Das Rennen um den Stanley Cup 2026/27 hat keinen klaren Favoriten: An der Spitze drängen sich mehrere Teams auf engstem Raum, und selbst der amtierende Meister aus Carolina gilt nicht als der klare Favorit. So offen war eine NHL-Saison vor ihrem Start selten.

Für den Tipper macht genau das den Reiz aus. Wo kein Team klar vorn liegt, hat selbst der Tipp auf den Favoriten eine hohe Quote, und der Blick lohnt sich über die reine Titelwette hinaus: auf die Wettarten, die das Eishockey mitbringt, auf die Kandidaten mit ihren Stärken und Schwächen und auf die Frage, wo abseits der Spitze ein Außenseiter ein echtes Argument hat gehen wir in diesem Artikel ein.

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NHL Wetten: Format und Besonderheiten der Liga

Die NHL umfasst 32 Teams, 25 davon aus den USA und sieben aus Kanada. Sie sind in zwei Conferences aufgeteilt, die Eastern und die Western Conference, und jede Conference besteht aus zwei Divisions: Atlantic und Metropolitan im Osten, Central und Pacific im Westen. Für eine Wette auf die Liga ist diese Einteilung mehr als Statistik, denn neben dem Titel lässt sich auch auf den Sieger einer einzelnen Conference oder Division setzen.

Über allem steht eine harte Gehaltsobergrenze, die es so ähnlich auch in der NFL gibt. Für die Saison 2026/27 liegt ihre obere Grenze bei 104 Millionen US-Dollar, 8,5 Millionen mehr als in der Vorsaison, die untere Grenze bei 76,9 Millionen, das Höchstgehalt für einen einzelnen Spieler bei 20,8 Millionen. Jedes Team muss seinen kompletten Kader mit diesem Geld bezahlen. Kein Klub kann sich also beliebig viele Topspieler leisten, und genau das hält das Leistungsniveau der Vereine nah beieinander und ist auch der Grund dafür, warum es keinen klaren Favoriten auf den Stanley Cup gibt.

Die Grundlage jeder Saison ist die Regular Season: Sie entscheidet, welche Teams sich für die Playoffs qualifizieren, in denen dann der Stanley Cup ausgespielt wird.

Die NHL 2026/27: Saisonstart, neues Format und der Stanley Cup

Die Saison 2026/27 beginnt Ende September 2026, die Playoffs starten im April 2027, das Finale um den Stanley Cup ist für Juni 2027 angesetzt. Vorgeschaltet ist eine Hauptrunde, die diesmal länger ausfällt als gewohnt.

Erstmals wieder 84 Spiele

Jedes Team bestreitet 2026/27 erstmals seit 1993/94 wieder 84 statt 82 Hauptrundenspiele, also zwei zusätzliche Partien innerhalb der eigenen Division. Festgelegt ist das im neuen Tarifvertrag zwischen der Liga und der Spielergewerkschaft NHLPA, auf den sich beide Seiten am 27. Juni 2025 geeinigt haben und der von 2026/27 bis 2029/30 gilt. Für Wetten auf die Platzierung in der Hauptrunde zählen damit zwei Spiele mehr, in denen sich Form und Ausfälle niederschlagen können.

Der Weg durch die Playoffs

In die Playoffs ziehen pro Conference acht Teams ein: die besten drei jeder Division und dazu zwei Wildcards, also die beiden nächstbesten Mannschaften der Conference unabhängig von der Division. Jede Runde wird als Best-of-Seven-Serie gespielt, das erste Team mit vier Siegen kommt weiter. Für eine Wette heißt das: Eine einzelne schwache Partie wirft einen Favoriten noch nicht aus dem Rennen, über bis zu sieben Spiele setzt sich meist die stärkere Mannschaft durch.

Der Titelverteidiger

Amtierender Meister sind die Carolina Hurricanes. Im Finale der Saison 2025/26 setzten sie sich mit 4:2 gegen die Vegas Golden Knights durch, das entscheidende sechste Spiel gewannen sie am 14. Juni 2026 mit 3:0. Für Carolina war es der zweite Titel der Vereinsgeschichte und der erste seit 2006. Die Conn Smythe Trophy als wertvollster Spieler der Playoffs ging an Jordan Staal, an der Bande stand Trainer Rod Brind'Amour.

NHL Quoten 2026/27: Wie offen ist das Titelrennen?

Kein einziges Team steht bei Bwin unter einer Titelquote von 7,50. Genau dort liegt der Favorit, die Florida Panthers, was einer eingepreisten Siegchance von nur rund 13 Prozent entspricht. Dahinter folgen die Colorado Avalanche und die Carolina Hurricanes mit rund 12 beziehungsweise 11 Prozent. Enger geht ein Titelrennen kaum.

