Darts ist als Wettsportart mit keinem anderen zu vergleichen: 501 Punkte runter auf null, letzter Pfeil ins Doppelfeld, dazu Set- und Leg-Format, die ein Spiel komplett anders ablaufen lassen. Wer das Spielprinzip nicht kennt, vergleicht Quoten zwischen einer WM-Partie im Alexandra Palace und einem Premier-League-Abend in Newcastle, ohne zu merken, dass die Varianz in beiden Spielen völlig unterschiedlich aussieht. Dieser Ratgeber baut die Grundlage von der Spielregel bis zur fertigen Wette auf — mit Profikennzahlen, Turnierformaten und einer ehrlichen Einsatzplanung.
Die besten Wettanbieter für Darts Wetten
So funktionieren Darts Wetten
Jedes Leg im professionellen Darts beginnt bei 501 Punkten. Beide Spieler werfen abwechselnd je drei Pfeile, ziehen die Punkte vom Stand ab und versuchen, exakt auf null zu kommen. Wer das zuerst schafft, hat das Leg gewonnen — vorausgesetzt, der letzte Pfeil landet in einem Doppelfeld oder im Bullseye. Das ist die Double-Out-Regel, und sie ist der Grund, warum eine Darts-Partie nicht einfach ein Punkterennen ist, sondern bis zum letzten Pfeil kippen kann. Wirft ein Spieler über null hinaus oder bleibt bei einem Restwert von eins stehen, zählt die ganze Aufnahme nicht — der berühmt-berüchtigte Bust. Die Punkte aus dem überzähligen Wurf verfallen, der Spieler beginnt seine nächste Aufnahme wieder vom alten Stand.
Das höchste Einzelziel auf der Scheibe ist die Triple 20 mit 60 Punkten. Drei Pfeile in die Triple 20 ergeben die berühmten 180 — das maximale Ergebnis einer Aufnahme. Daneben zählen Bullseye 50 Punkte und Single Bull 25 Punkte. Wer 501 in nur neun Pfeilen auf null bringt, hat einen Neundarter geworfen, das perfekte Leg. Eine geläufige Route ist 180, 180, 141 — also zweimal Triple 20 und zum Abschluss Triple 20, Triple 19, Doppel-12.
Auf dieser Mechanik bauen zwei verschiedene Wettkampfformate auf, die du als Tipper unbedingt unterscheiden musst. Im Leg-Modus zählen alle Legs eines Matches in einen einzigen Topf: Wer als Erster eine festgelegte Anzahl Legs holt, gewinnt das Match — etwa „first to 11" auf der PDC Pro Tour oder „first to 18" im Finale des World Matchplay in Blackpool. Im Set-Modus wird ein Match in Sets unterteilt: Drei gewonnene Legs ergeben einen Set, eine festgelegte Anzahl Sets entscheidet das Match. Bei der WM 2026 im Alexandra Palace galt etwa Best of 5 Sets in der ersten Runde, im Finale Best of 13 Sets.
Klingt nach Detail, ist aber für Wetten der wichtigste Hebel überhaupt. Im Leg-Modus zählt jedes Leg gleich viel — eine Pechserie über drei, vier Legs reicht für die Niederlage. Im Set-Modus dagegen ist nach drei verlorenen Legs nur ein Set weg. Der Rest der Partie steht trotzdem noch offen. Comeback-Wetten haben deshalb im Set-Modus deutlich mehr Substanz als im reinen Leg-Format.
Eine Wette ohne Kenntnis des Spielmodus ist eine Wette mit halbem Wissen. Bevor du auf einen Sieger setzt oder auf eine Wette zur Zahl der Legs, musst du wissen, ob in Sets oder in Legs gespielt wird und wie viele davon. Genau hier scheitern Einsteiger reihenweise — und genau hier fängt die Arbeit beim Wetten an.
Wettarten beim Darts — von der 180er-Wette bis zur Checkout-Wette
Die Siegerwette ist im Darts der Standard und gleichzeitig fast schon zu simpel: Wer gewinnt das Match? Zwei Ausgänge, kein Unentschieden, weil bei einem Gleichstand am Ende immer ein Entscheidungsleg geworfen wird. Genau weil das so klar ist, sind die Quoten bei klaren Favoriten wie Luke Littler oder Luke Humphries gegen Außenseiter aus den hinteren Ranglistenplätzen oft tief im 1,1-Bereich. Wer hier Value sucht, braucht entweder einen Außenseiter mit echter Form oder eine andere Wettart.
