Kein Team der NFL gewinnt bisher mehr Raum als die Los Angeles Rams, und trotzdem stehen sie nach drei Spielen bei 1-2. In Denver gaben sie eine Führung von 16:0 zur Pause noch aus der Hand, zum Auftakt in Melbourne kamen sie gegen San Francisco nur auf sieben Punkte. Die Philadelphia Eagles haben zwei knappe Siege geholt, gingen am Montagabend in Chicago aber 7:27 unter, gegen den dritten Quarterback der Bears. Am 4. Oktober empfangen sie die Rams, gegen die sie die letzten drei Duelle gewonnen haben. Offen ist, ob Philadelphias Defense wieder so dicht steht und ob der eigene Angriff nach dem Abend in Chicago zurückfindet.
Termin, Bilanz und Zahlen vor dem Spiel in Philadelphia
Gespielt wird am Sonntag, 4. Oktober 2026, um 19:00 Uhr deutscher Zeit im Lincoln Financial Field. Die Eagles haben eine kurze Woche hinter sich, weil ihr Spiel in Chicago erst am Montagabend stattfand, und reisen danach für Woche 5 nach London. Die Rams kommen aus Denver, wo sie am Sonntagabend spielten, und hatten schon den Saisonstart in Australien zu bewältigen.
Beide Mannschaften kommen aus einer starken Vorsaison. Die Rams gewannen 2025 zwölf von 17 Spielen, erzielten mit 518 Punkten die meisten der Liga und scheiterten erst im NFC Championship Game mit 27:31 in Seattle. Die Eagles gewannen ihre Division mit einer Bilanz von 11-6 und schieden in der Wild Card Round zu Hause mit 19:23 gegen San Francisco aus. Drei Spiele der neuen Saison sagen deshalb weniger über beide Teams als diese 17, sie zeigen aber, wo es gerade hakt.
Saison 2026 nach drei Spielen | Philadelphia Eagles | Los Angeles Rams |
|---|---|---|
Punkte je Spiel | 18,3 | 20,3 |
Zugelassene Punkte je Spiel | 23,0 | 21,0 |
Yards je Spiel | 317,3 | 428,7 |
Passing Yards netto je Spiel | 191,7 | 284,0 |
Rushing Yards je Spiel | 110,7 | 133,7 |
Yards pro Lauf | 4,4 | 5,0 |
Sacks gegen den eigenen Quarterback | 8 | 5 |
Ballverluste | 5 | 6 |
Ballgewinne | 0 | 3 |
Zugelassene Passing Yards netto je Spiel | 193,0 | 171,3 |
Zugelassene Rushing Yards je Spiel | 127,3 | 101,3 |
Philadelphia Eagles: solide Defense, wenig Ertrag im Passspiel
Die Stärke der Eagles liegt wie schon 2025 in der Defensive. Jayden Daniels kam gegen sie auf 164 Passing Yards, Cam Ward auf 183, und auch Case Keenum, der in Chicago seinen ersten Start seit fast drei Jahren machte, blieb bei 247. Auch wenn die drei Quarterbacks nicht gerade zu den besten Werfern in der NFL gehören, war die Leistung der Defensive in diesem Spiel solide. In der Vorsaison ließ Philadelphia im Schnitt 189,8 Yards netto durch die Luft zu und insgesamt nur 325 Punkte. Große Räume gibt diese Defense selten her.
Was ihr in dieser Saison fehlt, sind Druck auf den Quarterback und Ballgewinne. Drei Sacks in drei Spielen sind wenig, Keenum musste in Chicago kein einziges Mal zu Boden. Einen Fumble oder eine Interception hat Philadelphia noch nicht erzwungen, als einziges Team der Liga ohne Ballgewinn. Gegen den Lauf ließ die Defense in allen drei Spielen zwischen 122 und 132 Rushing Yards zu, was ebenfalls kein guter Wert ist.
