Torschützen Wetten hängen an einem einzigen Tor eines benannten Spielers, und ob es fällt, ist bis zum Schlusspfiff offen. Die Arbeit liegt deshalb vor dem Tipp. Du brauchst eine eigene Einschätzung, wie wahrscheinlich dieses Tor ist, und die entsteht nicht aus einer Serie von Treffern in den letzten Wochen, sondern aus den Gelegenheiten, die ein Spieler in dieser Aufstellung gegen diesen Gegner überhaupt bekommt. Erst diese Einschätzung lässt sich der angebotenen Quote entgegenhalten.
Wie funktioniert eine Torschützen Wette?
Du tippst auf einen namentlich benannten Spieler, und gewertet wird allein, ob ihm in dieser Partie ein Tor zugerechnet wird. Ob seine Mannschaft gewinnt, verliert oder unentschieden spielt, ändert daran nichts. Trifft er bei einer 1:3-Niederlage seiner Mannschaft, ist die Wette gewonnen. Gewinnt sein Team 2:0 und die beiden Tore erzielen Mitspieler, ist sie verloren.
Ein Abschluss ist noch kein Schuss aufs Tor, und ein Schuss aufs Tor ist noch kein Tor. Ein Angreifer kann sechsmal abschließen, davon viermal aufs Tor, und trotzdem kein Tor erzielen. Dann ist die Wette auf ihn als Torschütze verloren. Für die Abrechnung zählt, wer in der offiziellen Wertung der Partie als Schütze geführt wird, nicht der Eindruck aus der Wiederholung.
Seine Mannschaft muss überhaupt Tore erwarten lassen, er braucht genug Einsatzminuten, und er muss in dieser Zeit selbst zum Abschluss kommen und treffen. An diesen drei Dingen gleichzeitig hängt die Auswahl bei Torschützen Wetten.
Die Varianten von Torschützen Wetten
Beim ersten Torschützen zählt genau ein Tor der ganzen Partie, nämlich das erste anerkannte. Trifft dein Spieler in der 12. Minute zum 1:0, ist die Wette gewonnen. Erzielt er stattdessen erst das 2:0 in der 63. Minute, nachdem ein Mitspieler das 1:0 gemacht hat, ist sie verloren, obwohl er getroffen hat. Auswählen kannst du dafür Spieler beider Mannschaften, denn das erste Tor kann von jeder Seite fallen.
Wird dein Spieler erst nach dem ersten Tor eingewechselt, ist die Wette auf ihn als ersten Torschützen ungültig und dein Einsatz kommt zurück, denn gewinnen kann er sie dann ohnehin nicht mehr. Fällt das erste Tor der Partie dagegen als Eigentor, bleiben die Tipps auf den ersten Torschützen offen und laufen bis zum nächsten regulären Treffer weiter.
Beim letzten Torschützen steht der Gewinner erst mit dem Schlusspfiff fest, weil jedes weitere Tor die Wertung auf einen anderen Spieler verschiebt. Wer in der 70. Minute das vermeintlich letzte Tor erzielt, verliert diese Stellung wieder, sobald in der 85. jemand anders trifft. Fällt in der ganzen Partie nur ein einziges Tor, ist dessen Schütze zugleich erster und letzter Torschütze.
Die jederzeitige Variante ist gewonnen, sobald deinem Spieler in der gewerteten Zeit ein Tor zugerechnet wird, gleich ob es das erste, das dritte oder das letzte der Partie ist. Die Reihenfolge der Tore spielt hier keine Rolle.
Neben der Stelle in der Reihenfolge wird bei Torschützen Wetten auch die Zahl der Tore gewertet. Für die Wertung auf zwei oder mehr Tore muss dein Spieler in derselben Partie zweimal treffen, für den Hattrick dreimal. Nach oben bleibt diese Bedingung offen, ein vierter Treffer schadet dem Hattrick also nicht. Nach unten gibt es keinen Spielraum, denn wer zweimal trifft, hat die Wette auf den Hattrick verloren, so stark seine Leistung sonst war.
Enger wird es bei der Wertung auf den Siegtreffer, denn hier zählt der Ausgang der Partie mit, auf den es sonst nicht ankommt. Dein Spieler muss das letzte Tor erzielen, und seine Mannschaft muss am Ende mit genau einem Tor Vorsprung gewinnen. Beim 3:1 ist die Wette deshalb verloren, auch wenn dein Spieler das letzte Tor erzielt hat, und beim 2:2 ebenso, weil niemand gewinnt.