Genau dafür gibt es das Handicap auf Legs. Der Außenseiter bekommt einen virtuellen Leg-Vorsprung — bei einem Best-of-11-Match also etwa +2,5 Legs. Damit gewinnt deine Handicap-Wette bei einem 6-3 oder 6-4 für den Favoriten ebenso wie bei jedem Sieg des Außenseiters. Im Gegenzug nimmt der Favorit ein Minus-Handicap (-2,5 Legs), was nur bei einem 6-2 oder klarer aufgeht. Für enge Duelle in der Premier League oder bei den Players Championship Events ist das Handicap die brauchbarere Alternative zur Siegerwette.
Die Über/Unter-Wette auf gespielte Legs ist die zweite Säule jeder Darts-Wette. Bei einem Best-of-11-Match liegt der Schwellenwert meist bei 9,5 oder 10,5 Legs. Über 10,5 Legs gewinnst du bei jedem Match, das mindestens bis zum 11. Leg geht — also 6-5 oder weiter. Hier hängt vieles am Spielstil: Zwei schwächere Scorer mit hohem Doppelfelddruck produzieren längere Matches, zwei Scoring-Maschinen wie Littler und Humphries kürzere mit klarerem Ausgang.
Spannend wird es bei den Spezialwetten. Die 180er-Wette zielt auf die Zahl der Maximums pro Match, manchmal auch pro Spieler. Wer regelmäßig Triple 20 packt, produziert 180er — Luke Littler warf bei der WM 2025 76 davon und gewann damit den Ballon d'Art für die meisten Maximums eines Turniers. Beim Über/Unter auf 180er pro Match liegt der Schwellenwert in Top-Duellen oft bei 8,5 oder 9,5 — wer auf Über tippt, braucht im Schnitt eine 180 alle drei bis vier Legs.
Die Checkout-Wette setzt auf das höchste Doppel-Finish einer Partie. Hier zählt nur der höchste Wert, den ein Spieler in einer einzigen Aufnahme zum Leg-Sieg auswirft — also etwa ein 121er aus T20-T11-D14 oder spektakulärer ein 170er aus T20-T20-Bullseye. 170 ist gleichzeitig das maximale 3-Pfeil-Finish im 501er Spiel mit Double Out. Die Wette belohnt Tipper, die einen Werfer für besonders mutig oder einen Spieler für besonders treffsicher beim hohen Finish halten.
Highest Average ist im Grunde ein Duell um den höheren 3-Pfeil-Schnitt — wer das Match mit der besseren Scoring-Statistik beendet, gewinnt die Wette. Das ist nicht zwingend identisch mit dem Match-Sieger: Ein Spieler kann mit 102er-Schnitt verlieren, weil er die Doppel verfehlt. Highest Average ist die Wette für Leute, die Scoring von Finishing trennen wollen.
Bleibt noch die korrekte Set-Wette. Die zielt auf den exakten Endstand in Sets, etwa „Sieger 4-2" oder „Sieger 4-1". Quoten zwischen 4,00 und 9,00 sind hier üblich, je nach Stärkeverhältnis und Set-Distanz. Die korrekte Set-Wette gibt es naturgemäß nur im Set-Modus — bei einem Premier-League-Abend im Leg-Format wirst du sie nicht finden.
Diese Kennzahlen entscheiden über deine Darts Wetten
Eine Darts-Quote ohne Profikennzahl ist Glücksspiel ohne Information. Wer eine Siegerwette setzt, ohne den 3-Pfeil-Schnitt der beiden Spieler zu kennen, tippt ins Blaue. Vier Werte sind dabei zentral: 3-Dart-Average, Checkout-Quote, 180er-Häufigkeit und Doppelquote. Ohne sie ist jede Quote nur eine Zahl auf dem Bildschirm.
Der 3-Dart-Average misst, wie viele Punkte ein Spieler im Schnitt pro Aufnahme von drei Pfeilen erzielt. Bei den Spitzenspielern liegt der Wert üblicherweise zwischen 90 und 110 Punkten — alles über 100 gilt als Weltklasse. Phil Taylor erreichte beim Gewinn der European Championship 2009 einen Turnierschnitt von 111,54, was als beste Turnierleistung der TV-Geschichte gilt. Den Allzeit-TV-Rekord für ein einzelnes Match hält Michael van Gerwen mit 123,40 aus der Premier League 2016 gegen Michael Smith. Wenn du also einen Match-Schnitt von 95 siehst, ist das solide PDC-Niveau, kein Ausrufezeichen — bei einem Spieler wie Luke Littler eher unterdurchschnittlich.
