Auf ein Unentschieden steht fast immer die höchste der drei Quoten. Das Remis ist der dritte, gleichrangige Ausgang neben Heim- und Auswärtssieg, es fällt aber seltener als ein Heimsieg, und je seltener ein Ausgang eintritt, desto höher liegt die Quote darauf.
Diese hohe Quote ist deshalb kein Geschenk, sondern der Preis für die kleinere Chance. Auf Dauer gewinnt beim Tipp auf das Remis nur, wer eine Quote findet, die das Unentschieden zu schlecht bewertet. Daran entscheidet sich, ob Unentschieden Wetten Ertrag bringen oder bloß die hohe Zahl auf dem Wettschein bleiben.
Warum die Quote auf ein Unentschieden so hoch sind
Ein Fußballspiel kennt drei mögliche Ausgänge: Heimsieg, Auswärtssieg und Unentschieden. Gleich wahrscheinlich sind sie deshalb aber nicht. Über alle Spielzeiten der Bundesliga hinweg endete gut ein Viertel der Partien remis, deutlich seltener als mit einem Heimsieg.
Ausgang | Anteil aller Bundesligaspiele |
|---|---|
Heimsieg | 50,2 % |
Auswärtssieg | 24,2 % |
Unentschieden | 25,6 % |
Diese 25,6 Prozent sind ein Mittel über Jahrzehnte, 4.765 Unentschieden in 18.608 Spielen. Von Spielzeit zu Spielzeit schwankt der Wert, in manchen Jahren waren es knapp 20 Prozent, in anderen über 35. Im Durchschnitt bleibt es bei rund einem Viertel.
Aus einer Wahrscheinlichkeit wird eine faire Quote, indem du 100 durch den Prozentwert teilst. Bei rund 25,6 Prozent sind das 100 geteilt durch 25,6, also etwa 3,9. Ein Heimsieg mit rund 50 Prozent käme rechnerisch auf etwa 2,0. Das Unentschieden ist damit schon von der reinen Häufigkeit her der Ausgang mit der hohen Quote. Es tritt seltener ein als Heimsieg und Auswärtssieg, und genau das treibt die Quote nach oben, ganz ohne besondere Bewertung durch den Anbieter.
Die Quote, die du am Ende bekommst, liegt allerdings oft unter diesem fairen Wert. In jeder Quote steckt die Marge des Anbieters, sein einkalkulierter Aufschlag. Für dich heißt das: Auf den wahrscheinlichsten Ausgang gibt es die niedrigste Quote, auf ein Unentschieden eine der höchsten, und beide fallen ein Stück schlechter aus, als die reine Wahrscheinlichkeit es zulassen würde.
In welchen Sportarten gibt es Unentschieden Wetten?
Nicht überall lässt sich überhaupt auf ein Unentschieden setzen, denn nicht jede Sportart lässt ein Remis als Endergebnis zu. Ob der Tipp möglich ist, hängt allein daran, ob die Wertung nach der regulären Spielzeit einen Gleichstand stehen lässt oder bis zu einem Sieger weiterspielt.
Sportart | Unentschieden möglich? | Grund |
|---|---|---|
Fußball | Ja | Remis ist reguläres Ergebnis der Ligaspiele |
Boxen | Ja | Punktgleichstand nach der Wertung der Kampfrichter |
American Football (NFL) | Ja, außerhalb der Play-offs | Remis, wenn nach der Verlängerung kein Team führt |
Basketball | Nein | Verlängerung, bis ein Sieger feststeht |
Tennis, Volleyball, Darts, Snooker | Nein | Das Format erzwingt immer einen Sieger |
Das klassische Feld für den Tipp ist der Fußball. Hier ist das Unentschieden ein reguläres Endergebnis, in jeder Ligapartie fest vorgesehen. Nur in Turnierspielen nach dem K.-o.-System fällt es als Endergebnis weg, dort fällt die Entscheidung in Verlängerung oder Elfmeterschießen.
