Vor dem Spiel im Superdome passen die Bilanzen beider Teams nicht recht zu dem, was sie auf dem Feld zeigen. Minnesota gewinnt Woche für Woche, ohne dass die Offense überzeugt, New Orleans punktet regelmäßig und verliert trotzdem. Für eine Wette auf dieses Spiel zählt deshalb vor allem, welche Seite sich durchsetzt, wenn das Passspiel der Saints auf die Defense der Vikings trifft. Dazu gehört auch die Frage, was die Neuzugänge beider Teams bisher bringen, allen voran der neue Quarterback in Minnesota.
Saints gegen Vikings: Termin und Form nach vier Spielen
Angepfiffen wird am Sonntag, 11. Oktober 2026, um 19:00 Uhr deutscher Zeit im Superdome in New Orleans. Gespielt wird in der Halle auf Kunstrasen. Die Vikings führen die NFC North mit 4-0 an und haben neun Spiele der Regular Season in Folge gewonnen. Die Saints stehen bei 1-3 auf Platz drei der NFC South und verloren am Montagabend zu Hause 24:45 gegen Atlanta, sie haben damit einen Tag weniger Pause als ihr Gegner.
Nach vier Spielen sind die Rollen klar verteilt. New Orleans erzielt mehr Punkte als der Schnitt der Liga, lässt aber so viele zu wie keine andere Mannschaft. Bei Minnesota ist es umgekehrt: Die Defense lässt ligaweit am wenigsten zu, die Offense bleibt jedoch unter dem Schnitt. Vier Spiele sind eine kleine Grundlage, zumal Minnesota mit einem neuen Quarterback und New Orleans mit vielen neuen Spielern in die Saison ging.
Nach vier Spielen | New Orleans Saints | Minnesota Vikings |
|---|---|---|
Punkte je Spiel | 26,25 | 21,5 |
Zugelassene Punkte je Spiel | 32,0 | 12,75 |
Raumgewinn je Spiel | 367 Yards | 262,75 Yards |
Raumgewinn des Gegners je Spiel | 360,25 Yards | 289,25 Yards |
Third Downs geschafft | 50 % | 34,4 % |
Third Downs des Gegners geschafft | 47,6 % | 22,6 % |
Touchdowns in der Red Zone | 12 von 15 | 4 von 8 |
Touchdowns des Gegners in der Red Zone | 12 von 18 | 2 von 11 |
Ballverluste / Ballgewinne | 8 / 3 | 2 / 7 |
Sacks der Defense | 8 | 16 |
New Orleans Saints: Shough wirft, die Defense wackelt
Die Offense der Saints lebt vom Passspiel. Tyler Shough, im zweiten Jahr in der NFL, hat in vier Spielen 1.203 Yards und 9 Touchdowns geworfen, bei 3 Interceptions. Mit 278,5 Yards je Spiel im Passspiel liegen die Saints auf Rang 4 der Liga. Ihre Angriffe bringen sie auch zu Ende: Bei Third Downs kamen die Saints in 50 Prozent der Versuche weiter, und von 15 Besuchen in der Red Zone, also den letzten 20 Yards vor der Endzone, endeten 12 mit einem Touchdown. Gefangen werden diese Touchdowns von vielen Spielern, Juwan Johnson und Noah Fant hatten je drei, Devaughn Vele zwei. Chris Olave ist mit 491 Yards der wichtigste Wide Receiver. Unter 24 Punkten blieb New Orleans in keinem Spiel.
Auffällig ist, wann die Punkte fallen. In der ersten Halbzeit kamen die Saints in vier Spielen auf 26 Punkte, nach der Pause samt Overtime auf 79. In Detroit lagen sie im dritten Viertel 0:21 zurück, erzielten danach noch 30 Punkte und verloren erst in der Overtime 30:31. In Baltimore standen nach drei Vierteln 9 Punkte aus drei Field Goals, im vierten Viertel kamen 15 dazu, und das Spiel war gewonnen. Gegen Atlanta fiel der letzte Touchdown erst beim Stand von 17:45, als das Spiel entschieden war.