Die Checkout-Quote zeigt, wie zuverlässig ein Spieler ein Leg auf Doppel beendet. Hier liegen Spitzenspieler bei rund 40 bis 50 Prozent — im Schnitt einer langen Karriere selten höher. Phil Taylor kam über mehr als 7.000 Versuche auf 43,5 Prozent, Michael van Gerwen warf bei der WM 2017 47 Prozent. In einem einzelnen Turnier können die Werte bei kleinen Stichproben auch mal über 60 Prozent steigen, wie bei Brendan Dolan in der WM 2024/25 mit 69 Prozent. Über 1.000 Versuche hinweg pegelt sich aber jeder Profi zwischen 40 und 50 Prozent ein. Wer in einer Statistik 25 Prozent sieht, weiß: Da hat heute jemand richtig gehadert.
180er pro Match sind das dritte Maß. Luke Littler warf bei der WM 2025 in sieben Matches 76 Maximums — also gut elf pro Match. Im Mittel der WM 2024 lagen rund sieben 180er pro Spiel im ersten Wochenende, also etwa eine pro Leg in einem Best-of-11-Format. Die 180er-Häufigkeit ist der Indikator für Scoring-Stärke schlechthin: Wer regelmäßig drei Pfeile in die Triple 20 packt, bleibt im Punkterennen vorne, auch wenn das Doppel mal verfehlt wird.
Bleibt die Doppelquote. Die misst den Trefferanteil auf alle Doppelfelder, nicht nur auf das Match-entscheidende. Spieler wie Phil Taylor trafen in ihren besten Jahren rund 50 Prozent der Doppel; auf der gesamten Tour über 34 Profis und 170.000 Würfe seit 2018 liegt der Schnitt bei 39 Prozent. Wer sie konsistent unter 35 Prozent zeigt, hat ein echtes Doppelproblem.
Vor jeder Siegerwette der schnelle Quercheck: Liegt der durchschnittliche 3-Dart-Average der beiden Spieler aus den letzten zehn Matches mehr als fünf Punkte auseinander, ist der Favorit schon mit der Quote belohnt. Liegt er unter zwei Punkten Differenz, hat das Handicap meist mehr Substanz als die nackte Siegerwette.
Live-Wetten im Darts — Momentum und der richtige Moment
Live-Wetten im Darts sind komplett anders als Live-Wetten im Fußball. Beim Fußball läuft die Uhr unerbittlich nach vorne, beim Darts entscheidet jeder einzelne Pfeil — und ein Match kann nach drei verlorenen Legs noch komplett kippen. Genau deshalb verschieben sich die Quoten bei jedem gewonnenen Set oder Leg fast schon ruckartig. Bei einem 0-2-Rückstand im Set-Modus sieht der Außenseiter plötzlich Quoten von 6,00 oder 8,00 — und genau hier wird die Wette interessant für alle, die das Spiel lesen können.
Momentum ist im Darts kein leeres Wort. Wer drei, vier Legs am Stück gewinnt, baut nicht nur Punkte, sondern auch Selbstvertrauen am Doppel auf. Luke Littler hat in mehreren Comebacks gezeigt, wie dünn die Distanz zwischen 2-4 und 5-4 sein kann — gerade weil ein Doppeltreffer die ganze Schlagdynamik dreht. Wenn ein Spieler drei Legs am Stück gewinnt, fallen die Quoten auf seinen Match-Sieg oft um 30 bis 50 Prozent. Der entscheidende Punkt: Reagiert die Quote schon auf das verschobene Selbstvertrauen, oder noch nur auf den Spielstand? Wer Momentum erkennt, bevor die Quote nachzieht, holt sich Value.
Druck am Doppel ist der zweite Schlüssel. Bei einem 5-5 in einem Best-of-11-Match wirft jeder seinen ersten Doppelpfeil mit anderem Puls als bei einem 3-3. Spieler wie Gary Anderson sind dafür bekannt, dass die Doppelquote im Entscheidungsleg deutlich abfällt — andere wie Michael van Gerwen halten ihren Schnitt selbst bei Matchdarts relativ stabil. Diese Information ist Gold wert für Live-Wetten in der Schlussphase.
