Leverkusen gegen Stuttgart war in der vergangenen Saison zweimal eine deutliche Angelegenheit, allerdings nicht im Sinne der Werkself. Vor dem Wiedersehen in der BayArena könnten die Vorzeichen kaum verschiedener sein: Leverkusen hat zu Hause in der Liga noch nichts liegen lassen, Stuttgart hängt im unteren Tabellendrittel fest und findet die Tore nicht, die seine Spielweise eigentlich hergibt. Dazu kommen ein Pokalabend unter der Woche für beide Mannschaften, frische Ausfälle bei Bayer und ein Stuttgarter Kapitän, der in der Bundesliga noch auf seinen ersten Saisontreffer wartet. Für deine Wette zählt, was davon am Samstag schwerer wiegt.
Tabellenlage und Belastung vor dem Spiel in der BayArena
Angepfiffen wird am Samstag, 31. Oktober 2026, um 15:30 Uhr in Leverkusen. Nach sieben Spieltagen trennen beide Mannschaften sieben Punkte: Bayer hat 13 Punkte gesammelt und alle drei Heimspiele gewonnen, der VfB steht mit 6 Punkten auf Platz 15 und hat drei seiner vier Auswärtsspiele verloren.
Bundesliga 2026/27, je 7 Spiele | Bayer 04 Leverkusen | VfB Stuttgart |
|---|---|---|
Siege, Remis, Niederlagen | 4, 1, 2 | 2, 0, 5 |
Tore | 16:12 | 10:13 |
Leverkusen daheim, Stuttgart auswärts | 3 Spiele, 8:1 Tore | 4 Spiele, 4:8 Tore |
Expected Goals je Spiel | 1,92 | 1,85 |
Schüsse je Spiel | 18 | 17 |
Beide Mannschaften standen am Mittwoch in der zweiten Runde des DFB-Pokals auf dem Platz und sind weitergekommen. Stuttgart spielte um 18 Uhr in Paderborn, Leverkusen erst um 20:45 Uhr gegen Nürnberg. Für Bayer ist das Spiel gegen Stuttgart das zweite von vier Pflichtspielen in zwölf Tagen vor der Länderspielpause im November. Beide sind zudem im Europapokal gefordert, Leverkusen in der Europa League, Stuttgart in der Champions League.
Bayer Leverkusen: stark in der BayArena, auswärts anfällig
Leverkusen hat von zwölf Pflichtspielen in dieser Saison neun gewonnen und dabei 33:14 Tore erzielt. Die Stärke liegt im Angriff: In der Bundesliga gibt Bayer im Schnitt 18 Schüsse pro Spiel ab, und in allen fünf Heimspielen dieser Saison hat die Mannschaft getroffen. Zu Hause steht auch die Abwehr. Union Berlin, RB Leipzig und Freiburg kamen zusammen auf ein einziges Tor. Nach Expected Goals, also dem Wert der herausgespielten Chancen, erspielten sich die Gegner in der BayArena im Schnitt Chancen für gut ein Tor pro Spiel.
Auswärts sieht es anders aus. In vier Bundesligaspielen kassierte Leverkusen elf Gegentore, vier davon ab der 79. Minute; das 4:3 in Mainz und das 2:2 in Augsburg sind Beispiele für Spiele, die hinten offen blieben. Zuletzt verlor Bayer in Hoffenheim mit 0:3. Im Pokal gegen den Zweitligisten Nürnberg lag Leverkusen am Mittwoch zur Pause mit 1:2 zurück, ehe die Mannschaft das Spiel noch mit 5:2 deutlich gewann. Auch daheim ließ diese Abwehr also an einem Abend zwei Tore zu.
