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Sportwetten Strategien

Siegwetten: Strategien und Tipps für mehr Profit

Die Siegwette gilt als die einfachste aller Wetten: Du tippst darauf, wer gewinnt, und mehr gibt es nicht zu entscheiden. Ob sie tatsächlich so einfach ist, hängt davon ab, worauf du setzt: auf ein Tennismatch, ein Fußballspiel, ein Pferderennen oder den Sieger eines ganzen Turniers. Bei Siegwetten ändert sich von Wettkampf zu Wettkampf, was als Sieg zählt und gegen wie viele Gegner dein Tipp antritt, und damit auch, was du vor dem Setzen wissen musst.

Siegwetten im Duell ohne Unentschieden

Im Tennis und im Basketball lassen die Regeln kein Unentschieden stehen. Steht es im Tennis in einem Satz 6:6, folgt in der Regel ein Tiebreak, und den gewinnt erst, wer mindestens 7 Punkte holt und dabei 2 Punkte vorn liegt. So hat jeder Satz einen Sieger und damit auch jede Partie. Im Basketball wird nach einem Gleichstand am Ende des 4. Viertels um je 5 Minuten verlängert, so oft, bis eine Mannschaft vorn liegt. Siegwetten auf ein Tennismatch haben deshalb genau 2 Ausgänge, und einer davon tritt sicher ein; im Basketball gilt das für die Wette, die die Verlängerungen einschließt.

Auf jede der beiden Seiten steht eine Quote, in einem Tennismatch etwa 1,50 auf die eine und 2,60 auf die andere Spielerin. Die Quote gibt an, was pro eingesetztem Euro bei einem Treffer zurückkommt, der Einsatz ist darin schon enthalten: 10 Euro auf die 1,50 bringen 15 Euro, also 5 Euro Gewinn. In beiden Quoten zusammen steckt eine Marge, sodass jede Seite etwas weniger auszahlt, als ihre Chance allein hergäbe.

Im Duell bleibt dir damit eine einzige Frage: Gewinnt deine Seite öfter, als ihre Quote es verlangt? Setzt du auf die Spielerin mit der 1,50, muss sie mehr als zwei von drei solchen Partien gewinnen, denn bei genau zwei Siegen aus drei kommen aus drei Einsätzen gerade drei zurück. Traust du ihr das zu, passt die Wette. Wenn nicht, verzichtest du auf den Tipp oder siehst dir an, ob die 2,60 auf ihre Gegnerin zu deiner Einschätzung passt. Ein drittes Ergebnis, an dem beide Tipps verlieren, gibt es nicht, und an dieser Stelle ist die Siegwette tatsächlich so einfach wie ihr Ruf.

Fußball und Eishockey: Welcher Sieg zählt für die Wette?

Ein Fußballspiel kann mit einem Heimsieg, einem Auswärtssieg oder unentschieden enden, und die Fußballregeln lassen das Unentschieden als Ergebnis stehen. Verlängerung und Elfmeterschießen kommen nur dort hinzu, wo der Wettbewerb nach einem Unentschieden einen Sieger verlangt. Bei Siegwetten im Fußball stehen deshalb zwei Ausgänge gegen deine Auswahl: die Niederlage und das Unentschieden. Bleibt deine Mannschaft ungeschlagen, ohne zu gewinnen, ist der Tipp trotzdem verloren.

Im DFB-Pokal braucht jedes Spiel einen Sieger. Steht es nach der regulären Spielzeit unentschieden, wird um 2 x 15 Minuten verlängert, und ist danach noch immer nichts entschieden, folgt das Elfmeterschießen, in jeder Runde und im Endspiel. Gewinnt deine Mannschaft ein Pokalspiel erst in der Verlängerung oder im Elfmeterschießen, ist die Wette auf ihren Sieg in der regulären Spielzeit verloren, die Wette auf ihr Weiterkommen gewonnen. Rechnest du mit einem engen Spiel, das deine Mannschaft am Ende doch für sich entscheidet, passt zu dieser Erwartung nur die Wette auf das Weiterkommen.

Bei Eishockey Wetten kann ein Spiel nach der regulären Spielzeit unentschieden stehen und trotzdem noch einen Sieger bekommen. In der Hauptrunde der DEL folgt auf einen Gleichstand nach 60 Minuten eine Verlängerung von 5 Minuten und, wenn sie keine Entscheidung bringt, ein Penaltyschießen. Lautet eine Siegwette auf die 60 Minuten, verliert sie in jedem Spiel, das erst in der Verlängerung oder im Penaltyschießen entschieden wird. Lautet sie auf das Spiel einschließlich Verlängerung und Penaltyschießen, hat sie wie im Tennis nur 2 Ausgänge. Bevor du setzt, schaust du deshalb nach, welchen Zeitraum deine Auswahl meint.