Alle Quoten sind von Bwin vom Stand 08.07.2026.

Verein

Titelquote

Florida Panthers

7,50

Colorado Avalanche

8,50

Carolina Hurricanes

9,00

Vegas Golden Knights

9,50

Edmonton Oilers

10,00

Tampa Bay Lightning

13,00

Minnesota Wild

15,00

Dallas Stars

17,00

Washington Capitals

19,00

Montréal Canadiens

21,00

An der Spitze liegt alles dicht beieinander. Auf Florida folgen Colorado (8,50), Carolina (9,00), die Vegas Golden Knights (9,50) und die Edmonton Oilers (10,00): fünf Teams innerhalb von zweieinhalb Punkten der Quote, ehe mit Tampa Bay (13,00) die erste Lücke aufgeht. Dass der amtierende Meister aus Carolina nur an dritter Stelle geführt wird, unterstreicht die Enge, denn zwischen Platz eins und fünf liegen keine drei Punkte.

Wer abseits der Spitze nach einer Wette mit echtem Argument sucht, wird bei den Montréal Canadiens zu 21,00 fündig. Sie zogen 2026 überraschend bis ins Finale der Eastern Conference ein, wo erst der spätere Champion Carolina Schluss machte. Ein solcher Playoff-Lauf ist ein handfestes Argument, das ein bloßer Blick auf die Quotenhöhe nicht liefert. Ein ähnlich belastbarer Fall sind die Dallas Stars (17,00), die von 2023 bis 2025 dreimal nacheinander im Conference-Finale standen, 2026 aber schon in der ersten Runde an Minnesota scheiterten.

Langzeitwetten auf die NHL: Conference, Division und Finalpaarung

Neben der Titelwette auf den Stanley Cup führt Bwin für die NHL mehrere weitere Langzeitwetten, die über die gesamte Saison laufen (Stand 08.07.2026). Der Unterschied zur Titelwette liegt in der Größe des Feldes: Wer nur eine Conference oder eine einzelne Division gewinnen muss, hat weniger Gegner zu schlagen, und entsprechend niedriger stehen die Quoten der Favoriten.

Sieger der Eastern und Western Conference

Bei der Conference-Wette tippst du, welches Team als einer von zwei Finalisten aus seiner Conference hervorgeht, also den Weg bis ins Stanley-Cup-Finale schafft. Das Feld ist mit 16 Teams halb so groß wie beim Titel. Im Osten führen die Florida Panthers (4,40) knapp vor dem amtierenden Meister Carolina (4,75), mit einem kleinen Abstand folgt Tampa Bay (7,00).

Team

Quote

Florida Panthers

4,40

Carolina Hurricanes

4,75

Tampa Bay Lightning

7,00

Washington Capitals

8,00

Montréal Canadiens

12,00

Toronto Maple Leafs

18,00

New Jersey Devils

19,00

Ottawa Senators

19,00

Buffalo Sabres

20,00

Philadelphia Flyers

29,00

Columbus Blue Jackets

36,00

New York Rangers

41,00

Pittsburgh Penguins

41,00

Boston Bruins

56,00

New York Islanders

56,00

Detroit Red Wings

61,00

Im Westen ist Colorado (4,25) der Favorit, dahinter liegen Edmonton und Vegas mit jeweils 5,50 gleichauf. Das obere Drittel ist im Westen damit breiter besetzt als im Osten.

Team

Quote

Colorado Avalanche

4,25

Edmonton Oilers

5,50

Vegas Golden Knights

5,50

Minnesota Wild

7,50

Dallas Stars

8,50

Utah Mammoth

15,00

Anaheim Ducks

17,00

Los Angeles Kings

20,00

San Jose Sharks

21,00

Winnipeg Jets

46,00

St. Louis Blues

56,00

Nashville Predators

67,00

Chicago Blackhawks

101,00

Seattle Kraken

151,00

Calgary Flames

201,00

Vancouver Canucks

201,00

Wer eine Conference-Wette abgibt, braucht keinen Titel, sondern nur den Finaleinzug seiner Conference. Das ist eine Hürde weniger als bei der Titelwette, und die Quoten fallen entsprechend niedriger aus.

Sieger einer Division

Bei der Wette auf den Sieger einer Division zählt nur die eigene Division mit acht Teams, das kleinste Feld unter den Langzeitwetten. Hier stehen die niedrigsten Favoritenquoten des gesamten Angebots. Am deutlichsten ist die Sache in der Metropolitan Division: Die Carolina Hurricanes sind dort mit 2,00 der klarste Favorit über alle vier Divisions hinweg.

