Für Sébastien Pocognoli ist der Dienstagabend in Hampden das erste Heimspiel als schottischer Nationaltrainer. Er übernahm im August eine Mannschaft, die bei der WM nach der Vorrunde ausgeschieden war, und holte zum Auftakt der Nations League ein 0:0 in Slowenien, obwohl seine Elf dort fast alle Chancen hatte. Die Schweiz stand bei der WM im Viertelfinale und gewann ihr erstes Gruppenspiel in Nordmazedonien mit 3:0, ohne Kapitän Granit Xhaka und ohne Breel Embolo. Schottland hat in den vier Pflichtspielen dieses Jahres ein einziges Tor erzielt. Die Schweiz hat seit zehn Pflichtspielen nach 90 Minuten nicht mehr verloren.
Schottland unter Pocognoli: viele Abschlüsse, aber kein Tor
Die WM verlief für Schottland mit einem 1:0 gegen Haiti, einem 0:1 gegen Marokko und einem 0:3 gegen Brasilien durchwachsen. Gegen Marokko brachte die Mannschaft keinen ihrer sechs Schüsse aufs Tor, gegen Brasilien ließ sie 21 Schüsse zu. Nach dem Aus in der Vorrunde folgte der Trainerwechsel. Pocognoli nominierte für die vier Spiele dieses Herbstes 28 Spieler, darunter sieben ohne Länderspiel und 14, die nicht im WM-Kader standen.
In Ljubljana veränderte sich das Spielbild nach der Pause deutlich. Die erste Halbzeit blieb zäh, und Slowenien kam früh durch Andraž Šporar zur ersten guten Möglichkeit. Pocognoli zog Billy Gilmour danach tiefer ins Mittelfeld, und von dort kamen die Pässe, aus denen die Chancen entstanden: Oli McBurnie scheiterte allein an Jan Oblak, Gilmour schoss nach einem Doppelpass direkt auf den Torhüter, Aaron Hickey köpfte knapp vorbei, und der eingewechselte Kieron Bowie lief zweimal allein auf Oblak zu. Am Ende standen 65 Prozent Ballbesitz, 17 Schüsse, fünf davon aufs Tor, und erwartete Tore (xG) von 1,94 gegen 0,51. Slowenien kam auf vier Schüsse, einer davon ging aufs Tor.
Diese zweite Halbzeit ist die Stärke, auf die Schottland am Dienstag bauen kann. Die Schwäche liegt im Abschluss: Seit drei Pflichtspielen hat die Mannschaft nicht getroffen, und das 1:0 gegen Haiti ist ihr einziges Tor im Jahr 2026. Über die letzten zehn Pflichtspiele fällt die Bilanz mit fünf Siegen, zwei Remis und drei Niederlagen bei 14:11 Toren freundlicher aus. Dahinter stehen allerdings im Schnitt 1,30 eigene xG gegen 1,54 des Gegners, Schottland ließ also regelmäßig mehr Chancen zu, als es selbst herausspielte. Zu Hause gewann die Mannschaft in der WM-Qualifikation 2025 trotzdem alle drei Spiele, 3:1 gegen Griechenland, 2:1 gegen Belarus und 4:2 gegen Dänemark, und kassierte dabei in jedem Spiel ein Gegentor.
Die Schweiz: nach 90 Minuten seit zehn Pflichtspielen ungeschlagen
Bei der WM kam die Schweiz über ein 1:1 gegen Katar, ein 4:1 gegen Bosnien-Herzegowina und ein 2:1 gegen Kanada durch die Vorrunde. Danach schlug sie Algerien mit 2:0 und setzte sich gegen Kolumbien nach einem 0:0 über Verlängerung und Elfmeterschießen durch. Im Viertelfinale gegen Argentinien stand es nach 90 Minuten 1:1, obwohl die Schweiz seit der 72. Minute nach einer Gelb-Roten Karte in Unterzahl spielte. Erst in der Verlängerung fielen die Tore zum 3:1 für Argentinien. Über die letzten zehn Pflichtspiele kommt die Schweiz auf fünf Siege, vier Remis und diese eine Niederlage, bei 18:8 Toren und einem Schnitt von 1,54 zu 1,06 erwarteten Toren.