Das Laufspiel bringt wenig. Die Saints kommen auf 88,5 Yards je Spiel, Rang 27, und 3,6 Yards je Lauf. Dazu verlor New Orleans den Ball schon achtmal, allein viermal gegen Las Vegas. Das größere Problem ist aber die Defense. Gegner kommen im Schnitt auf 147,75 Yards im Laufspiel, Atlanta lief für 205 Yards und fünf Touchdowns und führte zur Pause 24:7. In der Red Zone ließ die Defense 12 Touchdowns bei 18 Besuchen zu, gegen Las Vegas verspielte New Orleans eine Führung von 27:16 und verlor 27:35.
Warum die Vikings trotz schwacher Offense ungeschlagen sind
Minnesota gewinnt über die Defense. Nur Green Bay kam gegen die Vikings auf mehr als 17 Punkte, nämlich 22, davon 19 in der ersten Halbzeit. Chicago erzielte 3, Tampa Bay 16, Miami 10. Gegner schaffen bei Third Downs nur 22,6 Prozent der Versuche, und in der Red Zone gelangen ihnen in 11 Besuchen 2 Touchdowns. Mit 16 Sacks liegt die Defense von Brian Flores ligaweit vorn, Dallas Turner hat davon 5,5. Hinzu kommen 7 Ballgewinne in vier Spielen.
Die Offense hält damit nicht Schritt. Die Vikings gewannen in Chicago 9:3 und gegen Miami 15:10, beide Male ohne eigenen Touchdown. Seit 1923 ist keine Mannschaft der NFL mit 4-0 gestartet, die mehrere Spiele ohne Touchdown hatte. In den Wochen 2 bis 4 erzielte die Offense einen einzigen Touchdown, alle übrigen Punkte kamen von Kicker Will Reichard und einem Punt Return. Kicker Will Reichard traf alle 12 Field Goals, gegen Tampa Bay trug Myles Price einen Punt über 86 Yards zum Touchdown zurück. Im Passspiel kommt Minnesota auf 156,0 Yards je Spiel, das ist der schwächste Wert der Liga, im Laufspiel auf 3,7 Yards je Versuch.
Ein Teil davon erklärt sich aus dem Personal. Der neue Quarterback Kyler Murray erlitt am elften Spielzug der Saison eine Gehirnerschütterung, Carson Wentz spielte die ersten beiden Wochen. Justin Jefferson verstauchte sich sieben Spielzüge nach Murrays Rückkehr in Woche 3 den Knöchel; zusammen standen die beiden erst 18 Snaps auf dem Feld. Murray kommt auf 433 Yards, einen Touchdown und zwei Interceptions. Gegen Miami kassierte er drei Sacks in der ersten Halbzeit, die Offense leistete sich fünf Strafen vor dem Snap. T. J. Hockenson fing in diesem Spiel alle 13 Pässe, die zu ihm kamen, und Aaron Jones lief für 94 Yards.
Neu im Kader: Murray in Minnesota, Etienne und Tyson in New Orleans
In New Orleans sollte der Angriff um Shough in der zweiten Saison von Head Coach Kellen Moore breiter werden. Travis Etienne kam als Running Back aus Jacksonville, Noah Fant als Tight End aus Cincinnati und Devaughn Vele per Trade aus Denver als zweiter Wide Receiver neben Olave; für die Offensive Line holten die Saints Guard David Edwards aus Buffalo. Vele und Fant gehören bereits zu den Spielern, die in der Endzone treffen, Etienne lief 30-mal für 128 Yards, bevor er mit einer Oberschenkelverletzung ausfiel. Der Draft hat noch nichts beigetragen. Jordyn Tyson, als Nummer 8 in der ersten Runde ausgewählt, verletzte sich im August im Training am Oberschenkel und hat noch nicht gespielt; Tight End Oscar Delp und Defensive Tackle Christen Miller aus den Runden zwei und drei spielten gegen Atlanta keine Rolle. In der Defense gingen mit Demario Davis und Alontae Taylor zwei Spieler, dafür kam Linebacker Kaden Elliss aus Atlanta.