VfB Stuttgart: viele Abschlüsse, zu wenige Tore in der Liga
Die Bilanz von zwei Siegen und fünf Niederlagen täuscht etwas über die Spiele selbst hinweg. Vier der fünf Niederlagen fielen mit einem Tor Unterschied aus, deutlich unterlegen war Stuttgart nur beim 1:5 in München. Der VfB spielt sich in der Liga Chancen für 1,85 Tore pro Spiel heraus, trifft aber nur 1,43-mal. Das 2:3 gegen Gladbach zeigt das Muster: 70 Prozent Ballbesitz, mehr Expected Goals als der Gegner, trotzdem verloren.
Außerhalb der Liga läuft es besser. Von zwölf Pflichtspielen hat Stuttgart sechs gewonnen, in der Champions League gab es ein 3:1 gegen Viking, ein 3:0 in Bratislava und ein 1:1 gegen Atlético Madrid. Im Pokal in Paderborn spielte der VfB ab der 37. Minute in Überzahl, gab 19 Schüsse ab, kam auf Chancen für mehr als zwei Tore und traf trotzdem erst in der 90. Minute zum 1:0. Über die letzten fünf Pflichtspiele erspielte sich Stuttgart Chancen für 2,04 Tore pro Spiel und erzielte 1,4.
Die Schwäche zeigt sich auswärts in beide Richtungen. In der Liga traf Stuttgart in der Fremde nur in Paderborn zweimal und ließ den Gegnern dort Chancen für mehr als zwei Tore pro Spiel.
Diaby und Badé fehlen, Stiller ist fraglich
Leverkusen muss auf Moussa Diaby verzichten, der sich in Hoffenheim am hinteren rechten Oberschenkel verletzt hat und erst nach der Länderspielpause zurückerwartet wird. Innenverteidiger Loïc Badé erlitt im selben Spiel nach einem Zusammenprall eine Schädelprellung, wann er zurückkehrt, ist offen. Beide fehlten schon im Pokal gegen Nürnberg. Dazu fallen Martin Terrier, Christian Kofane, Eliesse Ben Seghir, Guéla Doué und Kennet Eichhorn schon länger aus.
Bei Stuttgart wackelt Angelo Stiller. Der Mittelfeldspieler musste in Paderborn zur Pause mit Adduktorenproblemen raus, dass er am Samstag aufläuft, ist unwahrscheinlich. Rechtsverteidiger Josha Vagnoman fehlt mit einer Verletzung am Oberschenkel, Leo Sauer hat muskuläre Probleme, Dan-Axel Zagadou, Justin Diehl und Tiago Tomás fallen schon länger aus.
Leverkusen vs. Stuttgart: der direkte Vergleich
In der vergangenen Saison trafen beide Mannschaften zweimal in der Bundesliga aufeinander, und zweimal gewann Stuttgart. Im Januar siegte der VfB in der BayArena mit 4:1 und führte schon zur Pause mit 4:0, obwohl Leverkusen nach Expected Goals sogar leicht vorn lag. Stuttgart brachte sieben Schüsse aufs Tor, Bayer vier. Den vierten Treffer erzielte Undav kurz vor dem Halbzeitpfiff. Im Mai gewann Stuttgart zu Hause mit 3:1, diesmal auch nach Chancen klar: 20 Schüsse gegen 6 und Expected Goals von 2,29 zu 0,97.
Im Mai stand bei Leverkusen noch Kasper Hjulmand an der Seitenlinie, inzwischen trainiert Carles Martínez die Mannschaft. Wie gut Stuttgarts Angriff zu dieser Abwehr passt, zeigen die zwei Spiele trotzdem: sieben Tore in zwei Partien.
Die Wett-Tipps zu Leverkusen gegen Stuttgart
1. Tipp: VfB Stuttgart über 1,5 Tore
Der Wett-Tipp lautet VfB Stuttgart über 1,5 Tore, und der stärkste Grund ist das, was Stuttgart Woche für Woche herausspielt. Chancen für fast zwei Tore pro Ligaspiel und zuletzt für mehr als zwei pro Pflichtspiel sind die Grundlage dafür, dass zwei Treffer kein Ausnahmefall sind. In der Hälfte seiner Pflichtspiele hat der VfB mindestens zweimal getroffen, gegen Köln viermal, gegen Gladbach trotz der Niederlage zweimal, in der Champions League dreimal gegen Viking und dreimal in Bratislava. Dass die Ausbeute in der Liga zuletzt hinter den Chancen zurückblieb, ändert nichts daran, dass die Chancen da sind.