Im Angriff bringt das Passspiel zu wenig ein. Mit 191,7 Yards netto pro Spiel liegen die Eagles auf Rang 24, und Jalen Hurts steht nach drei Spielen bei fünf Touchdown-Pässen und drei Interceptions. Nach dem Abgang von A.J. Brown trägt DeVonta Smith die Hauptlast, in Tennessee fing er zehn Pässe für 117 Yards. Wie schnell der Angriff stockt, zeigte der Abend in Chicago: 248 Yards, zwei geschaffte von neun Third Downs, drei Ballverluste und ein einziger Touchdown, erzielt mit dem Ablauf der ersten Halbzeit. Dazu kamen acht Sacks gegen Hurts in drei Spielen. Verlässlicher ist Saquon Barkley, der gegen Washington auf 83 und in Chicago auf 82 Rushing Yards kam, jeweils mit 15 Läufen.
Los Angeles Rams: die meisten Yards der Liga
Gemessen am Raumgewinn hat die NFL derzeit keinen besseren Angriff. Mit 428,7 Yards pro Spiel liegen die Rams auf Rang 1, beim Passspiel mit 284,0 Yards netto auf Rang 2 und beim Laufspiel auf Rang 7. Kyren Williams und Blake Corum teilen sich die Läufe, gegen die Giants kam Williams auf 85 und Corum auf 79 Rushing Yards. Gegen New York standen am Ende 481 Yards und ein 28:6, in Denver sogar 482 Yards.
Umso auffälliger ist, wie wenig daraus wird: 20,3 Punkte pro Spiel bedeuten nur Rang 20. Nur gut jeder zweite Besuch in der Red Zone endet mit einem Touchdown, und in jedem Spiel verloren die Rams zweimal den Ball. In Denver kam alles zusammen. Zur Pause führte Los Angeles 16:0, doch von vier Drives in die Red Zone endete nur einer mit einem Touchdown, Harrison Mevis musste viermal per Field Goal punkten, und 13 Strafen kosteten 91 Yards. Talanoa Hufanga fing 4:49 Minuten vor Schluss eine Interception und trug sie 66 Yards zur ersten Führung der Broncos zurück, mit dem letzten Spielzug fing er erneut einen Pass von Stafford in der Endzone ab. Beim 7:27 in Melbourne gegen San Francisco hatte der Angriff dagegen kaum Raum gewonnen, nur 290 Yards standen am Ende.
Die Defense der Rams ist bisher solide, ohne zu glänzen. Sie ließ 171,3 Passing Yards netto und 21,0 Punkte pro Spiel zu, die Giants hielt sie bei sechs Punkten. Druck auf den Quarterback erzeugt sie aber kaum, nach drei Spielen stehen wie bei den Eagles nur drei Sacks zu Buche. Das hat auch mit Myles Garrett zu tun, der seit dem Auftakt fehlt und am Knie operiert wurde.
Wie haben sich beide Kader seit der letzten Saison verändert?
Die Rams haben vor allem die Defense mit großen Namen verstärkt. Im März kam Cornerback Trent McDuffie per Trade aus Kansas City, im Juni folgte Myles Garrett aus Cleveland, der 2025 mit 23 Sacks den Rekord der NFL für eine Saison aufstellte. Dafür gaben die Rams unter anderem Jared Verse und einen Pick der ersten Runde 2027 ab. Aaron Donald, nach der Saison 2023 zurückgetreten, ist wieder im Kader. Im Draft nahm Los Angeles an Position 13 Quarterback Ty Simpson aus Alabama und in der zweiten Runde Tight End Max Klare. Im Angriff blieb der Kern um Stafford, Davante Adams, Puka Nacua und Kyren Williams zusammen, nur der Offensive Coordinator ist neu: Mike LaFleur wurde Head Coach in Arizona, seinen Posten übernahm Nathan Scheelhaase.
