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Sportwetten Strategien

1X2-Wetten: Tipps, Strategien und Sportarten

Bei 1X2-Wetten ist schnell gelernt, wofür die drei Zeichen stehen. Schwieriger wird es, wenn neben Heimsieg, Unentschieden und Auswärtssieg drei Quoten stehen und du dich entscheiden willst. In diesen Zahlen steckt mehr als die mögliche Auszahlung: Mit wenigen Rechenschritten liest du ab, als wie wahrscheinlich jeder Ausgang gilt. Damit entscheidest du, ob Favorit, Außenseiter, Unentschieden oder keiner der drei deinen Einsatz wert ist.

So funktionieren 1X2-Wetten

Auf dem Wettschein steht die 1 für den Sieg der Heimmannschaft, das X für das Unentschieden und die 2 für den Sieg der Gäste. Jede der drei Quoten nennt, wie viel für einen eingesetzten Euro insgesamt zurückkommt, den Einsatz eingeschlossen. Stehen bei einem Spiel 1,80 für die 1, 3,60 für das X und 4,50 für die 2, bringt ein Euro auf den Heimsieg 1,80 Euro zurück, davon sind 80 Cent Gewinn. Mit diesen frei gewählten Quoten rechnet der ganze Text.

Die niedrigste Quote gehört zu dem Ausgang, den die Quoten für den wahrscheinlichsten halten, hier zum Heimsieg; die Gäste sind mit 4,50 der Außenseiter.

Welcher Spielstand für die Wette zählt

Gewertet wird der Stand nach der regulären Spielzeit, auch dort, wo das Regelwerk danach einen Sieger verlangt: Steht es nach der regulären Zeit gleich, gewinnt das X, und wer anschließend den Sieg holt, ändert an deiner Wette nichts mehr.

Sportart

Reguläre Spielzeit

Bei Gleichstand danach

Fußball

2 × 45 Minuten plus Nachspielzeit

Nur wenn ein Sieger nötig ist: Verlängerung (2 × 15 Minuten), dann Elfmeterschießen

Eishockey (IIHF)

3 × 20 Minuten

Vorrunde: bis zu 5 Minuten Sudden Death, dann Penaltyschießen

Basketball (NBA)

4 × 12 Minuten

je 5 Minuten Verlängerung, bis ein Sieger feststeht

Die Nachspielzeit im Fußball zählt mit, weil sie zur jeweiligen Halbzeit gehört. Erwartest du ein Spiel, das erst in der Verlängerung entschieden wird, spricht das bei 1X2-Wetten für das X.

Was die drei Quoten bei 1X2-Wetten verraten

Jede Quote lässt sich in eine Wahrscheinlichkeit umrechnen, indem du eins durch die Quote teilst; zur 1,80 gehören so 55,6 Prozent. Die drei Kehrwerte ergeben zusammen 105,6 Prozent. Genau einer der drei Ausgänge tritt ein, echte Wahrscheinlichkeiten kämen also auf 100 Prozent. Die 5,6 Prozentpunkte darüber sind die Marge, welche der Wettanbieter einbehält.

Als Anteil am Einsatz: Eins geteilt durch 1,056 ergibt 0,947, von jedem Euro kommen also knapp 95 Cent zurück, 5,3 Prozent bleiben als Aufschlag liegen. Je höher die Summe der Kehrwerte, desto mehr musst du über das Spiel wissen, bevor eine Wette sich im Schnitt rechnet.

Teilst du jeden Kehrwert durch 1,056, rechnest du den Aufschlag heraus, und die drei neuen Werte ergeben zusammen genau 100 Prozent. An diesen Wahrscheinlichkeiten ohne Aufschlag misst du deine eigene Einschätzung. Liegst du bei einem Ausgang genau auf ihrem Wert, hast du keinen Grund zu wetten: Du siehst das Spiel wie die Quoten und zahlst trotzdem den Aufschlag.

Ausgang

Quote

Kehrwert

Ohne Aufschlag

1 (Heimsieg)

1,80

55,6 %

52,6 %

X (Unentschieden)

3,60

27,8 %

26,3 %

2 (Auswärtssieg)

4,50

22,2 %

21,1 %

Summe

105,6 %

100,0 %

Der Aufschlag liegt vor allem auf den hohen Quoten

Die 5,3 Prozent sind ein Durchschnitt über alle drei Ausgänge, verteilt ist der Aufschlag ungleich. Im Fußball verlieren Wetten auf sehr niedrige Quoten im Schnitt 3 Prozent des Einsatzes, bei sehr hohen Quoten kommen von jedem Euro nur 81 Cent zurück. Eine Wette auf einen klaren Außenseiter kostet damit rund sechsmal so viel wie eine auf einen klaren Favoriten. Im Beispiel trägt der Heimsieg also eher weniger als 5,3 Prozent Aufschlag, der Auswärtssieg eher mehr.