Variante | Gewonnen, wenn |
|---|---|
Erster Torschütze | dein Spieler das erste anerkannte Tor erzielt |
Letzter Torschütze | dein Spieler das letzte anerkannte Tor erzielt |
Jederzeitiger Torschütze | dein Spieler mindestens ein Tor erzielt |
Zwei oder mehr Tore | dein Spieler in dieser Partie zweimal trifft |
Hattrick | dein Spieler in dieser Partie dreimal trifft |
Siegtreffer | dein Spieler das letzte Tor der Partie erzielt und dies der Siegtreffer ist |
Erster und letzter Torschütze verlangen damit zwei Dinge auf einmal, ein Tor deines Spielers und die passende Stelle in der Reihenfolge der Tore. Die zweite Bedingung hängt an allen anderen Spielern auf dem Platz und lässt sich über den einen Spieler, den du dir angesehen hast, nicht einschätzen. Weil diese zusätzliche Bedingung die Wahrscheinlichkeit senkt, liegen die Quoten auf den ersten und den letzten Torschützen natürlich höher als die auf ein Tor irgendwann im Spiel.
Wetten auf den Torschützenkönig
Gewertet wird bei der Wette auf den Torschützenkönig die Zahl der Tore, die ein Spieler über den gesamten Wettbewerb erzielt. Dort ist es ganz egal, ob es sich um eine Liga wie die Bundesliga handelt, oder ob es um ein Turnier wie die Champions League geht. Tore aus der regulären Spielzeit gehen in diese Summe ein, und in Partien mit Verlängerung zählen auch die Tore, die dort fallen. Anders als Torschützen Wetten auf eine einzelne Partie ist diese Wette erst entschieden, wenn der letzte Spieltag gespielt ist. Vier Tore an einem Nachmittag bringen deinen Spieler in der Torschützenliste nach vorn, gewonnen hat er die Wertung damit noch nicht.
Was passiert, wenn sich mehrere Spieler die Torjägerkrone teilen?
Stehen am Ende drei Spieler mit derselben Zahl an Toren an der Spitze, wird dein Einsatz durch drei geteilt, und nur dieser Anteil wird zur vollen Quote abgerechnet. Bei einem Einsatz von 10 Euro und einer angenommenen Quote von 8,00 sind das 3,33 Euro, und 3,33 Euro mal 8,00 ergeben 26,64 Euro. Die restlichen 6,67 Euro deines Einsatzes sind verloren, aus 80 Euro bei einem alleinigen Torschützenkönig werden also 26,64 Euro. Diese Teilung greift immer dann, wenn zwei oder mehr Spieler gleichauf enden und sich nicht mehr trennen lassen. Ob der Titel selbst am Ende offiziell an einen einzigen dieser Spieler geht, ändert daran nichts, denn für die Abrechnung zählt der Gleichstand in der Zahl der Tore.
Wenn nur die Torschützen einer Mannschaft gewertet werden
Für die Wertung auf den besten Torschützen einer einzelnen Mannschaft gilt dieselbe Zeitrechnung, und bei Gleichstand wird genauso gerechnet: Kommen zwei Spieler dieser Mannschaft auf dieselbe Zahl an Toren, wird der Einsatz halbiert und zur vollen Quote abgerechnet. Erzielt kein Spieler dieser Mannschaft im ganzen Wettbewerb ein Tor, wird die Wette ungültig und die Einsätze kommen zurück.
Was ein Vereinswechsel während der Saison ändert
Die Mannschaft, die neben dem Namen deines Spielers steht, dient nur der Zuordnung. Wechselt er mitten in der Saison den Verein, bleibt dein Tipp auf ihn als Torschützenkönig gültig, und seine weiteren Tore gehen in dieselbe Wertung ein, wenn er nicht die ganze Liga wechselt. Bei der Wertung auf den besten Torschützen eines bestimmten Vereins zählt dagegen der Stand zu Beginn des Turniers. Maßgeblich ist dort der Verein, bei dem der Spieler zu diesem Zeitpunkt registriert war, und bei einem ausgelaufenen Vertrag sein letzter Verein.
Die wichtigsten Statistiken bei Torschützen Wetten
Ein Kopfball aus 16 Metern und ein Nachschuss aus fünf Metern ins leere Tor sind beides Abschlüsse, und trotzdem landet nur einer von beiden regelmäßig im Netz. Genau dafür gibt es xG. Jeder Abschluss bekommt eine Zahl zwischen null und eins, abgeleitet aus der Trefferquote vergleichbarer Abschlüsse aus der Vergangenheit.
Ein Angreifer mit 1.800 Einsatzminuten kommt über eine Saison schon wegen der doppelten Spielzeit auf mehr Abschlüsse als ein Ersatzspieler mit 900, ohne der gefährlichere zu sein. Deshalb sind diese Werte durchgehend auf 90 Minuten umgerechnet, und erst in dieser Form lassen sich zwei Spieler nebeneinanderstellen.
