Zum Monday Night Football in Inglewood treffen zwei Mannschaften aufeinander, die nach einem Monat beide noch Fragen offenlassen. Die Bills erzielen unter ihrem neuen Head Coach mehr Punkte als jedes andere Team, verloren aber zuletzt zu Hause und haben Sorgen in der Secondary. Die Rams stellen eine der stärksten Defenses der Liga und machen im Angriff zu wenig aus ihrem Raumgewinn. Dazu kommen offene Personalfragen auf beiden Seiten. Wer auf dieses Spiel wetten will, muss vor allem einschätzen, ob die Defense der Rams Josh Allen bremsen kann und ob Matthew Stafford seine Pässe endlich konstant in Punkte verwandelt.
Monday Night Football in Inglewood: Termin und Ausgangslage
Gespielt wird am Montag, 12. Oktober 2026, um 17:15 Uhr Ortszeit im SoFi Stadium in Inglewood. In Deutschland fällt der Anstoß in die Nacht auf Dienstag, 13. Oktober, um 02:15 Uhr. Für beide Mannschaften ist es das fünfte Spiel der Regular Season, und für beide folgt danach eine kurze Woche: Buffalo spielt am Sonntag darauf in Las Vegas, die Rams empfangen Arizona.
Vier Spiele sind eine kleine Grundlage, zumal die Gegner das Bild verzerren. Buffalo gewann in Houston, gegen Detroit und gegen die Chargers, bevor gegen New England die erste Niederlage unter Joe Brady folgte. Die Rams verloren den Auftakt in Melbourne klar gegen San Francisco, schlugen die Giants deutlich, unterlagen in Denver knapp und holten in Philadelphia einen Rückstand von zehn Punkten im letzten Viertel auf.
Saison 2026 | Buffalo Bills | Los Angeles Rams |
|---|---|---|
Bilanz | 3-1 | 2-2 |
Punkte je Spiel | 31,75 (Rang 1) | 21,25 (Rang 19) |
Zugelassene Punkte je Spiel | 26,75 (Rang 25) | 20,75 (Rang 10) |
Yards je Spiel | 386,25 | 417,0 |
Zugelassene Yards je Spiel | 372,25 | 247,5 (Rang 2) |
Zugelassene Passing Yards je Spiel | 256,25 (Rang 27) | 145,5 (Rang 2) |
Rushing Yards je Spiel | 139,0 | 126,75 |
Ballverluste | 7 | 8 |
Sacks | 10 | 7 |
Buffalo gewinnt seine Spiele bisher über den Angriff und lässt selbst viel zu. Die Rams sind das Gegenstück: Ihre Defense hält die Gegner von der eigenen Endzone fern, ihr Angriff bewegt den Ball, macht aber zu wenig daraus.
Buffalo Bills: Allen punktet, die Cornerbacks wackeln
Der Angriff der Bills hängt an Josh Allen, im Passspiel wie am Boden. Er warf in vier Spielen sechs Touchdown-Pässe bei drei Interceptions und lief selbst siebenmal in die Endzone, in jedem der ersten drei Spiele zweimal. Fünf seiner ersten sechs Rushing Touchdowns erzielte er von innerhalb der gegnerischen 2-Yard-Linie. Das zahlt sich in der Red Zone aus, wo Buffalo aus 16 Besuchen 11 Touchdowns machte. Dazu kommt James Cook mit 421 Yards bei 6,0 Yards je Lauf, und beim Third Down kamen die Bills in 24 von 45 Versuchen weiter.
Die Schwäche des Angriffs sind Ballverluste. Gegen die Chargers gaben die Bills den Ball fünfmal her und gewannen trotzdem 24:16, gegen New England beendete eine Interception von Allen den letzten Drive. Im selben Spiel verlor Buffalo im zweiten Viertel DJ Moore, seinen Receiver Nummer eins. Keon Coleman sprang mit 116 Yards und einem Touchdown ein, während Tight End Dalton Kincaid nach 225 Yards in den ersten beiden Spielen in den beiden folgenden zusammen nur 45 sammelte.
In der Defense hat der neue Defensive Coordinator Jim Leonhard vom 4-3- auf ein 3-4-System umgestellt, in dem Greg Rousseau aufrecht vom Rand kommt. Rousseau verbuchte in jedem der ersten drei Spiele zwei Sacks, gegen New England keinen. Gegen den Pass ist Buffalo anfällig. Maxwell Hairston, der Pick der ersten Runde von 2025, ließ gegen die Patriots zwei Touchdowns von Romeo Doubs in direkter Deckung zu. Joe Brady hält trotzdem an ihm als Starter fest.
