Kansas City hat nach der ersten Saison ohne Playoffs in der Laufbahn von Patrick Mahomes den Angriff mit den meisten Yards der Liga und steht bei 2-0. Mahomes ist nach seinem Kreuzbandriss vom Dezember zurück, und mit Kenneth Walker III ist ein neuer Running Back dazugekommen. Miami hat im Winter den Head Coach und den Quarterback ausgetauscht, Tyreek Hill und Jaylen Waddle abgegeben und beide Auswärtsspiele deutlich verloren. Am Sonntag bestreiten die Dolphins ihr erstes Heimspiel, und die Vorzeichen sprechen nicht für sie.
Miami Dolphins misslungener Start in die Saison
In Miami hat eine neue Zeit begonnen. Mike McDaniel wurde im Januar nach vier Spielzeiten entlassen, Nachfolger ist Jeff Hafley, zuvor Defensive Coordinator in Green Bay. Auch der neue General Manager Jon-Eric Sullivan kommt aus Green Bay. Tua Tagovailoa wurde entlassen und spielt jetzt in Atlanta, Tyreek Hill wurde ebenfalls entlassen, Jaylen Waddle ging per Trade nach Denver. Dazu verließen Bradley Chubb, Minkah Fitzpatrick und Kicker Jason Sanders den Verein. Quarterback ist Malik Willis, der zwei Jahre Ersatzmann in Green Bay war.
Willis spielt bislang solider, als die Punkte vermuten lassen. Er kam in zwei Spielen auf 417 Passing Yards bei 50 Pässen, 8,1 und 8,6 Yards pro Pass, und lief in Las Vegas 14 Yards zum einzigen Touchdown des Spiels für Miami. Die weitesten Raumgewinne gelangen Caleb Douglas, einem Rookie aus der dritten Runde, der in Las Vegas fünf Pässe für 94 Yards fing, und Ryan Miller mit einem Touchdown über 77 Yards in San Francisco. Das Problem liegt vor der Endzone. Nur einer von fünf Besuchen in der Red Zone endete mit einem Touchdown, Rang 30 der Liga, und Kicker Riley Patterson erzielte vier Field Goals. Neun Sacks musste Miamis Angriff hinnehmen, mehr als jeder andere. De'Von Achane, der im Mai einen neuen Vertrag über vier Jahre und 64 Millionen Dollar bekam, kommt bisher nur auf 3,5 Yards pro Lauf. Die Offensive zeigt also Ansätze, ist aber bislang noch nicht konstant.
Die Verteidigung ist der größere Schwachpunkt. Miami hat 62 Punkte zugelassen, im Schnitt 31 pro Spiel, und als einzige Mannschaft der Liga noch keinen Sack erzielt. Cousins und Purdy brachten jeweils mehr als 70 % ihrer Pässe an. Purdy brachte 20 von 22 Pässen für 287 Yards an, San Francisco beendete seine ersten fünf Angriffe alle mit einem Touchdown. In Las Vegas lief Ashton Jeanty 23-mal für 102 Yards. Miami setzt insgesamt stark auf Neulinge: Sieben Rookies kommen zusammen auf 13 Starts, so viele wie bei keinem anderen Team. Das bei so einem starken Umbruch am Anfang noch nicht alles gut funktioniert, war abzusehen. Linebacker Jacob Rodriguez aus der zweiten Runde führte die Verteidigung mit 22 Tackles an, Cornerback Chris Johnson, Pick 27 des Drafts, steht in der Startformation. Ballgewinne gab es bisher nur in Las Vegas, als Dante Trader Jr. und Rookie Michael Taaffe je eine Interception fingen.
Kansas City Chiefs auf dem Weg in den Super Bowl?
