Green Bay kommt mit einem mühsamen Sieg zum ersten Heimspiel, Atlanta mit einer deutlichen Niederlage und einer offenen Frage auf der Quarterback-Position. Wenn die Packers am dritten NFL-Spieltag die Falcons empfangen, müssen beide ihre Offensive verbessern. Green Bay kämpft mit Strafen und neuen Verletzungen, Atlanta mit Ballverlusten und bislang wenigen Punkten. Im Lambeau Field wird sich zeigen, ob die Packers nach dem Erfolg bei den Jets konstanter spielen können – und wie viel Entlastung Bijan Robinson seinen Quarterbacks verschafft. Kickoff ist am 25. September um 02:15 Uhr deutscher Zeit.
Green Bay Packers: Die Defense rettet den ersten Sieg
Beim 20:17 nach Verlängerung gegen die Jets brauchte Green Bay lange, um offensiv ins Spiel zu finden. Jordan Love brachte 16 seiner 29 Pässe für 145 Yards an. Insgesamt erreichten die Packers nur 199 Yards Raumgewinn, die Jets dagegen 285. Selbst der späte Ausgleich benötigte Hilfe der Special Teams: Skyy Moores Punt Return über 63 Yards brachte den Angriff in eine günstige Position. Der erste Saisonsieg verdeckt deshalb einen schwachen Auftritt der Offensive.
Die Defense hatte deutlich mehr Anteil am Erfolg. Sie hielt Breece Hall bei 29 Yards aus 16 Läufen, stoppte einen vierten Versuch der Jets und begann die Verlängerung mit zwei Sacks, bei denen der Quarterback vor dem Pass hinter der Line of Scrimmage gestoppt wurde. Lukas Van Ness verbuchte insgesamt 1,5 Sacks. Gegen Atlanta wäre eine ähnliche Leistung wertvoll: Gelingt es, Robinsons Läufe zu begrenzen, muss der zuletzt fehlerhafte Passangriff der Falcons mehr Verantwortung übernehmen. Allerdings fing Hall auch fünf Pässe für 63 Yards. Einen Runningback als Passempfänger zu verteidigen, bleibt somit eine eigene Aufgabe.
Dass Green Bay selbst große Raumgewinne erzielen kann, zeigte das 22:39 zum Auftakt in Minnesota. Love warf für 387 Yards, Christian Watson fing sechs Pässe für 147 Yards und zwei Touchdowns. Doch die Packers verloren im Schlussviertel eine 22:17-Führung. Strafen verlängerten einen gegnerischen Drive, danach kamen Ballverluste unter Druck hinzu. Die zwölf Strafen gegen Minnesota und die weiteren 14 gegen die Jets ergeben ein konkretes Problem: Green Bay nimmt sich Raumgewinn und schenkt dem Gegner zusätzliche Möglichkeiten. Gegen Atlanta braucht es sowohl besseren Schutz für Love als auch weniger solcher Fehler.
Falcons: Robinson kann die Probleme im Passspiel nicht allein lösen
Atlanta verlor zunächst 13:20 in Pittsburgh und anschließend 3:34 gegen Carolina. In diesen beiden Pflichtspielen erzielten die Falcons zusammen nur 16 Punkte. Cooper Rush warf jeweils zwei Interceptions. Gegen die Panthers wurde er nach 86 Passing Yards durch Jack Strand ersetzt, dessen erster Pass ebenfalls abgefangen und zum Touchdown zurückgetragen wurde. Atlanta verlor damit erneut einen Ballbesitz, aus dem unmittelbar gegnerische Punkte entstanden.
Atlanta muss sich vor allem auf Bijan Robinson stützen. Gegen Pittsburgh gewann er mit Läufen und gefangenen Pässen 173 Yards bei 29 Ballkontakten. Gegen Carolina waren es noch 81 Yards bei 20 Ballkontakten. Seine Vielseitigkeit ist für diese Begegnung relevant: Green Bay verteidigte Halls Läufe gut, ließ ihn als Passempfänger aber zu Raumgewinn kommen. Für Atlanta bieten kurze Pässe auf Robinson deshalb eine plausible Möglichkeit, den Angriff voranzubringen. Sie lösen allerdings nicht die Frage, wer den Ball zuverlässig verteilt. Wenn die Offensive weitestgehend über eine Person läuft, macht sie das leicht ausrechenbar.
Die Falcons-Defense hielt Pittsburgh häufig bei dritten Versuchen auf: Die Steelers verwerteten nur drei von 13, Za'Darius Smith gelangen zwei Sacks. Gegen Carolina ließ die Passverteidigung dagegen 287 Passing Yards und drei Touchdowns von Bryce Young ohne Interception zu. Die 34 Gegenpunkte darf man trotzdem nicht vollständig der Defense zuschreiben, weil ein Touchdown unmittelbar nach einem abgefangenen Pass fiel. Smiths Druck auf den Quarterback ist auch für die nächste Begegnung interessant: Die Packers hatten schon vor den jüngsten Verletzungen Schwierigkeiten, Love vor Druck zu schützen.