Auf der anderen Seite hat Leverkusen in zwölf Pflichtspielen 14 Gegentore kassiert, in sieben Bundesligaspielen 12. Am Mittwoch, im ersten Spiel nach Badés Verletzung, fehlte Bayer ein Innenverteidiger, und der Zweitligist Nürnberg traf in der BayArena gleich zweimal, beide Male vor der Pause. Drei Tage später folgt nun das nächste Spiel, das zweite von vier in zwölf Tagen, und der Kader ist durch die Ausfälle schmaler geworden.
Den dritten Grund liefern die direkten Duelle. Vier Tore in der BayArena im Januar, drei im Mai, und in beiden Spielen fand Leverkusens Abwehr keine Antwort auf Stuttgarts Angriff. In der Liga hat Leverkusen zu Hause bisher nur ein Gegentor zugelassen, und Stuttgart traf auswärts erst einmal doppelt; diese Heimbilanz stammt aber aus drei Spielen, und schon das erste Heimspiel ohne Badé brachte zwei Gegentore. Für Über 1,5 Tore des VfB Stuttgart spricht damit vor allem, dass Stuttgart sich regelmäßig Chancen für zwei Treffer erspielt und genau diese Abwehr in beiden Duellen der Vorsaison mehrfach überwunden hat.
2. Tipp: Deniz Undav erzielt ein Tor
Der zweite Tipp ist eine Torschützen Wette auf einen Treffer von Deniz Undav. In der vergangenen Saison traf Undav in 28 Bundesligaspielen 19-mal, im Schnitt alle 117 Minuten, und elf dieser Tore erzielte er auswärts. Auch in Leverkusen war er im Januar unter den Torschützen.
In dieser Saison ist Undav an Stuttgarts Toren weiterhin direkt beteiligt: In zwölf Pflichtspielen kommt er auf zwei Tore und vier Vorlagen, je ein Tor und zwei Vorlagen in der Champions League und im DFB-Pokal. In der Bundesliga wartet er nach sieben Einsätzen noch auf sein erstes Tor, gegen Gladbach kam er erst nach 55 Minuten ins Spiel. Am Mittwoch stand er in Paderborn dagegen über 90 Minuten auf dem Platz und schoss in der 90. Minute das Tor, das Stuttgart ins Achtelfinale brachte.
Leverkusen fehlt mit Badé ein Innenverteidiger, und gegen diese Abwehr hat Stuttgart in beiden Spielen der Vorsaison mindestens dreimal getroffen. Für ein Tor von Deniz Undav sprechen damit seine 19 Tore in der Bundesliga aus der Vorsaison, sein Siegtor vom Mittwoch und ein Stuttgarter Angriff, der sich in der Liga im Schnitt Chancen für fast zwei Tore pro Spiel erspielt.
Fazit und Spielprognose zu Leverkusen gegen Stuttgart
Leverkusen wird das Spiel zu Hause bestimmen wollen und hat in jedem Heimspiel getroffen, Stuttgart wird über seine Abschlüsse kommen. Kippen kann das Spiel an der Frage, ob der VfB seine Chancen diesmal so konsequent nutzt wie in den beiden Duellen der Vorsaison. Leverkusen fehlen mit Diaby und Badé zwei Spieler, und drei Tage nach dem Pokalabend steht schon das nächste Spiel an. Ich erwarte ein offenes und torreiches Spiel, in dem beide Mannschaften bis zum Ende Chancen auf den Sieg haben.