Metropolitan Division

Quote

Carolina Hurricanes

2,00

Washington Capitals

4,50

New Jersey Devils

8,00

Philadelphia Flyers

15,00

Columbus Blue Jackets

17,00

Pittsburgh Penguins

19,00

New York Rangers

23,00

New York Islanders

29,00

In der Atlantic Division liegt Florida (2,65) vor Tampa Bay (4,00) vorne, die übrige Gruppe folgt mit Abstand.

Atlantic Division

Quote

Florida Panthers

2,65

Tampa Bay Lightning

4,00

Montréal Canadiens

6,50

Toronto Maple Leafs

10,50

Buffalo Sabres

11,00

Ottawa Senators

12,00

Boston Bruins

36,00

Detroit Red Wings

36,00

Die Central Division führt Colorado (2,25) an, dahinter sind Minnesota (4,00) und Dallas (5,00) die nächsten Namen.

Central Division

Quote

Colorado Avalanche

2,25

Minnesota Wild

4,00

Dallas Stars

5,00

Utah Mammoth

8,50

St. Louis Blues

36,00

Winnipeg Jets

36,00

Nashville Predators

51,00

Chicago Blackhawks

61,00

Am engsten geht es in der Pacific Division zu: Edmonton (2,75) und Vegas (2,80) liegen praktisch gleichauf, ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz eins.

Pacific Division

Quote

Edmonton Oilers

2,75

Vegas Golden Knights

2,80

Anaheim Ducks

8,00

Los Angeles Kings

8,50

San Jose Sharks

9,50

Seattle Kraken

67,00

Calgary Flames

101,00

Vancouver Canucks

201,00

Wer kommt ins Finale? Die Wette auf die Finalpaarung

Die spekulativste Langzeitwette ist die auf die genaue Finalpaarung: Du tippst beide Endspielteilnehmer, ein Team aus dem Osten und eines aus dem Westen, die im Stanley-Cup-Finale aufeinandertreffen. Weil zwei Tipps zugleich aufgehen müssen, stehen die Quoten hier höher als bei jeder anderen Langzeitwette.

Finalpaarung

Quote

Florida Panthers gegen Colorado Avalanche

18,50

Carolina Hurricanes gegen Colorado Avalanche

19,50

Florida Panthers gegen Vegas Golden Knights

23,00

Florida Panthers gegen Edmonton Oilers

23,00

Carolina Hurricanes gegen Vegas Golden Knights

26,00

Auffällig ist Colorado: Die Avalanche stehen in den beiden Paarungen mit den niedrigsten Quoten, weil Bwin ihnen als Favorit der Western Conference den Finaleinzug aus dem Westen am ehesten zutraut. Im Osten sind Florida und Carolina die beiden wahrscheinlichsten Gegner. Auf demselben Wert wie Carolina gegen Vegas steht auch die Paarung Carolina gegen Edmonton (26,00).

Am interessantesten für eine Wette ist Carolina gegen Colorado zu 19,50. Diese Paarung steht sogar leicht höher als Florida gegen Colorado (18,50), obwohl Carolina die bessere jüngste Bilanz vorweist: Der amtierende Meister erreichte 2026 das Finale, Florida stand nicht einmal in den Playoffs. Wer eine Finalpaarung spielt, bekommt mit Carolina also den zuletzt bewiesenen Finalisten aus dem Osten zum besseren Preis. Ein Restrisiko bleibt, weil Colorado 2026 im Finale der Western Conference an Vegas scheiterte und den Sprung ins Endspiel erst noch schaffen muss.

Die besten Titelkandidaten für NHL Wetten 2026/27

Fünf Teams führen das Feld an, und jedes bringt eine eigene Geschichte in die Saison mit. Was für die Kandidaten spricht und wo bei jedem der Haken liegt, im Kurzporträt.

Florida Panthers

Die Florida Panthers haben geschafft, woran die meisten scheitern: zwei Titel in Folge. 2024 gewannen sie den Stanley Cup nach sieben Spielen gegen Edmonton, 2025 in der Neuauflage nach sechs Spielen erneut gegen die Oilers. Von 2023 bis 2025 standen sie dreimal nacheinander im Finale, Trainer Paul Maurice formte daraus eine der stabilsten Mannschaften der Liga.

Der Haken ist frisch und deutlich: 2026 verpassten die Panthers die Playoffs komplett, ein Jahr nach dem zweiten Titel. Dass sie trotzdem als Favorit in die neue Saison gehen, ist eine Wette darauf, dass der Kern der Meistermannschaft zurückkommt, nicht auf die abgelaufene Saison. Ob sie jedoch nach der schwachen Saison 2025 wieder zu ihrer alten Stärke finden können, muss sich erst noch zeigen.

Colorado Avalanche

Die Colorado Avalanche zählen seit Jahren zur Spitze der Western Conference. Den Stanley Cup gewannen sie zuletzt 2022, und auch 2026 kämpften sie sich wieder bis ins Finale der Western Conference vor. Der Kern um die eigenen Führungsspieler blieb über die Jahre konkurrenzfähig.

