Cincinnati kommt mit zwei Siegen nach Pittsburgh. Die Steelers müssen nach der Niederlage in New England vor allem im Angriff eine Antwort finden, nachdem dieser gegen die Patriots komplett harmlos war. Am dritten Spieltag der NFL treffen damit zwei Teams aufeinander, deren bisherige Ergebnisse sehr unterschiedliche Fragen aufwerfen: Wie viel kann Pittsburghs Abwehr auffangen, solange Aaron Rodgers und seine Mitspieler kaum Touchdowns erzielen? Und wie gut schützt Cincinnati Joe Burrow gegen den Druck der Steelers? Das Duell im Acrisure Stadium beginnt am Sonntag, 27. September, um 19:00 Uhr deutscher Zeit.

Pittsburgh Steelers: Die Abwehr hält das Team im Spiel

Beim 20:13 zum Auftakt gegen Atlanta hatte Pittsburgh seine stärksten Momente in der Defensive. T.J. Watt erzielte zwei Sacks und trug eine Interception über 35 Yards zum Touchdown zurück. Der Angriff kam durch Pat Freiermuth in die Endzone, brachte aber nur drei von 13 dritten Versuchen zu einem neuen First Down. Die Steelers hatten bereits beim Sieg Schwierigkeiten, ihre Angriffe fortzusetzen.

In New England verschärfte sich dieses Problem. Beim 3:20 blieb Pittsburgh ohne Touchdown, Rodgers beendete die Partie mit 187 Yards und einer Interception. Besonders deutlich wird die fehlende Durchschlagskraft an den längeren Spielzügen: Von 67 offensiven Spielzügen brachte nur einer mindestens 20 Yards. Jaylen Warren gelang dieser Raumgewinn nach einem kurzen Pass.

Pittsburgh fehlten damit die größeren Fortschritte, die einen Angriff schnell in eine gute Position zum Punkten bringen. Das hat gleich mehrere Gründe. Die Offensive Line der Steelers sah weder bei dem beim Beschützen des Quarterbacks noch bei den Laufspielzügen wirklich gut aus.. Das sorgt dafür, dass viel mehr Druck auf dem Passspiel rund um Aaron Rodgers liegt. Und dort gibt es auch Probleme. Wide Receiver D.K. Metcalf hatte wiederholt Probleme damit, einfache Bälle zu fangen, was die Steelers in wichtigen Momenten zusätzlich zurückgeworfen hat.

Die Defensive erzwang auch gegen die Patriots zwei Ballgewinne und verbuchte drei Sacks. Das ist für die Begegnung mit Cincinnati ein konkreter Ansatz: Pittsburgh kann Burrow unter Druck setzen und versuchen, den eigenen Angriff durch Ballgewinne zu entlasten. Allerdings fand Atlanta mit Bijan Robinson bereits einen Weg zu beträchtlichem Raumgewinn. Seine 173 Yards aus Lauf- und Passspiel zeigen, weshalb sich Pittsburgh trotz der starken Einzelaktionen von Watt nicht allein auf die Abwehr verlassen kann.

Cincinnati Bengals: Burrow hat mehrere gefährliche Anspielstationen

Cincinnati gewann zunächst 33:27 gegen Tampa Bay und anschließend 20:6 in Houston. Zum Auftakt half die Abwehr mit erzwungenen Fumbles in drei aufeinanderfolgenden gegnerischen Ballbesitzen. Demetrius Knight Jr. erzielte nach einem davon selbst einen Touchdown. Die hohe Punktzahl entstand also auch durch Ballgewinne und günstige Ausgangspositionen für den Angriff.

Gegen Houston überzeugte vor allem die Verbindung zwischen Burrow, Chase und Higgins. Ja’Marr Chase fing sieben Pässe für 75 Yards und beide Touchdowns; Tee Higgins steuerte mit fünf Catches weitere 95 Yards bei. Für Pittsburgh erschwert das die Aufgabe: Auch wenn die Abwehr Chase gut verteidigt, hat Burrow mit Higgins eine gefährliche Alternative. Schon gegen Tampa Bay hatte außerdem Tight End Mike Gesicki mit 78 Yards gezeigt, dass Burrow auch abseits von Chase und Higgins produktive Anspielstationen hat.

Eine Schwachstelle blieb in Houston der Schutz des Quarterbacks: Burrow wurde fünfmal gesackt. Genau dort bietet sich den Steelers eine Gelegenheit, Angriffe zu unterbrechen, bevor Chase oder Higgins größere Raumgewinne erzielen. Cincinnati wiederum ließ Houston nur 60 Laufyards und keinen Touchdown zu. Für Pittsburghs zuletzt wenig produktiven Angriff ist das eine anspruchsvolle Aufgabe. Nach jeweils zwei Partien lässt sich daraus noch keine verlässliche Bewertung für die gesamte Saison ableiten, wohl aber eine klare Aufgabe für Sonntag: Cincinnati muss Burrow besser schützen, Pittsburgh seine Angriffe länger aufrechterhalten.

Der direkte Vergleich zwischen Steelers und Bengals

In den beiden direkten Duellen der vergangenen Saison gewann jeweils das Heimteam: Cincinnati mit 33:31, Pittsburgh mit 34:12. Dabei fielen insgesamt 64 und 46 Punkte. Während die Begegnung in Cincinnati knapp ausging, setzte sich Pittsburgh zu Hause deutlich durch. Burrow fehlte in beiden Spielen verletzungsbedingt. Mit ihm als Quarterback geht Cincinnati diesmal unter anderen personellen Voraussetzungen in das Duell.

