Nach einem Spieltag führt in der Gruppe F ausgerechnet das Team, das sich nur über die Playoffs zur WM gerettet hat. Schweden steht mit drei Punkten und einem 5:1 oben, während die favorisierte Niederlande nach dem 2:2 gegen Japan bei einem Zähler hängt. Am Samstag treffen beide in Houston direkt aufeinander, und für die Elftal geht es darum, sich eine gute Ausgangsposition zu sichern.
Das 2:2 war dabei kein gewöhnliches Remis. Zweimal lag die Niederlande vorne, zweimal kam Japan zurück, das entscheidende Gegentor fiel erst in der 89. Minute nach einem Eckball. Schweden ließ gegen Tunesien fünf Tore springen, allerdings gegen einen Gegner, der von allen vier in der Gruppe den geringsten Kaderwert hat.
Vor dem Anpfiff stellt sich deshalb die Frage, wie viel die beiden Auftaktergebnisse wirklich wert sind. Ist die Niederlande der Favorit, der nun nachlegt, oder hat Schweden mehr als nur einen guten Tag erwischt? Und fallen in einem Spiel zweier treffsicherer, aber defensiv anfälliger Mannschaften erneut Tore auf beiden Seiten?
Wann und wo spielen die Niederlande gegen Schweden?
Am Samstag, dem 20. Juni 2026, treffen die Niederlande und Schweden im zweiten Spiel der Gruppe F aufeinander. Anstoß im NRG Stadium von Houston ist um 19:00 Uhr deutscher Zeit, vor Ort beginnt die Partie schon um 12:00 Uhr mittags. Für beide Teams ist es nach dem ersten Spieltag das zweite von drei Gruppenspielen, und es kann die Tabelle der Gruppe schon vor dem letzten Spieltag fast entscheiden.
Beide Teams stecken in derselben Gruppe mit Japan und Tunesien. Am ersten Spieltag kamen die Niederlande gegen Japan nicht über ein 2:2 hinaus, während Schweden Tunesien mit 5:1 vom Platz fegte. Für die Elftal geht es nach dem Remis also bereits jetzt darum, den Anschluss zu halten, denn zum Abschluss wartet noch Tunesien.
Die Tabelle nach dem ersten Spieltag dreht die Rollen um, und das ist der eigentliche Grund, warum dieses Spiel reizvoll ist. Schweden führt die Gruppe mit drei Punkten an, die favorisierten Niederlande liegen mit nur einem Zähler dahinter, punktgleich mit Japan. Der Favorit jagt also dem vermeintlichen Außenseiter hinterher, obwohl die Niederlande den deutlich teureren Kader stellt und die Qualifikation ungeschlagen als Gruppensieger beendete. Schweden dagegen hat seine eigene Qualifikationsgruppe als Letzter abgeschlossen und kam nur über die Playoffs zur Endrunde. Wie schwer der eine verlorene Punkt am Ende wiegt, entscheidet sich genau in diesem Spiel.
Ein Sieg würde die Rangordnung sofort wieder geraderücken. Ein zweites Remis oder gar eine Niederlage dagegen brächte die Elftal vor dem letzten Spieltag in echte Bedrängnis.
Die wichtigsten Eckdaten zum Spiel im Überblick:
Spieldaten | |
|---|---|
Begegnung | Niederlande gegen Schweden |
Wettbewerb | WM 2026, Gruppe F, 2. Spieltag |
Datum | Samstag, 20. Juni 2026 |
Anstoß | 19:00 Uhr (deutsche Zeit), 12:00 Uhr Ortszeit |
Spielort | NRG Stadium, Houston |
So spielte die Niederlande im Auftakt gegen Japan
Das 2:2 gegen Japan war kein schwaches Spiel der Niederlande, aber ein lehrreiches. Virgil van Dijk köpfte die Elftal in der 51. Minute nach einem Freistoß in Führung, es war sein erstes Tor bei der Endrunde eines großen Turniers. Die Vorlage kam von Ryan Gravenberch, und es sollte nicht seine letzte an diesem Abend bleiben.
Japan brauchte nur sechs Minuten für die Antwort. Keito Nakamura traf in der 57. Minute flach zum 1:1, nachdem Takefusa Kubo quergelegt hatte. Beirren ließ sich die Niederlande davon zunächst nicht: Crysencio Summerville, der für den leicht angeschlagenen Memphis Depay in der Startelf stand, stellte in der 64. Minute auf 2:1, wieder nach Vorarbeit von Gravenberch. Bei rund 60 Prozent Ballbesitz und der klar besseren Spielanlage sah über weite Strecken alles nach einem Auftaktsieg aus. Cody Gakpo hatte eine Viertelstunde vor Schluss sogar die Chance auf das 3:1, vergab sie aber. Dadurch blieb Japan im Spiel.
