Die Nummer sechs der Weltrangliste gegen die Nummer 34, dazu ein Grand Slam über bis zu fünf Sätze. Nach dieser Aufstellung ist die dritte Runde am 05.09.2026 zwischen Alexander Blockx und Flavio Cobolli schnell erzählt. Nur haben die beiden 2026 bereits zweimal gegeneinander gespielt, und die Partien gingen sehr unterschiedlich aus. Drei Wochen vor New York, auf demselben Belag, trennte sie am Ende ein Abstand von sieben Punkten. Wenn du diese Begegnung einordnen willst, hilft dir der Abstand in der Weltrangliste deshalb wenig. Aufschlussreicher ist, wie viel Substanz beide bisher in diesem Turnier gelassen haben, und da liegen zwei verschiedene Wege hinter ihnen.

Blockx' überragender Aufschlag bei den US Open

In Madrid schlug Blockx im Frühjahr Félix Auger-Aliassime (Rang 5), Francisco Cerundolo (Rang 20) und Casper Ruud (Rang 15) und stand im Halbfinale. Dort liegt seine Saison, auf Sand: in Estoril im Endspiel, in Monte-Carlo in der Runde der letzten 16. Zu Saisonbeginn war er die Nummer 115 der Weltrangliste, inzwischen steht er auf Rang 34 und ist die Nummer eins seines Landes, und am 27.07.2026 stand er mit Rang 32 so hoch wie noch nie. Blockx ist 21 Jahre alt, stammt aus Antwerpen, ist 193 Zentimeter groß, schlägt rechts, spielt eine beidhändige Rückhand und wird von Ruben Bemelmans trainiert. Einen Titel auf Tour-Ebene hat er nicht gewonnen, seine Karrierebilanz lautet 22:20.

Auf Hartplatz sieht die Bilanz anders aus. Vor den US Open hatte Blockx 2026 auf Tour-Ebene genau einen gezählten Sieg auf diesem Belag, 6:3 und 6:4 gegen Mariano Navone in Cincinnati. Bei den Australian Open verlor er die erste Runde gegen Jaime Faria (Rang 151), in Indian Wells und Miami scheiterte er in der Qualifikation, in Kanada schied er in der Runde der letzten 32 aus. Was er auf diesem Belag gewonnen hat, gewann er eine Stufe darunter, nämlich das Turnier in Canberra im Januar und dazu ein Endspiel in Lille im Februar.

New York ist für ihn Neuland. Er spielt zum ersten Mal im Hauptfeld der US Open, 2025 scheiterte er noch in der zweiten Qualifikationsrunde an Kimmer Coppejans (Rang 193), und er steht zum ersten Mal in der dritten Runde eines Grand Slams überhaupt. Der Weg dorthin war allerdings kurz, denn Tomas Barrios Vera steht auf Rang 144 und Marco Trungelliti auf Rang 83 und ist 36 Jahre alt. Auch wenn er nicht die schwersten Gegner hatte, löste er seine Aufgaben bislang souverän.

Was er in diesen beiden Partien geliefert hat, ist trotzdem das Beste, was von ihm auf Hartplatz dokumentiert ist. Gegen Barrios Vera schlug er zehn Asse bei drei Doppelfehlern, brachte 60 Prozent seiner ersten Aufschläge (48 von 80) und gewann 83 Prozent der Punkte dahinter (40 von 48); alle fünf Breakbälle, die er zuließ, wehrte er ab. Gegen Trungelliti waren es 17 Asse, 69 Prozent erste Aufschläge (72 von 104) und 82 Prozent Punktgewinn dahinter (59 von 72). Über beide Partien zusammen sind das 27 Asse bei zehn Doppelfehlern und 8 von 9 abgewehrten Breakbällen. Sein Aufschlag ist in diesem Turnier eine Waffe, die auch Cobolli gefährlich werden kann.

Die Schwachstelle liegt eine Etage tiefer. Hinter dem zweiten Aufschlag gewann Blockx 2026 auf Hartplatz 47 Prozent der Punkte, gegen Trungelliti nur 41 Prozent (13 von 32). Seine Rückschlagspiele gewinnt er auf diesem Belag kaum, nämlich 13 Prozent im Jahr 2026. Beide Werte beruhen bei ihm allerdings auf 54 Aufschlagspielen auf Tour-Ebene, also auf rund vier Partien. Als Aussage über eine ganze Saison taugt das nicht, als Hinweis auf die Struktur seines Spiels schon. Blockx hält sich über den Aufschlag im Spiel, nicht über den Rückschlag.