Setzt du gleich viel auf alle drei Ausgänge, verlierst du deshalb mehr, als die Summe der Kehrwerte erwarten lässt, denn ein Drittel des Geldes steht immer auf der höchsten Quote. Mit der Summe vergleichst du also zwei Spiele nach ihrem Preis; die Kosten deiner einzelnen Wette zeigt sie nicht.

In Ländern mit mehreren Fußballligen wird die Summe der Kehrwerte außerdem von der ersten Liga nach unten hin größer. Wettest du unterhalb der höchsten Spielklasse, muss deine Einschätzung weiter vom Preis abweichen, bevor dieselbe Wette sich im Schnitt auszahlt.

Welcher Ausgang ist unterschätzt?

Unterschätzt ist ein Ausgang, wenn seine Quote mehr zahlt, als seine Wahrscheinlichkeit verlangt. Die Grenze ist die Gewinnschwelle, der Kehrwert der Quote: Wer zur Quote 4,50 in 22,2 Prozent der Fälle gewinnt, landet auf Dauer genau bei null. Hältst du den Auswärtssieg für 25 Prozent wahrscheinlich, kommen je Euro Einsatz im Schnitt 0,25 mal 4,50, also rund 1,13 Euro zurück, und die Gäste sind für dich unterschätzt. Bei 20 Prozent sind es nur 0,90 Euro, und du lässt die Wette aus.

Deine Einschätzung setzt bei der Wahrscheinlichkeit ohne Aufschlag an, bei den Gästen 21,1 Prozent. Erst wenn Gründe aus dem Spiel sie über 22,2 Prozent heben, wird der Auswärtssieg zu einer sinnvollen Wette.

Das gleichmäßige Herausrechnen hat dabei einen Haken: Es zieht den Aufschlag im selben Verhältnis von allen drei Ausgängen ab, obwohl er vor allem auf den hohen Quoten liegt. Die 21,1 Prozent für die Gäste sind deshalb eher zu viel, die 52,6 Prozent für den Heimsieg eher zu wenig, und hinter einer hohen Quote steckt öfter ein überschätzter Ausgang als hinter einer niedrigen. Beim Außenseiter verlangst du von deiner Einschätzung darum einen deutlich größeren Abstand zur Gewinnschwelle als beim Favoriten, auch wenn der Außenseiter zu Hause spielt.

Wann ist das Unentschieden eine eigene Wette wert?

Der Preis des Unentschiedens ergibt sich fast ganz aus den Chancen der beiden Teams auf den Sieg, wenn auch nicht in gerader Linie. Sind beide etwa gleich stark, hat das X seine größte Chance und seine niedrigste Quote; je größer der Abstand zwischen ihnen, desto unwahrscheinlicher das Unentschieden und desto höher seine Quote. Zwischen gleich starken Teams endet ein Spiel außerdem umso seltener unentschieden, je mehr Tore beide erwarten lassen. Am meisten spricht deshalb für das X, wenn zwei ausgeglichene Mannschaften aufeinandertreffen, die wenig schießen und wenig zulassen.

Zur eigenen Wette wird das Unentschieden erst über seiner Gewinnschwelle, bei 3,60 also über 27,8 Prozent. Das sind 1,5 Prozentpunkte mehr als die 26,3 Prozent, die ihm die Quoten ohne Aufschlag geben.

Dabei trägt das X weniger Aufschlag als ein Außenseiter: Bei gleicher Wahrscheinlichkeit bringen Wetten auf das Unentschieden im Schnitt etwas mehr zurück, als ihre Quote erwarten lässt, Wetten auf Außenseiter dagegen weniger. Stehen ein Außenseiter und das Unentschieden zu ähnlicher Quote zur Wahl und siehst du beide knapp über ihrer Gewinnschwelle, nimmst du deshalb das X.

Doppelte Chance oder Draw No Bet statt 1X2-Wetten?

1X2-Wetten passen, wenn du genau einen Ausgang erwartest. Willst du zwei Ausgänge abdecken, etwa den Sieg der Gäste und das Unentschieden, landest du bei der Doppelten Chance Wette; sie gewinnt bei zwei von drei Ausgängen und hat deshalb eine niedrigere Quote. Setzt du auf einen Sieg und willst bei einem Unentschieden nur nicht verlieren, passt Draw No Bet: Eine Siegwette ist beim Unentschieden verloren, Draw No Bet gibt dir den Einsatz zurück.