Den Preis dafür zahlte die Elftal in der 89. Minute. Nach einem Eckball verlängerte Daichi Kamada einen Kopfball seines Mitspielers Koki Ogawa unhaltbar für Torhüter Bart Verbruggen zum 2:2. Aus einem fast sicheren Sieg wurde so noch ein geteilter Punkt.
Zwei Führungen aus der Hand gegeben
Das eigentliche Warnsignal steckt nicht im Endstand, sondern im Verlauf. Zweimal lag die Niederlande vorne, zweimal kam Japan zurück, das entscheidende Gegentor fiel in der Schlussminute nach einer Standardsituation. Eine Mannschaft, die ein tief stehendes Japan über 90 Minuten nicht endgültig aus dem Spiel nimmt und am Ende einen Eckball nicht klärt, hat in der Defensive Luft nach oben.
Überbewerten wird Ronald Koeman die beiden Gegentore nicht, abschütteln aber auch nicht. Gegen Schweden steht mit Alexander Isak und Viktor Gyökeres ein gefährlicheres Sturmduo bereit als bei Japan, und ein weiteres spätes Gegentor könnte hier mehr kosten als nur einen Punkt.
Was Schwedens 5:1 gegen Tunesien wirklich wert ist
Fünf Tore zum Auftakt sind eine Ansage, und Schweden hat sie sich verdient. Yasin Ayari eröffnete schon in der 7. Minute mit einem Distanzschuss, Alexander Isak erhöhte nach einem Konter in der 30. Minute auf 2:0. Bis dahin war das eine souveräne Vorstellung der Skandinavier.
Kurz vor der Pause kam Tunesien durch einen Kopfball von Omar Rekik noch einmal auf 2:1 heran, doch das blieb ein Strohfeuer. Viktor Gyökeres entschied die Partie in der 59. Minute mit dem 3:1 praktisch vor, Mattias Svanberg traf in der 84. Minute zum 4:1, und ein zweiter Treffer von Ayari in der Nachspielzeit machte das 5:1 perfekt. Wichtiger als die schiere Zahl ist, wer getroffen hat: Mit Isak und Gyökeres waren beide Stürmer erfolgreich, auf die es gegen die Niederlande ankommt. Schwedens Angriff funktioniert, und er ist sofort gefährlich.
Ein 5:1 sagt immer auch etwas über den Gegner aus. Tunesien steht nach dem 1:5 mit null Punkten am Tabellenende der Gruppe F und war über weite Strecken überfordert. Schweden bekam dadurch Räume, die ihm ein Gegner mit der Qualität der Niederlande in dieser Form kaum überlassen wird.
Im Kader hat die Niederlande mehr Qualität als Schweden
Der Unterschied zwischen diesen beiden Mannschaften liegt weniger in der aktuellen Tabelle als im Personal. Beide haben gute Einzelspieler, doch die Breite und die Qualität in der Spitze sprechen klar für die Niederlande. Das zeigte schon die Qualifikation, in der die Elftal ihre Gruppe ungeschlagen gewann.
Die Niederlande mit Klasse von der Abwehr bis zum Sturm
Kapitän Virgil van Dijk ist der Fixpunkt in der Defensive. Der Liverpool-Verteidiger organisiert die Abwehr und ist bei Standards auch vorne eine Waffe, wie sein Tor gegen Japan gezeigt hat. Davor steuern Frenkie de Jong, Ryan Gravenberch und Tijjani Reijnders ein Mittelfeld, das den Ball sicher durch die eigenen Reihen bringt. Gravenberch war gegen Japan an beiden Treffern beteiligt.
Im Angriff hat Ronald Koeman die Auswahl: Cody Gakpo, Donyell Malen, Memphis Depay und der gegen Japan starke Crysencio Summerville. Im Tor steht Bart Verbruggen. Diese Breite erlaubt es, ein Spiel auch dann noch zu drehen, wenn der erste Plan nicht aufgeht.
Die Zahlen der Qualifikation stützen das Bild: sechs Siege, zwei Remis, kein einziges verlorenes Spiel und 27:4 Tore in der Gruppe G. Wer so souverän durch die Quali kommt, hat gegen Schweden mehr Mittel als nur einen guten Tag.
Schweden mit gefährlichem Sturmduo und Fragezeichen dahinter
Schwedens größtes Pfund ist der Angriff. Alexander Isak und Viktor Gyökeres sind ein Sturmduo von Format, beide trafen gegen Tunesien, und beide können eine Partie im Alleingang entscheiden. Yasin Ayari mit seinem Doppelpack und Mattias Svanberg lieferten die Tore aus dem Mittelfeld, die über das Sturmduo hinausgehen.
