Trevor Lawrence soll Jacksonville nach der Niederlage in Denver wieder zu mehr Punkten führen. Drake Maye reist mit einem Sieg an, hat aber weiterhin Probleme mit Ballverlusten. Wenn die Jaguars und Patriots am Sonntag aufeinandertreffen, müssen deshalb beide Quarterbacks zeigen, wie sie auf die Schwächen der vergangenen Spiele reagieren. Jacksonville sucht die offensive Präzision seines Heimauftakts; New England braucht neben der starken Defensive auch verlässlichere Angriffe.
Die bisherigen Spiele: Beide Teams mit einem Sieg
Jacksonville empfängt New England am dritten NFL-Spieltag im EverBank Stadium. Anstoß ist am Sonntag, dem 27. September, um 19 Uhr deutscher Zeit. Beide Mannschaften haben bislang einen Sieg und eine Niederlage. Für die aktuelle Einschätzung sind vor allem die unterschiedlichen Verläufe dieser Spiele aufschlussreich: Jacksonville überzeugte gegen Cleveland, verlor in Denver aber nach einer anfänglichen Führung. New England musste zunächst eine ähnliche Niederlage in Seattle verarbeiten und gewann anschließend gegen Pittsburgh.
Datum | Begegnung | Ergebnis |
|---|---|---|
09.09.2026 | Seattle Seahawks – New England Patriots | 13:10 |
13.09.2026 | Jacksonville Jaguars – Cleveland Browns | 34:10 |
20.09.2026 | New England Patriots – Pittsburgh Steelers | 20:3 |
20.09.2026 | Denver Broncos – Jacksonville Jaguars | 20:13 |
Jacksonville: Vielseitiges Passspiel, Probleme in Denver
Trevor Lawrence verteilte beim Sieg gegen Cleveland seine vier Touchdownpässe auf vier verschiedene Empfänger. Parker Washington, Josh Cameron, Jakobi Meyers und Brenton Strange punkteten nach seinen Zuspielen. Mit 18 angekommenen Pässen bei 23 Versuchen und 245 Yards spielte Lawrence präzise und ohne Interception. Dazu kamen 127 Yards durch Läufe. Jacksonville konnte den Ball auf unterschiedliche Weise bewegen und musste seine Angriffe nicht auf einen einzelnen Receiver ausrichten.
Washington blieb auch in Denver anspielbar und fing sieben Pässe für 98 Yards. Für die gesamte Offensive reichte das jedoch nur zu 268 Yards, davon 115 nach der Pause. Lawrence blieb ohne Touchdownpass und warf eine Interception, nach der Denver ausglich. Aus der zwischenzeitlichen 13:3-Führung wurde eine 13:20-Niederlage. Besonders schwer wogen ungenutzte Chancen: Brian Thomas Jr. ließ einen wichtigen Pass fallen, LeQuint Allen konnte nahe der Endzone einen Ball nicht festhalten. Aus dem ersten Angriff nach der Pause entstand dadurch nur ein Field Goal.
Die Defensive schwankte ebenfalls deutlich. Nach fünf Sacks gegen Cleveland gelang in Denver keiner. Die Broncos kamen auf 392 offensive Yards und fünf erfolgreiche Pässe über mindestens 20 Yards. Trainer Liam Coen bemängelte, dass Denver die Absicht der Jaguars erkannt hatte, zusätzliche Verteidiger auf den Quarterback anzusetzen, und die Blocks entsprechend anpasste. Für das Duell mit Maye braucht Jacksonville wirksameren Druck. Bekommt dieser ähnlich viel Zeit, können die bereits in Denver sichtbaren Lücken erneut gefährlich werden.
New England: Die Defensive trägt, Maye bleibt fehleranfällig
Die Patriots hielten Pittsburgh bei drei Punkten und 3,5 Yards pro Spielzug. Vier Sacks und zwei erzwungene Ballverluste verhinderten, dass Aaron Rodgers längere erfolgreiche Angriffe aufbauen konnte. Christian Barmore schlug ihm bei einem Sack den Ball heraus; Elijah Ponder nahm ihn auf und lief zum Touchdown. New England gewann damit deutlich, obwohl die eigene Offensive nur 13 Punkte beisteuerte.
Das größte Problem bleibt Mayes Umgang mit Druck und engen Situationen. In Seattle warf er im Schlussviertel drei Interceptions, nachdem New England mit 10:0 geführt hatte. Gegen Pittsburgh kam ein weiterer abgefangener Pass hinzu. Solche Fehler beenden eigene Angriffe und können dem Gegner günstige Ausgangspositionen verschaffen. Jacksonville hatte gegen Cleveland bereits gezeigt, dass es Ballverluste erzwingen kann.
