Die Houston Texans stehen nach drei Spielen ohne Sieg da, zum zweiten Jahr in Folge. Beim 17:19 in Indianapolis entschied ein Field Goal 16 Sekunden vor Schluss, davor hatten Buffalo und Cincinnati gewonnen. Die Dallas Cowboys kommen mit einer Bilanz von 1-2 aus Rio de Janeiro, wo Baltimore mit einem Field Goal aus 56 Yards ohne Restzeit 34:31 gewann. Am 4. Oktober trifft in Houston ein Angriff, der in jedem Spiel mindestens 20 Punkte erzielt hat, auf einen, bei dem nahezu nichts funktioniert. Offen ist, wie viel die mögliche Rückkehr von Nico Collins ändert und ob die lange Reise aus Brasilien Dallas bremst.
Die Ausgangslage vor dem Spiel in Houston
Gespielt wird am Sonntag, 4. Oktober 2026, um 19:00 Uhr deutscher Zeit im Stadion der Texans, Houston hat Heimrecht. Beide Mannschaften bestritten ihr letztes Spiel am 27. September und haben damit eine gleich lange Pause. Der Unterschied liegt in der Reise: Das nominelle Heimspiel der Cowboys gegen Baltimore fand im Maracanã statt, wegen der Rückkehr aus Brasilien nahm Dallas die Arbeit erst am Dienstag wieder auf. Direkt danach wartet schon am Donnerstag, 8. Oktober, das Heimspiel gegen Tampa Bay.
Drei Spiele sind eine schmale Grundlage, und Houston selbst ist das beste Beispiel dafür: 2025 begann die Mannschaft ebenfalls mit drei Niederlagen und erreichte mit 12-5 noch die Playoffs. Auch diesmal gingen zwei der drei Spiele erst im letzten Drive des Gegners verloren.
Saison 2026 nach drei Spielen | Dallas Cowboys | Houston Texans |
|---|---|---|
Punkte je Spiel | 29,3 | 18,0 |
Zugelassene Punkte je Spiel | 27,3 | 25,0 |
Passing Yards netto je Spiel | 236,0 | 241,3 |
Rushing Yards je Spiel | 94,3 | 84,7 |
Yards pro Lauf | 4,1 | 3,6 |
Sacks gegen den eigenen Quarterback | 3 | 10 |
Third Down geschafft | 57,1 % | 36,4 % |
Red Zone: Touchdowns je Besuch | 9 von 12 | 6 von 12 |
Sacks der eigenen Defense | 2 | 11 |
Zugelassene Rushing Yards je Spiel | 179,7 | 86,7 |
Houston Texans: starke Defense, stockender Angriff
Die Stärke der Texans liegt weiter in der Defense. 2025 ließ sie mit 295 Punkten die zweitwenigsten der Liga zu und fing 19 Interceptions ab. Auch in dieser Saison kommt sie an den Quarterback heran: Will Anderson Jr. steht bei 3,5 Sacks, allein 2,5 davon gelangen ihm in Indianapolis, dazu drei Tackles for Loss. Gegen den Lauf steht die Defense ebenfalls sicher, Buffalo, Cincinnati und Indianapolis kamen jeweils nur auf 85 bis 89 Rushing Yards. Eine Lücke hat sie seit dem Ausfall von Linebacker Henry To'oTo'o in der Mitte des Feldes: Daniel Jones brachte dort 20 von 25 Pässen an.
Im Angriff hängen die Probleme zusammen. Die Offensive Line ließ in drei Spielen zehn Sacks zu, Quarterback C.J. Stroud verlor dabei 70 Yards und stand die gesamte Zeit unter Druck. Das Laufspiel kommt nicht in Gang: David Montgomery schafft 2,8 Yards pro Lauf, gegen Cincinnati und Indianapolis kam die Mannschaft auf 60 und 70 Rushing Yards. Schwach war dieser Teil schon 2025, als Houston mit 3,9 Yards pro Lauf auf Rang 29 lag. Weil der Lauf so wenig Raum bringt, steht Stroud oft vor langen Third Downs: Gegen Cincinnati fehlten ihm bei 12 seiner 16 Pässe im Third Down noch 7 oder mehr Yards, nur zwei davon brachten ein neues First Down.
Hinzu kommt der Ausfall von Nico Collins, der die beiden letzten Spiele verpasst hat. Wie sehr er fehlt, zeigte das Spiel gegen Cincinnati: Stroud warf 353 Yards, Houston war viermal in der Red Zone, erzielte keinen Touchdown und am Ende sechs Punkte. In Indianapolis kam der Angriff dann nur noch auf 223 Yards, bester Receiver war Xavier Hutchinson mit 51 Yards. Positiv bleibt, dass Stroud in allen drei Spielen keine Interception geworfen hat.
Dallas Cowboys: Prescott liefert, die Run Defense nicht
Dallas lebt vom Passspiel, und das trägt auch 2026. Dak Prescott brachte 69,5 Prozent seiner Pässe an, warf sieben Touchdowns und eine Interception. CeeDee Lamb kam gegen Washington auf 153 und gegen Baltimore auf 112 Yards, George Pickens fing in drei Spielen 16 Pässe, Jake Ferguson erzielte in den letzten beiden Spielen drei Touchdowns. 2025 kam Dallas mit 277,5 Passing Yards pro Spiel auf den besten Wert der Liga. Beim Third Down und in der Red Zone gehört die Mannschaft auch in dieser Saison zu den besten der Liga.
