Tennis Wetten reichen vom Tipp auf den Matchsieger bis zur Zahl der Asse. Welche Wette sich anbietet, hängt vom Belag ab und vom Turnier, auf dem gespielt wird. Dazu kommt, wie die beiden Spieler aufschlagen und zurückschlagen. Ohne die Regeln, nach denen ein Match entschieden ist, lässt sich keine dieser Wetten einschätzen. In diesem Artikel erfährst du alles, was du für deine nächste Tennis Wette wissen musst.
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Wie ein Tennismatch gezählt wird
Ein Game gewinnt, wer mindestens vier Punkte holt und dabei zwei Punkte Vorsprung hat, gezählt über 0, 15, 30 und 40. Ein Satz geht grundsätzlich bis sechs gewonnene Games, wieder mit zwei Games Vorsprung, und steht es 6:6, folgt in der Standardform ein Tie-Break. Darüber liegt das Match, das nach den offiziellen Tennisregeln über zwei oder drei Gewinnsätze läuft. Damit stehen vier Ebenen übereinander, und ein Vorsprung auf einer Ebene setzt sich nicht automatisch in die nächste um. Ein Spieler kann über das gesamte Match mehr Punkte holen und trotzdem verlieren, weil seine Punkte in den Games verpuffen, die er ohnehin gewinnt. Für eine Auswahl bei Tennis Wetten heißt das, dass die Frage nach dem stärkeren Spieler noch keine Wette ist. Erst wenn feststeht, ob das Match, ein Satz oder ein einzelnes Game gewertet wird, ist klar, was du eigentlich einschätzt.
Aufschlagrecht, Return und das Break
Innerhalb eines Satzes schlägt abwechselnd der eine und der andere Spieler auf, Game für Game. Wer aufschlägt, eröffnet jeden Punkt und hat in diesem Game die bessere Ausgangslage, wer zurückschlägt, spielt aus der Verteidigung. Gewinnt der Rückschläger dieses Game trotzdem, ist das ein Break, und weil ein Satz schon nach sechs oder sieben gewonnenen Games vorbei ist, wiegt ein einziges Break im Satzverlauf schwer. Genau daran hängt ein großer Teil der Tennisanalyse, denn zwei Spieler können sich in ihrer Aufschlagstärke kaum unterscheiden und trotzdem völlig verschiedene Satzergebnisse produzieren, wenn einer von ihnen seine wenigen Breakbälle nutzt und der andere nicht.
Zwei Gewinnsätze oder drei Gewinnsätze
Ob ein Match nach zwei oder nach drei Gewinnsätzen entschieden ist, verändert die Distanz erheblich. Über zwei Gewinnsätze reicht ein starker Beginn, denn ein Spieler kann das Match abschließen, bevor sein Gegner seinen Rhythmus gefunden hat. Über drei Gewinnsätze kann ein Spieler einen schwachen Beginn noch korrigieren, dafür wiegen Ausdauer und die Fähigkeit, das eigene Aufschlagspiel über Stunden zu halten, deutlich schwerer. Für jede Auswahl, die sich auf die Zahl der Games oder der Sätze bezieht, ist das Format deshalb die erste Angabe, die du brauchst, noch vor jeder Einschätzung der beiden Spieler.
Welche Tennis Sportwetten gibt es?
Auf das gesamte Match, auf einen einzelnen Satz, auf ein einzelnes Game, auf den Tie-Break, auf Breaks und auf die Asse oder Doppelfehler eines Spielers gibt es jeweils eigene Wettarten, und die Wettregeln führen sie getrennt. Dazu kommen Langzeitwetten auf den Turniersieger, die nicht ein Match, sondern ein ganzes Turnier bewerten. Zwei Angaben brauchst du bei Tennis Sportwetten, ehe du dich festlegst: Was wird gezählt, und ab welchem Stand dieser Zählung ist die Auswahl gewonnen.