Cobollis Comeback-Qualitäten auf Hartplatz

Die Ergebnisse des Italieners erklären seine Platzierung, seine Punktebilanz auf Hartplatz erklärt sie nicht. Zur Saison 2026 gehören das Endspiel von Roland Garros, das er gegen Alexander Zverev über fünf Sätze verlor, das Viertelfinale von Wimbledon, das Halbfinale von Cincinnati, das Viertelfinale von Madrid, das Endspiel von München und der Turniersieg von Acapulco auf Hartplatz. Bei Grand Slams steht er 2026 bei 12:3, am 24.08.2026 erreichte er mit Rang 6 seine bislang höchste Platzierung, und dort steht er auch jetzt. Cobolli ist 24 Jahre alt, in Florenz geboren, 183 Zentimeter groß, 74 Kilogramm schwer und spielt wie Blockx rechtshändig mit beidhändiger Rückhand.

Der Blick auf die einzelnen Punkte ergibt ein nüchterneres Bild. Auf Hartplatz gewann Cobolli 2026 78 Prozent seiner Aufschlagspiele, wehrte 62 Prozent der Breakbälle ab, gewann 19 Prozent der Rückschlagspiele und kam über alle Punkte auf 49 Prozent. Über die Karriere liegt er auf diesem Belag bei demselben Wert und bei 76 Prozent gewonnener Aufschlagspiele. Ein Spieler, der insgesamt weniger als die Hälfte aller Punkte holt und trotzdem Sechster der Weltrangliste ist, gewinnt seine Partien nicht durch Überlegenheit, sondern in den engen Momenten.

Das erklärt auch, warum seine Ergebnisse auf diesem Belag so weit auseinanderliegen. Die erste Runde der Australian Open verlor er gegen Arthur Fery (Rang 186), in Dallas verlor er 2:6 und 2:6 gegen den damaligen Rang 181, in Kanada 6:7 und 6:7 gegen Rang 57, in Miami gegen Rang 72. Zwischen dem Turniersieg von Acapulco und dem Halbfinale von Cincinnati stehen also mehrere Niederlagen gegen Spieler weit außerhalb der ersten Hundert. Cobolli ist eigentlich ein klassischer Sandplatzspieler, allerdings hat er sich über die letzten Jahre auf dem Hartplatz stark verbessert. So auch bei der US Open.

In diesem Turnier hat er sich zweimal aus einem Rückstand herausgearbeitet. Gegen Francisco Comesaña (Rang 119) lag er mit 0:2 Sätzen hinten und gewann 3:6, 2:6, 6:3, 6:4, 6:4, und das, obwohl er weniger Punkte holte als sein Gegner, 155 von 317. Gegen den Qualifikanten Tristan Schoolkate (Rang 180) gab er wieder den ersten Satz ab, gewann dann aber 6:3, 6:4 und 7:5 mit 43 Winnern gegen 29. Die beiden Breakbälle, die er in dieser Partie zuließ, gab er beide ab. Über beide Partien wehrte er 13 von 21 Breakbällen ab.

Cobolli vs. Blockx: der direkter Vergleich

Blockx und Cobolli haben genau zweimal gegeneinander gespielt, beide Male in dieser Saison, und die Bilanz steht 1:1. In Monte-Carlo auf Sand gewann Blockx im April 6:3 und 6:3, damals als Nummer 91 gegen die Nummer 16. In Cincinnati auf Hartplatz gewann Cobolli im August 7:5, 4:6 und 7:5, damals als Nummer 10 gegen die Nummer 32. Für die Partie in New York ist die Begegnung auf Hartplatz die aussagekräftigere, und sie war knapp:

Wert

Blockx

Cobolli

Asse

10

3

Doppelfehler

7

1

Erste Aufschläge im Feld

51 Prozent (55/107)

60 Prozent (65/108)

Punkte nach erstem Aufschlag

78 Prozent (43/55)

69 Prozent (45/65)

Punkte nach zweitem Aufschlag

44 Prozent (23/52)

58 Prozent (25/43)

Rückschlagpunkte gegen den 2. Aufschlag

42 Prozent (18/43)

56 Prozent (29/52)

Abgewehrte Breakbälle

56 Prozent (5/9)

63 Prozent (5/8)

Punkte gesamt

48 Prozent (104/215)

52 Prozent (111/215)

Über drei Sätze lagen zwischen den beiden am Ende sieben Punkte. Entschieden wurde die Partie also nicht dadurch, dass einer klar besser spielte, sondern durch zwei Aufschlagspiele. Blockx führte im dritten Satz 5:3 und verlor die Partie danach mit 5:7, da er zweimal hintereinander sein Aufschlagspiel verloren hat.

Der zweite Punkt, den die Tabelle trägt, ist der Weg, über den Cobolli hereinkam. Blockx brachte in Cincinnati nur gut jeden zweiten ersten Aufschlag ins Feld, und genau dort setzte Cobolli an, indem er den zweiten Aufschlag angriff. Trifft Blockx dagegen so oft mit dem ersten Aufschlag wie in seinen New Yorker Partien, verschiebt sich dieses Kräfteverhältnis.

