Windhundrennen sind schnell vorbei, und wer zum ersten Mal darauf tippen will, trifft auf eine Reihe eigener Begriffe und Wettarten. Hunderennen Wetten sind im Kern trotzdem schnell erklärt: Sechs Hunde jagen über eine kurze Sprintbahn, und du tippst darauf, welcher am Ende vorne landet.
So läuft ein Windhundrennen ab
Sechs Windhunde stehen in nummerierten Startboxen, den Traps, und warten auf den mechanischen Hasen. Springt er an und rast an den Boxen vorbei, öffnen sich die Klappen, und das Feld jagt ihm über eine Ovalbahn hinterher. Ein Standardrennen läuft mit sechs Hunden über 480 Meter und ist nach rund 28 bis 30 Sekunden entschieden. Kürzere und längere Strecken gibt es auch, die Spanne reicht von etwa 260 bis 640 Metern, doch der klassische Sprint ist die Regel.
Weil ein Rennen so schnell entschieden ist, fällt die Startposition früh ins Gewicht. Aus welcher Box ein Hund kommt und wie sauber er startet, zeigt sich gleich in den ersten Metern und lässt sich vom Publikum verfolgen, lange bevor der Zieleinlauf feststeht.
Der Sport in seiner heutigen Form ist gut hundert Jahre alt. Den mechanischen Hasen entwickelte Owen Patrick Smith 1912, die erste professionelle Bahn entstand 1919 im kalifornischen Emeryville. Nach Großbritannien kam das Bahnrennen am 24. Juli 1926 mit dem ersten Rennen im Belle Vue Stadium in Manchester.
Welche Wettarten es bei Hunderennen gibt
Wer auf einen Lauf tippt, wählt zwischen einigen klaren Wettarten. Du setzt auf Sieg oder Platz, koppelst beides in der Each-Way-Wette oder tippst mit der Zweier- und der Dreierwette die genaue Reihenfolge der ersten Hunde. Abgerechnet wird entweder über den Totalisator oder zur festen Quote.
Wettart | Worauf du tippst |
|---|---|
Der Hund gewinnt das Rennen (Rang 1). | |
Platzwette | Der Hund läuft vorne ein, ohne zwingend zu gewinnen. |
Each-Way | Zwei gleich hohe Einsätze auf Sieg und auf Platz. |
Zweierwette | Die ersten zwei Hunde in der richtigen Reihenfolge. |
Dreierwette | Die ersten drei Hunde in der richtigen Reihenfolge. |
Wie viele Ränge als vorderer Platz zählen, richtet sich nach der Feldgröße. Bei kleinen Feldern unter sieben Startern zählen die ersten zwei, bei acht Startern die ersten drei, ab 15 Startern die ersten vier. Das übliche Sechserfeld eines Windhundrennens bezahlt damit zwei Plätze.
Die Each-Way-Wette bringt Sieg und Platz zusammen. Du setzt zweimal den gleichen Betrag, einmal auf Sieg, einmal auf Platz, bei zwei Euro Gesamteinsatz also je einen Euro. Wie das ausgeht, hängt am Rennen. Angenommen, dein Hund läuft zu einer Siegquote von 6,0 und einer Platzquote von 2,0: Gewinnt er, bringt der Siegteil sechs Euro und der Platzteil zwei Euro, macht acht Euro Auszahlung und sechs Euro Gewinn. Wird er nur platziert, ist der Siegteil verloren, der Platzteil ergibt zwei Euro, und du stehst bei plus minus null. Kommt er gar nicht nach vorne, sind die zwei Euro weg. Der Reiz liegt im mittleren Fall, denn ein platzierter Hund holt dir den Einsatz zurück, während eine reine Siegwette in derselben Lage verloren wäre.
Enger wird es bei der Zweierwette und der Dreierwette. Hier tippst du nicht nur, welche Hunde vorne landen, sondern ihre genaue Abfolge, bei der Zweierwette die ersten zwei, bei der Dreierwette die ersten drei. Das ist deutlich schwerer zu treffen, weshalb die Quoten höher liegen.
Welche Hunderennen sind die wichtigsten?
Drei Rennen stehen über allen anderen, das English Greyhound Derby in Towcester, das Irish Greyhound Derby in Dublin und der australische Melbourne Cup. Sie sind die traditionsreichsten und höchstrangigen Läufe des Sports und versammeln jedes Jahr die stärksten Hunde ihres Landes.