Minnesota hat vor allem die Position des Quarterbacks neu besetzt. Kyler Murray kam als Free Agent aus Arizona, wo die Cardinals ihn nach Verletzungen und schwächeren Jahren entlassen hatten. J. J. McCarthy, mit dem er im Frühjahr und zu Beginn des Trainingslagers um den Platz als Starter konkurrierte, wurde Ende September an die Giants abgegeben. Als Wide Receiver kam Jauan Jennings aus San Francisco dazu. In der Defense gingen mit Jonathan Greenard, Jonathan Allen und Javon Hargrave drei Spieler aus der vorderen Reihe, in der ersten Runde des Drafts wählten die Vikings Defensive Lineman Caleb Banks. Brian Flores, dessen Vertrag als Defensive Coordinator verlängert wurde, hat trotzdem die Defense mit den wenigsten zugelassenen Punkten.
New Orleans Saints - Minnesota Vikings Tipps
Der Wett-Tipp lautet New Orleans Saints über 17,5 Gesamtpunkte. Dafür müssen die Saints mindestens 18 Punkte erzielen; zwei Touchdowns und ein Field Goal ergeben 17 und reichen nicht, zwei Touchdowns und zwei Field Goals oder drei Touchdowns dagegen schon. Die Saints haben in dieser Saison in jedem Spiel mindestens 24 Punkte erzielt, auch in Detroit, wo 24 schon vor der Overtime standen, und beim Sieg in Baltimore, wo sie im vierten Viertel 15 Punkte nachlegten. Ihr Passspiel gehört zu den besseren der Liga, und sie bringen ihre Drives zu Ende: Bei Third Downs geht es jedes zweite Mal weiter, in der Red Zone wurden 12 von 15 Besuchen zum Touchdown. Weil Johnson, Fant, Vele, Olave und Kamara Touchdowns erzielt haben, hängt die Offense nicht an einem einzelnen Spieler, den die Vikings ausschalten könnten.
Auch aus Sicht der Vikings spricht einiges für die Saints. Die einzige Mannschaft, die gegen Minnesota über den Pass viel Raum fand, war Green Bay: Jordan Love kam auf 387 Yards, und die Packers erzielten 22 Punkte, als einziger Gegner mehr als 17. New Orleans greift wie Green Bay vor allem über den Pass an, und Shough hat in vier Spielen nie weniger als 252 Yards geworfen. Die größte Hürde ist die Red Zone der Vikings, in der Gegner nur 2 von 11 Besuchen zu Touchdowns machten, zumal den Saints mit Etienne ein Running Back für die kurzen Wege an der Endzone fehlt.
Die Saints dagegen beendeten nur drei ihrer 15 Besuche dort ohne Touchdown, und für 18 Punkte genügen auch zwei Touchdowns mit zwei Field Goals. Selbst wenn die Offense wie in Baltimore lange braucht, hat sie gezeigt, dass sie in der zweiten Halbzeit nachlegt. Deshalb ist der Tipp für diese Partie eine Über-Wette auf die New Orleans Saints, da sie in jedem Spiel dieser Saison mindestens 24 Punkte erzielt haben, ihr Passspiel zu den stärksten der Liga gehört und sie ihre Drives häufig mit Touchdowns statt Field Goals beenden.
Fazit und Prognose zu Saints gegen Vikings
Das Spiel entscheidet sich zwischen dem Passspiel der Saints und der Defense der Vikings. Minnesota wird versuchen, Shough mit dem Pass Rush unter Druck zu setzen und die Drives an der Red Zone zu stoppen, die Saints werden über die Pässe auf Olave, Vele und die Tight Ends antworten. Auf der anderen Seite trifft die schwache Offense der Vikings auf eine Defense, die gegen den Lauf viel zulässt. Mit Jones und Hockenson kann Minnesota lange Drives aufbauen und wie gegen Miami die Uhr laufen lassen, zumal Reichard bisher jedes Field Goal verwandelt hat.
Ich erwarte ein enges Spiel, das Minnesota knapp gewinnen kann. Die Saints dürften dabei weniger Punkte erzielen als in ihren ersten vier Spielen. Für die 18 Punkte reicht es trotzdem, weil New Orleans auch gegen eine starke Defense genug Wege in die Endzone hat.