil ausreichend Gelegenheiten zu verschaffen. Ein Spiel, in dem Baltimore mit dem Lauf fortlaufend neue First Downs erzielt, wäre für die Cowboys besonders unangenehm.
Baltimore: Viel Potenzial, zuletzt zu wenig Konstanz
Beim 41:23 in Indianapolis erreichten die Ravens 506 Gesamtyards. Jackson warf für 324 Yards, Henry lief für 144 Yards und drei Touchdowns. Zay Flowers steuerte 150 Yards als Passempfänger bei, bevor er verletzt ausschied. Baltimore konnte in dieser Begegnung sowohl über den Lauf als auch mit dem Pass große Raumgewinne erzielen. Dallas muss sich also auf einen Angriff vorbereiten, der mehrere Möglichkeiten hat, seine Abwehr zu überwinden.
Gegen New Orleans geriet dieser Angriff nach der Pause ins Stocken. Aus einer 14:6-Führung wurde eine 17:24-Niederlage; Jacksons letzter Pass wurde abgefangen. Henry erhielt nach dem Seitenwechsel nur noch fünf Laufversuche. Die Ravens schafften es nach der Pause nicht mehr in die Endzone.
Ihre Defense hatte zugleich Schwierigkeiten, die Saints vom Feld zu bekommen. New Orleans verwandelte acht von 15 Third Downs und beide ausgespielten Fourth Downs. Gerade gegen kurze Pässe stimmten Deckung und Druck auf den Quarterback nicht ausreichend zusammen. Das eröffnet Dallas einen nachvollziehbaren Ansatz: Prescott muss nicht ständig den langen Pass suchen, wenn er auch mit kürzeren Zuspielen neue Versuche erreichen kann. Ob Baltimore diese Lücken schließt, dürfte für den Ausgang mehr bedeuten als der jüngste Sieg oder die jüngste Niederlage allein.
Verletzungen erschweren die Vorbereitung
Bei Dallas drohen Cornerback Cobie Durant und Safety P.J. Locke mehrere Wochen auszufallen. Auch die Rückkehr von Malik Hooker und DeMarvion Overshown ist offen. Brian Schottenheimer hat ihre Einsätze gegen Baltimore nicht ausgeschlossen, aber erhebliche Zweifel erkennen lassen. Für eine ohnehin anfällige Defense wären weitere fehlende Stammkräfte eine zusätzliche Belastung.
Baltimore hofft unter anderem auf Flowers, der gegen die Saints fehlte. Auch bei Ronnie Stanley, Nnamdi Madubuike und Teddye Buchanan bleibt die Einsatzfähigkeit zu klären. Jesse Minter äußerte sich zu möglichen Rückkehrern zuversichtlich, gab aber keine verbindlichen Zusagen. Gerade Flowers’ Status ist für die Einschätzung des Passspiels wichtig: Seine Leistung gegen Indianapolis lässt sich ohne ihn nicht einfach voraussetzen.
Tipps für Cowboys gegen Ravens
1. Tipp: Über 52,5 Gesamtpunkte
Der Tipp lautet Über 52,5 Gesamtpunkte, also mindestens 53 Punkte beider Teams zusammen. Dafür sprechen das zuletzt präzise Passspiel der Cowboys und Baltimores Möglichkeiten gegen Dallas’ Laufabwehr. Wenn Henry und Jackson dort regelmäßig Raum gewinnen, müsste Dallas offensiv antworten; Prescott hat mit Lamb und Pickens dafür wirksame Anspielstationen gefunden. Die personellen Probleme in Dallas’ Defense verstärken diesen Ansatz.
Die Grenze ist dennoch anspruchsvoll: Von den bisherigen vier Spielen beider Teams endeten nur zwei oberhalb von 52,5 Punkten. Vor allem Baltimores Einbruch gegen die Saints und Flowers’ offener Status sprechen gegen eine unkritische Erwartung vieler Punkte. Die Empfehlung beruht daher auf den konkreten Schwächen der Abwehrreihen und dem gezeigten Angriffspotenzial. Ich denke deshalb, dass beide Mannschaften in dieser Partie offensiv eine starke Leistung zeigen werden. Deshalb ist der erste Tipp eine Over-Wette auf mehr als 52,5 Punkte.
2. Tipp: Sieg Dallas Cowboys
Die zweite Empfehlung lautet: Sieg Dallas Cowboys. Der sportliche Ansatz dafür ist, dass Prescott Baltimores zuletzt verwundbare Passverteidigung ähnlich konsequent angreift wie die Saints. Mit Lamb, Ferguson und Pickens kann Dallas sowohl Raum gewinnen als auch Angriffe mit Touchdowns abschließen. Baltimores Schwierigkeiten bei entscheidenden Downs geben diesem Szenario zusätzlich Gewicht: Gelingen Prescott solche Pässe auch bei dritten Versuchen, kann Dallas seine Angriffe fortsetzen und Jackson länger an der Seitenlinie halten.
Für diesen Tipp muss die Defense allerdings wenigstens einzelne lange Angriffe der Ravens verhindern. Gerade daran bestehen wegen der zugelassenen Laufyards und der Verletzungen erhebliche Zweifel. Hinzu kommt das wenig produktive eigene Laufspiel, das Dallas stark von Prescott abhängig macht. Der Cowboys-Sieg ist deshalb der riskantere Tipp für ein wahrscheinlich sehr knappes Spiel. Trotzdem schätze ich sie etwas stärker ein, da sie vor allem im Passspiel die besseren Waffen haben.
Fazit und Spielprognose
Ich erwarte eine enge Begegnung, in der Dallas über das Passspiel konkurrenzfähig bleibt und Baltimore mit Henry und Jackson wiederholt Raum gewinnt. Den knappen Ausschlag zugunsten der Cowboys traue ich Prescott zu, sofern seine Defense Baltimore häufiger zum Punt zwingt als zuletzt die Giants. Kann Baltimore dagegen seine Laufserien über weite Strecken fortsetzen, dürfte die Partie bis in die Schlussphase offen bleiben. Flowers’ Einsatzfähigkeit bleibt ein wesentlicher offener Punkt dafür, wie vielseitig der Angriff der Ravens in Rio auftreten kann.