In Skopje fehlten Xhaka und Embolo, und die Mannschaft ließ dem Gegner trotzdem kaum etwas. Ardon Jashari übernahm Xhakas Position im Zentrum, Manuel Akanji trug die Kapitänsbinde, und Zeki Amdouni spielte ganz vorne. Amdouni legte das 1:0 für Remo Freuler in der 22. Minute auf und erzielte die Tore zum 2:0 und 3:0 selbst, das erste davon nach einer flachen Hereingabe von Zachary Athekame, der als Rechtsverteidiger debütierte. Die Schweiz gab 23 Schüsse ab, elf davon aufs Tor, bei xG von 2,58. Nordmazedonien kam auf zwei Schüsse, keiner davon erreichte das Tor.
Ganz ohne Gegentor bleibt die Schweiz trotz dieser Werte nur selten. In sechs der letzten zehn Pflichtspiele kassierte sie mindestens ein Tor, bei der WM in vier von sechs Spielen, auch gegen Katar und Kanada. Dazu kommt ein Umbau auf den Außenbahnen: Silvan Widmer ist zurückgetreten, Miro Muheim fehlt, und Denis Zakaria, der bei der WM auf der rechten Seite Stammspieler war, ist verletzt.
Schottland vs. Schweiz Tipps
1. Tipp: Sieg Schweiz
Die Schweiz geht mit der deutlich stabileren Form in dieses Spiel. Nach 90 Minuten hat sie keines ihrer letzten zehn Pflichtspiele verloren, und selbst die einzige Niederlage gegen Argentinien fiel erst in der Verlängerung und in Unterzahl. Mit 18:8 Toren und im Schnitt 1,54 zu 1,06 erwarteten Toren spielt sie ihre Gegner regelmäßig aus. Schottland schied bei der WM nach drei Spielen mit einem Tor aus und ließ über zehn Pflichtspiele mehr Chancen zu, als es selbst herausspielte.
Das 3:0 in Skopje zeigt, dass die Schweiz die Ausfälle von Xhaka und Embolo auffangen kann. Jashari lenkte das Spiel aus dem Zentrum, Amdouni war an allen drei Toren beteiligt, und 23 Schüsse bei zwei gegnerischen Abschlüssen beschreiben ein Spiel, das die Schweiz vollständig kontrollierte. Dass mit Xhaka, Embolo und Zakaria drei Stammspieler der WM fehlen, bleibt ein echter Verlust, zumal Schottland alle drei Heimspiele der WM-Qualifikation gewann. Auf schottischer Seite wiegen die Ausfälle aber mindestens so schwer: Mit McTominay, Adams und Shankland fehlen drei Spieler aus der Offensive.
Hinzu kommt, dass Pocognoli erst sein zweites Spiel leitet und in der Abwehr mit Welsh einen Debütanten aufbot. Seine Mannschaft hat seit drei Pflichtspielen kein Tor erzielt, gegen Marokko und Brasilien blieb sie ohne Treffer. Die Schweiz reist mit einem Angriff an, der in Skopje dreimal traf, und mit einem Mittelfeld, das dort das Spiel bestimmte. Diese Mischung spricht für einen Schweizer Sieg in Glasgow.
2. Tipp: Beide Teams treffen
Die zweite Empfehlung für diese Partie ist eine beide Teams treffen Wette. Drei ihrer fünf Siege aus den letzten zehn Pflichtspielen holte die Schweiz mit einem Gegentor, und in sechs dieser zehn Spiele trafen beide Mannschaften. Bei der WM kassierte sie in vier von sechs Spielen mindestens ein Tor, auch gegen Katar und Kanada. Schottland wiederum traf in den drei Heimspielen der WM-Qualifikation dreimal, zweimal und viermal und kassierte in jedem dieser Spiele ein Gegentor. Wenn diese beiden Muster aufeinandertreffen, spricht das für Tore auf beiden Seiten.
Dass Schottland wieder treffen kann, zeigte die zweite Halbzeit in Ljubljana. 17 Schüsse, fünf davon aufs Tor, und xG von 1,94 bedeuten, dass die Mannschaft unter Pocognoli wieder Großchancen herausspielt, mit Gilmour als Taktgeber aus der Tiefe. Dagegen steht, dass Schottland seit drei Pflichtspielen kein Tor erzielt hat und die Schweiz in Skopje ohne Gegentor blieb. Nordmazedonien kam dort allerdings auf zwei Schüsse, keiner davon ging aufs Tor, und prüfte die Schweizer Abwehr damit kaum.