Die letzten Pflichtspiele beider Teams
Die aktuelle Einschätzung beruht auf den beiden Auftaktspielen der Regular Season. Für eine stabile Aussage über die gesamte Saison ist diese Stichprobe zu klein; die konkreten Probleme bei Ballverlusten und Strafen sind bereits erkennbar.
Team | Datum vor Ort | Partie | Ergebnis aus Teamsicht |
|---|---|---|---|
Green Bay Packers | 20.09.2026 | bei New York Jets | 20:17 nach Verlängerung |
Green Bay Packers | 13.09.2026 | bei Minnesota Vikings | 22:39 |
Atlanta Falcons | 20.09.2026 | gegen Carolina Panthers | 3:34 |
Atlanta Falcons | 13.09.2026 | bei Pittsburgh Steelers | 13:20 |
Verletzungen und kurze Vorbereitung
Green Bay muss nach dem Spiel bei den Jets mehrere Verletzungen in der Offensive bewerten. Jayden Reed verletzte sich am Nacken, Right Tackle Zach Bako-Bewele am Knie, Aaron Banks am Zeh und Donovan Jennings an der Hand. Matt LaFleur äußerte bei Bako-Bewele die Sorge vor einem längeren Ausfall. Für den Passschutz ist die Häufung in der Offensive Line besonders ungünstig. Eine endgültige Liste der Ausfälle gegen Atlanta steht noch aus.
Bei den Falcons fehlten zuletzt Tua Tagovailoa und Michael Penix Jr.; wer gegen Green Bay als Quarterback beginnt, ist offen. Eine Rückkehr würde die Grundlage verändern, auf der die beiden bisherigen Spiele bewertet werden. A.J. Terrell und Samson Ebukam konnten gegen Carolina verletzt nicht weiterspielen. Da'Shawn Hand fällt für den Rest der Saison aus. Chris Lindstrom war dagegen nach dem Gehirnerschütterungsprotokoll wieder verfügbar. Die Falcons sind somit ebenfalls angeschlagen, ohne dass jeder im letzten Spiel verletzte Spieler schon als Ausfall für Donnerstag feststeht.
Beide Mannschaften haben nach ihrem Sonntagsspiel nur eine kurze Vorbereitung. Green Bay musste zusätzlich in die Verlängerung und kehrte aus New York zurück; Atlanta reist zum nächsten Spiel nach Wisconsin. Gerade für die Packers bleibt wenig Zeit, mögliche Umbesetzungen vor Love einzuspielen.
Packers vs. Falcons Tipps
Der Tipp für diese Partie ist eine Handicap Wette auf einen Sieg der Green Bay Packers −6,5 Punkte: Die Packers müssen mit mindestens sieben Punkten Vorsprung gewinnen. Dafür spricht vor allem die Begegnung ihrer zuletzt wirksamen Laufverteidigung mit einer Falcons-Offensive, die in zwei Spielen nur 16 Punkte erzielte und wiederholt durch Interceptions Ballbesitz verlor. Begrenzt Green Bay Robinsons Läufe ähnlich wie zuletzt jene von Hall, erhöht sich der Druck auf Atlantas noch ungeklärte Quarterback-Besetzung.
Die Packers haben mit Love und Watson zugleich gezeigt, dass sie durch Pässe große Raumgewinne erzielen können. Daraus ergibt sich die sportliche Erwartung, dass Green Bay mehr erfolgreiche Angriffe abschließt und sich einen ausreichenden Vorsprung erarbeitet. Der Tipp verlangt allerdings eine Verbesserung gegenüber dem Jets-Spiel: Dort reichten 199 Yards Raumgewinn erst nach Verlängerung zu drei Punkten Vorsprung. Die Verletzungen in der Offensive Line, Reeds Verletzung und die vielen Strafen sprechen gegen die Annahme eines problemlosen Heimsiegs.
Ich denke jedoch, dass sich die Packers in diesem Spiel stabilisieren werden. Vor allem gegen die Falcons, die bislang sehr schlecht ausgesehen haben. Die starke Packers Defensive wird sie zu vielen Fehlern zwingen, was die Offensive der Packers immer wieder in gute Positionen bringen wird. Deswegen rechne ich hier mit einem deutlichen Heimsieg der Green Bay Packers.
Fazit und Spielprognose
Die sportliche Prognose fällt zugunsten von Green Bay aus. Am ehesten ist ein Spiel zu erwarten, in dem die Packers über ihre Defense zu zusätzlichen Chancen kommen, während Atlanta viele Angriffe über Robinson entwickeln muss. Für einen deutlichen Vorsprung braucht Green Bay jedoch längere erfolgreiche Ballbesitzphasen als gegen die Jets. Kann Atlanta Love unter Druck setzen und die eigenen Ballverluste reduzieren, dürfte die Begegnung enger werden.



