14 Tore in drei Spielen – Spaniens Frauen-Nationalmannschaft rollt wie ein Tsunami durch die EM 2025. Am Freitagabend um 21 Uhr trifft die Tormaschine im Berner Wankdorf-Stadion auf die Schweiz. Die Ausgangslage könnte kaum unterschiedlicher sein. Während Spanien als amtierender Weltmeister mit drei Siegen aus drei Spielen ins Viertelfinale marschiert ist, hat sich die Schweiz mit nur vier Punkten gerade so ins Viertelfinale gerettet. Ein Last-Minute-Tor von Riola Xhemaili in der Nachspielzeit gegen Finnland sicherte den Eidgenossinnen den zweiten Platz in ihrer Gruppe. Jetzt wartet mit Spanien die bisher größte Herausforderung des Turniers.

Spanien – Schweiz Wett-Tipps

Wett-Tipp 1: Sieg Spanien -2

Bei einer Siegquote von 1,11 für Spanien macht eine klassische Siegwette wenig Sinn. Daher empfehlen wir als ersten Tipp eine Handicap-Wette auf Sieg Spanien -2. Obwohl diese Wette zunächst etwas gewagt wirkt, spricht einiges für einen deutlichen Sieg der Spanierinnen. In den letzten drei Direktduellen gewann Spanien immer mit mindestens vier Toren Vorsprung. Selbst wenn die Schweiz zu Hause besser verteidigt, sollte ein Zwei-Tore-Sieg für die Weltmeisterinnen machbar sein. Zudem zeigte sich Spanien bislang in der EM in einer besonders starken Verfassung und dominierte sowohl offensiv, als auch defensiv mit nur 3 Gegentreffern zu 14 Toren.

Wett-Tipps 2: Beide Teams treffen

Unser zweiter Tipp basiert auf einer interessanten Beobachtung: Trotz der deutlichen Niederlagen gelang der Schweiz in dem letzten Duelle ein Treffer. Die Gründe dafür sind vielfältig. Spanien neigt dazu, bei deutlicher Führung nachzulassen. Die Konzentration sinkt, Trainer Tomé wechselt die Stars aus. In dieser Phase schlägt oft die Stunde der Außenseiter.

Zudem spielt die Schweiz vor heimischem Publikum. Das Wankdorf wird ausverkauft sein, die Stimmung pushend. In der Gruppenphase zeigte das Team bereits, dass es auch gegen stärkere Gegner Tore erzielen kann. Gegen Norwegen traf Bachmann zur zwischenzeitlichen Führung. Diese Heimstärke kombiniert mit Spaniens gelegentlicher Nachlässigkeit macht die „Beide Teams treffen“-Wette attraktiv.

Die Formkurve beider Teams im Detail

Wer die bisherigen EM-Auftritte analysiert, kommt zu einem klaren Ergebnis: Spanien spielt in einer anderen Liga. Die Mannschaft von Trainerin Montserrat Tomé hat Portugal mit 5:0 vom Platz gefegt, Belgien mit 6:2 demontiert und selbst gegen ein starkes Italien souverän mit 3:1 gewonnen. Das ergibt eine beeindruckende Torbilanz von 14:3. Noch bemerkenswerter: Spanien traf im Schnitt alle 19 Minuten! Diese Offensivpower sucht bei dieser EM ihresgleichen.

Die defensive Stabilität der Spanierinnen zeigt sich besonders in der Art der Gegentore. Nur gegen Belgien kassierte das Team zwei Treffer – und das bei einer komfortablen 4:0-Führung. Gegen Italien fiel das frühe 0:1 nach einem individuellen Fehler, wurde aber binnen vier Minuten egalisiert. Diese mentale Stärke zeichnet Weltmeister aus: Rückschläge werden sofort weggesteckt, die eigene Spielweise unbeirrt durchgezogen.

Team

Spiele

Siege

Tore

Gegentore

Punkte

Spanien

3

3

14

3

9

Schweiz

3

1

4

3

4

Die Schweiz präsentierte sich deutlich wechselhafter. Nach der unglücklichen 1:2-Niederlage gegen Norwegen im Eröffnungsspiel – die Eidgenossinnen führten zur Pause – folgte ein solider 2:0-Erfolg gegen Island. Im entscheidenden Gruppenspiel gegen Finnland rettete erst ein Tor in der 92. Minute das Weiterkommen. Diese dramatische Qualifikation zeigt zwei Dinge: Die Schweizerinnen haben Moral und Kampfgeist, aber auch erhebliche spielerische Defizite.

Spanien dominiert die Gruppenphase

Drei Faktoren machen Spanien zum klaren Favoriten für diese Frauen-EM. Erstens: Die individuelle Klasse. Mit Ballon-d’Or-Gewinnerin Aitana Bonmatí verfügt das Team über die aktuell beste Spielerin der Welt. Sie orchestriert das spanische Spiel aus dem Mittelfeld heraus und hat bereits zwei Tore erzielt. Alexia Putellas, zweimalige Weltfußballerin, ergänzt sie perfekt. Diese Doppelspitze im Mittelfeld ist für jeden Gegner ein Albtraum.