Rennen | Austragungsort | Distanz | Ausgetragen seit |
|---|---|---|---|
English Greyhound Derby | Towcester Greyhound Stadium | 500 Meter | 1927 |
Irish Greyhound Derby | Shelbourne Park, Dublin | 550 Yards (rund 503 Meter) | 1928 |
Melbourne Cup | Sandown Park, Melbourne | 515 Meter | 1956 |
Das English Greyhound Derby im Towcester Greyhound Stadium ist der bedeutendste britische Titel und wird seit 1927 über die Distanz von 500 Metern ausgetragen. Sein irisches Gegenstück, das Irish Greyhound Derby im Shelbourne Park in Dublin, läuft über 550 Yards, also rund 503 Meter, und gilt seit 1928 als wichtigstes Rennen Irlands. Über den Rang entscheidet dabei weniger eine einzelne Zahl als die Tradition, denn beide Rennen tragen ihren Namen seit fast einem Jahrhundert.
Außerhalb Europas ist der Melbourne Cup das Maß der Dinge. Das australische Rennen im Sandown Park über 515 Meter zählt seit 1956 zur höchsten Einstufung Group 1 und wird jedes Jahr im November ausgetragen. Für Hunderennen Wetten sind diese drei Termine die großen Fixpunkte im Kalender, an denen sich Favoriten und Außenseiter international vergleichen lassen.
Worauf es beim Wetten auf Hunderennen ankommt
Wer bei Hunderennen Wetten mit System vorgeht, prüft ein Rennen an wenigen handfesten Merkmalen, bevor er sich auf einen Hund festlegt. Drei davon tragen am meisten, die Startbox im Zusammenspiel mit dem Lauftyp, die aktuelle Form samt Einstufung des Rennens und die Beschaffenheit der Bahn.
Startbox und Lauftyp
Nicht jeder Hund läuft gleich gern an derselben Stelle der Bahn. Das Regelwerk des britischen Verbands GBGB teilt Hunde in Rule 78 nach ihrem bevorzugten Laufweg ein: Der Wide Runner kommt außen am besten zurecht, der Railer innen an der Bande, dazwischen liegt der Middle Runner. Diese Einstufung steht auf der Rennkarte. Für die Wette zählt, ob die zugeloste Startbox zum Lauftyp passt, denn ein Railer hat auf einer inneren Box einen kürzeren Weg durch die Kurve als auf einer äußeren.
Form und Renneinstufung
Die aktuelle Form sagt, wie stark ein Hund gerade läuft, die Renneinstufung sagt, gegen wen. Rennen sind in Leistungsklassen sortiert, von A1 bis A8, wobei die niedrigere Zahl die stärkere Klasse meint. Ein Hund, der in A3 vorne mitläuft, trifft in einem A5-Rennen auf schwächere Gegner. Über diesen Klassen stehen die Open Races, klassenoffene Spitzenrennen, in denen die besten Hunde unabhängig von der Einstufung antreten. Wer Form und Klasse zusammen betrachtet, erkennt, ob ein guter Lauf gegen echte Konkurrenz zustande kam oder gegen ein schwaches Feld.
Die Bahnbeschaffenheit und der Going Allowance
Die Zeit, die ein Hund gelaufen ist, lässt sich nur einordnen, wenn man den Zustand der Bahn kennt. Eine nasse oder schwere Bahn macht alle langsamer, eine trockene und schnelle Bahn alle schneller. Dafür gibt es den Going Allowance, einen Korrekturwert, der mit der gemessenen Zeit verrechnet wird und Läufe verschiedener Tage vergleichbar macht. Ohne diese Korrektur stellst du Zeiten nebeneinander, die unter ganz unterschiedlichen Bedingungen zustande kamen.
Zusammen ergeben diese drei Merkmale den eigentlichen Wettgrund. Passen Startbox und Lauftyp, stimmt die Form gegen die richtige Klasse und ist die Bahn eingerechnet, hast du eine nachvollziehbare Grundlage für deinen Tipp. Fehlt eines davon oder widersprechen sie sich, ist das Auslassen die klügere Wahl. Ein Rennen, das du nicht einschätzen kannst, kostet dich ausgelassen nichts, während eine erzwungene Wette darauf reines Risiko bleibt.