Eine kurze Warnung. Comeback-Wetten klingen verlockend, sind aber nichts für Reflextipper.
Wer bei einem 0-3 im Set-Modus auf das Comeback setzt, bekommt zwar oft Quoten zwischen 5,00 und 9,00 — aber nur ein Bruchteil dieser Wetten geht durch. Faustregel: Comeback-Wetten erst dann setzen, wenn der Außenseiter bereits ein Leg im aktuellen Set gewonnen hat. Das senkt die Quote, aber erhöht die Trefferchance deutlich. Eine pure Wette aus dem Bauch nach drei verlorenen Sets bringt selten Gewinn — egal wie groß die Quote ist.
Cash-Out ist die Reißleine, die viele Anbieter inzwischen auch für Darts anbieten. Steht deine Wette bei 70 Prozent des möglichen Gewinns, und das Match kippt gerade, kannst du den Großteil sichern. Vor allem bei längeren Set-Matches im Alexandra Palace ist das eine sinnvolle Option — vorausgesetzt, der Cash-Out-Wert ist fair und nicht systematisch unter dem fairen Wert. Vergleiche die angezeigte Cash-Out-Summe mit dem theoretischen Wert deiner Restchance, dann weißt du, ob es sich rechnet.
Darts WM im Alexandra Palace — Format, Setzliste und Wetten
Die PDC World Darts Championship ist das wichtigste Turnier im Kalender, und sie verteilt seit der Ausgabe 2025/26 mehr Geld als je zuvor. Mit der Aufstockung von 96 auf 128 Teilnehmer wurde auch der Preisgeldtopf verdoppelt: insgesamt 5 Millionen £, davon 1 Million £ für den Sieger, 400.000 £ für den Finalisten und 200.000 £ für jeden Halbfinalisten. Der Sprung vom Scheck des Finalisten auf den Siegercheck macht das Finale zu einem echten Alles-oder-nichts-Match — auch für Tipper.
Gespielt wird seit 2007/08 jeden Dezember und Januar im Alexandra Palace im Norden Londons. Die Atmosphäre dort ist legendär: knapp 3.500 Zuschauer, lange Tische mit Bier und Verkleidungen, eine Stimmung, die Spieler entweder beflügelt oder zermürbt. Wer schon mal in der WM gespielt hat, weiß, was die „Ally Pally"-Atmosphäre mit den Nerven macht. Für Wetten heißt das: Erfahrung im Hauptraum ist eine Information, die selten in der Quote steckt.
Das Setzformat folgt einer klaren Logik. Top 32 nach PDC Order of Merit sind gesetzt — vom Weltranglistenersten bis zur Nummer 32. Diese 32 starten ab der WM 2025/26 erstmals schon in Runde 1, was vorher anders war. Die Setzliste bestimmt damit nicht nur den Auslosungsweg, sondern öffnet auch ein neues Tippfenster: Außenseiter mit Quote 8,00 oder 10,00 für Runde 1 sind plötzlich kein totaler Hochrisikotipp mehr, weil die Top-Spieler vom ersten Tag an im Turnier stehen.
Das Format selbst skaliert mit jeder Runde. Best of 5 Sets in Runde 1 und 2 — jeweils mit Best of 5 Legs pro Set, also drei Legs zum Setsieg. Runde 3 und 4 wachsen auf Best of 7 Sets, das Viertelfinale auf Best of 9, das Halbfinale auf Best of 11 und das Finale auf Best of 13. Im Klartext: Im Finale brauchst du sieben Sets, also bis zu 65 Legs, um den Sieger zu küren. Eine Pechserie über drei Legs ist dort kein Problem mehr.
Phil Taylor mit 14 PDC-Titeln ist der Rekordweltmeister — eine Marke, an die sich auch Michael van Gerwen mit seinen drei Titeln nur langsam herantastet. Luke Littler hat sich seit seinem Sieg 2025 (7-3 gegen van Gerwen) und der Titelverteidigung 2026 (7-1 gegen Gian van Veen) als nächste Generation positioniert. Wer sich als Tipper für eine Top-Platzierung bei der WM interessiert, kommt an Littler nach seinen zwei aufeinanderfolgenden Titeln schwer vorbei.