In Glasgow trifft diese Abwehr auf einen Gegner, der im ersten Heimspiel seines neuen Trainers nach vorne spielen wird. Die rechte Seite der Schweizer Abwehr ist neu besetzt: Widmer ist zurückgetreten, Zakaria verletzt, und in Skopje debütierte dort Athekame. Auch das einzige Duell im Datenbestand, das 1:1 bei der EM 2024, endete mit Toren auf beiden Seiten. Ein Schweizer Sieg, bei dem Schottland mindestens einmal trifft, ist das Ergebnis, das die Zahlen beider Mannschaften am ehesten erwarten lassen.
Fazit und Spielprognose
Schottland wird in Hampden versuchen, an die zweite Halbzeit von Ljubljana anzuknüpfen. Ob daraus diesmal Tore werden, hängt vor allem davon ab, wie sicher die neu besetzte rechte Seite der Schweizer Abwehr steht. Die Schweiz muss das Spiel dafür nicht an sich reißen. Mit Amdouni steht ein Stürmer bereit, der in Skopje zweimal traf. Geht die Schweiz in Führung, muss Schottland noch mehr riskieren, und damit wachsen die Räume für den Gast. Die Prognose lautet 1:2, ein Schweizer Auswärtssieg, bei dem Schottland zu Hause trifft.
Spieldaten
UEFA Nations League · 2026/2027
Quoten
Ganzes Spiel
Spielausgang
Durchschnitt aus 16 Notierungen
Doppelte Chance
Durchschnitt aus 5 Notierungen
Tore über/unter
Durchschnitt aus 3 bis 6 Notierungen
Beide Teams treffen
Durchschnitt aus 5 Notierungen
Sieg ohne Gegentor
Durchschnitt aus 1 Notierung
Mehr Ecken
Durchschnitt aus 2 Notierungen
1. Halbzeit
Ausgang 1. Halbzeit
Durchschnitt aus 7 Notierungen
Tore über/unter
Durchschnitt aus 3 bis 4 Notierungen
Beide Teams treffen
Durchschnitt aus 3 Notierungen
2. Halbzeit
Ausgang 2. Halbzeit
Durchschnitt aus 3 Notierungen
Tore über/unter
Durchschnitt aus 2 Notierungen
Beide Teams treffen
Durchschnitt aus 3 Notierungen
Stand: 28.09.2026, 11:33. Durchschnittsquoten mehrerer Anbieter, keine Einzelnotierung.
Teamvergleich
| Scotland | Kennzahl | Switzerland |
|---|---|---|
| Saison 2026/2027 · 1 Spiel | ||
| 0-1-0 | Bilanz S-U-N | 1-0-0 |
| 0 | Tore erzielt | 3 |
| 0 | Tore kassiert | 0 |
| 0,0 | Ø Tore erzielt | 3,0 |
| 0,0 | Ø Tore kassiert | 0,0 |
| 100 % | Spiele ohne Gegentor | 100 % |
| 0 % | Beide Teams treffen | 0 % |
| 0 % | Über 2,5 Tore | 100 % |
| Letzte 10 Spiele · alle Wettbewerbe | ||
| 1,5 | Ø Tore erzielt | 1,8 |
| 1,2 | Ø Tore kassiert | 0,8 |
| 1,5 | Ø xG erzeugt | 1,7 |
| 1,5 | Ø xG zugelassen | 1,1 |
Direkter Vergleich
Aus 1 Duellen: Scotland 0 Siege · 1 Unentschieden · Switzerland 0 Siege · Beide treffen 100 % · Über 2,5 Tore 0 % · Ø 2,0 Tore
Tabellenplatzierung
| Pos | Team | Sp | S | U | N | Pkt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 22 | Switzerland | 1 | 1 | 0 | 0 | 3 |
| 28 | Scotland | 1 | 0 | 1 | 0 | 1 |
Prognosewerte vor dem Anpfiff
Für dieses Spiel liegen noch keine belastbaren Prematch-Werte vor. Beide Teams haben in dieser Saison noch nicht genug Heim- beziehungsweise Auswärtsspiele bestritten.