Wettart | Was gewertet wird |
|---|---|
Matchsieger | Sieger des gesamten Matches |
Satzsieger | Sieger eines bestimmten Satzes |
Korrektes Satzergebnis | Endstand nach Sätzen |
Handicap nach Games | Alle gewonnenen Games beider Spieler zusammen |
Mehr oder weniger Games | Zahl aller Games im Match/Satz |
Zahl der Sätze | Wie viele Sätze im Match gespielt werden |
Tie-Break im Match | Ob ein Satz im Tie-Break entschieden wird |
Break und Breakball | Verlorene Aufschlagspiele und Breakbälle |
Asse | Zahl der Asse eines Spielers oder beider Spieler |
Doppelfehler | Zahl der Doppelfehler |
Am Handicap nach Games wird sichtbar, wie weit die gewertete Zählung vom Matchsieg abweichen kann. Gezählt werden dort alle Games beider Spieler zusammen, erst danach wird die Handicap-Vorgabe angerechnet. Angenommen, ein Match endet 6:4, 3:6 und 6:3, dann hat der Sieger 6 plus 3 plus 6, also 15 Games gewonnen, der Verlierer 4 plus 6 plus 3, also 13. Mit einer Handicap-Vorgabe von minus 3,5 Games bleiben dem Sieger davon 11,5 Games, und weil 11,5 unter 13 liegt, ist die Auswahl auf ihn verloren, obwohl er das Match gewonnen hat. Dieselbe Trennung gilt für die Über/Unter Wetten, denn sie beziehen sich je nach Wettart auf die Games im ganzen Match, auf die Games in einem einzelnen Satz, auf die Zahl der Sätze oder auf die Punkte in einem Tie-Break.
Die Wetten rund um den Aufschlag bringen zusätzlich einiges an Spezialwetten. Ein Break, ein Breakball und der Ausgang des ersten Aufschlagspiels werden getrennt gewertet, sodass eine solche Auswahl bereits nach wenigen Minuten entschieden sein kann, während das Match noch offen ist. Der Matchsieger spielt für Asse und Doppelfehler keine Rolle, weil beides an Technik und Risiko eines einzelnen Spielers hängt. Die Statistik der ATP Tour führt für jeden Spieler unter anderem die durchschnittlichen Asse, die Doppelfehler und die gewonnenen Aufschlagspiele, und genau diese Durchschnitte sind der Maßstab, an dem du eine vorgegebene Grenze prüfst.
Welcher Belag welchem Spielertyp liegt
Auf Sand springt der Ball langsamer und höher ab, auf Rasen niedriger und schneller, und Hartplatz liegt zwischen diesen beiden Extremen. Dazu kommen Griffigkeit und Rutschfestigkeit des Bodens, von denen abhängt, ob ein Spieler in die Bewegung hineinrutschen kann oder jeden Richtungswechsel abstoppen muss. Sand gilt als langsamer Belag mit langen Ballwechseln, Hartplatz als mittel bis schnell. Wer druckvoll spielt, kommt damit typischerweise auf Hartplatz oder Rasen besser zurecht, wer ausdauernd von der Grundlinie arbeitet, eher auf Sand. Das ist der Ausgangspunkt einer Einschätzung, und er ersetzt nicht den Blick auf die Werte des Spielers, um den es konkret geht.
Sand verlängert die Ballwechsel
Weil der hohe, langsame Absprung dem Rückschläger Zeit gibt, kommen auf Sand Bälle zurück, die auf schnellerem Boden Punktgewinne wären. Ein Aufschlag allein beendet hier selten einen Punkt, stattdessen entscheidet, wer den langen Ballwechsel körperlich und im Kopf durchhält. Dadurch entstehen auf Sand deutlich mehr Breaks als auf anderen Belägen. Für die Einschätzung eines Matches auf Sand zählt deshalb weniger die Aufschlagstärke als die Frage, wer über drei Stunden noch dieselbe Länge und Präzision von der Grundlinie bringt.
Auf Rasen fällt die Entscheidung früher
Der niedrige, schnelle Absprung dreht dieses Verhältnis um. Flach gespielte Bälle bleiben unten, der Rückschläger hat weniger Zeit, und ein gut platzierter Aufschlag beendet den Punkt oft im ersten oder zweiten Schlag. Auf Rasen hängt ein Satz deshalb an wenigen Momenten. Wer sein eigenes Aufschlagspiel sicher hält, kommt mit einem einzigen Break häufiger durch, weshalb hier Aufschlagwerte und Breakbälle näher am Ergebnis liegen als jede Ausdauerfrage.
Auf Hartplatz genügt eine einzelne Stärke selten
Hartplatz ist vergleichsweise neutral, und das macht ihn für die Einschätzung nicht einfacher, sondern anspruchsvoller. Ein starker Aufschlag ist auf Hartplatz ebenfalls enorm wichtig, ohne allein zu genügen, und gute Rückschläger kommen ins Spiel, ohne den Aufschläger komplett auszuhebeln. Deshalb setzen sich auf Hartplatz eher Spieler durch, die mehr als eine Stärke haben, während ein einseitiges Profil seltener reicht.