Runde | Format | Preisgeld (Auswahl) |
|---|---|---|
Runde 1 + 2 | Best of 5 Sets | — |
Runde 3 + 4 | Best of 7 Sets | — |
Viertelfinale | Best of 9 Sets | 100.000 £ |
Halbfinale | Best of 11 Sets | 200.000 £ |
Finale | Best of 13 Sets | Sieger 1.000.000 £, Finalist 400.000 £ |
Eine Langzeitwette auf den WM-Sieger ist im Grunde eine Future-Wette über drei Wochen. Quoten von 3,50 bis 5,00 für die Top-Favoriten sind normal, kleinere Außenseiter starten bei 25,00 bis 80,00. Die größere Substanz steckt aber in den Rundenwetten: Wer schafft die ersten 32? Wer scheitert in Runde 2? Diese Wetten haben oft Quoten zwischen 1,80 und 4,00 und lassen sich mit den oben besprochenen Profikennzahlen deutlich besser einordnen als die nackte Siegerquote.
Die wichtigsten Dart-Turniere im Überblick
Neben der WM gibt es vier weitere Major-Turniere, die für Tipper besonders interessant sind: Premier League, World Matchplay, World Grand Prix und UK Open. Jedes Turnier hat ein eigenes Format, eigene Stärkebedingungen und damit auch eigene Schwerpunkte beim Wetten. Wer das ignoriert, behandelt eine Premier-League-Partie genauso wie ein Erstrunden-Match in Blackpool — und das geht regelmäßig schief.
Die Premier League ist der Ligawettbewerb des Darts. Acht Spieler treten 16 Wochen lang jeden Donnerstag in einer Tour-Veranstaltung an, jeweils in einer anderen Arena in Großbritannien, Irland und auf dem Kontinent. Pro Abend wird ein Miniturnier mit Viertelfinale, Halbfinale und Finale gespielt, wobei jedes Match ein Best-of-11 ist. Punkte gibt es nach Erfolg im Miniturnier: fünf für den Sieger des Abends, drei für den Finalverlierer, zwei für den Halbfinalisten. Nach 16 Wochen ziehen die besten vier Spieler ins Play-off in der O2 Arena ein. Der entscheidende Punkt fürs Wetten: Die Premier League belohnt Konstanz brutal. Wer eine Woche stark ist und drei schwach, holt am Ende keine Play-off-Quote. Spieler mit hohem 3-Dart-Schnitt über die ganze Saison sind hier wertvoller als reine Pokalspieler.
Das World Matchplay läuft seit 1994 in der Empress Ballroom in Blackpool und kennt im Gegensatz zur WM keine Sets — nur Legs. Erste Runde: First to 10, zweite Runde 11, Viertelfinale 16, Halbfinale 17, Finale 18. Das macht das Matchplay zum brutalsten Format der ganzen Tour: Eine Pechserie wirft dich direkt aus dem Turnier, weil es kein Set gibt, in dem du Pause holen kannst. Phil Taylor hat das Turnier 16-mal gewonnen — der Pokal ist sogar nach ihm benannt. Für Tipper heißt das: Setze im Matchplay nicht auf Comeback-Quoten, sondern auf Werfer mit einem soliden Doppel.
Der World Grand Prix ist das Kuriosum im Kalender. Er ist das einzige PDC-Major-Turnier, bei dem Double-In und Double-Out gilt. Heißt: Du musst nicht nur das Leg auf Doppel beenden, sondern auch deine Aufnahme mit einem Doppeltreffer eröffnen. Erst dann zählt überhaupt einer deiner Pfeile. Das verändert das Spiel komplett. Spieler mit weniger zuverlässigem Doppelwurf brauchen oft zwei, drei Pfeile, bevor das Leg überhaupt beginnt. Brendan Dolan hat hier 2011 den ersten Neundarter im Double-In-Modus geworfen, weil sein Eröffnungsdoppel saß. Tipper sollten beim Grand Prix vor allem auf zwei Werte schauen: Doppelquote des Spielers über die letzten Turniere und Erfahrung mit dem Format. Ein Newcomer mit 90er-Average ist im Grand Prix nicht annähernd so gefährlich wie ein routinierter 95er-Werfer mit gutem Eröffnungsdoppel.
