Cricket Wetten verlangen Grundwissen über eine Sportart, die im deutschsprachigen Raum kaum jemand selbst gespielt hat. Punkte heißen Runs, ein Spielabschnitt heißt Innings, und je nach Format endet eine Partie nach einer festen Zahl von Overs oder läuft über bis zu fünf Tage. Ohne diese Begriffe bleibt unklar, worauf sich eine Wette bezieht und wie eine Partie überhaupt zu einem Ergebnis kommt. Die erste Entscheidung fällt dabei schon, bevor der erste Ball geworfen wird, und zwar beim Toss.

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Was macht Cricket Wetten besonders?

Zwischen 30 und 15 Minuten vor dem geplanten Beginn fällt der Toss, ein Münzwurf, dessen Gewinner wählt, ob seine Seite zuerst schlägt oder zuerst im Feld beginnt. Diese eine Wahl legt die Reihenfolge für die gesamte Partie fest, denn die beiden Seiten schlagen nacheinander und nie gleichzeitig. Wer zuerst schlägt, spielt sein Innings und erzielt darin Runs, während die andere Seite im Feld steht; mit dem Ende dieses Innings tauschen beide die Rollen.

Für Cricket Wetten steht damit schon vor dem ersten Ball fest, in welcher Reihenfolge die beiden Seiten überhaupt zu ihren Runs kommen. Eine Wette kann sich auf das ganze Match beziehen, auf ein einzelnes Innings oder auf die Leistung eines einzelnen Spielers, und diese Ebenen liegen ineinander: Das Innings ist ein Teil des Matches, die Leistung eines Spielers ein Teil des Innings.

Wer auf ein einzelnes Innings tippt, legt sich deshalb auf einen Abschnitt fest und nicht auf ein bestimmtes Team, denn vor dem Toss ist offen, wessen Runs dort gezählt werden.

Wie funktioniert die Sportart Cricket?

Gespielt wird auf einer schmalen, festen Bahn mitten im Feld, der Pitch. An ihren beiden Enden steht je ein Wicket, dazwischen liegen 22 Yards, also gut 20 Meter. So ein Wicket besteht aus drei Holzstäben, den Stumps, und zwei kurzen Querhölzern obenauf, den Bails; zusammen ist es rund 71 Zentimeter hoch und knapp 23 Zentimeter breit. Als zerlegt gilt es, sobald eines der beiden Querhölzer vollständig heruntergefallen oder ein Stump aus dem Boden geschlagen ist. Wer schlägt, verteidigt das Wicket an seinem Ende, und die Feldmannschaft versucht, es zu treffen.

Wer auf dem Feld welche Aufgabe hat

Elf Spieler stellt jede der beiden Seiten, und einer von ihnen ist ihr Captain. Am Schlag ist immer nur eine Seite, und von ihr stehen zwei Batter gleichzeitig auf der Pitch, einer an jedem Ende. Nur einer von beiden bekommt die Bälle zugeworfen, der andere wartet am gegenüberliegenden Ende, bis gelaufen wird.

Die andere Seite stellt den Bowler, der von einem Ende aus auf das Wicket am anderen Ende wirft, und die übrigen Fielder, die sich auf dem Platz verteilen und den geschlagenen Ball abfangen sollen, bevor Runs zustande kommen. Einer von ihnen ist der Wicketkeeper. Er muss vollständig hinter dem Wicket des schlagenden Batters bleiben, sobald der Ball im Spiel ist, und er ist der einzige Fielder, der Handschuhe und äußere Beinschützer tragen darf.

Geworfen wird in Overs, und ein Over ist erst nach sechs gültigen Bällen zu Ende. Ein No Ball oder ein Wide zählt dabei nicht mit, sodass mehr als sechs Würfe nötig sein können, bis das Over voll ist. Die Overs hintereinander ergeben das Innings, also den Abschnitt, in dem eine Seite schlägt.

Wie Runs entstehen

Ein Run entsteht, wenn die beiden Batter nach einem Schlag aneinander vorbeilaufen und jeder das andere Ende der Pitch erreicht. Reicht die Zeit, laufen sie die Strecke gleich mehrmals, und jeder vollständige Wechsel zählt einzeln, sodass ein einziger Ball zwei oder drei Runs einbringen kann und ein anderer gar keinen.