Die Offensive Line gibt Prescott dafür die Zeit. Gegen New York blieb er ohne Sack, gegen Washington wurde er zweimal gesackt, gegen Baltimore einmal. Das Laufspiel ist solide, aber keine Stärke wie das Passspiel. In den ersten beiden Spielen kam Dallas nur auf 69 und 66 Rushing Yards, gegen Baltimore dann auf 148 Yards bei 4,9 Yards pro Lauf, Javonte Williams allein auf 98. In der Vorsaison lag Dallas mit 4,6 Yards pro Lauf auf Rang 9.
Die Schwäche liegt, wie schon 2025, auf der anderen Seite. In der Vorsaison ließ Dallas mit 511 Punkten die meisten der Liga zu, und auch in diesem Jahr kamen alle drei Gegner auf 378 bis 394 Yards. Besonders gegen den Lauf gibt die Defense viel her: New York kam im Laufspiel auf 165, Washington auf 182 und Baltimore auf 192 Yards. Den Quarterback erreicht sie selten, bisher stehen zwei Sacks zu Buche.
Was sich in beiden Kadern verändert hat
Houston hat die Offensive Line zu großen Teilen neu besetzt. Keylan Rutledge kam in der ersten Runde des Drafts an Position 26 und spielt links als Guard, Wyatt Teller auf der rechten Seite und Evan Brown als Center kamen als Free Agents. Drei der fünf Starter sind damit neu, und die Probleme im Schutz für Stroud zeigen, dass diese Line noch nicht eingespielt ist. Als Running Back kam David Montgomery aus Detroit, als Receiver Kayshon Boutte vor der Saison per Trade. In der Defense unterschrieb Safety Reed Blankenship für drei Jahre, Jadeveon Clowney kehrte nach Houston zurück, und mit Linebacker Kenneth Murray kam ein zweiter Spieler aus Dallas. Danielle Hunter verlängerte um ein Jahr.
Dallas hat den Angriff unverändert gelassen: Prescott, Lamb, Pickens, Ferguson und Javonte Williams, der für drei Jahre verlängerte, bilden denselben Kern wie 2025. Umgebaut wurde fast ausschließlich die Defense. Im Draft nahm Dallas in der ersten Runde Safety Caleb Downs an Position 11 und Malachi Lawrence an Position 23, per Trade kamen Rashan Gary aus Green Bay und Linebacker Dee Winters aus San Francisco, als Free Agents der 37-jährige Von Miller aus Washington und Safety Jalen Thompson aus Arizona. Mit Quinnen Williams war schon 2025 ein Defensive Tackle von den Jets gekommen. Bei den Sacks zeigt sich dieser Umbau bisher jedoch kaum.
Houston Texans - Dallas Cowboys Tipps
Der Tipp für diese Partie ist eine Siegwette auf die Dallas Cowboys. Prescott verteilt die Bälle auf Lamb, Pickens und Ferguson, sodass sich eine Defense nicht auf einen Receiver konzentrieren kann, und Dallas bringt seine Drives zu Ende: Beim Third Down und in der Red Zone ist kaum eine Mannschaft besser. Mit 20, 37 und 31 Punkten hielt der Angriff auch in den beiden Niederlagen mit. Dazu passt die Offensive Line, die Prescott in drei Spielen nur dreimal zu Boden gehen ließ; gegen Houstons Pass Rush um Anderson und Hunter ist das die Voraussetzung, damit das Passspiel wirken kann. Mit Javonte Williams, der gegen Baltimore auf 98 Yards kam, ist Dallas zudem nicht allein auf Prescotts Pässe angewiesen.
Auf der anderen Seite trifft Dallas auf einen Angriff, dem an drei Stellen gleichzeitig etwas fehlt. Die neu zusammengesetzte Line lässt Stroud zu oft im Stich, das Laufspiel bringt kaum Raumgewinn, und bei den Receivern fehlen Higgins und Dell sicher, Collins womöglich weiter. Dass Dallas gegen den Lauf viel Raum hergibt, hilft Houston deshalb weniger, als es auf den ersten Blick scheint: Mehr als 124 Rushing Yards hat der Angriff in keinem Spiel geschafft, und Montgomery kommt nicht über 2,8 Yards pro Lauf hinaus. Houston erzielte 2026 zweimal höchstens 17 Punkte, und selbst die 353 Yards gegen Cincinnati führten zu keinem einzigen Touchdown. Wer in der Red Zone so wenig verwertet, braucht viele Anläufe für wenige Punkte, und gegen eine Offense, die wie die der Cowboys regelmäßig trifft, reicht das selten.
Die Siegwette gewinnt, wenn Dallas das Spiel für sich entscheidet, ein Unentschieden nach Verlängerung reicht nicht. Weil Dallas mit dem klar stärkeren Passspiel, dem besseren Schutz für den Quarterback und dem verlässlicheren Abschluss in der Red Zone anreist und Houston die Probleme in Line und Laufspiel kaum innerhalb einer Woche lösen wird, halte ich den Auswärtssieg der Cowboys für den richtigen Tipp.
Fazit und Prognose zum Spiel in Houston
Das Spiel entscheidet sich vermutlich daran, ob die Offensive Line der Cowboys gegen Anderson und Hunter so hält wie in den ersten drei Spielen. Gelingt das, findet Prescott seine Wege zu Lamb und Ferguson, und Dallas kommt zu seinen Punkten. Houston wird versuchen, das Spiel eng zu halten, doch ohne funktionierendes Laufspiel liegt die Last bei Stroud und wenigen gesunden Receivern.
Kehrt Collins zurück, wird Houston im Passspiel gefährlicher, an den Problemen in der Line und im Lauf ändert das nichts. Die Prognose lautet deshalb auf einen knappen Auswärtssieg der Cowboys, mit einem Field Goal oder einem Touchdown Vorsprung, getragen vom Passspiel, das in diesem Duell der klar stärkere Teil ist.