Mit TreVeyon Henderson gibt es zugleich einen Grund, der Offensive mehr zuzutrauen. Nach seinem verletzungsbedingt verpassten Auftakt erlief er gegen Pittsburgh 76 Yards bei 16 Versuchen, darunter einen Touchdown über 39 Yards. Ein wirksames Laufspiel kann die Jaguars dazu bringen, zusätzliche Verteidiger näher an der Linie einzusetzen. Das würde Maye Möglichkeiten für tiefe Pässe eröffnen. Romeo Doubs fing gegen Pittsburgh drei Zuspiele für 96 Yards, eines davon über 63 Yards. Große Raumgewinne sind also möglich; zuletzt unterbrachen Fehler aber zu viele vielversprechende Angriffe.
Ausfälle und offene Personalfragen
A.J. Brown fehlt New England wegen seiner Knöchelverletzung. Der Receiver steht auf Injured Reserve und muss mindestens vier Spiele aussetzen. Doubs und die übrigen Passempfänger müssen seinen Ausfall auffangen. Bei Mike Onwenu kommt eine Verletzung am Knöchel hinzu: Der Right Guard musste gegen Pittsburgh vom Feld, Greg Van Roten ersetzte ihn. Für Mayes Schutz ist das eine weitere Unsicherheit.
Carlton Davis III fehlte zuletzt mit Nackenproblemen. Während des Pittsburgh-Spiels verletzten sich außerdem Dre’Mont Jones, Dell Pettus, Craig Woodson und Eli Raridon. Ihre endgültigen Einsatzentscheidungen für Jacksonville stehen noch aus. Diese offenen Fälle betreffen auch die Einschätzung, wie gut New England Lawrences Passspiel verteidigen kann.
Jacksonville Jaguars - New England Patriots Tipps
Tipp 1: Sieg New England Patriots. Für die Gäste spricht vor allem ihre zuletzt wirksame Defensive. Die Jaguars fanden in Denver nach der Pause kaum noch zu erfolgreichen Angriffen; New England hat mit seinem Druck auf den Quarterback gute Voraussetzungen, Lawrence erneut unter Druck zu setzen. Hendersons Rückkehr gibt den Patriots zudem eine Möglichkeit, Maye zu entlasten. Bleibt Jacksonvilles Druck auf den Quarterback so gering wie zuletzt, sind auch längere Pässe auf Doubs aussichtsreich. Für den Auswärtssieg muss Maye allerdings sorgfältiger mit dem Ball umgehen. Ich erwarte jedoch eine bessere Leistung von ihm, da sie an den ersten zwei Spieltagen gegen sehr gute Defensivreihen auflaufen mussten. Auch wenn die Defensive der Jaguars durchaus ihre Stärken hat, denke ich, besser aussehen wird als noch in den ersten Spielen.
Tipp 2: Unter 45,5 Gesamtpunkte. Die Wette gewinnt bei höchstens 45 Punkten beider Teams zusammen. Dafür sprechen New Englands bisher geringe offensive Ausbeute und die Schwierigkeiten der Jaguars, ihre Angriffe in Denver nach der Pause erfolgreich abzuschließen. In den vier bisherigen Spielen beider Mannschaften fielen 23, 44, 23 und 33 Punkte. Das unterstützt die Einschätzung, bleibt nach jeweils zwei Auftritten aber eine kleine Stichprobe. Gegen die Unter-Wette sprechen Jacksonvilles starke Offensive gegen Cleveland und die zuletzt möglichen großen Raumgewinne auf beiden Seiten. Auch Ballverluste sind dafür kein verlässlicher Vorteil: Sie können dem Gegner kurze Wege zur Endzone oder direkte Punkte bringen, wie Ponders Touchdown gegen Pittsburgh zeigte. Insgesamt ist ein Spiel mit begrenzter offensiver Ausbeute derzeit wahrscheinlicher als ein offener Schlagabtausch.
Fazit und Spielprognose
Die Prognose ist ein knapper Auswärtssieg New Englands in einem Spiel mit eher wenigen Punkten. Die zuletzt starke Defensive gibt den Patriots dafür die Grundlage und Hendersons Rückkehr verbessert ihre Möglichkeiten im Laufspiel. Von Maye ist vor allem ein geduldiger Auftritt gefragt, damit die Gäste ihre Angriffe verlässlicher abschließen.