Mahomes riss sich am 14.12.2025 Kreuz- und Außenband, im Spiel gegen die Chargers, mit dem Kansas City erstmals in seiner Laufbahn aus dem Rennen um die Playoffs ausschied. Zum Auftakt 2026 stand er wieder auf dem Feld und hat nach zwei Spielen 566 Passing Yards, fünf Touchdownpässe und eine Interception. Gegen Indianapolis warf er für 382 Yards und drei Touchdowns. Kansas City kommt auf 457,5 Yards pro Spiel, den besten Wert der Liga, und auf 32 Punkte pro Spiel, Rang 3.
Der wichtigste Zugang ist Walker. Er kam als Free Agent aus Seattle, wo er zuletzt im Super Bowl zum MVP gewählt wurde, und ersetzt Isiah Pacheco, der nach Detroit wechselte. Walker hat nach zwei Spielen 290 Rushing Yards und 369 Yards from Scrimmage, mehr als jeder andere Spieler der NFL. Gegen Denver lief er 60 Yards zu einem Touchdown und kam insgesamt auf 7,5 Yards pro Lauf. Weil das Laufspiel funktioniert, bekommt Mahomes Raum: Gegen Indianapolis sammelte Kansas City erstmals seit 2018 in einem Spiel mehr als 350 Passing Yards und mehr als 150 Rushing Yards. Travis Kelce, der einen neuen Vertrag unterschrieb, fing in beiden Spielen zusammen zwölf Pässe für 172 Yards. Dazu kommen Rashee Rice, Xavier Worthy und Tyquan Thornton auf der Wide Receiver Position.
Die Verteidigung hat Denver zum Auftakt bei 176 Yards und 10 Punkten gehalten. Gegen Indianapolis ließ sie 30 Punkte zu, davon drei in der Verlängerung, und Jonathan Taylor lief zu zwei Touchdowns. Kansas City hat Trent McDuffie per Trade an die Rams abgegeben und mit Mansoor Delane an sechster Stelle einen neuen Cornerback gedraftet, der in seinem ersten Spiel eine Interception fing und sich dabei an der Schulter verletzte. Zurück ist L'Jarius Sneed, der aus Tennessee kam, neu sind Safety Alohi Gilman und Defensive Tackle Khyiris Tonga. Mit Peter Woods, Pick 29, und R Mason Thomas aus der zweiten Runde kamen zwei weitere Rookies für die Defensive Line. Mit vier Sacks liegt der Druck auf den gegnerischen Quarterback bisher im Mittelfeld der Liga.
Miami Dolphins - Kansas City Chiefs Tipps
1. Tipp: Kenneth Walker über 22,5 Receiving Yards
Der erste Tipp ist eine Über-Wette auf mehr als 22 Receiving Yards von Kenneth Walker. Der wichtigste Grund ist seine neue Rolle in der Offensive der Chiefs. In Seattle war Walker vor allem Läufer, 2025 waren im Schnitt nur rund zwei Pässe pro Spiel für ihn bestimmt. In Kansas City waren es in zwei Spielen 16 Targets, also Pässe, die ihm galten. Genauso viele bekam Kelce, kein anderer Spieler der Chiefs wurde öfter angespielt. Gegen Indianapolis waren es zehn, so viele wie nie zuvor in seiner Laufbahn. Walker fing sechs davon für 61 Yards und lag damit weit über der Marke.
Diese Rolle ist kein einzelner Ausreißer. Schon gegen Denver galten ihm sechs Pässe. Dort fing er drei für 18 Yards, darunter einen Touchdown aus einem Yard, und blieb unter der Marke, obwohl die Zahl der Anspiele stimmte. Wie Walker abschneidet, wenn er regelmäßig angespielt wird, zeigt seine Saison 2024 in Seattle, das Jahr mit den meisten Targets seiner Laufbahn: In 8 von 12 Spielen kam er damals auf mehr als 22,5 Receiving Yards.