Die UK Open haben ihren eigenen Charme: Sie sind als „FA Cup des Darts" bekannt, weil es keine feste Setzliste gibt. Vor jeder Runde wird neu ausgelost, was zu Begegnungen zwischen Top-Stars und Amateuren in Runde 4 führen kann. Tour-Card-Inhaber auf den Rängen 97 bis 128 starten in Runde 1, danach kommen die Plätze 65 bis 96, 33 bis 64 und schließlich die Top 32 in Runde 4. Genau diese offene Auslosung schafft Value: Eine Erstrundenwette auf einen Tour-Card-Spieler gegen einen Amateur ist oft günstiger gepreist als bei klassischen Turnieren, weil der Anbieter nicht 64 Begegnungen perfekt im Voraus berechnen kann.
Die European Tour ist der Gradmesser für aktuelle Form. 15 Turniere quer durch Europa im Jahr 2026, 48 Teilnehmer pro Event, je drei Tage. Wer hier drei, vier Mal in Folge Top 16 erreicht, hat nicht nur Geld verdient, sondern auch einen Platz für die European Championship. Für Tipper sind die Resultate der European Tour der wichtigste Indikator vor einem Major: Wer hier nicht trifft, trifft selten in Blackpool oder im Alexandra Palace.
Und dann sind da die Players Championship Events — 34 davon im PDC-Pro-Tour-Kalender 2026. Die laufen meist ohne große TV-Bühne, sind aber für Spieler im Aufwärtstrend Pflicht. Wer hier in der zweiten Jahreshälfte plötzlich konstant Punkte holt, ist ein Spieler, der bei den Major-Turnieren danach gefährlich wird. Tipper, die früh auf solche Spieler aufmerksam werden, holen sich Quoten, die vor dem Schub bei 50,00 lagen — und nach dem Schub bei 12,00.
Häufige Fragen zu Darts Wetten
Was ist ein 9-Darter?
Ein 9-Darter ist das perfekte Leg im Darts: Ein Spieler bringt seine 501 Punkte mit nur neun Pfeilen exakt auf null. Das ist die mathematisch geringste Anzahl an Pfeilen, mit der ein 501er-Leg gewonnen werden kann. Eine geläufige Route ist 180 + 180 + 141 — also zweimal Triple 20 mit allen drei Pfeilen, dann zum Abschluss Triple 20, Triple 19 und Doppel-12. Insgesamt gibt es im Standardmodus mit Double Out 18 verschiedene Kombinationen, mit denen ein 9-Darter geworfen werden kann. Ein 9-Darter ist jedoch extrem selten und kommt auch bei großen Turnieren nur in Ausnahmefällen vor.
Wer sind die erfolgreichsten deutschen PDC-Spieler?
Gabriel Clemens — Spitzname „The German Giant" — ist der bisher erfolgreichste deutsche PDC-Spieler. Er erreichte 2022/23 als erster Deutscher das Halbfinale der PDC World Darts Championship. Direkt dahinter steht Martin Schindler, „The Wall", der mit Platz 13 in der PDC Order of Merit so weit oben rangiert wie kein deutscher Spieler vor ihm und mehrere PDC-Ranglistenturniere gewonnen hat. Bei der WM 2025/26 standen erstmals acht deutsche Spieler im Hauptfeld — neben Clemens und Schindler unter anderem Ricardo Pietreczko, Florian Hempel und Niko Springer.
Wie wird die PDC Order of Merit berechnet?
Die PDC Order of Merit ist die offizielle Darts-Weltrangliste und basiert ausschließlich auf gewonnenem Preisgeld — keine Punkte, keine zusätzlichen Faktoren. Jedes Pfund, das ein Spieler bei einem PDC-Ranglistenturnier verdient, zählt direkt in seine Position. Der Zeitraum ist eine rollierende Zwei-Jahres-Spanne, also 104 Wochen. Nach diesen zwei Jahren fällt das Preisgeld aus dem entsprechenden Turnier wieder aus der Wertung heraus, und der Wert des aktuellen Jahres ersetzt ihn. Für die Wertung zählen die großen Major-Turniere (WM, World Matchplay, World Grand Prix, UK Open) und die Pro-Tour-Events (Players Championship und European Tour). Aus dieser Rangliste ergeben sich Setzlisten, Einladungen zu Turnieren und Qualifikationen — etwa für die Top 32 bei der WM.