Auch bei Boxen Wetten gibt es das Unentschieden. Endet ein Kampf nicht vorzeitig durch K. o. oder eine klare Punktentscheidung, können die Kampfrichter auf Punktgleichstand kommen. Im American Football ist ein Remis außerhalb der Play-offs möglich, in der NFL bleibt es stehen, wenn nach der Verlängerung kein Team vorne liegt. Im College-Football der NCAA gibt es seit 1996 dagegen kein Unentschieden mehr.
In vielen anderen Sportarten führt der Tipp ins Leere, weil das Format zwingend einen Sieger hervorbringt. Im Basketball wird bis zur Entscheidung verlängert, ein Gleichstand nach regulärer Zeit ist nur eine Zwischenstation. In Tennis, Volleyball, Darts und Snooker gibt es aus demselben Grund kein Unentschieden, gespielt wird, bis einer die nötigen Sätze, Punkte oder Legs zusammen hat.
Unentschieden Wetten analysieren: Welche Spiele zum Remis neigen
Die hohe Quote sagt nur, dass ein Remis seltener ist, nicht ob es in dieser Partie zu erwarten ist. Die eigentliche Arbeit bei Unentschieden Wetten steckt darin, eine Paarung zu finden, in der die echte Chance auf ein Remis über dem liegt, was die Quote einpreist.
Augenhöhe schlägt alles: Gleich starke Teams
Ausgeglichenheit ist der wichtigste Grund für ein Remis. Je näher zwei Teams in ihrer Spielstärke beieinander liegen, desto häufiger trennen sie sich unentschieden. In einer ausgeglichenen, torarmen Partie steigt die Wahrscheinlichkeit für ein Remis über 30 Prozent, während sie im Schnitt bei rund einem Viertel liegt.
Wie ausgeglichen ein Spiel ist, verrät oft schon die Quote. Liegen Heim- und Auswärtssieg dicht beieinander, etwa beide um 2,6 bis 2,8, hält der Anbieter das Duell für offen, und die Quote auf das Unentschieden fällt am niedrigsten aus. Ein klarer Favorit mit einer Quote nahe 1,3 ist das Gegenteil, hier bleibt das Remis die Ausnahme.
Verlass dich dabei nicht allein auf die Tabelle. Zwei punktgleiche Teams können ganz unterschiedlich in Form sein. Aussagekräftiger ist, wie beide zuletzt gegen vergleichbare Gegner abgeschnitten haben und ob sie ihre Spiele eng halten oder klar gewinnen und verlieren.
Das Torprofil der Partie
Je weniger Tore in einer Partie fallen, desto eher bleibt es beim Gleichstand, weil jede Mannschaft weniger Gelegenheiten hat, einen Rückstand noch zu drehen. Zwei defensiv stabile Teams mit magerer Offensive bringen deshalb überdurchschnittlich viele 0:0 und 1:1 zustande.
Ein Blick auf die Zahlen hilft: Wie viele Tore schießen und kassieren beide im Schnitt, wie oft endeten ihre jüngsten Spiele mit einem oder gar keinem Tor? Treffen dagegen zwei treffsichere Angriffsreihen aufeinander, geht meist ein Team in Führung, und das Remis wird unwahrscheinlicher.
Entscheidend ist die Kombination aus beidem. Eine torarme Partie allein sichert kein Remis: Ist ein Favorit klar überlegen, gewinnt er eben knapp mit 1:0, statt die Punkte zu teilen. Erst wenn wenige Tore und ähnliche Stärke zusammenkommen, wird das Unentschieden zum wahrscheinlichen Ausgang.
Mannschaften, die auffällig oft remis spielen
Manche Mannschaften spielen auffällig oft unentschieden. Typisch ist ein Team, das hinten sicher steht, vorn aber selten zwingend wird und enge Spiele kaum für sich entscheidet. Solche Teams teilen die Punkte spürbar häufiger als der Durchschnitt, mit vielen 1:1 und torlosen Partien.