Warum ein Etikett wie Sandspezialist wenig aussagt
Ein Etikett wie „Sandspezialist" ist nur so viel wert wie die Ergebnisse, auf die es sich stützt, und die stehen nicht in der Gesamtbilanz einer Saison. Angenommen, zwei Spieler haben in einem Zeitraum je 20 Siege geholt, der eine 13 davon auf Hartplatz, 5 auf Sand und 2 auf Rasen, der andere 4 auf Hartplatz, 14 auf Sand und 2 auf Rasen. Beide stehen mit derselben Zahl in der Bilanz, für ein Match auf Sand sind sie trotzdem völlig verschieden zu bewerten. Vor einer Auswahl bei Tennis Wetten trennst du die Werte deshalb nach Belag, ehe du irgendeinem Spielertyp einen Vorteil zuschreibst.
Wie die vier Grand Slams die Saison gliedern
Die ATP Tour unterscheidet unterhalb der Grand Slams die Klassen ATP 250, ATP 500 und Masters 1000. Bei den Frauen läuft die WTA Tour parallel dazu, daneben stehen die ITF-Turniere und die Mannschaftswettbewerbe. Was die Saison gliedert, sind die vier Grand Slams, weil sie in fester Reihenfolge auf drei verschiedenen Belägen gespielt werden.
Grand Slam | Belag | Stelle in der Reihenfolge |
|---|---|---|
Australian Open | Hartplatz | erster Grand Slam der Saison |
Roland Garros | Sand | zweiter |
Wimbledon | Rasen | dritter |
US Open | Hartplatz | vierter |
Zwei der vier großen Turniere werden also auf Hartplatz gespielt, je eines auf Sand und auf Rasen. Innerhalb dieser Reihenfolge wechselt der Boden bei drei von vier Übergängen, und damit ändert sich auch, welcher Spielertyp im Vorteil ist. Was ein Spieler beim vorigen großen Turnier gezeigt hat, ist deshalb auf einem anderen Belag entstanden als dem, auf dem er als Nächstes antritt, und wer das übergeht, bewertet ihn nach dem falschen Boden. Umgekehrt ist der Weg von Wimbledon zu den US Open ein Wechsel zurück auf einen Belag, auf dem der Auftakt der Saison schon Ergebnisse geliefert hat.
Das Matchformat gehört zu einem Turnier genauso fest wie der Belag. Es begrenzt, wie viele Sätze gespielt werden können, und damit auch die Zahl der Games im ganzen Match. Grand Slams werden bei den Herren im Best of 5 Format gespielt, während andere Turniere im Best of 3 laufen. Somit braucht man bei den Grand Slams drei Sätze für den Sieg. Bei den Damen werden alle Spiele im Best of 3 gespielt, egal ob Grand Slam oder WTA 500.
Tipps und Strategien für Tennis Wetten
Das Leaderboard der ATP Tour führt Aufschlag, Return und Drucksituationen getrennt und lässt die Werte nach Gegnerstärke, Zeitraum und Belag filtern. Damit liegt der Rohstoff für eine Tennisanalyse schon sortiert vor, und die Arbeit besteht darin, ihn in dieser Reihenfolge zu benutzen, statt bei der Gesamtbilanz stehen zu bleiben.
- Nach Belag filtern, bevor du Form beurteilst. Eine Jahresbilanz mischt Sand, Rasen und Hartplatz zu einer Zahl, die für das nächste Match auf einem bestimmten Boden nichts aussagt. Setze den Filter auf den Belag, ehe du überhaupt von Form sprichst, und akzeptiere, dass die Stichprobe dadurch kleiner wird.
- Aufschlag und Return einzeln bewerten. Ein Spieler kann sein eigenes Aufschlagspiel sicher halten und trotzdem kaum Breakbälle erzwingen, ein anderer holt viele Breaks und verliert selbst reihenweise Aufschlagspiele. Beides ergibt eine ähnliche Siegquote, führt aber zu völlig verschiedenen Verläufen in Sätzen und Games, und nur die getrennten Werte zeigen, welcher der beiden Fälle vorliegt.
- Gegnerqualität berücksichtigen und kleine Stichproben ernst nehmen. Werte gegen die erweiterte Spitze bedeuten etwas anderes als Werte gegen die zweite Reihe, weshalb der Filter nach Gegnerstärke zum Pflichtprogramm gehört. Direkte Duelle sind dafür der schwächste Kandidat, weil zwei Spieler oft nur zwei oder drei Matches gegeneinander bestritten haben, teils auf einem anderen Belag als dem kommenden.