Datum

Heimteam

Gastteam

Ergebnis

16.11.2025

Pittsburgh Steelers

Cincinnati Bengals

34:12

16.10.2025

Cincinnati Bengals

Pittsburgh Steelers

33:31

04.01.2025

Pittsburgh Steelers

Cincinnati Bengals

17:19

01.12.2024

Cincinnati Bengals

Pittsburgh Steelers

38:44

23.12.2023

Pittsburgh Steelers

Cincinnati Bengals

34:11

Pittsburgh Steelers - Cincinnati Bengals Tipps

Wett-Tipps Steelers - Bengals
NFL
01
Über 42,5 Gesamtpunkte 1,90
02
Jaylen Warren erzielt einen Touchdown 1,9

1. Tipp: Über 42,5 Gesamtpunkte

Meine erste Empfehlung für diese Partie ist eine Over-Wette auf über 42,5 Gesamtpunkte. Den stärksten Ansatz liefert Cincinnatis Passspiel. In Houston fing Chase beide Touchdowns, während Higgins mit 95 Yards ebenfalls erheblich zum Raumgewinn beitrug. Burrow konnte damit über mehrere Receiver erfolgreiche Angriffe aufbauen. Gegen Pittsburgh wäre das besonders dann wertvoll, wenn die Steelers viel Aufmerksamkeit auf Chase richten: Higgins hat zuletzt gezeigt, dass er ebenfalls größere Fortschritte ermöglichen kann. Gesickis Leistung gegen Tampa Bay ergänzt diese Auswahl an Anspielstationen. Der Tipp setzt darauf, dass Cincinnati diese Möglichkeiten erneut nutzt und trotz Pittsburghs Druck auf Burrow zu Touchdowns kommt.

Aufseiten der Steelers muss mehr zusammenkommen als zuletzt in New England. Ein möglicher Beitrag sind die Ballgewinne der Defensive: Gegen die Patriots eroberte Pittsburgh zweimal den Ball, gegen Atlanta erzielte Watt nach einer Interception sogar selbst einen Touchdown. Solche Aktionen können eigene Punkte bringen oder Rodgers einen kürzeren Weg zur gegnerischen Endzone verschaffen. Sie sind eine zusätzliche Möglichkeit für die Gesamtpunktzahl, lassen sich aber nicht fest einplanen. Im regulären Angriff bietet Warrens Einbindung als Läufer und Passempfänger einen Ansatz, um wieder häufiger Raumgewinn zu erzielen.

Die beiden direkten Duelle aus 2025 endeten mit 64 und 46 Punkten und lagen jeweils über der Vorgabe. Wegen Burrows damaligem Ausfall dienen sie hier nur als Ergänzung. Ausschlaggebend ist die Erwartung, dass Cincinnati über sein Passspiel vorlegt und Pittsburgh offensiv mehr beiträgt als zuletzt, vor allem weil die Defensive der Bengals schwächer einzuschätzen ist als die der Patriots.

2. Tipp: Jaylen Warren erzielt einen Touchdown

Für einen Touchdown von Warren spricht seine Beteiligung an unterschiedlichen Spielzügen. Gegen Atlanta bekam er den Ball bei zehn Läufen und fünf Passfängen, in New England bei elf Läufen und zwei Passfängen. Er war damit in beiden bisherigen Partien als Läufer und Passempfänger eingebunden. Insgesamt entstanden daraus 150 Yards. Da die Steelers gegen die Patriots bereits früh hinten gelegen haben, bekam er vergleichsweise wenige Carries.

Gerade gegen Cincinnati ist der zweite Weg interessant. Die Bengals ließen Houston zuletzt nur 60 Laufyards zu. Sollte Pittsburgh am Boden ähnlich wenig vorankommen, kann Warren über Pässe weiterhin zum Angriff beitragen. In New England machte er aus einem kurzen Zuspiel einen Raumgewinn von 26 Yards und sorgte damit für den längsten offensiven Spielzug seines Teams. Das belegt seine Möglichkeit, auch nach dem Fang Raumgewinn zu erzielen. Für einen Touchdown wäre ein solcher Spielzug besonders aussichtsreich, wenn Pittsburgh bereits näher an der gegnerischen Endzone steht.

Auch die vergangene Regular Season liefert einen konkreten Anhaltspunkt: Warren erzielte in 16 Spielen sechs Touchdowns per Lauf und zwei nach Passfängen. Er hat also auf beiden Wegen bereits selbst Angriffe abgeschlossen. Der Tipp setzt darauf, dass Pittsburgh wieder bessere Positionen erreicht und Warren seine Beteiligung diesmal in einen Touchdown umsetzt.

Fazit und Spielprognose

Sportlich sehe ich Cincinnati leicht im Vorteil. Burrow hat mit Chase und Higgins zuletzt die überzeugenderen Angriffe zustande gebracht, während Pittsburgh erst wieder regelmäßiger zu neuen First Downs finden muss. Die Steelers können das Spiel vor allem dann offenhalten, wenn ihr Druck auf Burrow ähnlich wirksam wird wie der von Houston. Ein Spiel mit mehr Punkten als zuletzt in New England erfordert auf Pittsburghs Seite mehr erfolgreiche Pässe und längere Angriffe. Allerdings haben die Steelers in Divisional Games in den vergangenen Jahren häufig bessere Leistungen gezeigt, weshalb ich mir auch einen Sieg des Außenseiters vorstellen kann.