Beide Preise lassen sich aus den Wahrscheinlichkeiten ohne Aufschlag herleiten. Für die Doppelte Chance auf X oder 2 zählst du 26,3 und 21,1 Prozent zu 47,4 Prozent zusammen; eins geteilt durch 0,474 ergibt eine faire Quote von 2,11. Für Draw No Bet auf die Gäste teilst du die Chance, dass überhaupt ein Team gewinnt, durch die Chance der Gäste: 73,7 Prozent geteilt durch 21,1 Prozent ergibt 3,50.

Deine Erwartung

Passende Wettart

Faire Quote im Beispiel

Die Gäste gewinnen

1X2-Wette auf die 2

4,75

Die Gäste verlieren nicht

Doppelte Chance X2

2,11

Die Gäste gewinnen, ein Unentschieden soll nichts kosten

Draw No Bet auf die Gäste

3,50

Für die Rückgabe beim Unentschieden gibst du gut ein Viertel der Quote ab: fair 3,50 statt 4,75. Auf dem Wettschein liegt der Auswärtssieg wegen des Aufschlags mit 4,50 gut 5 Prozent unter seinem fairen Wert. Liegt die Quote für die Doppelte Chance X2 unter 2,00 oder die für Draw No Bet auf die Gäste unter 3,32, zahlst du für die Absicherung mehr Aufschlag als für die 1X2-Wette selbst.

Draw No Bet funktioniert wie das Asian Handicap ohne Vorgabe auf dasselbe Team. Mit dem Asian Handicap verlierst du im Fußball auf Dauer aber nicht einmal halb so viel wie mit der 1X2-Wette, wenn du gleich viel auf alle Wetten setzt. Stehen für dasselbe Team beide zur Wahl, nimmst du die höhere Quote.

Tipps für 1X2-Wetten

Rechne vor jeder Wette die Summe der Kehrwerte aus, denn sie legt fest, wie weit deine Einschätzung von den Quoten abweichen muss. Bei 105,6 Prozent wie im Beispiel liegt die Gewinnschwelle des Heimsiegs 3 Prozentpunkte über seinem Wert ohne Aufschlag, in einem teureren Spiel liegt sie weiter darüber. Kannst du zwei Spiele ähnlich gut einschätzen, wettest du auf das mit der kleineren Summe, und in den unteren Ligen nur dort, wo du ein Spiel deutlich anders siehst als die Quoten.

Wette nur auf einen Ausgang, den du über seiner Gewinnschwelle siehst, und verlange bei hohen Quoten mehr Abstand. Für die Gäste zur 4,50 trägt ein Wert knapp über 22,2 Prozent die Wette noch nicht, weil Außenseiter schon in der Rechnung ohne Aufschlag eher zu gut wegkommen; erst bei klarem Abstand, etwa bei 25 Prozent, setzt du auf die 2. Beim Unentschieden genügt ein knapper Abstand über 27,8 Prozent. Liegt keiner der drei Ausgänge über seiner Gewinnschwelle, wettest du nicht, auch wenn du einen klaren Sieger erwartest.

Auch bei Eishockey und Basketball zählt für 1X2-Wetten nur der Stand nach der regulären Spielzeit. Erwartest du ein enges Spiel, das erst in der Verlängerung oder im Penaltyschießen entschieden wird, setzt du auf das X; wer danach gewinnt, bringt dir mit der 1 oder der 2 nichts mehr.

Passt deine Erwartung nicht auf genau einen Ausgang, wechselst du die Wettart. Für X oder 2 nimmst du im Beispiel die Doppelte Chance X2 ab einer Quote von 2,00, für einen Sieg der Gäste mit Rückgabe beim Unentschieden Draw No Bet ab 3,32. Liegen die Quoten darunter, zahlst du für die Absicherung mehr Aufschlag als für die 1X2-Wette auf die 2, und du bleibst bei ihr, wenn dir das Unentschieden diesen Aufpreis nicht wert ist.

Christian, Redaktion wetten.eu

Ich bin Christian und schreibe bei Wetten.eu vor allem über Online Casinos und Slots. Neue Spielautomaten teste ich genauso wie die Klassiker – was mir gefällt, landet als ausführlicher Testbericht auf der Seite. So seht ihr vorab, ob ein Slot zu eurem Spielstil passt. Dazu gibt's passende Casino-Empfehlungen.