Am kommenden Sonntag empfängt der FC St. Pauli Eintracht Frankfurt am Millerntor zum Bundesliga-Duell. Tabellenplatz 15 gegen Platz 7 – auf dem Papier eine klare Sache, aber gerade am Kiez hat schon so mancher Favorit Punkte gelassen. Für beide Teams geht es um viel: St. Pauli kämpft gegen den Abstieg, Frankfurt will sich in der oberen Tabellenhälfte festsetzen. In diesem Artikel findest du die Formanalysen beider Mannschaften, den direkten Vergleich und zwei Tipps für diese Partie.

FC St. Pauli – Schwankende Form im Abstiegskampf

23 Punkte aus 24 Spieltagen, Tordifferenz von -17 bei 23 erzielten und 40 kassierten Treffern. Die nackte Bilanz von 6 Siegen, 5 Unentschieden und 13 Niederlagen zeigt, wie schwer sich St. Pauli in dieser Saison tut. Der 15. Tabellenplatz bedeutet akute Abstiegsgefahr, auch wenn der Vorsprung auf den Relegationsplatz noch existiert. Offensiv gehört die Mannschaft zu den schwächsten Teams der Liga, defensiv sieht es kaum besser aus – 40 Gegentore sprechen eine deutliche Sprache.

Der jüngste 1:0-Sieg in Hoffenheim war aber ein echtes Ausrufezeichen. Mathias Pereira Lage köpfte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit das entscheidende Tor, und Keeper Nikola Vasilj hielt hinten alles dicht – unter anderem mit einer starken Parade in der Nachspielzeit gegen Asllani aus fünf Metern. St. Pauli verteidigte diesen knappen Vorsprung mit enormer Disziplin und Kompaktheit über die gesamte zweite Halbzeit. Hoffenheim kam trotz 65 Prozent Ballbesitz und 20 Torschüssen nicht am bosnischen Schlussmann vorbei.

Davor hatte St. Pauli zu Hause Werder Bremen mit 2:1 geschlagen und auch den VfB Stuttgart am Millerntor mit dem gleichen Ergebnis besiegt. Zwei Heimsiege in Folge – das gibt Selbstvertrauen. Gegen die absoluten Topteams der Liga sieht es allerdings anders aus. Gegen Leverkusen setzte es in der Liga ein 0:4 und im DFB-Pokal ein 0:3. Gegen Mannschaften dieser Klasse fehlt St. Pauli schlicht die individuelle Qualität, um mitzuhalten.

Heimstärke als Trumpf für die Kiez-Kicker

Am Millerntor ist die Mannschaft von Alexander Blessin deutlich schwerer zu bespielen als auswärts. Die beiden Siege gegen Bremen und Stuttgart haben gezeigt, dass St. Pauli vor eigenem Publikum auf Augenhöhe agieren kann.

Eintracht Frankfurt – Offensivstark und unter Riera auf Kurs

Mit 34 Punkten und einer Bilanz von 9 Siegen, 7 Unentschieden und 8 Niederlagen steht Frankfurt auf dem siebten Rang. 48 erzielte Tore bei 49 Gegentreffern ergeben zwar nur eine Tordifferenz von -1, aber die Offensivpower der Eintracht ist beeindruckend. Kaum eine Mannschaft in der unteren Tabellenhälfte schießt so viele Tore – das Problem liegt eher in der Defensive, die zu viele Gegentreffer zulässt.

Unter dem neuen Trainer Albert Riera hat sich Frankfurt stabilisiert. Das 2:0 gegen Freiburg war bereits der zweite Heimsieg zu null unter seiner Regie. Gegen den SC brauchte die Eintracht allerdings etwas Geduld. Fares Chaibi traf nach seiner Einwechslung praktisch mit seiner ersten Ballberührung zur Führung, nachdem Freiburgs Ginter einen Fehlpass gespielt hatte. Bahoya machte in der 81. Minute mit einem Schuss aus spitzem Winkel den Deckel drauf.

Das Spiel davor in München ging mit 2:3 zwar verloren – die erste Niederlage unter Riera. Bayern war an dem Tag einfach zu stark, auch wenn Frankfurt gut zurück ins Spiel gefunden hat, nachdem sie mit 0:3 im Rückstand waren. Vor dieser Partie hatte Frankfurt allerdings Gladbach zu Hause mit 3:0 abgefertigt und bei Union Berlin immerhin ein 1:1 geholt. Gegen Leverkusen gab es Ende Januar eine 1:3-Niederlage.

Die Rückkehr von Jonathan Burkardt

Jonathan Burkardt stand gegen Freiburg das erste Mal nach seiner Verletzung im November in der Startelf und kam zu einer guten Chance in der 24. Minute, als Atubolu seinen Schuss parierte. Riera setzt offensichtlich auf den Stürmer als feste Größe in seiner Offensive. Burkardt bringt Wucht und Abschlussqualität mit, die Frankfurt gerade im Sturmzentrum braucht. Vor seiner Verletzung erzielte er in 17 Pflichtspielen 11 Tore und ist damit immer noch der Top-Torschütze der Eintracht. Neben ihm sorgen Spieler wie Kalimuendo und Bahoya für Torgefahr, sodass die Eintracht auf mehreren Positionen offensiv zuschlagen kann.

FC St. Pauli vs. Eintracht Frankfurt direkter Vergleich

Ein Blick auf die letzten fünf Duelle zwischen beiden Teams zeigt eine deutliche Tendenz zugunsten der Eintracht. St. Pauli hat in den jüngeren Aufeinandertreffen kaum Mittel gegen Frankfurt gefunden und wartet seit über 14 Jahren auf einen Sieg in diesem Duell. Der letzte Erfolg der Hamburger datiert aus dem Dezember 2011 – seitdem hat Frankfurt drei der vier Partien gewonnen, eine endete remis.

