Golf Wetten beginnen mit einer unbequemen Zahl: Bei einem großen Turnier stehen über 150 Spieler am ersten Abschlag, und am Sonntagabend hebt nur einer den Pokal. Tippst du einfach auf den bekanntesten Namen, gewinnst du vielleicht eine von vielen Wochen, der Rest ist verlorenes Geld. Die hohen Quoten sehen verlockend aus, und genau darin liegt die Falle.

Die eigentliche Frage ist deshalb nicht, wer das nächste Turnier gewinnt, sondern wie du überhaupt sinnvoll auf Golf tippst, wenn ein klarer Favorit fast nie existiert. Genau da trennt sich die reine Siegwette von den Wetten, die zur Größe des Feldes passen. Wer den Unterschied kennt, geht eine Golfwette völlig anders an als jemand, der nur auf den Sieger schielt.

Was macht Golf Wetten besonders?

Bei einem vollen Turnier auf der PGA Tour stehen oft 144 bis 156 Spieler am ersten Abschlag, und rein rechnerisch kann jeder von ihnen den Titel holen. Diese Feldgröße ist der Grund, warum die Quote auf den Turniersieger so hoch ausfällt. Selbst der Topfavorit teilt sich die Siegchance mit über hundert Konkurrenten, und das schlägt sich in zweistelligen Quoten nieder, häufig sogar deutlich darüber. Ein Unentschieden kennt das Golf nicht, nach 72 gespielten Löchern steht ein Sieger fest. Trotzdem bleibt der direkte Tipp auf diesen einen Spieler die schwierigste Wette überhaupt, weil so viele mögliche Ausgänge gleichzeitig im Spiel sind.

Ein reguläres Turnier läuft über vier Tage und 72 Löcher, gespielt im Zählspiel. Beim Zählspiel, dem englischen Stroke Play, zählt jeder Schlag über die gesamte Distanz, und gewonnen hat am Ende, wer die wenigsten Schläge braucht. Diese Spielform liegt fast jeder Golfwette zugrunde, von der Siegwette bis zur Wette auf eine Platzierung.

Nach der zweiten Runde, also nach 36 Löchern, fällt der Cut. Auf der PGA Tour überstehen ihn die besten 65 Spieler samt allen, die punktgleich mit Rang 65 liegen; der Rest reist ab und ist am Wochenende nicht mehr dabei. Für eine Wette ist dieser Schnitt entscheidend, denn wer auf einen Spieler getippt hat, der den Cut verpasst, hat schon nach zwei von vier Tagen verloren. Bei den großen Turnieren liegt die Grenze woanders: Beim Masters überstehen nur die besten 50 plus Gleichstand die ersten beiden Runden, bei der US Open die besten 60, bei der PGA Championship die besten 70.

Die Ausnahme ist das Lochspiel, im Englischen Match Play. Hier zählt nicht die Summe aller Schläge, sondern wer mehr einzelne Löcher für sich entscheidet, und genau in dieser Form wird der Ryder Cup ausgetragen.

Die Golf Wettarten im Detail

Die bekannteste Golfwette ist die Langzeitwette auf den Turniersieger, im Englischen Outright genannt. Du tippst vor dem ersten Abschlag auf den Spieler, der nach 72 Löchern ganz oben steht. Weil über hundert Teilnehmer infrage kommen, sind die Quoten hoch, und das macht diese Wette zugleich reizvoll und schwer. Treffer sind selten, der Gewinn im Erfolgsfall dafür groß.

Wer dem großen Feld ausweichen will, hat mehrere Möglichkeiten. Beim direkten Duell, auch Head to Head Wetten genannt, stellt der Anbieter zwei Spieler gegenüber, und du tippst nur darauf, wer von beiden über das gesamte Turnier besser abschneidet, unabhängig vom Rest des Feldes. Eine engere Variante ist der Vergleich zweier oder dreier Spieler auf einer einzelnen Runde. In den ersten beiden Tagen starten die Profis meist in Dreiergruppen, am Wochenende in Zweiergruppen, und auf genau diese Gruppen lassen sich die Vergleiche eines einzelnen Tages spielen.