Los Angeles Rams: viele Yards, zu wenige Punkte
Die Defense ist der Grund, warum die Bilanz der Rams nicht schlechter ausfällt. Gegner kamen nur in 17 von 51 Versuchen über den Third Down, und in den letzten drei Spielen übertrafen die Rams ihren Gegner jeweils um mehr als 200 Yards. Byron Young kam in Philadelphia auf 2,5 Sacks und einen erzwungenen Fumble. Das Bild hat aber Lücken: Bei den Giants schied Starting Quarterback Jaxson Dart verletzt aus, San Francisco mit dem zweitbesten Angriff der Liga kam auf 27 Punkte, und Denver kam trotz nur 257 Yards auf 30 Punkte.
Im Angriff passt die Ausbeute nicht zum Raumgewinn. Stafford warf in vier Spielen sechs Touchdown-Pässe und ebenso viele Interceptions; in den beiden Saisons davor waren es jeweils acht Interceptions über die ganze Spielzeit. In jedem Spiel verloren die Rams zweimal den Ball, und in der Red Zone wurde nur aus 8 von 15 Besuchen ein Touchdown. Kicker Harrison Mevis traf 5 von 7 Field Goals.
Getragen wird der Angriff von zwei Spielern. Kyren Williams hat sich klar gegen Blake Corum durchgesetzt; in Philadelphia fing er zehn Pässe und erzielte die beiden Touchdowns in den letzten vier Minuten. Puka Nacua ist nach zwei verpassten Spielen wegen einer Verletzung an Hüfte und Leiste zurück. Ohne ihn fing Davante Adams die meisten Yards, 195 gegen die Giants und 137 in Denver.
Neu im Kader: Moore in Buffalo, McDuffie und Garrett bei den Rams
Buffalo hat nach dem Aus in der Divisional Round der Playoffs 2025 den Trainer gewechselt. Sean McDermott musste gehen, der bisherige Offensive Coordinator Joe Brady wurde Head Coach. Den Angriff verantwortet jetzt Pete Carmichael Jr., die Defense Jim Leonhard. Für einen Pick der zweiten Runde kam DJ Moore aus Chicago, für die Defense verpflichteten die Bills Bradley Chubb, C. J. Gardner-Johnson, Dee Alford und Mike Danna. Im Draft holten sie mit ihren ersten beiden Picks Defensive End T. J. Parker und Cornerback Davison Igbinosun, der gegen New England bereits startete. Gegangen sind unter anderem Joey Bosa, Matt Milano, Jordan Poyer und Brandin Cooks, Cornerback Taron Johnson wurde nach Las Vegas abgegeben.
Bei den Rams blieb Sean McVay, sein Offensive Coordinator Mike LaFleur wurde aber Head Coach in Arizona. Nachfolger ist Nathan Scheelhaase, bisher für das Passspiel zuständig. Die größten Wechsel gab es in der Defense: Cornerback Trent McDuffie kam per Trade aus Kansas City, Myles Garrett im Juni aus Cleveland, im Tausch gegen Jared Verse und drei Picks. Auch Cornerback Jaylen Watson spielte früher für Kansas City. Ende August kehrte Aaron Donald aus dem Ruhestand zurück und stand in seinen beiden Spielen bei 56 Prozent der Snaps der Defense auf dem Feld. Einen Sack konnte Donald bislang jedoch nicht einfahren.
Los Angeles Rams vs. Buffalo Bills Tipps
1. Tipp: Buffalo Bills über 23,5 Punkte
Der erste Wett-Tipp lautet Buffalo Bills über 23,5 Punkte, die Bills brauchen also mindestens 24 eigene Punkte. Diese Marke haben sie in allen vier Spielen dieser Saison erreicht, mit 36, 41, 24 und 26 Punkten. Selbst das Spiel gegen die Chargers mit fünf Ballverlusten brachte 24 Punkte, und gegen New England reichte es nach Moores Ausfall noch zu 26. Buffalo ist dabei nicht auf einen einzigen Weg angewiesen: Kommt Allen über das Passspiel nicht durch, tragen Cooks Läufe und Allens eigene Läufe nahe der Endzone die Drives. In der Red Zone enden die meisten Besuche der Bills mit einem Touchdown statt mit einem Field Goal.