Wer das Unentschieden nicht gegen sich haben will, nimmt es mit der Doppelte-Chance-Wette in den Tipp hinein. Sie legt 2 der 3 möglichen Ergebnisse eines Fußballspiels in eine Auswahl, etwa Sieg oder Unentschieden. Den zweiten abgedeckten Ausgang bezahlst du mit der Quote, die in der Regel niedriger liegt als die auf den Sieg allein. Stehen etwa 2,00 auf den Sieg und 1,30 auf Sieg oder Unentschieden, bringen 10 Euro mit der Doppelten Chance bei einem Sieg 7 Euro weniger zurück; dafür kostet dich das Unentschieden den Tipp nicht mehr. Die zweite Absicherung ist Draw no Bet: Endet das Spiel unentschieden, bekommst du deinen Einsatz zurück, und Gewinn bringt nur der Sieg deiner Mannschaft.

Siegwetten in einem großen Feld

Im Feld zählt allein der erste Platz. Bei der Siegwette im Galopprennen tippst du auf das Pferd, das nach der Entscheidung des Zielrichters als erstes einkommt. Deine Auswahl muss also vor allen anderen liegen, und jeder weitere Starter ist ein weiterer Gegner, an dem der Tipp scheitern kann. Bei einer Golf Wette auf ein Turnier, das mit mehr als 100 Spielern beginnt, sind das mindestens 100 Gegner zugleich.

Je mehr Starter, desto kleiner die Chance jedes Einzelnen, denn die ganze Chance auf den Sieg verteilt sich auf alle. In einem Pferderennen mit vielen Pferden ist deshalb jedes Pferd ein Außenseiter, auch das stärkste. Bei Siegwetten auf ein großes Feld verlierst du also auch mit der besten Auswahl öfter, als du gewinnst; eine Reihe verlorener Tipps ist dort der Normalfall und noch kein Zeichen einer schlechten Wahl.

Mit der Zahl der Starter wächst im Schnitt auch die Marge. Wer in einem Pferderennen auf jedes Pferd so setzt, dass er in jedem Fall 100 Euro zurückbekommt, braucht dafür im Schnitt 105 Euro, wenn nur 2 Pferde laufen, und 167 Euro, wenn 30 Pferde laufen. Die Quoten aller Starter stehen dann zusammen nicht für 100 Prozent Chance, sondern für 105 beziehungsweise 167 Prozent. In einem Rennen mit 30 Startern steht die Quote deiner Auswahl deshalb im Schnitt für eine deutlich höhere Chance, als sie tatsächlich hat, und die Wette rechnet sich erst, wenn du ihr mehr zutraust als diese überhöhte Chance.

Einen Sieger einschätzen: Duell und Feld im Vergleich

Im Duell misst du eine Seite an genau einer anderen, und ihre Leistung lässt sich dafür fein zerlegen. Für das Herrentennis weist die ATP Tour Aufschlag, Return und das Spiel unter Druck in getrennten Statistiken aus, und die lassen sich nach der Stärke des Gegners, nach dem Zeitraum und nach dem Belag filtern. Du kannst also nachsehen, wie ein Spieler zuletzt auf diesem Belag gegen Gegner dieser Klasse aufgeschlagen und returniert hat, und das neben die Werte seines Gegners legen. Alles, was du dafür brauchst, steht schon vor der Partie fest.

Im Feld kommen zur Stärke der Starter Bedingungen hinzu, die erst kurz vor dem Start feststehen. Viele Pferde laufen ihre beste Leistung nur bei einem bestimmten Zustand des Geläufs, manche auf festem Boden, andere auf weichem oder schwerem, und wie der Boden ist und welche Pferde tatsächlich laufen, steht erst am Renntag fest. Auch der Startplatz hängt nicht allein an der Stärke: Startet ein Galopprennen aus der Startmaschine, geht jedes Pferd in seine geloste Box, und die kann ihm einen Vorteil bringen. In der Formel 1 legt erst das Qualifying fest, von welchem Platz jeder Fahrer ins Rennen geht. Setzt du vor dem Qualifying oder vor dem Renntag, wettest du auf Startplatz, Boden und Teilnehmer, die noch nicht feststehen. Wartest du, setzt du mit dem Wissen um genau diese Bedingungen.