Erreicht der Ball die Feldbegrenzung, kommen dafür standardmäßig vier oder sechs Runs dazu, je nach Art der Boundary, und niemand muss dafür laufen. Der dritte Weg sind Strafruns, die einer Seite zugesprochen werden, ohne dass ihre Batter etwas dafür tun mussten.

Wann ein Wicket fällt

Ein Wicket verliert die schlagende Seite, sobald einer ihrer Batter ausscheidet und nicht weiterschlagen darf. Dasselbe Wort steht damit für zwei Dinge, für die Stumps an den Enden der Pitch und für das Ausscheiden eines Batters; im Spielstand ist immer das Zweite gemeint.

Bowled heißt, dass der geworfene Ball das Wicket trifft und zerlegt. Caught heißt, dass ein Fielder den Ball fängt, nachdem dieser den Schläger berührt hat und bevor er den Boden berührt. Beim LBW trifft der Ball statt des Schlägers den Körper des Batters, obwohl er sonst ins Wicket gegangen wäre. Run out und Stumped setzen beide voraus, dass der Batter den sicheren Bereich an seinem Ende verlassen hat: Beim Run out zerlegt ein Fielder das Wicket, solange der Ball im Spiel ist, meist während die beiden Batter unterwegs sind, beim Stumped tut es der Wicketkeeper, und zwar ohne dass der Batter überhaupt zu einem Run angesetzt hat.

Weil immer zwei Batter zugleich am Schlag stehen müssen, ist eine Seite mit elf Spielern nach dem zehnten Wicket am Ende, denn dann findet der letzte keinen Partner mehr. Ihr Innings ist damit auch dann vorbei, wenn noch Overs offen wären. Der Punktestand einer Seite besteht deshalb immer aus zwei Zahlen, den erzielten Runs und den verlorenen Wickets, denn aus einer davon allein lässt sich nicht ablesen, wie gut oder schlecht diese Seite gerade steht.

Test, ODI und T20: Die Formate bei Cricket Wetten

In Test Cricket schlägt jede Seite zweimal, in ODI und T20I jeweils nur einmal. Ein Innings endet in diesen beiden Formaten spätestens mit dem letzten erlaubten Over, während in Test Cricket keine Overgrenze gilt und stattdessen die angesetzten Spieltage begrenzen, wie lange gespielt wird. Wie weit eine Seite kommt, hängt in ODI und T20I damit an einer festen Zahl von Bällen, in Test Cricket an der verbliebenen Zeit.

Format

Innings je Team

Overgrenze je Innings

Dauer

Test Cricket

zwei

keine

höchstens fünf Tage

ODI

eines

50 Overs

höchstens 100 Overs im ganzen Match

T20I

eines

20 Overs

höchstens 40 Overs im ganzen Match

Nach zehn Overs ist in einem T20I die Hälfte der Bälle einer Seite verbraucht, und jeder weitere Ball verschiebt die Lage spürbar. In Test Cricket kann nach zwei von fünf Tagen dagegen noch jedes Ergebnis offen sein, weil beide Seiten dort zweimal schlagen und keine Overgrenze das Innings beendet. Für Cricket Wetten heißt das, dass dieselbe verstrichene Spielzeit je nach Format etwas ganz anderes über den Stand der Partie aussagt.

Tie und Draw sind dabei zwei verschiedene Ausgänge und nicht zwei Wörter für dasselbe. Ein Tie steht am Ende, wenn die Innings beendet sind und beide Seiten denselben Punktestand haben. Ein Draw dagegen ist das Ergebnis, wenn die Partie endet, ohne dass auf anderem Weg ein Ergebnis erreicht wurde, und genau das kann in Test Cricket eintreten, sobald die fünf Tage ablaufen, bevor die Innings durchgespielt sind. Für eine Wette auf den Matchausgang macht das einen Unterschied, denn ein Draw ist kein Gleichstand, sondern das Ausbleiben eines Ergebnisses.

