Wenn Tunesien und die Niederlande am letzten Spieltag der Gruppe F aufeinandertreffen, ist die Tabelle an beiden Enden längst sortiert: Die Niederlande hat das Sechzehntelfinale der WM 2026 sicher, Tunesien ist nach zwei Niederlagen bereits ausgeschieden. Trotzdem geht nur für eine der beiden Mannschaften wirklich um nichts mehr.

Für Tunesien ist das Turnier gelaufen, die Partie zählt nur noch zur Ehrenrettung. Die Niederlande dagegen hat den ersten Gruppenplatz keineswegs sicher: Oranje liegt punktgleich mit Japan und nur wegen eines einzigen Tores vorn. Wer von beiden am Ende Erster wird und wer Zweiter, entscheidet erst dieser letzte Spieltag, und davon hängt der Gegner in der Runde der letzten 32 ab.

Für einen Tipp ist genau das der springende Punkt. Geht ein bereits qualifizierter Favorit, der aber noch um Platz eins kämpft, hier wirklich voll drauf, oder nimmt er den Fuß vom Gas und lässt einem geschlagenen Gegner mehr Raum als gedacht? Ob Oranje weiter Tore jagt und ob Tunesiens Abwehr ein weiteres Mal auseinanderbricht, wiegt vor dem Anpfiff schwerer als jeder Tabellenplatz.

Tunesien gegen Niederlande: Worum es im Gruppenfinale noch geht

Vor dem letzten Gruppenspiel steht oben die Niederlande mit vier Punkten, ganz unten Tunesien mit null. So eindeutig die Tabelle wirkt, die eigentliche Frage steckt woanders. Beide Teams wissen vor dem Anpfiff schon, woran sie sind: Die Niederlande ist sicher im Sechzehntelfinale, Tunesien nach zwei Niederlagen ausgeschieden. Für eine Seite ist die Partie trotzdem alles andere als belanglos.

Team

Spiele

Tore

Punkte

Niederlande

2

7:3

4

Japan

2

6:2

4

Schweden

2

6:6

3

Tunesien

2

1:9

0

Stand: 23.06.2026, vor dem 3. Spieltag der Gruppe F.

Der Anreiz liegt im Fernduell mit Japan. Punktgleich mit den Niederländern, je vier Zähler und je plus vier Tore, liegt Japan nur wegen eines erzielten Treffers weniger auf Rang zwei. Wer von beiden die Gruppe gewinnt, klärt sich am letzten Spieltag also über die Tordifferenz und die Zahl der eigenen Tore. Oranje hat damit einen handfesten Grund, gegen Tunesien nicht zu verwalten, sondern nachzulegen. Jedes weitere Tor kann den ersten Platz sichern, während Japan parallel gegen Schweden gefordert ist.

Platz eins oder Platz zwei ist kein kosmetischer Unterschied. Davon hängt ab, auf welchen Gegner die Niederlande in der Runde der letzten 32 trifft und auf welcher Seite des Turnierbaums sie landet.

Für Tunesien geht es nur noch um die Ehre. Das 0:4 gegen Japan hat das Aus besiegelt, auf der Trainerbank sitzt seit dem Auftakt ein anderer Mann, und am Ende einer verkorksten Gruppenphase steht ein Spiel ohne Druck, aber mit reichlich Gegenwind. Wie eine geschlagene Mannschaft gegen einen Topgegner auftritt, der selbst noch etwas erreichen will, ist die offene Frage dieses Abends.

Die Niederlande zwischen müdem Auftakt und Gala gegen Schweden

Zwei Gesichter in zwei Spielen. Beim 2:2 zum Auftakt gegen Japan führte Oranje zweimal und gab beide Male die Führung wieder aus der Hand. Virgil van Dijk köpfte nach einer Flanke von Ryan Gravenberch das 1:0 (51.), Crysencio Summerville stellte später auf 2:1 (64.). Japan glich jeweils zurück, das zweite Mal in der 89. Minute. Ein Sieg war zum Greifen nah, am Ende stand ein Remis, das sich wie zwei verlorene Punkte anfühlte.

Sechs Tage später sah die Mannschaft völlig anders aus. Gegen Schweden gewann die Niederlande mit 5:1, und der Abend gehörte zwei Doppelpackern. Brian Brobbey traf früh zweimal (5. und 17.), nach der Pause legte Cody Gakpo doppelt nach (47. und 54.), beide Treffer von Summerville aufgelegt, der erst zur zweiten Halbzeit gekommen war. Den Schlusspunkt setzte Summerville in der 89. Minute selbst. Vor rund 68.000 Zuschauern in Houston war das ein klares Ausrufezeichen nach dem zähen Start.

Die Gefahr kommt vor allem über die Flügel und über schnelles Nachrücken. Summerville als Vorbereiter, Gakpo mit seinem Zug nach innen, dazu Brobbey im Zentrum: Diese Offensive kommt aus mehreren Richtungen.