Der Gegner passt zu diesem Tipp. Gegen Miami haben die Running Backs beider Gegner jeden Pass gefangen, der für sie bestimmt war. Jeanty kam in Las Vegas auf sechs Catches für 45 Yards und zwei Touchdowns, Christian McCaffrey in San Francisco auf vier für 43 Yards, beide also klar über 22,5. Bei den Linebackern, die solche Pässe verteidigen müssen, fehlen Harrison Jr. und Louis, und an ihrer Stelle spielen Rookies.
Kansas City will Walker zwar etwas entlasten, und Johnson hat bereits vier Pässe für 64 Yards gefangen. Für die Marke braucht Walker aber keine großen Mengen: Bei seinen 8,8 Yards pro Catch in dieser Saison reichen drei gefangene Pässe, und mindestens drei hatte er in beiden Spielen. Deshalb ist Kenneth Walker über 22,5 Receiving Yards der erste Tipp für dieses Spiel.
2. Tipp: Über 44,5 Gesamtpunkte
Die Wette gewinnt, wenn beide Mannschaften zusammen mindestens 45 Punkte erzielen. Den größeren Teil dürfte Kansas City beitragen, und die Chiefs haben in beiden Spielen mehr als 30 Punkte erzielt. Selbst gegen Denver, das nur 176 Yards zuließ, kamen 31 Punkte zustande. Sechs von zehn Besuchen in der Red Zone endeten mit einem Touchdown, und mit Walker und Mahomes gewinnt dieser Angriff am Boden wie in der Luft Raum.
Miamis Verteidigung bringt ohne einen einzigen Sack keinen Druck auf den Quarterback. Mahomes bekommt damit Zeit, und Kelce, Rice und Worthy treffen auf eine Gruppe von Cornerbacks, in der Duck und Baker fehlen und Brents fraglich ist. Gegen die ersten beiden Gegner hat diese Verteidigung jeweils mindestens drei Touchdowns zugelassen.
Auch Miami trägt Punkte bei. Willis gewinnt mit seinen Pässen viel Raum, und die Dolphins kamen in beiden Spielen regelmäßig in die Reichweite von Patterson. Naheliegend ist für Miami der Plan, das Spiel über Achane und das Laufspiel langsam zu halten und Mahomes so vom Feld fernzuhalten; in San Francisco ging das eine Halbzeit lang gut, danach zog der Gegner mit drei Touchdowns im dritten Viertel davon. Liegt Miami zurück, muss es werfen, und dann bekommen beide Angriffe mehr Ballbesitze.
Dass Punkte in diesem Duell nicht ungewöhnlich sind, zeigen die beiden letzten Spiele in Miami Gardens mit 49 und 60 Gesamtpunkten, und ligaweit fielen in den ersten beiden Wochen im Schnitt rund 45 Punkte pro Spiel. Gegen einen Angriff, der in dieser Saison jede Woche mehr als 30 Punkte erzielt hat, braucht Miami selbst nicht viele Touchdowns, damit die Marke fällt. Deshalb ist Über 44,5 Gesamtpunkte der zweite Tipp für dieses Spiel.
Fazit und Prognose zum Spiel in Miami
Kansas City reist als die klar stärkere Mannschaft nach Florida. Der Angriff hat mit Walker ein Laufspiel, das die Verteidigung nach vorn zieht, und Mahomes nutzt den Raum dahinter. Miami steht mit einem neuen Trainerstab, einem neuen Quarterback und vielen Rookies noch am Anfang, und die Verteidigung hat gegen keinen der beiden bisherigen Gegner eine Antwort gefunden.
Zu erwarten ist ein Spiel, in dem Kansas City früh über Walker und kurze Pässe Tempo aufnimmt und Miami über Achane dagegenhält, solange es knapp bleibt. Kippen dürfte das Spiel, sobald die Chiefs zwei Angriffe in Folge mit Touchdowns beenden und Miami werfen muss. Die Prognose lautet auf einen deutlichen Sieg Kansas Citys in einem Spiel mit vielen Punkten, in dem Walker auch als Passempfänger gebraucht wird und beide Tipps aufgehen.