Der Haken zeigte sich genau an dieser letzten Hürde: Im Conference-Finale 2026 unterlagen sie den Vegas Golden Knights glatt in vier Spielen. Gegen einen formstarken Gegner fehlte die Antwort, und dieser Schritt vom Anwärter zum Finalisten ist der, an dem Colorado zuletzt hängen blieb.

Carolina Hurricanes

Die Carolina Hurricanes sind der amtierende Meister und zugleich das Team, das den langen Anlauf endlich belohnt bekam: Über Jahre gehörten sie zur Spitze der Hauptrunde, ohne den letzten Schritt zu gehen, ehe 2026 der Titel kam.

Der Haken liegt in der Natur des frischen Titels. Nur wenige Teams bestätigen einen Cup-Sieg im Jahr darauf, und ein gerade erst gekröntes Team muss zeigen, dass der Titel der Beginn einer Phase war und nicht der Höhepunkt. Für die Wette heißt das: Der Meister ist gesetzt, ein zweiter Titel in Folge wäre aber die Ausnahme.

Vegas Golden Knights

Die Vegas Golden Knights zogen 2026 ins Finale ein und mussten sich dort Carolina geschlagen geben. Den Stanley Cup selbst gewannen sie 2023, seither gehören sie fest zu den Titelanwärtern der Western Conference.

Der Haken ist der letzte Schritt: Im Finale 2026 fehlte gegen Carolina der entscheidende Zug, und aus einer starken Saison wurde am Ende die Rolle des unterlegenen Finalisten. Wer auf Vegas setzt, wettet auf ein Team, das regelmäßig weit kommt, den letzten Sieg zuletzt aber einem anderen überlassen musste. Trotzdem haben sie, wenn sie die richtigen Veränderungen vornehmen, eine Chance, in der kommenden Saison erneut um den Titel mitzuspielen.

Edmonton Oilers

Mit Connor McDavid und Leon Draisaitl stehen bei den Edmonton Oilers zwei der besten Offensivspieler der Liga auf dem Eis, mit Draisaitl zudem der bestbezahlte Spieler der NHL. Den letzten Stanley Cup holten die Oilers allerdings 1990, der Titel fehlt der aktuellen Generation noch.

Der Haken ist doppelt. Sportlich war 2026 ein Rückschritt, denn anders als in den beiden Vorjahren erreichten die Oilers nicht einmal das Conference-Finale. Dazu kommt der Faktor Zeit: McDavid verlängerte im Sommer nur um zwei Jahre bis 2028, danach könnte er den Klub ablösefrei verlassen. Die Zeit, mit diesem Kader einen Titel zu holen, ist also knapp. Die individuelle Klasse dafür ist da, der Beweis über eine ganze Playoff-Saison fehlt jedoch.

Worauf es bei NHL Wetten wirklich ankommt

Der gesetzte Torhüter kann eine Eishockey Wette stärker beeinflussen als der Tabellenplatz, und oft steht er erst am Spieltag fest. Viele Teams bestätigen ihren Starting Goalie erst nach dem morgendlichen Training. Steht statt der Nummer eins der Ersatzmann im Tor, verschiebt das die Einschätzung einer Partie deutlich, gerade bei Sieg- und Über/Unter-Wetten.

Ein zweiter Punkt ist der dichte Kalender. Über eine 84-Spiele-Saison kommt es häufig zu Back-to-Back-Spielen, also zwei Partien an aufeinanderfolgenden Tagen, oft verbunden mit langen Reisen quer über den Kontinent. Im zweiten Spiel steht nicht selten der Ersatztorhüter, und müde Beine zeigen sich eher in der Chancenverwertung als in der Tabelle.

Weil jede Partie einen Sieger braucht, entscheidet bei Gleichstand die Verlängerung. In der Hauptrunde läuft sie fünf Minuten im Modus drei gegen drei, danach folgt das Shootout. In den Playoffs gibt es kein Shootout: Dort wird in 20-minütigen Verlängerungen weitergespielt, bis das erste Tor fällt. Für die Wette heißt das: Wer nur auf die reguläre Spielzeit von 60 Minuten setzt, kann auch ein Unentschieden erwischen, während eine Playoff-Partie theoretisch weit in die Nacht dauert.

Zuletzt lohnt der Blick auf die Schlussphase. Liegt ein Team knapp zurück, nimmt es in den letzten Minuten den Torhüter vom Eis, um mit einem zusätzlichen Feldspieler anzugreifen. Fällt dann ein Tor ins leere Tor, klettert die Gesamtzahl der Treffer, was vor allem Über/Unter-Wetten kippen kann.