Flavio Cobolli vs. Alexander Blockx Tipps

Wett-Tipps Flavio Cobolli - Alexander Blockx
US Open
01
Sieg Flavio Cobolli 1,84
02
Über 3,5 Sätze 1,42

1. Tipp: Sieg Flavio Cobolli

Mein Tipp für diese Partie ist eine Siegwette auf den Italiener Flavio Cobolli. In ihrem letzten Aufeinandertreffen gewann Cobolli 7:5, 4:6 und 7:5, und er gewann gegen einen Blockx, der gut aufschlug. Das ist keine Ableitung aus der Weltrangliste, sondern das einzige direkte Ergebnis der beiden auf diesem Belag. Über fünf Sätze verschiebt sich diese Ausgangslage zu seinen Gunsten. Cobolli steht 2026 bei Grand Slams bei 12:3, war Finalist von Roland Garros und stand im Viertelfinale von Wimbledon, während Blockx bei 3:3 steht und noch keine Partie über fünf Sätze bestritten hat. Genau in der Phase, in der eine Partie über die Distanz entschieden wird, hat der eine Erfahrung und der andere keine.

Dazu kommt, dass Cobollis Stärke der Rückschlag ist, also genau die Seite, auf der Blockx seine schwächsten Zahlen hat. In Cincinnati griff Cobolli den zweiten Aufschlag seines Gegners an und war dort deutlich erfolgreicher als Blockx umgekehrt. Blockx muss den ersten Aufschlag also über fünf Sätze zuverlässig treffen, und gegen Trungelliti standen 17 Assen bereits sieben Doppelfehler gegenüber. Der Vorbehalt bleibt, dass Cobolli mit 6:55 Stunden gegen 4:32 Stunden mehr Zeit auf dem Platz verbracht hat und in diesem Turnier zweimal aus einem Rückstand heraus gewinnen musste. Das macht die Partie lang, ändert aber nichts daran, dass er in New York seit drei Jahren zuverlässig durch die ersten Runden kommt und Blockx zum ersten Mal im Hauptfeld den US Open steht.

2. Tipp: Über 3,5 Sätze

Über 3,5 Sätze verlangt, dass die Partie mindestens vier Sätze dauert. Cobollis Ausbeute bei den beiden Grand Slams auf diesem Belag liefert dafür die Grundlage. In zehn Partien, die er dort für sich entschieden hat, ist er nie mit drei Sätzen ausgekommen, und die vier, die nach drei Sätzen zu Ende waren, hat er verloren. Der Grund dafür liegt nicht in der Auslosung. Er liegt in der Punktebilanz: Cobolli gewinnt auf Hartplatz weniger Punkte, als er verliert, und holt seine Partien trotzdem, also über Breakbälle und Tiebreaks statt über klare Sätze. Beide Partien dieses Turniers liefen genau so.

Auf der anderen Seite steht ein Spieler, der genau einen Satz gewinnen muss, und der das über seinen Aufschlag kann. Blockx wehrte in New York 8 von 9 Breakbällen ab, und in Cincinnati nahm er Cobolli einen Satz ab und führte im dritten 5:3. Die Gegenseite ist schnell benannt, denn Blockx gewann seine erste Runde glatt, und Cobolli hat in seiner besten Form Partien auf Sand und Rasen ohne Satzverlust beendet. Dagegen steht, dass Blockx auch selbst breakt, vier von acht Breakbällen gegen Barrios Vera und fünf von zwölf gegen Trungelliti. Ein Satz ist für ihn also nicht allein über den eigenen Aufschlag erreichbar. Deswegen ist die zweite Empfehlung eine Over-Wette auf über 3,5 Sätze.

Fazit und Prognose zum Spiel

Zwei Ebenen prägen diese Partie, und sie zeigen in dieselbe Richtung. Der bessere Spieler ist Cobolli, als Sechster der Weltrangliste, Finalist von Roland Garros und Sieger der einzigen Begegnung auf Hartplatz. Nur gewinnt er knapp, und zwar systematisch, denn seine Punktebilanz auf diesem Belag liegt unter der Hälfte, ein glatter Sieg bei einem großen Turnier auf Hartplatz fehlt ihm bis heute, und in New York musste er sich schon zweimal aus einem Rückstand herausarbeiten. Beides zusammen ergibt kein Bild von einem Favoriten, der einen Außenseiter wegschlägt, sondern von einem, der am Ende vorne liegt.

Blockx bringt für einen Satz genug mit. Sein Aufschlag trägt in New York besser als je zuvor bei einem Grand Slam, er hat Cobolli in Cincinnati einen Satz abgenommen und im dritten geführt, und er kommt frischer in die Partie. Was ihm fehlt, ist die Erfahrung über die Distanz und ein Rückschlag, der Cobolli zwingt. Wer auf diesem Belag kaum ein Rückschlagspiel gewinnt, kommt über fünf Sätze nicht zweimal in Serie durch.

Die Prognose lautet deshalb auf einen Sieg von Flavio Cobolli in vier Sätzen. Cobolli gewinnt die längere Partie, weil er in den engen Spielen die besseren Werte hat und weil Blockx' Rückschlag ihn nicht ernsthaft unter Druck setzt.