Vor einer Wette lohnt der Blick auf die abgeschlossene Vorsaison oder die letzten Spielzeiten: Wie viele Partien eines Teams endeten dort unentschieden? Ein Wert deutlich über dem Viertel, das im Schnitt üblich ist, ist ein Signal, kein Beweis. Er zeigt nur, dass die Spielweise dieser Mannschaft zum Remis passt.
Die Ausgangslage vor dem Spiel
Neben Stärke und Toren zählt der Anreiz. Es gibt Spiele, in denen beide Seiten mit einem Punkt zufrieden sind, etwa am Saisonende, wenn ein Remis beiden das Ziel sichert, sei es Klassenerhalt, ein Europapokalplatz oder die Meisterschaft. Wo keine Seite ins Risiko muss, bleibt es oft beim Unentschieden.
Solche Konstellationen erkennst du an der Tabellenlage kurz vor Saisonschluss, nicht an der Quote. Sie sind selten, aber wenn sie auftreten, ist das Remis oft wahrscheinlicher, als die Quote vermuten lässt. Genau dann steckt Value im Tipp.
Unentschieden Wetten: Drei Wege, das Remis zu spielen
Die richtige Partie zu finden ist bei Unentschieden Wetten die halbe Miete, die andere Hälfte ist, wie du die Wette platzierst und einsetzt. Einen sicheren Gewinn bringt keiner der folgenden Wege, dafür sorgt die Marge in jeder Quote. Sie helfen dir aber, dein Geld gezielter und mit weniger unnötigem Risiko einzusetzen.
Selektiv setzen und flach einsetzen
Die wichtigste Strategie ist zugleich die unauffälligste. Setz nur auf die wenigen Spiele, in denen deine Analyse ein Remis für unterschätzt hält, und lass alle anderen liegen. Wer an jedem Spieltag ein Unentschieden auf dem Schein hat, spielt gegen die Marge und verliert sie über die schiere Menge der Wetten.
Genauso zählt die Einsatzhöhe. Ein kleiner, gleichbleibender Betrag pro Wette hält den Verlust einer Pechsträhne überschaubar und nimmt die Emotion aus dem Spiel. Große Einsätze auf eine einzelne hohe Remisquote sehen verlockend aus, treffen dich bei den unvermeidlichen Fehltipps aber hart.
Live einsteigen, wenn das 0:0 hält
Ein ausgeglichenes Spiel, das torlos bleibt, macht das Unentschieden mit jeder Minute wahrscheinlicher, und die Quote darauf fällt entsprechend. Wer eine Partie schon vor dem Anpfiff als eng und torarm einschätzt, kann den Einstieg abwarten, bis sich das im Verlauf bestätigt, und bekommt dann immer noch eine brauchbare Quote.
Der Haken steckt in der Wette selbst: Du setzt darauf, dass die Torflaute anhält. Ein einziges Tor dreht die Lage sofort, die Quote auf das Remis springt wieder hoch, und dein Tipp hängt am nächsten Ausgleich. Live auf ein Unentschieden zu setzen lohnt deshalb nur, wenn beide Mannschaften hinten wenig zulassen und vorn harmlos bleiben.
Das genaue Remis über die Ergebniswette
Statt allgemein auf ein Unentschieden zu setzen, kannst du dich über die Ergebniswette auf ein bestimmtes Remis festlegen, etwa 0:0 oder 1:1. Die Quote fällt deutlich höher aus, weil ein genaues Ergebnis seltener eintrifft als irgendein Remis. Das 1:1 ist dabei das häufigste Unentschieden im Fußball und kommt über viele Ligen hinweg in rund jedem neunten Spiel vor, das 0:0 deutlich seltener.
Dafür sinkt die Trefferchance spürbar, denn neben dem Remis musst du auch die genaue Torzahl richtig einschätzen. Die höhere Quote ist der Preis für diese zusätzliche Bedingung, kein geschenkter Mehrwert. Sinnvoll ist die Ergebniswette vor allem dort, wo du dir bei der Höhe des Unentschiedens ziemlich sicher bist, etwa bei zwei extrem defensiven Teams mit magerer Offensive.
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