Die wichtigsten Wettmärkte für Cricket Wetten

Eine Wette auf Runs kann sehr Verschiedenes meinen, nämlich die Runs eines einzelnen Innings, die Runs einer Seite über die ganze Partie oder die Runs eines einzelnen Batters. Die gängigen Marktgruppen für Cricket Wetten reichen vom Matchausgang über Innings, Runs und Wickets bis zu den Leistungen einzelner Spieler und zum Ausgang ganzer Serien.

Markt

Worauf sie sich bezieht

Wertung

Matchausgang

das gesamte Match

welche Seite am Ende vorn liegt

Höhe des Sieges

das gesamte Match

der Abstand zwischen beiden Seiten am Ende

Runs eines Innings

ein einzelnes Innings

die Zahl der Runs, die darin fallen

Runs einer Seite

eine Seite über die ganze Partie

die Zahl ihrer Runs

Leistung eines Batters

ein einzelner Spieler am Schlag

seine Runs, etwa als bester Batter der Partie

Leistung eines Bowlers

ein einzelner Spieler im Feld

die Wickets, die er nimmt, etwa als erfolgreichster Bowler der Partie

Wickets, Boundaries und Sixes

Match oder einzelnes Innings

wie oft das jeweilige Ereignis vorkommt

Serie und Turnier

mehrere Matches zusammen

der Ausgang der Serie oder des Wettbewerbs

Bei einer Wette auf einen Batter zählen allein dessen eigene Runs, auch wenn seine Seite am Ende weit vorn oder weit zurück liegt. Eine Wette auf die Runs des ersten Innings zählt dagegen alles, was in diesem Innings zusammenkommt, gleich von wem. Beide Auswahlen tragen das Wort Runs im Namen, und erst der Abschnitt und die Zählweise dahinter machen sie unterscheidbar. Weil zudem erst der Toss klärt, welche Seite zuerst schlägt, gibt es dafür eine eigene Auswahl, „To Bat First“.

Serie und Turnier stehen in dieser Ordnung am weitesten außen. Eine Wette auf sie läuft über mehrere Matches hinweg und steht erst mit dem Ende des Wettbewerbs fest, während die Runs eines Innings schon nach dessen letztem Ball abgerechnet sind.

Was der Spielstand bei Cricket Wetten live aussagt

Ein Stand von 152/4 steht für 152 erzielte Runs und vier verlorene Wickets. Daneben steht die Zahl der Overs, und die ist keine Dezimalzahl: 17.3 bedeutet 17 vollständige Overs und drei Bälle, nicht 17,3 Overs.

Aus dieser Angabe ergibt sich, wie viel Spielzeit noch übrig ist, und gerechnet wird dabei in Bällen. In einem T20I stehen jeder Seite 20 Overs zu, also 120 Bälle. Nach 17.3 Overs sind 17 mal sechs plus drei gleich 105 Bälle gespielt, es bleiben demnach 15. Wer 17.3 stattdessen als 17,3 liest und 20 minus 17,3 rechnet, landet bei 2,7 Overs und damit bei einer Zahl, die es auf dem Platz nicht gibt. Diese 15 Bälle sind bei Cricket Wetten live die eigentliche Information, nicht die Zahl der Runs für sich.

Angenommen, die erste Seite hat in diesem T20I 171 Runs erzielt und damit den Zielwert gesetzt, den die zweite übertreffen muss. Dann fehlen dem Team bei 152/4 noch 19 Runs zum Gleichstand und 20 zum Sieg, denn ein gleicher Punktestand am Ende beider Innings ist ein Tie. Für diese 20 Runs bleiben ihm 15 Bälle, und vier Wickets hat es dafür schon verloren.

Regen ändert diese Rechnung. Geht durch eine Unterbrechung Spielzeit verloren, kann der Zielwert nach Duckworth-Lewis-Stern (DLS) neu berechnet werden, und der Wert, der vor der Unterbrechung galt, ist damit hinfällig. Aus 20 fehlenden Runs bei 15 Bällen kann nach der Neuberechnung eine ganz andere Aufgabe werden, mit einem anderen Ziel und weniger verbleibenden Bällen.

