Curling sieht man in Deutschland fast nur bei den Olympischen Winterspielen, dort dann über zwei Wochen fast täglich. In dieser kurzen Phase legen viele zum ersten Mal einen Schein auf den Sport, angezogen von den langsam gleitenden Steinen auf der schmalen Eisbahn und einem Publikum, das im Fernsehen jeden Zug bejubelt. Curling Wetten sind für viele damit die erste Berührung mit einem Sport, den sie gerade erst entdecken.
Curling in Kürze: die Regeln, die beim Tippen zählen
Zwei Mannschaften mit je vier Spielern treten gegeneinander an. Pro Durchgang, im Curling End genannt, wirft jedes Team acht Steine, also zwei je Spieler. Gewertet wird am Ende eines Ends immer nur für eine Mannschaft: Es zählt jeder eigene Stein, der näher am Zentrum des Hauses liegt als der beste Stein des Gegners. Das Haus ist der Zielkreis am Ende der Bahn. Ein Match läuft bei den großen Turnieren über zehn Ends, bei kleineren über acht, und wer am Schluss mehr Punkte hat, gewinnt.
Für die Wette zählt vor allem eine Eigenheit des Spiels: den Hammer, also das Recht auf den letzten Stein eines Ends, besitzt immer nur ein Team, und dieser letzte Stein kann die Wertung des Ends noch drehen. Den Hammer bekommt jeweils das Team, das im End zuvor nicht gepunktet hat. Ebenso wichtig ist, dass es im Curling kein Unentschieden gibt. Steht es nach den regulären Ends gleich, wird so lange ein Zusatzend gespielt, bis eine Entscheidung fällt.
Welche Wettarten beim Curling zum Sport passen
Unter den Curling Wetten ist die häufigste die auf den Matchsieger. Weil eine Curling-Partie immer einen Sieger hervorbringt, tippst du hier nur auf zwei mögliche Ausgänge, Team A oder Team B. Eine dritte Option wie das Unentschieden beim Fußball gibt es nicht. Abgerechnet wird auf das Endergebnis der Partie, also auf den Sieger, der am Schluss feststeht.
Das Punktehandicap
Treffen zwei unterschiedlich starke Teams aufeinander, fällt die Siegquote auf den Favoriten oft sehr niedrig aus. Die Handicap Wette gleicht das aus, indem der Außenseiter rechnerisch ein paar Punkte Vorsprung erhält oder der Favorit mit einem Rückstand startet. Die Wette dreht sich damit um die Höhe des Siegs, während der reine Ausgang zweitrangig wird.
Über/Unter auf die Gesamtpunkte
Über/Unter richtet sich allein auf die Gesamtzahl der Punkte, die beide Teams zusammen erzielen. Der Wettanbieter gibt eine Grenze vor, und du tippst darauf, ob am Ende mehr oder weniger Punkte zusammenkommen. Wie hoch die Summe ausfällt, schwankt stark damit, wie offensiv beide Teams spielen und ob sie auf Mehrfachpunkte in einem End gehen.
Langzeitwette auf den Turniersieger
Die Langzeitwette läuft über ein ganzes Turnier und tippt dessen späteren Sieger, etwa den einer Weltmeisterschaft. Du legst dich früh fest, oft schon vor dem ersten Stein des Wettbewerbs. Dafür fällt die Quote höher aus als bei einer einzelnen Partie, weil bis zur Entscheidung noch viel passieren kann.
Live-Wette im Verlauf der Partie
Die Live-Wette läuft während des Matches, End für End. Die Quoten verschieben sich mit jedem Durchgang, je nach Spielstand und danach, welches Team gerade den Hammer besitzt. So kannst du auch dann noch einsteigen, wenn eine Partie bereits eine klare Richtung genommen hat.
Curling Wetten auf Herren, Damen und Mixed Doubles
Curling wird bei Olympia in drei getrennten Wettbewerben ausgetragen, bei den Herren, bei den Damen und im Mixed Doubles. Für eine Wette sind das drei verschiedene Baustellen, auch wenn der Sport im Kern derselbe bleibt.
Herren und Damen spielen im klassischen Format mit Viererteams. Hier gibt es eine feste Spitzengruppe weniger Nationen, die die Medaillen seit Jahren unter sich ausmachen, und entsprechend eng liegen die Quoten auf die Favoriten beieinander.
Das Mixed Doubles ist ein eigenes Spiel mit nur zwei Personen pro Team, einer Frau und einem Mann, kürzeren Partien über acht Ends und schnellerem Ablauf. Weil die Hürde niedriger liegt, hat diese Disziplin deutlich mehr Nationen den Weg ins Curling geöffnet. Bei der Mixed-Doubles-WM 2019 standen 48 der 61 Mitgliedsverbände am Start. Für den Tipper heißt das ein breiteres und weniger berechenbares Feld als bei Herren und Damen, wo sich der Kreis der ernsthaften Anwärter schnell zählen lässt.