Manche Bedingungen legt das Los oder der Veranstalter vor dem Rennen fest. Startet ein Galopprennen aus der Startmaschine, geht jedes Pferd in die Box, die ihm seine geloste Startnummer zuweist, und eine Box kann einem Pferd im Rennen einen Vorteil verschaffen; diesen Vorteil verteilt also der Zufall. Im Ausgleich, einer eigenen Kategorie von Galopprennen, bestimmt der Ausgleicher für jedes Pferd das Gewicht, mit dem Ziel, dass alle die gleichen Aussichten auf den Sieg haben. Dort hängt deine Siegwette deshalb weniger daran, welches Pferd das beste ist, als an dem, was das Gewicht nicht ausgleicht, etwa die geloste Box oder ein Boden, der einem Pferd besonders liegt.

Die Siegerwette auf ein Turnier: der Titel als Kette von Siegen

Wer auf den Sieger eines Turniers im K.-o.-System setzt, braucht von seiner Auswahl jeden Sieg bis einschließlich des Endspiels. Das Hauptfeld im Einzel eines Grand-Slam-Turniers umfasst höchstens 128 Spieler, und jede Runde halbiert es: Wer den Titel holen will, muss 7 Runden gewinnen. Die Chance auf den Titel ergibt sich, indem man die Chancen aller Runden miteinander multipliziert, und dabei wird auch eine hohe Chance je Runde klein.

Angenommene Chance je Runde

Chance auf den Titel nach 7 Runden

Quote ohne Marge

90 %

48 %

2,09

80 %

21 %

4,77

70 %

8 %

12,14

Selbst ein Spieler, der jede einzelne Partie in neun von zehn Fällen gewinnt, holt den Titel also seltener, als er ihn verpasst. Die Quote auf den Titel fällt deshalb hoch aus, auch wenn die Quote auf jedes einzelne Spiel niedrig wäre. Ein Hinweis auf eine lohnende Siegerwette ist sie auch beim besten Spieler nicht: Sie spiegelt, dass seine Stärke 7 Mal hintereinander halten muss, und weil bei Wetten auf den Sieger eines ganzen Wettbewerbs die Marge in der Regel umso größer ist, je mehr Teilnehmer antreten, fällt sie noch niedriger aus, als diese Kette allein hergäbe.

Wie schwer die einzelnen Runden werden, hängt vom Tableau ab. Bei den Grand-Slam-Turnieren bekommen die gesetzten Spieler bevorzugte Plätze: Im Feld von 128 steht die Nummer 1 der Setzliste auf Linie 1, die Nummer 2 auf Linie 128, und die beiden können sich frühestens im Endspiel begegnen. Weil das Tableau vor der ersten Runde steht, kannst du den möglichen Weg deiner Auswahl bis zum Endspiel ablesen, bevor du setzt. Im DFB-Pokal fehlt dieser Blick, denn die Paarungen werden in jeder Runde neu ausgelost. Eine Siegerwette vor der ersten Runde rechnet dort mit Gegnern, die noch niemand kennt; wer erst nach einer Auslosung setzt, kennt wenigstens den nächsten Gegner.

Auch die Länge der einzelnen Duelle verändert den Weg zum Titel, denn je länger ein Duell dauert, desto seltener setzt sich die schwächere Seite mit einem guten Tag durch. Bei den Grand-Slam-Turnieren gehen alle Partien im Hauptfeld des Herreneinzels über 3 Gewinnsätze, alle übrigen über 2, sofern ein Turnier nichts anderes festlegt; im Herreneinzel kostet ein schwacher Satz den stärkeren Spieler deshalb seltener die Partie. In den Playoffs der NHL entscheidet nie ein einzelnes Spiel: Jede der 4 Runden geht über höchstens 7 Spiele, und weiter kommt, wer zuerst 4 davon gewinnt. Eine Siegerwette auf eine starke Mannschaft hat in einem Wettbewerb mit solchen Serien deshalb bessere Aussichten als dort, wo ein einziges Spiel eine Runde entscheidet.

Dennis, Redaktion wetten.eu

Ich bin Dennis und leite als Chefredakteur die Redaktion von Wetten.eu. Mein Schwerpunkt liegt auf Sportwetten und Online Casinos. Seit über zehn Jahren teste ich Wettanbieter und Casinos selbst – von der Registrierung über Ein- und Auszahlungen bis hin zum Kundenservice. Diese praktische Erfahrung fließt direkt in meine Testberichte und Ratgeber ein. Was mich antreibt: Spielern klare, ehrliche Einschätzungen zu liefern, damit sie wissen, worauf sie sich einlassen.