An Non-Penalty-xG je 90 Minuten liest du ab, wie viel Chance auf ein Tor sich ein Spieler ohne Strafstöße erarbeitet. Wie oft er dafür überhaupt abdrückt, steht in der Zahl der Schüsse ohne Strafstöße. Wie oft er in den Bereich vor dem Tor gelangt, steht in den Ballkontakten im Strafraum. Und xG je Schuss ist die durchschnittliche Qualität seiner Abschlüsse ohne Strafstöße, also der Wert, den viele Versuche aus der Distanz drücken und wenige Gelegenheiten aus kurzer Entfernung heben. Diese vier Werte beschreiben unterschiedliche Teile der Angriffsleistung, und keiner ersetzt die anderen.
Ein Strafstoß entsteht nicht aus dem Spiel heraus, sondern wird zugesprochen, und deshalb bleibt er in diesen Werten außen vor. Schießt ein Spieler die Strafstöße seiner Mannschaft, steht dieser Anteil seiner Torchance also neben den übrigen Zahlen und nicht in ihnen.
Ob ein Spieler seine Gelegenheiten besser verwertet als andere, steht in keiner dieser Zahlen. Das xG-Modell berücksichtigt nur, was vor dem Schuss feststeht, also Position, Situation und Art des Abschlusses. Bei Schüssen, die aufs Tor gehen, kommt mit xGOT die Platzierung des Abschlusses hinzu, und damit trennen sich die Qualität der Chance und die Qualität der Ausführung. Wer seine Bälle regelmäßig in die Ecken setzt, kommt so auf einen höheren xGOT-Wert, als sein xG erwarten ließe.
Ein Angreifer, der in drei Spielen viermal getroffen hat, bekommt Chancen dieser Qualität entweder regelmäßig, oder er hat vier seltene ungewöhnlich gut verwertet. An der Zahl der Tore allein erkennst du nicht, welcher der beiden Fälle vorliegt. Wiederholbar ist, was aus der Zahl der Abschlüsse und der Chancenqualität entsteht, und beides steht in den Werten je 90 Minuten über einen längeren Zeitraum. Die Verwertung dagegen schwankt so stark, dass sich erst über viele Spiele hinweg etwas über einen Spieler ablesen lässt, nie über die nächsten drei. Für Torschützen Wetten heißt das, dass du nicht den Spieler mit den meisten Toren der letzten Wochen suchst, sondern den mit der beständigsten Verbindung aus Minuten, Abschlüssen und Chancenqualität.
Aufstellung und Gegner vor dem Tipp prüfen
Ein Wert je 90 Minuten beschreibt eine volle Spielzeit. Steht dein Spieler nur 25 Minuten auf dem Platz, bekommt er davon gut ein Viertel, und seine Chance auf ein Tor schrumpft entsprechend. Wie viele Minuten er in der kommenden Partie tatsächlich spielt, musst du dagegen selbst einschätzen.
- Bestätigte Aufstellung statt erwarteter. Erst wenn die Startelf veröffentlicht ist, weißt du, ob dein Spieler beginnt oder auf der Bank sitzt. Kommt er erst später ins Spiel, wird deine Wette bei den meisten Wettanbietern ungültig und du bekommst deinen Einsatz zurück.
- Rolle im Angriff und Weg in den Strafraum. Ein Spieler, der zentral vor dem Tor agiert, kommt an andere Abschlüsse als einer, der über den Flügel kommt und flankt. Wechselt er in dieser Aufstellung die Rolle, taugen seine Werte aus der bisherigen Rolle nur eingeschränkt.
- Wer Strafstöße, Freistöße und Eckbälle ausführt. Führt dein Spieler die Strafstöße aus, kommt diese Gelegenheit zu seiner Chance hinzu, allerdings nur, wenn seine Mannschaft überhaupt einen bekommt. Wer dagegen die Eckbälle tritt, steht in diesen Momenten nicht im Strafraum und kann selbst nicht treffen. Direkte Freistöße sind der umgekehrte Fall, dort schießt der Freistoßschütze selbst auf das Tor.
- Welche Abschlüsse der Gegner zulässt. Eine Abwehr, die den Strafraum eng hält und Versuche nur aus der Distanz erlaubt, drückt die durchschnittliche Qualität je Abschluss, auch wenn die Zahl der Schüsse gleich bleibt.
- Wie viele Tore für seine Mannschaft zu erwarten sind. In einer Partie, in der eine Mannschaft kaum zu Abschlüssen kommt, trifft auch ihr bester Angreifer selten. Erwartest du viel Ballbesitz und dauerhaften Druck auf einen tief stehenden Gegner, steigt die Zahl der Gelegenheiten für alle Angreifer, andernfalls sinkt sie.
Erst wenn diese fünf Punkte für denselben Spieler sprechen, übertragen sich seine Werte aus der Saison auf diese eine Partie. Passt nur ein Teil davon zusammen, hast du entweder starke Werte bei unklarer Einsatzzeit oder viel Spielzeit in einer Rolle, die kaum Abschlüsse hergibt.