Die wichtigsten Curling-Turniere 2026/27
Die großen Titel fallen bei den Olympischen Winterspielen und den jährlichen Weltmeisterschaften, getrennt nach Herren und Damen. In Europa eröffnet die Europameisterschaft im Spätherbst die Saison. Für 2026 ist das Meiste bereits gespielt, der Blick geht deshalb auf die kommenden Termine.
Wettbewerb | Ort | Zeitraum | Status |
|---|---|---|---|
Olympische Winterspiele | Cortina d'Ampezzo | 4. bis 22. Februar 2026 | gespielt |
Frauen-WM 2026 | Calgary | 14. bis 22. März 2026 | gespielt |
Männer-WM 2026 | Ogden, Utah | 27. März bis 4. April 2026 | gespielt |
Europameisterschaft 2026 | Ostrava | 27. Oktober bis 1. November 2026 | steht an |
Frauen-WM 2027 | Kanada | 13. bis 21. März 2027 | steht an |
Männer-WM 2027 | Saint John, Kanada | 26. März bis 4. April 2027 | steht an |
Die EM 2026 in Ostrava ist ab dieser Saison ein eigenständiges Turnier mit zwölf Herren- und zwölf Damenteams und damit das nächste große Ziel für Curling Wetten. Daneben versammelt der Grand Slam of Curling, eine kanadische Turnierserie, über die Saison verteilt mehrfach die weltbesten Teams und gehört fest zum Wettangebot der Curling-Saison.
Wer dominiert das Curling gerade?
Eine Handvoll Nationen macht die Titel unter sich aus, allen voran Kanada, Schweden, die Schweiz und, meist unter britischer Flagge, Schottland. Kanada hat die Weltmeisterschaften über Jahrzehnte geprägt, doch die Saison 2026 zeigt, wie eng es an der Spitze inzwischen zugeht. Bei Olympia und den beiden Weltmeisterschaften gingen die großen Titel an vier verschiedene Verbände.
Die Favoriten bei den Herren
Bei den Herren gewann Kanada mit Skip Brad Jacobs das olympische Gold in Cortina, vor Großbritannien um Bruce Mouat und der Schweiz um Yannick Schwaller. Der Skip ist der Spielführer, der die Steine ansagt und meist den letzten wirft. Den WM-Titel wenige Wochen später holte dagegen Schweden mit Niklas Edin, für ihn bereits der achte Weltmeistertitel. Ein klarer Favorit lässt sich daraus nicht ableiten: Olympiasieger und Weltmeister heißen 2026 unterschiedlich, und Edins Dauererfolg bei der WM sagt wenig über die Tagesform in einem olympischen Feld.
Die Favoritinnen bei den Damen
Bei den Damen teilten sich zwei Nationen die Höhepunkte. Schweden um Anna Hasselborg gewann das olympische Gold gegen die Schweiz um Silvana Tirinzoni, Bronze ging an Kanada um Rachel Homan. Den WM-Titel sicherte sich anschließend die Schweiz mit Skip Xenia Schwaller. Auch hier lohnt der Vorbehalt: Die Schweiz stellt zwar die amtierenden Weltmeisterinnen und die olympischen Zweiten, war bei Olympia im Finale aber schlagbar, und Schwedens Goldform muss sich in der neuen Saison erst wieder zeigen.
Worauf es bei Curling Wetten wirklich ankommt
Wer Curling Wetten abgibt, tippt selten auf eine Überraschung, denn das Feld ist überschaubar und die Favoriten sind es meist auch. Wichtiger als die Frage, ob du den Sieger errätst, ist deshalb, welche Wettart du für welche Ausgangslage wählst.
Der Hammer im Schlussend
In einer engen Partie ist der Hammer im letzten End häufig ausschlaggebend. Weil der letzte Stein die Punktwertung eines Ends drehen kann, hat das Team mit dem Hammer bei Gleichstand vor dem Schlussend den Vorteil. Für eine Wette auf einen knappen Ausgang wiegt deshalb schwerer, wer den letzten Stein hat, als wer vor dem Spiel favorisiert war.
Wann sich das Handicap gegen die Siegwette lohnt
Bei einem klaren Leistungsunterschied bringt die Siegwette auf den Favoriten kaum Ertrag, weil seine Quote sehr niedrig liegt. Dann lohnt der Wechsel zum Handicap, das erst bei einem klar überlegenen Team eine brauchbare Quote bietet. Ein enges Duell dagegen bleibt ein Fall für die Siegwette, weil hier auch auf den schlichten Sieg noch eine ordentliche Quote steht.
Live einsteigen nach Spielstand und Hammer
Die Live-Wette lohnt vor allem, wenn du den Verlauf abwartest, statt dich vorab festzulegen. Nach einigen Ends erkennst du, welches Team besser ins Spiel gefunden hat und wer den Hammer für die entscheidende Phase besitzt. Ein Favorit, der früh zurückliegt, aber den Hammer behält, ist längst nicht abgeschrieben, und solche Situationen unterscheiden die Live-Wette von einem Tipp vor dem ersten Stein.