Ganz dicht ist die Niederlande hinten allerdings nicht. Drei Gegentore in zwei Spielen sind für einen Titelkandidaten kein besonders guter Wert, und gerade das späte 2:2 gegen Japan zeigte, dass nach eigenem Ballverlust Lücken aufgehen. Gegen einen schwachen Gegner fällt das selten ins Gewicht. Gegen einen guten kann es teuer werden.

Cody Gakpo steht nach zwei Spielen bei zwei WM-Toren, beide gegen Schweden erzielt, beim Auftakt gegen Japan ging er leer aus. Ob Ronald Koeman gegen Tunesien dieselbe Offensive aufbietet oder mit Blick auf das sichere Sechzehntelfinale rotiert, ist die einzige echte Unbekannte vor dem Spiel.

Tunesien nach dem sicheren WM-Aus

Neun Gegentore aus zwei Spielen, ein eigener Treffer. Diese Zahl beschreibt das tunesische Problem genauer als jede Tabelle. Zum Auftakt setzte es ein 1:5 gegen Schweden, im zweiten Spiel ein 0:4 gegen Japan. Hinten wackelte es in beiden Partien von Beginn an.

Gegen Japan kassierte Tunesien schon in der vierten Minute das erste Tor durch Daichi Kamada, danach trafen Ayase Ueda zweimal und Junya Ito. Vier Gegentore, kein eigenes: ein Spiel, in dem die Mannschaft in den Umschaltmomenten zu offen stand und in der letzten Linie immer wieder überlaufen wurde. Gegen Schweden lief es ähnlich, dort fielen die Gegentore über die gesamte Spielzeit verteilt.

Der einzige Lichtblick im Turnier war ein Kopfball. Omar Rekik nickte gegen Schweden nach einer Flanke von Hannibal Mejbri zum zwischenzeitlichen 2:1 ein (43.). Danach brach die Mannschaft wieder ein. Mehr als diesen einen Treffer hat Tunesien in zwei Spielen nicht zustande gebracht.

Die Unruhe auf der Bank verschärft die Lage. Nach dem 1:5 zum Auftakt trennte sich der Verband von Sabri Lamouchi und holte mitten im Turnier Hervé Renard nach, einen erfahrenen Afrika-Cup-Sieger. Sein erstes Spiel endete prompt mit dem 0:4 gegen Japan. Ein Trainerwechsel während der Gruppenphase repariert keine Abwehr in wenigen Tagen, er zeigt vor allem, wie groß die Probleme schon vorher waren.

Im sinnlosen letzten Spiel dürfte Renard durchwechseln und jüngeren Kräften eine Bühne geben. Frische Beine ändern aber wenig daran, dass diese Defensive gegen einen treffsicheren Gegner schnell wieder offen liegt.

Tunesien vs. Niederlande Wett-Tipps

Wett-Tipps Tunesien - Niederlande
WM 2026
01
Sieg Niederlande -2,5 1,51
02
Cody Gakpo erzielt ein Tor 1,87

Tipp1 : Sieg Niederlande -2,5

Mein erster Tipp ist eine Handicap-Wette auf die Niederlande - 2,5, und das Hauptargument liefert der Klassenunterschied. In der FIFA-Weltrangliste steht die Niederlande auf Rang sieben, Tunesien rangiert nach einem Absturz von 13 Plätzen außerhalb der besten 50. Diese Kluft zeigt sich auch auf dem Platz: Van Dijk, Gravenberch, Gakpo und Summerville bewegen sich auf einem Niveau, das Tunesien in dieser Partie nicht halten kann.

Dazu kommt die Verfassung der beiden Mannschaften. Tunesien hat in zwei Spielen neun Gegentore kassiert, gegen Japan stand es schon nach vier Minuten 0:1 und am Ende 0:4, gegen Schweden fielen die Gegentore über die gesamte Spielzeit verteilt. Eine Abwehr, die sich derart regelmäßig überwinden lässt, bekommt gegen die niederländische Offensive massive Probleme. Oranje wiederum hat beim 5:1 gegen Schweden gezeigt, wozu dieser Angriff fähig ist, und trifft über die Flügel, das Zentrum und nach Standards. Mit Renard, der erst während des Turniers übernommen hat und im sinnlosen letzten Spiel voraussichtlich durchwechselt, dürfte die tunesische Abwehr eher noch wackliger auftreten als zuletzt.

Der vielleicht wichtigste Punkt ist die Motivation. Die Niederlande ist zwar schon durch, liegt in der Tabelle aber nur wegen der Tordifferenz vor dem punktgleichen Japan. Weil allein die Zahl der eigenen Tore über Platz eins entscheidet, hat Ronald Koeman einen handfesten Grund, weiter draufzulegen statt das Ergebnis zu verwalten. Ein hoher Sieg liegt damit nicht nur im Bereich des Möglichen, er liegt im eigenen sportlichen Interesse der Niederlande.