Dahinter wird die Luft dünner. In der Abwehr führen Victor Lindelöf und Isak Hien die Reihe an, im Tor steht Kristoffer Nordfeldt. Gegen die Offensivvielfalt der Niederlande ist das eine deutlich schwerere Aufgabe als das Spiel gegen ein limitiertes Tunesien. Gefährlich ist Schweden also durchaus, als Gesamtpaket aber das schwächere Team.
Niederlande - Schweden Wett-Tipps
1. Tipp: Beide Teams treffen
Mein erster Tipp ist Beide Teams treffen, und die Auftaktspiele liefern die Vorlage dafür. Die niederländische Abwehr kassierte ausgerechnet gegen ein tief stehendes Japan zwei Tore, das zweite in der 89. Minute nach einem Eckball, und beide Male stimmte die Zuordnung in der Box nicht. Wenn schon Japan mit seinen begrenzten Mitteln zweimal trifft, ist Schwedens Sturm das erst recht zuzutrauen. Alexander Isak und Viktor Gyökeres haben gegen Tunesien vorgemacht, wie sie zu ihren Toren kommen: Isak nach einem Konter, Gyökeres nach einem Ballverlust des Gegners. Genau solche Situationen entstehen auch gegen die Niederlande, die das Spiel machen und dabei Räume hinter der eigenen Abwehr öffnen wird.
Die andere Richtung ist fast noch klarer. Gegen Japan dominierte die Niederlande nach Belieben, kam auf rund 60 Prozent Ballbesitz und elf Torschüsse, sieben davon direkt aufs Tor. Wer sich so viele Gelegenheiten herausspielt, trifft auch gegen Schweden. Dazu kommt, dass die schwedische Abwehr schon gegen das harmlose Tunesien ein Gegentor zuließ und gegen die variantenreiche Offensive um Cody Gakpo, Memphis Depay und Donyell Malen kaum sauber bleiben wird. Der einzige Haken: Verteidigt die Niederlande diszipliniert und hält die Null, ist dieser Tipp verloren. Nach den zwei Gegentoren aus dem Auftakt und angesichts von Schwedens Sturm wirkt ein schwedischer Treffer aber deutlich wahrscheinlicher als ein Spiel ohne Tor der Skandinavier.
2. Tipp: Sieg Niederlande
Der Unterschied an Klasse und Kadertiefe ist da und lässt sich nicht wegdiskutieren. Die Elftal kam ungeschlagen als Gruppensieger durch die Qualifikation, mit sechs Siegen, zwei Remis und 27:4 Toren. Schweden dagegen holte in der eigenen Qualifikationsgruppe keinen einzigen Sieg, wurde Letzter und rettete sich erst über die Playoffs zur WM, mit einem 3:1 bei der Ukraine und einem 3:2 gegen Polen. Ein Abwehrchef wie Kapitän Virgil van Dijk vom FC Liverpool steht für eine Stabilität, die der schwedischen Mannschaft über die gesamte Breite fehlt. Schwedens Stärke ist der Angriff, nicht das Gesamtpaket.
Dazu passt die Ausgangslage. Die Niederlande steht nach dem Remis gegen Japan unter Zugzwang und muss gewinnen, also wird sie das Spiel an sich reißen, so wie schon gegen Japan mit rund 60 Prozent Ballbesitz. Schweden führt zwar die Gruppe an, kann sich gegen einen so dominanten Gegner aber kaum tief einigeln, ohne über 90 Minuten unter Dauerdruck zu geraten. Über die volle Distanz setzt sich in einer solchen Partie die höhere Qualität durch, und die liegt bei der Niederlande.
Fazit und Prognose zu Niederlande gegen Schweden
Die Niederlande geht als Favorit in dieses Spiel, steht nach dem 2:2 gegen Japan aber unter Druck. Schweden kommt mit dem Schwung des 5:1 und der Tabellenführung, hat diese fünf Tore aber gegen einen schwachen Gegner erzielt und ist als Letzter der eigenen Qualifikationsgruppe nur über die Playoffs dabei. Über 90 Minuten sollte sich die größere individuelle Klasse der Elftal jedoch durchsetzen.
Zu erwarten ist eine Partie, in der die Niederlande das Spiel macht und Schweden auf Konter und ruhende Bälle lauert. Aus genau solchen Situationen heraus haben Isak und Gyökeres gegen Tunesien getroffen. Die niederländische Abwehr wiederum hat im Auftakt gezeigt, dass sie bei Standards und in der Schlussphase verwundbar ist. Vorne wird die Elftal ihre Gelegenheiten bekommen, weil Schwedens Defensive nicht immer sicher steht und schon gegen Tunesien ein Tor zuließ. Je länger die Partie offen bleibt, desto eher fällt auf beiden Seiten ein Treffer.