Zweitens beeindruckt die taktische Flexibilität. Trainerin Tomé rotierte gegen Italien auf sechs Positionen – und das Team spielte trotzdem wie aus einem Guss. Diese Breite im Kader ermöglicht es, auf jeden Gegner optimal eingestellt zu sein. Gegen tiefstehende Teams wie vermutlich die Schweiz kann Spanien geduldig Lücken suchen. Bei Kontern zeigt sich die Schnelligkeit über die Außen.

Der dritte Trumpf ist die Effizienz vor dem Tor. Mit Esther González (4 Tore), Jennifer Hermoso und Mariona Caldentey verfügt Spanien über mehrere treffsichere Stürmerinnen. Besonders González zeigt sich in Torlaune – ihr Treffer gegen Italien war bereits ihr vierter im Turnier. Diese Vielseitigkeit macht es Gegnern unmöglich, sich auf eine Gefahrenquelle zu konzentrieren.

Die Schwächen der Schweiz

Defensiv offenbarte die Schweiz bereits in der Gruppenphase bedenkliche Lücken. Gegen Norwegen verspielte das Team eine Führung, weil nach der Pause die Zuordnung nicht mehr stimmte. Die schnellen Außenspielerinnen der Norwegerinnen fanden immer wieder Räume. Genau diese Schwäche könnte gegen Spaniens Flügelspiel fatal werden. Athenea del Castillo und Alba Redondo werden diese Räume gnadenlos ausnutzen.

Offensiv mangelt es der Schweiz an Durchschlagskraft. Vier Tore in drei Spielen – davon zwei gegen das schwache Island – sprechen eine deutliche Sprache. Ramona Bachmann und Géraldine Reuteler sind erfahrene Spielerinnen, aber gegen Spaniens Defensive werden sie kaum Räume finden. Die Hoffnung ruht auf Standardsituationen und individuellen Fehlern der Spanierinnen.

Spanien vs. Schweiz direkter Vergleich

7:1, 5:0, 5:1 – so lauteten die Ergebnisse der letzten drei Aufeinandertreffen. Diese Zahlen sind kein Zufall, sondern spiegeln die Kräfteverhältnisse wider. Besonders aufschlussreich ist das Torverhältnis: In zehn Spielen erzielte Spanien 36 Tore gegen die Schweiz, kassierte aber nur 13 Gegentreffer. Das entspricht einem Schnitt von 3,6 zu 1,3 Toren pro Spiel.

Die jüngsten Duelle fanden alle innerhalb der letzten zwei Jahre statt. Bei der WM 2023 gewann Spanien mit 5:1, in der Nations League folgten zwei regelrechte Demonstrationen spanischer Überlegenheit. Beim 7:1 im Oktober 2023 in der Schweiz erlebten die Gastgeberinnen einen rabenschwarzen Tag. Jetzt hoffen sie im eigenen Stadion auf eine bessere Leistung.

Taktische Überlegungen zum Spiel

Wie wird Pia Sundhage ihre Schweizerinnen einstellen? Nach den Erfahrungen der Vergangenheit dürfte sie auf eine Fünferkette umstellen. Nur mit drei Innenverteidigerinnen hat die Schweiz eine Chance, Spaniens Kombinationsspiel durch die Mitte zu unterbinden. Die Flügelspielerinnen müssen tief verteidigen und bei Ballgewinn schnell umschalten.

Diese defensive Grundordnung birgt aber Risiken. Spanien verfügt über exzellente Außenverteidigerinnen, die bei gegnerischer Passivität weit aufrücken. Ona Batlle und Olga Carmona sind technisch versiert und torgefährlich. Wenn die Schweiz zu tief steht, werden diese beiden zu zusätzlichen Angreiferinnen. Das Pressing muss also trotz defensiver Grundordnung stimmen – eine Gratwanderung.

Spanien wird geduldig sein müssen. Die Schweizerinnen werden kompakt stehen und auf Konter lauern. Trainerin Tomé muss ihre Spielerinnen vor Überheblichkeit warnen. Gerade die frühe Führung könnte wichtig werden, um die Schweiz aus der Reserve zu locken. Je länger es 0:0 steht, desto mehr Selbstvertrauen tanken die Außenseiterinnen.

Prognose und Fazit

4:1 für Spanien – so lautet unsere Prognose für das Viertelfinale. Die Weltmeisterinnen werden ihrer Favoritenrolle gerecht werden, aber nicht ohne Gegenwehr der Schweizerinnen. Das Heimteam wird kämpfen, das Publikum wird pushen, und irgendwann wird ein Standard oder ein Konter zum Ehrentreffer führen. Spanien ist aber in allen Mannschaftsteilen zu stark, um ernsthaft in Gefahr zu geraten.

Die Spanien gegen Schweiz Partie wird zeigen, wo die Schweiz wirklich steht. Gegen die skandinavischen Teams in der Gruppe fehlte der letzte Punch. Jetzt wartet mit Spanien ein Gegner, der keine Schwächen verzeiht. Trotzdem: Die Schweizerinnen haben nichts zu verlieren. Mit Heimvorteil im Rücken und cleverer Taktik ist zwar alles möglich, allerdings halten wir eine Sensation für sehr unwahrscheinlich.