Datum

Paarung

Ergebnis

Wettbewerb

25.10.2025

Eintracht Frankfurt – St. Pauli

2:0

Bundesliga

11.05.2025

Eintracht Frankfurt – St. Pauli

2:2

Bundesliga

11.01.2025

St. Pauli – Eintracht Frankfurt

0:1

Bundesliga

30.10.2019

St. Pauli – Eintracht Frankfurt

1:2

DFB-Pokal

19.12.2011

St. Pauli – Eintracht Frankfurt

2:0

Bundesliga

Besonders das Hinspiel dieser Saison ist relevant: Frankfurt gewann am 25. Oktober mit 2:0. Auch das Heimspiel am Millerntor im Januar 2025 ging mit 0:1 an die Eintracht. St. Pauli hat also weder zu Hause noch auswärts in den letzten Jahren gegen Frankfurt punkten können – mit einer Ausnahme: das 2:2 im Mai 2025, als die Kiez-Kicker zumindest einen Punkt retteten.

FC St. Pauli - Eintracht Frankfurt Tipps

Wett-Tipps St. Pauli - Frankfurt
Bundesliga
01
Sieg Eintracht Frankfurt 2,60
02
Jonathan Burkardt erzielt ein Tor 2,60

1. Tipp: Sieg Eintracht Frankfurt

Frankfurt hat drei der letzten vier direkten Duelle gewonnen und dabei in den Siegen kein einziges Gegentor am Millerntor kassiert – 1:0 im Januar 2025 und 2:0 im Hinspiel. St. Pauli hat gegen Teams aus dem oberen Tabellendrittel massive Probleme, wie die beiden Leverkusen-Spiele zeigen (0:4 in der Liga, 0:3 im Pokal). Frankfurt liegt mit 34 Punkten und 48 Saisontoren elf Punkte vor St. Pauli und spielt offensiv in einer anderen Liga.

Unter Albert Riera hat die Eintracht zuletzt gegen Freiburg zu null gewonnen und insgesamt an Stabilität gewonnen. Die Offensive um Burkardt, Kalimuendo und Bahoya hat gegen den SC vier gefährliche Abschlüsse gehabt und hätte auch höher gewinnen können. Kalimuendo vergab in der 88. Minute die Chance zum 3:0. St. Paulis Defensive kassiert im Schnitt fast zwei Gegentore pro Spiel – bei 40 Gegentreffern in 24 Partien. Gegen Frankfurts Angriffspower wird das schwer zu halten sein. Deshalb ist mein erster Tipp eine Siegwette auf Eintracht Frankfurt.

2. Tipp: Jonathan Burkardt erzielt ein Tor

Meine zweite Empfehlung ist eine Spielerwette auf ein Tor von Jonathan Burkardt. Riera hat Burkardt gegen Freiburg von Beginn an gebracht, und der Stürmer war sofort gefährlich. In der 24. Minute tauchte er nach einem Brown-Distanzschuss am Nachschuss auf und zwang Atubolu zu einer Parade. Das zeigt, dass Burkardt die richtige Position findet und dort lauert, wo die Bälle landen. Er steht zentral im Sturmzentrum und profitiert von der Zuarbeit der spielstarken Frankfurter Offensive.

Gegen St. Paulis Defensive, die in dieser Saison 40 Gegentore kassiert hat, bekommt Burkardt Räume. Die Kiez-Kicker stehen zwar kompakt, lassen aber gerade gegen technisch starke Teams Chancen zu. 23 Gegentore auf eigenem Platz sind kein Zeichen einer besonders stabilen Heimdefensive. Frankfurt hat in den letzten vier Spielen gegen St. Pauli insgesamt fünf Tore erzielt – in der Offensive funktioniert der Angriff gegen diesen Gegner regelmäßig. Burkardt als zentraler Angreifer ist die erste Anlaufstation für Flanken und Hereingaben.

Riera setzt auf eine offensiv ausgerichtete Formation und hat neben Burkardt mit Bahoya und Kalimuendo weitere Optionen in der Spitze. Gerade die Variabilität im letzten Drittel macht es für St. Paulis Abwehr schwer, alle Laufwege zu kontrollieren. Burkardt ist dabei der Zielspieler im Zentrum und damit die logische Wahl für einen Wett-Tipp auf einen Frankfurter Torschützen in dieser Partie.

Fazit und Prognose

Frankfurt reist als Favorit ans Millerntor und bringt das bessere Gesamtpaket mit. 48 Saisontore, elf Punkte Vorsprung auf St. Pauli und die positive Bilanz im direkten Vergleich – all das spricht für die Eintracht. St. Pauli hat zu Hause gegen Bremen und Stuttgart gewonnen, aber Frankfurt ist qualitativ ein anderes Kaliber. Die Offensivpower der Hessen mit Burkardt, Kalimuendo und Bahoya dürfte St. Paulis Defensive vor Probleme stellen, die gegen Leverkusen bereits zweimal deutlich zu erkennen waren.

Natürlich birgt das Millerntor immer eine besondere Atmosphäre, und St. Pauli kann mit der Unterstützung des Publikums über sich hinauswachsen. Aber die Fakten lassen wenig Raum für Optimismus auf Seiten der Gastgeber. Meine Prognose: Frankfurt gewinnt mit 2:1 oder 2:0.