Gegen die hohen Siegquoten helfen zwei Wettarten besonders. Die Wette auf eine Platzierung zahlt schon, wenn dein Spieler unter die ersten zehn oder zwanzig kommt; übliche Stufen sind Top 5, Top 10 und Top 20. Du brauchst also keinen Sieger, sondern nur eine solide Woche deines Spielers. Noch defensiver ist die Wette auf das Überstehen des Cuts, bei der du bereits gewinnst, wenn dein Spieler nach 36 Löchern weiterspielen darf. Beide haben niedrigere Quoten als der Tipp auf den Sieg, treffen aber deutlich häufiger.

Dazu kommen Spezialwetten. Du kannst auf den besten Spieler einer Nation oder eines Kontinents tippen, etwa den besten Amerikaner oder den besten Europäer, auf die Führung nach der ersten Runde oder darauf, ob im Turnier ein Hole-in-One fällt.

Wettart

Worauf getippt wird

Wann sie passt

Turniersieger (Outright)

Der Spieler, der das Turnier gewinnt

Du willst die hohe Quote und nimmst seltene Treffer in Kauf

Direktes Duell

Wer von zwei Spielern über 72 Löcher besser ist

Du traust dir den Vergleich zweier Namen zu, nicht das ganze Feld

Vergleich auf einer Runde

Bester einer Zweier- oder Dreiergruppe an einem Tag

Du willst tageweise tippen statt aufs ganze Turnier

Platzierung (Top 5/10/20)

Spieler landet unter den ersten 5, 10 oder 20

Du suchst eine höhere Trefferchance als beim Sieg

Überstehen des Cuts

Spieler erreicht nach 36 Löchern das Wochenende

Du willst die defensivste Variante

Bester einer Nation

Bestplatzierter Spieler eines Landes oder Kontinents

Du kennst die Stärke einzelner Golfnationen

Spezialwette

Hole-in-One oder Führung nach Runde eins

Du willst eine Zusatzwette neben der Hauptwette

Welche dieser Wetten ein Anbieter listet, unterscheidet sich von Turnier zu Turnier und von Anbieter zu Anbieter. Vor dem Tipp lohnt deshalb ein Blick ins Wettangebot des konkreten Turniers.

Was ist eine Each-Way-Wette beim Golf?

Die Each-Way-Wette ist die Antwort auf das Grundproblem jeder Golfwette: Der Sieg ist schwer zu treffen, eine vordere Platzierung dagegen viel wahrscheinlicher. Sie besteht aus zwei Teilen, einem Tipp auf den Sieg und einem Tipp auf eine Platzierung, und beide laufen unter derselben Wette. Der Haken dabei: Du bezahlst auch doppelt. Setzt du 10 Euro Each Way, fließen 10 Euro auf den Sieg und 10 Euro auf die Platzierung, dein Gesamteinsatz liegt also bei 20 Euro.

Der Reiz liegt in der zweiten Absicherung. Gewinnt dein Spieler das Turnier, werden beide Teile ausgezahlt. Verpasst er den Sieg, landet aber innerhalb der bezahlten Plätze, verfällt der Tipp auf den Sieg, während der Tipp auf die Platzierung trotzdem etwas abwirft. Statt leer auszugehen, holst du einen Teil deines Geldes samt Gewinn zurück.

Wie viel der Tipp auf die Platzierung einbringt, hängt von zwei Größen ab. Die erste ist der Anteil an der Siegquote: Für den Platz zahlen Anbieter meist ein Viertel oder ein Fünftel davon. Angenommen, ein Spieler hat eine Siegquote von 26,00 und der Anbieter rechnet mit einem Fünftel, dann wird der Platz mit einer Quote von 6,00 abgerechnet. Die zweite Größe ist die Zahl der bezahlten Plätze, und sie schwankt je nach Anbieter und Turnier. Bei normalen Turnieren reicht sie oft von Platz fünf bis Platz acht, bei den großen Turnieren mit ihren riesigen Feldern zahlen viele Anbieter mehr Plätze aus, teils bis Platz zehn oder zwölf.

Ein Sonderfall ist der Gleichstand. Teilen sich mehrere Spieler einen bezahlten Platz, etwa vier Spieler den geteilten zehnten Rang, greift die Dead-Heat-Regel. Die Quote bleibt dann gleich, dein Einsatz wird aber anteilig gekürzt, je nachdem, wie viele Spieler sich den Platz teilen. Aus einer vollen Auszahlung für den Platz wird so schnell nur ein Bruchteil.

Für wen lohnt sich das? Wer ohnehin auf einen Außenseiter mit hoher Quote tippt, federt mit Each Way das Risiko ab, ohne bei einem echten Sieg auf den großen Gewinn zu verzichten.