Auch die Lage der Rams spricht für Punkte der Bills. Die Rams verlieren in jedem Spiel zweimal den Ball, und jeder Ballverlust gibt Allen einen zusätzlichen Drive. Wie teuer das wird, zeigte Denver, dessen Angriff sonst zu den schwächsten der Liga zählt: Sieben seiner 30 Punkte fielen nach einer Interception, die Talanoa Hufanga über 66 Yards in die Endzone trug. Dazu fehlt Myles Garrett, Aaron Donald ist fraglich, und mit Linebacker Landman und Safety Lake sind zwei Stammspieler angeschlagen. Auch die direkten Duelle passen ins Bild, in denen Buffalo zuletzt stets mindestens 30 Punkte erzielte.
Gegen den Pass lässt die Defense der Rams kaum Raum, und ob DJ Moore spielt, ist offen. Wie Buffalo auch ohne viel Passspiel punktet, zeigte das Spiel gegen die Chargers mit nur 174 Passing Yards, aber 176 Rushing Yards und 24 Punkten. Deshalb ist der erste Tipp eine Über-Wette auf mehr als 23 Punkte der Buffalo Bills.
2. Tipp: Puka Nacua über 89,5 Receiving Yards
Der zweite Wett-Tipp lautet Puka Nacua über 89,5 Receiving Yards, er braucht also mindestens 90 Yards aus gefangenen Pässen. In der vergangenen Regular Season fing er 1.715 Yards in 16 Spielen, im Schnitt 107,2 je Spiel, und lag neunmal über dieser Marke. Zum Saisonende lag er noch häufiger darüber, viermal in den fünf Spielen von Woche 12 bis 16, dazu zweimal in drei Spielen der Playoffs, darunter 165 Yards im NFC Championship Game. Gegen Buffalo fing er im Dezember 2024 zwölf Pässe für 162 Yards.
Bei seiner Rückkehr in Philadelphia spielte Nacua trotz der Verletzung an Hüfte und Leiste fast durch. Die Rams begrenzten seine Einsatzzeit nicht, er stand bei 70 Snaps auf dem Feld, 90,9 Prozent des Angriffs, und fing neun von zwölf Pässen in seine Richtung für 125 Yards. Bis auf einen fielen alle seine Catches nach der Pause, als die Rams aufholen mussten und Stafford auf den letzten beiden Drives 12 von 16 Pässen anbrachte. Mit Nacua auf dem Feld laufen die Pässe über ihn.
Der Gegner kommt ihm entgegen. Buffalo gehört zu den Teams, die gegen den Pass die meisten Yards zulassen, Amon-Ra St. Brown fing gegen die Bills 142 Yards, und von ihren Cornerbacks sind Benford und Alford angeschlagen, Hancock fällt aus. Stafford wirft zudem viel, 55 und 51 Pässe in den letzten beiden Spielen. Die Rams bewegen den Ball, auch wenn daraus zu selten Punkte werden, und für diese Wette zählen nur die Yards: Auch ein Drive, der mit einem Field Goal oder einem Ballverlust endet, bringt Nacua Yards. Erzielt Buffalo seine Punkte, müssen die Rams bis zum Schluss werfen.
Offen ist, wie Nacua das zweite Spiel nach seiner Pause verkraftet. Die Rams führen ihn in dieser Woche ohne Verletzung, und in Philadelphia gab es keine Begrenzung seiner Snaps. Ich setze auf Puka Nacua über 89,5 Receiving Yards, weil er seit Beginn der vergangenen Saison mehr als die Hälfte seiner Spiele über dieser Marke beendete, nach seiner Rückkehr wieder der erste Receiver der Rams ist und auf eine Secondary trifft, der gleich mehrere Cornerbacks fehlen könnten.
Fazit und Prognose zum Monday Night Football in Inglewood
Das Spiel entscheidet sich daran, welche Seite den Ball besser festhält. Die Rams haben die stärkere Defense und das Heimrecht, verlieren aber in jedem Spiel zweimal den Ball; Buffalo gab gegen die Chargers und New England zusammen sieben Bälle her. Halten die Bills den Ball, ist ihr Angriff gegen eine Defense ohne Garrett und mit mehreren angeschlagenen Stammspielern schwer zu stoppen. Umgekehrt findet Stafford mit Nacua gegen Buffalos ausgedünnte Secondary genug Raum, um mitzuhalten. Ich erwarte ein Spiel mit vielen Punkten auf beiden Seiten, das Buffalo knapp gewinnt.