- Die eigene Einschätzung gegen die Quote stellen. Angenommen, bei einem Match liegt die Grenze für die Gesamtzahl der Games bei 21,5, du hältst mehr Games für wahrscheinlicher und schätzt diese Chance auf 60 Prozent, während die angebotene Quote bei 1,80 liegt. In dieser Quote stecken 1 geteilt durch 1,80, also 55,6 Prozent. Deine 60 Prozent liegen darüber, und nur diese Differenz ist der Grund, die Auswahl zu spielen. Liegt deine Schätzung darunter, setzt du nicht, so hoch die Quote auch ist.
- Jede Entscheidung mit ihrer Begründung notieren. Schreibe auf, welche Werte du benutzt hast und warum du die Chance höher eingeschätzt hast als die Quote. Erst dieses Protokoll erlaubt später die einzige Auswertung, die etwas bringt, denn ein Treffer macht eine dünne Begründung nicht besser, und eine verlorene Auswahl widerlegt eine belastbare Begründung nicht.
- Live erst nach einer sichtbaren Rollenänderung einsteigen. Ein Break, ein wiederholt gefährdetes Aufschlagspiel oder ein Spieler, der plötzlich lange Ballwechsel meidet, sind beobachtbare Änderungen und damit ein Anlass, im laufenden Match einzusteigen.
Die Geschichte des Tennis und was von ihr heute noch gilt
Walter Clopton Wingfield ließ 1873 die Ausrüstung für Lawn Tennis patentieren und verkaufte sie als Kasten mit zwei Netzpfosten, einem Netz, Rackets und Bällen aus Gummi. Vier Jahre später richtete der All England Club in Wimbledon die ersten Championships aus, und im selben Jahr überarbeitete der Marylebone Cricket Club Wingfields ursprüngliche Regeln. Wimbledon ist damit das älteste der vier großen Turniere, und gespielt wird dort bis heute auf Rasen, dem Belag, für den Wingfields Ausrüstung gedacht war. Schon 1877 kamen die Regeln nicht von dem Klub, der das Turnier veranstaltete, sondern von einem anderen, und diese Trennung zwischen Veranstalter und Regelwerk gilt unverändert.
1881 gründete sich der US-amerikanische Verband und richtete umgehend seine National Championships aus, zunächst beschränkt auf Spieler mit Wohnsitz in den USA. 1891 kam die französische Meisterschaft in Paris hinzu, 1896 begann Deutschland sein erstes nationales Turnier. 1900 wurde der Davis Cup erstmals ausgespielt, damals als Wettbewerb zwischen den USA und Großbritannien, und 1905 folgten die Australasian Championships, aus denen die Australian Open hervorgingen. All diese Turniere gab es also schon, bevor ein gemeinsames Regelwerk über ihnen stand, und der Davis Cup ist älter als jede Turnierklasse der heutigen Tour. Wie eng der Rahmen anfangs war, zeigt die Beschränkung von 1881: Wer mitspielen durfte, entschied sich am Wohnort und nicht an der Spielstärke.
Am 1. März 1913 gründeten zwölf nationale Verbände auf einer Generalkonferenz in Paris den Weltverband World Tennis, und 1923 erhielt er die weltweite Regelhoheit. Das ist der Grund, warum ein Game, ein Satz und ein Tie-Break bei jedem Turnier nach denselben Regeln entschieden werden, und erst diese Einheitlichkeit macht eine Wettart über Turniere hinweg vergleichbar. Ohne eine Stelle, die die Zählweise für alle festlegt, wäre bei Tennis Wetten eine Auswahl auf ein Satzergebnis von Turnier zu Turnier etwas anderes.
1968 öffnete der Verband den Sport, und damit spielten Profis und Amateure erstmals in denselben Wettbewerben. Aus dieser Öffnung ist die heutige Tour entstanden, in der die Turniere nach Rangordnung gestaffelt sind und die Grand Slams an der Spitze stehen. Dass Turniere überhaupt in einer gemeinsamen Rangordnung stehen, geht auf diesen Bruch zurück.
Der jüngste der Wendepunkte betrifft die Länge eines Satzes. 1970 wurde der Tie-Break bei den US Open erprobt, 1974 als alternatives Zählsystem anerkannt. Vorher konnte ein Satz ohne Begrenzung weiterlaufen, solange keiner der beiden Spieler den nötigen Vorsprung herausspielte. Mit dem Tie-Break ist dieser Verlauf begrenzt, und daraus sind zwei Dinge entstanden, die es ohne ihn nicht gäbe: eine berechenbare Obergrenze für die Zahl der Games in einem Satz, an der sich jede Wette auf mehr oder weniger Games orientiert, und der Tie-Break selbst als eigener Wettgegenstand.




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