Die vier Majors als Höhepunkt für Golf Wetten 2026

Vier Turniere im Jahr ragen aus dem Kalender heraus: Masters, PGA Championship, US Open und The Open Championship. Sie heißen Majors und versammeln die stärksten Felder der Saison. Für eine Wette hat das eine klare Folge. Je dichter das Feld an Topspielern ist, desto enger liegen die Siegchancen beieinander, und desto höher fallen die Quoten selbst auf die Favoriten aus. Wer auf den Sieger eines Majors tippt, stellt sich also dem stärksten Aufgebot des Jahres entgegen.

Das Golfjahr 2026 verteilt sich gut über die vier Termine. Den Auftakt machte das Masters Anfang April in Augusta, im Mai folgte die PGA Championship in Aronimink. Mitte Juni läuft die US Open in Shinnecock Hills, ausgerichtet von der USGA. Zu diesem Zeitpunkt steht damit noch ein Major aus.

Das nächste und letzte Major der Saison ist The Open Championship, gespielt vom 16. bis 19. Juli 2026 auf dem Royal Birkdale in England. Es ist die 154. Austragung, das Feld umfasst 156 Spieler, und verantwortlich für die Organisation ist die R&A. The Open ist zugleich das älteste der vier Majors, erstmals ausgespielt 1860 im schottischen Prestwick. Wer noch 2026 auf ein Major setzen will, hat im Juli die letzte Gelegenheit.

Major

Termin 2026

Austragungsort

Masters

9.–12. April

Augusta National, USA

PGA Championship

14.–17. Mai

Aronimink Golf Club, USA

US Open

18.–21. Juni

Shinnecock Hills, USA

The Open Championship

16.–19. Juli

Royal Birkdale, England

Wer übers Jahr nur wenige Golfwetten platzieren möchte, ist bei den Majors richtig aufgehoben. Hier sind die Felder am stärksten und die Siegquoten entsprechend am höchsten, was die Wette auf eine Platzierung oder eine Each-Way-Wette oft sinnvoller macht als den direkten Tipp auf den Sieger.

Ryder Cup und weitere Turniere für Golf Wetten

Der Ryder Cup fällt aus dem Rahmen der übrigen Saison. Statt eines Einzelturniers im Zählspiel treten zwei Mannschaften gegeneinander an, Europa gegen die USA, und gespielt wird im Lochspiel. Das verändert die Wette grundlegend: Du tippst nicht auf einen Sieger aus über hundert Spielern, sondern auf die siegreiche Mannschaft oder auf den Ausgang einzelner Duelle. Im Lochspiel zählt jedes Loch für sich, nicht die Gesamtzahl der Schläge. Ein Spieler kann ein Match also gewinnen, obwohl er über die Runde mehr Schläge gebraucht hat als sein Gegner.

Den Ryder Cup gibt es nur alle zwei Jahre, und 2026 gehört nicht dazu. Die letzte Austragung fand 2025 in Bethpage Black im US-Bundesstaat New York statt, die nächste ist für 2027 auf dem Platz von Adare Manor in Irland angesetzt. Wer 2026 auf Golf wetten will, findet seinen Stoff bei den Einzelturnieren, nicht beim Ryder Cup.

Den Rahmen der Saison bilden zwei große Turnierserien. Die PGA Tour läuft vor allem in den USA, die DP World Tour ist die zweite große Serie, die bis 2021 European Tour hieß und seit der Saison 2022 ihren heutigen Namen trägt. Auf beiden wird Woche für Woche gespielt, und hier finden die meisten Golfwetten überhaupt statt. Auf der PGA Tour läuft zusätzlich die FedEx-Cup-Wertung, eine Punkteliste über die gesamte Saison, deren Endphase im August in den Playoffs und der abschließenden Tour Championship gipfelt (Stand: 19.06.2026).

Für die Wette heißt das: Außerhalb der vier Majors gibt es das ganze Jahr über Turniere, nur mit kleineren Feldern und damit oft niedrigeren Siegquoten auf die Favoriten. Den Ryder Cup als Sonderformat solltest du erst 2027 wieder auf dem Zettel haben.