Bei den Eagles ist die Lage im Angriff eine andere. A.J. Brown ging im Juni per Trade nach New England, als Ersatz kamen Dontayvion Wicks per Trade aus Green Bay, Marquise „Hollywood“ Brown aus Kansas City und in der ersten Runde des Drafts Makai Lemon von der USC an Position 20. Dazu kommt ein weiterer Wechsel auf der Position des Offensive Coordinators, Sean Mannion ist der fünfte in fünf Jahren. Auch Jeff Stoutland, der die Offensive Line seit 2013 betreut hatte, ist nicht mehr dabei. In der Defense verlor Philadelphia Reed Blankenship, Nakobe Dean, Jaelan Phillips und Sydney Brown. Neu sind Cornerback Riq Woolen aus Seattle und Jonathan Greenard, der per Trade aus Minnesota kam und in Chicago nach einer Verletzung am Brustmuskel sein Debüt gab.
Philadelphia Eagles vs. Los Angeles Rams Tipps
Die Über-Wette gewinnt, wenn Stafford im Spiel auf mindestens 253 Passing Yards kommt; wegen der halben Vorgabe kann sie nicht genau auf der Grenze enden. In zwei seiner drei Saisonspiele lag er darüber, im Schnitt kommt er 2026 auf 290,7 Yards und wirft 37 Pässe pro Spiel. Das passt zu einem Angriff, der sein Spiel vor allem über die Pässe aufbaut, und der Wert hält auch über eine ganze Saison: 2025 übertraf Stafford die Marke in 11 von 17 Spielen der Regular Season und in allen drei Spielen der Playoffs, am Ende standen 4.707 Yards und 46 Touchdowns.
Auch das Spiel in Philadelphia bietet ihm, was er für diese Marke braucht. Die Rams gewinnen Raum, selbst wenn Nacua fehlt: Ohne ihn warf Stafford gegen die Giants 327 und in Denver 390 Yards, weil Davante Adams mit 195 und 137 Yards die Lücke füllte und Konata Mumpfield und Higbee weitere Anspielstationen boten. Kehrt Nacua zurück, der im letzten Duell mit den Eagles elf Pässe für 112 Yards fing, bekommt Stafford einen zweiten Receiver dieser Klasse dazu. Die Probleme der Rams in der Red Zone schaden dem Tipp nicht, denn auch ein Drive, der mit einem Field Goal endet, bringt seine Yards ein; in Denver waren es vier Field Goals und dennoch 390 Yards. Und die Eagles setzen den Quarterback kaum unter Druck, mit drei Sacks in drei Spielen und keinem einzigen gegen Keenum.
Leicht macht es ihm diese Defense trotzdem nicht: Kein Quarterback kam 2026 gegen sie über 252,5 Yards, und im Duell vor einem Jahr blieb Stafford bei 196. In Philadelphia hat er die Marke aber auch schon klar übertroffen, mit 324 Yards in der Divisional Round im Januar 2025. Weil Stafford in dieser Saison viel wirft, Adams in Form ist und die Rams auf einen Pass Rush treffen, der bisher kaum Sacks erzielt, halte ich die Marke von 252,5 Passing Yards auch in diesem Spiel für erreichbar.
Fazit: Wie läuft das Spiel in Philadelphia?
Das Spiel dürfte sich an der Frage entscheiden, welcher Angriff seine Schwäche besser in den Griff bekommt. Die Rams bewegen den Ball gegen fast jeden Gegner, verlieren ihn aber zu oft und lassen in der Red Zone Punkte liegen. Die Eagles haben mit Barkley ein Laufspiel, auf das sie sich stützen können, doch ohne A.J. Brown hängt das Passspiel stark an Smith, und die Offensive Line muss ohne Dickerson auskommen.
Lange eng dürfte es trotzdem bleiben, wie in beiden Duellen zuvor in Philadelphia. Weil die Defense der Eagles in dieser Saison noch keinen Ball erobert hat, dürften die Rams ihre Drives aber häufiger zu Ende bringen als in Denver. Die Prognose lautet auf einen knappen Sieg der Rams mit wenigen Punkten Vorsprung, getragen von einem Passspiel, das in diesem Duell mehr Raum gewinnt als das der Eagles.