Turniere und Ligen für Cricket Wetten

Der Cricket World Cup wird im ODI-Format gespielt, der T20 World Cup im T20-Format und die World Test Championship in Test Cricket. In diesen Weltturnieren treten Nationalteams an, während die Indian Premier League und die Women’s Premier League als T20-Ligen laufen.

Die Weltturniere der Nationalteams

Neben den drei genannten Weltturnieren richtet der Weltverband die Champions Trophy aus, ebenfalls im ODI-Format. Die Frauen spielen ihre eigenen Wettbewerbe derselben Reihe, den Women’s Cricket World Cup über 50 Overs und den Women’s T20 World Cup, dazu kommen die Turniere der U19. Wer den Namen eines Wettbewerbs kennt, weiß damit schon, wie lange eine Partie dauert und welche Ausgänge überhaupt möglich sind.

Am weitesten vom gewohnten Turnierbild entfernt ist die World Test Championship, denn sie ist kein Turnier an einem Ort, sondern eine Tabelle über zwei Jahre. Neun Teams bestreiten darin je drei Heim- und drei Auswärtsserien, und eine solche Serie umfasst zwischen zwei und fünf Test Matches. Am Ende des Zyklus treffen die zwei Bestplatzierten im Finale aufeinander.

Für die Tabelle gibt es zwölf Punkte für einen Sieg, sechs für ein Tie und vier für ein Draw, geordnet wird nach dem Anteil der geholten an den erreichbaren Punkten. Das Draw, das in einer einzelnen Partie wie ein Nullergebnis wirkt, ist hier also ein Teilerfolg, und ein Team, das eine Serie mit mehreren Draws übersteht, kann in der Tabelle an einem vorbeiziehen, das öfter gewonnen und öfter verloren hat.

Die Franchiseligen

In den Franchiseligen treten keine Nationalteams an, sondern Klubmannschaften. Am Ablauf ändert das zunächst nichts, denn ein Match der beiden indischen Ligen folgt denselben Regeln wie ein T20I zwischen zwei Nationen, und wer das Format kennt, ordnet eine Auswahl dort genauso ein.

Nicht jede große Liga folgt dem T20-Format. The Hundred begrenzt das Innings über 100 Bälle statt über eine Overzahl, und die Partie ist nach rund zweieinhalb Stunden vorbei. Die Feldmannschaft wechselt dort schon nach zehn Bällen die Seite, ein Bowler wirft fünf oder zehn Bälle am Stück und höchstens 20 in der ganzen Partie, und die ersten 25 Bälle jedes Innings sind ein Powerplay. Acht Franchises treten an, Männer und Frauen in getrennten Wettbewerben nebeneinander, die Saison dauert rund fünf Wochen. Wer bei Cricket Wetten auf diese Liga setzt, rechnet deshalb mit anderen Größen als im T20, weil schon die Zähleinheit eine andere ist.

Von den ersten Laws zu drei Formaten

1611 wurde Cricket erstmals als Sport von Erwachsenen erwähnt, 1744 entstanden die ersten Laws, und 1787 kam die Gründung des Marylebone Cricket Club dazu, aus dessen Laws das Regelwerk bis heute stammt. Die drei Formate folgten erst weit danach, in großem Abstand zueinander: Test Cricket ab 1877, das ODI ab 1971 und das T20I ab 2005. Zwischen dem ältesten und dem jüngsten liegen damit 128 Jahre, in denen neben die Partie über mehrere Tage erst das ODI und dann das noch kürzere T20I getreten sind.

Cricket bei den Olympischen Spielen 2028

1900 stand Cricket zum bisher einzigen Mal im olympischen Programm. Bei den Olympischen Spielen Los Angeles 2028 kehrt es nach 128 Jahren zurück, mit getrennten T20-Wettbewerben für Männer und Frauen. Angesetzt ist damit das jüngste der drei Formate, und zur bestehenden Ordnung kommt kein neuer Ablauf hinzu, sondern ein weiterer T20-Wettbewerb neben Weltturnieren und Ligen.