Tipps und Strategien für Golf Wetten

Die wichtigste Erkenntnis steckt schon im großen Feld: Der direkte Tipp auf den Turniersieger ist die schwerste Wette, die das Golf zu bieten hat. Über hundert Spieler bedeuten über hundert mögliche Ausgänge, und selbst der Beste der Welt gewinnt nur einen Bruchteil seiner Turniere. Wer ausschließlich auf Sieger setzt, geht die meisten Wochen leer aus, egal wie gut die Analyse war.

Daraus folgt eine einfache Aufteilung. Den Tipp auf den Turniersieger spielst du mit kleinem Einsatz, weil die hohe Quote den seltenen Treffer ausgleicht und der Verlust überschaubar bleibt. Den größeren Teil deines Budgets steckst du in Wetten mit höherer Trefferchance: eine Each-Way-Wette, die Sieg und Platzierung verbindet, oder eine Wette auf eine Top-10- oder Top-20-Platzierung. So verteilst du das Risiko, statt alles auf den einen unwahrscheinlichen Sieg zu setzen.

Vor der Wette zählt die Form. Wie hat ein Spieler in den letzten Turnieren abgeschnitten, hat er den Cut überstanden, stand er vorne? Dazu kommt die Frage, ob er zum Platz passt. Plätze unterscheiden sich stark, der eine belohnt lange Abschläge, der andere präzises Spiel rund um die Grüns. Ein Spieler, der auf einem bestimmten Platz schon gute Ergebnisse hatte, ist dort oft die bessere Wette als ein formstärkerer Name, der mit dem Kurs fremdelt.

Wetter und Abschlagzeiten werden leicht übersehen. Wind, Regen und die Geschwindigkeit der Grüns verändern die Bedingungen von Stunde zu Stunde. Weil die Spieler über den Tag in zwei Wellen starten, morgens und nachmittags, kann eine Gruppe deutlich ruhigeres Wetter erwischen als die andere. Auf windanfälligen Plätzen am Meer fällt dieser Unterschied am stärksten ins Gewicht.

Vor einer Golfwette lohnt deshalb ein kurzer Durchgang durch diese Punkte:

  • Form der letzten Wochen: Hat der Spieler zuletzt den Cut überstanden und vordere Plätze belegt?
  • Eignung für den Platz: Passt sein Spiel zum Kurs, gibt es gute Ergebnisse auf genau diesem Platz?
  • Wetter und Startzeit: Droht seiner Welle schlechteres Wetter als der Konkurrenz?
  • Passende Wettart: Sieg mit kleinem Einsatz, Each Way oder Top-Platzierung für mehr Trefferchance?

Eine sichere Golfwette gibt es nicht, dafür sind die Felder zu groß und die Ausgänge zu offen. Wer aber Form, Eignung für den Platz und Wetter zusammen betrachtet und die Einsätze klein hält, tippt überlegter und mit kalkulierbarem Risiko.

Häufige Fragen zu Golf Wetten

Was passiert mit meiner Wette, wenn mein Spieler aufgibt oder disqualifiziert wird?

Sobald dein Spieler abgeschlagen hat und danach aufgibt oder disqualifiziert wird, ist deine Wette auf den Sieg oder eine Platzierung bei den meisten Anbietern verloren. Die genaue Regel unterscheidet sich je nach Anbieter, manche erstatten den Einsatz, wenn der Spieler nur sehr wenige Löcher gespielt hat.

Wie wird eine Golfwette bei einem Stechen um den Sieg abgerechnet?

Endet ein Turnier mit einem Gleichstand an der Spitze, fällt die Entscheidung im Stechen. Deine Wette auf den Sieg wird auf den Spieler abgerechnet, der am Ende den Pokal bekommt, das Ergebnis des Stechens zählt also dazu.

Was ist LIV Golf und kann man darauf wetten?

LIV Golf ist eine eigene Serie neben PGA Tour und DP World Tour. Ab 2026 laufen die Turniere über 72 Löcher, es gibt keinen Cut, und das Feld umfasst rund 57 Spieler, die zugleich in Teams antreten. Wetten darauf bieten viele Anbieter an, vom Einzelsieger bis zur Teamwertung.

Was bedeutet eine Wette „ohne den Favoriten"?

Bei dieser Wette wird der Topfavorit aus der Wertung genommen, und du tippst auf den besten Spieler aus dem restlichen Feld. Deine Wette gewinnt auch dann, wenn der ausgeklammerte Favorit siegt und dein Spieler Zweiter wird, dafür fallen die Quoten niedriger aus.