Der einzige Haken sitzt auf der anderen Seite derselben Medaille: Als bereits qualifiziertes Team könnte Oranje rotieren, und mit einer halben Reserveelf ist ein klar hoher Sieg kein Selbstläufer. Auch die direkte Bilanz mahnt, denn in drei Duellen hat die Niederlande nur einmal gewonnen, und das war 1978, die beiden jüngeren Spiele endeten unentschieden. Diese Remis liegen allerdings Jahrzehnte zurück und sagen über die heutige Form wenig aus. Gegen ein ausgeschiedenes, verunsichertes Tunesien und mit dem eigenen Anreiz auf Platz eins wiegt dieses Risiko leicht.

Tipp 2: Cody Gakpo trifft

Mein zweiter Tipp setzt direkt auf Cody Gakpo als Torschützen. Der Angreifer hat gegen Schweden doppelt getroffen (47. und 54.) und ist damit einer der formstärkste Offensivmann im niederländischen Kader. Beide Treffer bereitete Summerville vor, der nach seiner Einwechslung sofort für Gefahr über die Flügel sorgte. Läuft dieses Zusammenspiel erneut, landet der Ball mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder bei Gakpo.

Das Umfeld passt zusätzlich. Gakpo zieht von der linken Seite nach innen und sucht den Abschluss genau dort, wo die tunesische Abwehr zuletzt am anfälligsten war. Eine Defensive, die in zwei Spielen neun Tore zuließ und unter einem erst während des Turniers geholten Trainer keine Stabilität fand, ist für einen Angreifer in dieser Verfassung ein dankbarer Gegner. Dass die Niederlande aus eigenem Interesse weiter Tore sucht, hält die Offensive bis zum Schluss aktiv und erhöht Gakpos Chancen über die volle Spielzeit. Daher ist der zweite Tipp eine Spielerwette auf ein Tor von Cody Gakpo.

Fazit und Spielprognose

Der Verlauf zeichnet sich klar ab. Die Niederlande wird das Spiel von der ersten Minute an bestimmen, viel Ballbesitz haben und Tunesien tief in die eigene Hälfte drängen. Tunesien beschränkt sich auf die Defensive und einzelne Konter, weil mehr gegen diesen Gegner kaum drin ist.

Eine frühe oder mittlere Führung der Niederlande ist wahrscheinlich. Fällt das erste Tor, dürfte die ohnehin fragile tunesische Abwehr noch weiter aufreißen, ähnlich wie schon gegen Schweden und Japan. Über die Flügel und nach Standards kommen die Niederländer immer wieder zu Abschlüssen, und mindestens einer der formstarken Angreifer dürfte treffen.

Gefährlich wird Tunesien höchstens in kurzen Phasen, wenn ein schneller Umschaltmoment sitzt oder eine Flanke den Weg in den Strafraum findet. Für mehr als einen Ehrentreffer reicht das nach den bisherigen Auftritten kaum.

International World Cup (International)
26.06.2026, 01:00
Tunisia
vs Anstoss
Netherlands

Prognose & Wahrscheinlichkeiten

Über 1.5 Tore
100%
Über 2.5 Tore
100%
Über 3.5 Tore
100%
Über 4.5 Tore
50%
Beide treffen (BTTS)
75%
Über 0.5 Tore (HZ)
75%
Über 1.5 Tore (HZ)
75%
Ø Ecken
6.0
Über 8.5 Ecken
25%
Ø Karten
2.0

Quoten

1 (Heim) 17.00
X (Unentschieden) 8.90
2 (Auswärts) 1.11
BTTS Ja 2.51
Über 2.5 1.49
BTTS Nein 1.48

Team-Statistiken (letzte 10 Spiele)

Tunisia Netherlands
Ø Expected Goals (xG) 1.32 2.00
Ø xG gegen 1.10 1.02
Tore erzielt 17 32
Gegentore 13 9
Ohne Gegentor 1 5
Ohne eigenes Tor 1 0
BTTS-Quote 80% 50%
Über 1.5 Tore 9 / 10 10 / 10
Über 2.5 Tore 5 / 10 7 / 10
Über 3.5 Tore 4 / 10 7 / 10
Ø Ecken dafür 5.5 5.6
Ø Ecken dagegen 4.2 2.3
Ø Gelbe Karten 1.5 1.1
Ø Gefährliche Angriffe 50.3 69.9

Aktuelle Form (letzte 5 Spiele)

Tunisia

NNNNU
21.06.2026, 06:00 vs Japan 0:4 N
15.06.2026, 04:00 vs Sweden 1:5 N
06.06.2026, 15:00 vs Belgium 0:5 N
01.06.2026, 20:45 vs Austria 0:1 N
01.04.2026, 03:00 vs Canada 0:0 U

Netherlands

SUSNU
20.06.2026, 19:00 vs Sweden 5:1 S
14.06.2026, 22:00 vs Japan 2:2 U
08.06.2026, 20:45 vs Uzbekistan 2:1 S
03.06.2026, 20:45 vs Algeria 0:1 N
31.03.2026, 20:45 vs Ecuador 1:1 U

Direkter Vergleich (H2H)

0 Spiele
0 Tunisia
0 Unentschieden
0 Netherlands
BTTS 0%
Über 2.5 0%
Über 1.5 0%
Ø Tore 0.0