Am Ende des World Matchplay 2026 steht ein Finale zwischen Luke Littler und Gerwyn Price. Beide haben sich über vier Runden durchgesetzt, und beide kommen mit sehr unterschiedlichen Stärken ins Endspiel. Für einen Tipp auf diese Partie geht es darum, welche dieser Stärken über die lange Distanz schwerer wiegt und wie tragfähig die beiden vorgegebenen Wetten sind.

Termin und Modus vor dem Finale

Das Endspiel ist für den 26. Juli 2026 angesetzt und beginnt am Abend ab 21:00 Uhr MESZ. Eine minutengenaue Startzeit steht nicht fest, weil sich der Beginn nach dem Ablauf der Session richtet. Gespielt wird über Best of 35, wer zuerst 18 Legs gewinnt, ist Champion. Diese Distanz ist deutlich länger als in den ersten Runden, und sie bildet den Rahmen für die eigentliche Frage vor dem Finale: Welche Leistungen sprechen über eine so lange Partie für Littler und welche für Price?

Luke Littlers Weg ins Finale mit überragendem Scoring

Luke Littler hat alle vier Partien gewonnen, ohne in einer davon unter einen Average von 109 zu fallen.

Gegner

Ergebnis

Average

180er

Niko Springer

10:6

109,53

7 in 16 Legs

Nathan Aspinall

11:8

113,68

14 in 19 Legs

Josh Rock

16:7

109,57

17 in 23 Legs

Dirk van Duijvenbode

17:5

110,88

16 in 22 Legs

Zwischen seinem schwächsten Auftakt gegen Niko Springer und dem Bestwert gegen Nathan Aspinall, den er mit einem Neundarter im ersten Leg krönte, liegen nur gut vier Punkte. In der Summe kommt er auf 54 180er in 80 Legs. Grenzen zeigte er allein auf den Doppeln, und das ohne Folgen. Gegen Josh Rock ließ er früh mehrere Würfe auf die Doppel liegen, traf am Ende dennoch 57,14 Prozent und gewann klar. Gegen Dirk van Duijvenbode vergab er fünf Matchdarts, ehe der Sieg feststand, bei einer Doppelquote von 50 Prozent. In beiden Fällen blieb die schwache Phase ohne Wirkung auf das Ergebnis. Für das Finale ist sein Scoring damit die verlässlichste Größe, während die Doppel die einzige kleine Schwäche bleiben, die ihn bisher kein Match gekostet hat.

Gerwyn Price und seine schwankende Form

Gerwyn Price hat ebenfalls alle vier Partien gewonnen, aber mit deutlich schwankenderen Averages.

Gegner

Ergebnis

Average

180er

Martin Schindler

11:9

93,88

4 in 20 Legs

Rob Cross

11:5

97,84

7 in 16 Legs

Ross Smith

16:12

102,78

10 in 28 Legs

Gian van Veen

17:10

96,65

6 in 27 Legs

Zwischen dem 93,88 gegen Martin Schindler und dem 102,78 gegen Ross Smith liegen fast neun Punkte, während Littlers Werte auf einem schmalen Band blieben. Prices Stärke liegt weniger im Grundtempo als in dem, was er in den entscheidenden Phasen abrief. Gegen Ross Smith stand es 12:12, ehe Price die letzten vier Legs in Serie gewann und mit 45,7 Prozent auf die Doppel abschloss. Gegen Gian van Veen entschied er sechs der letzten sieben Legs für sich und kam auf 43 Prozent Doppelquote. Diese beiden Schlussphasen sind sein bestes Argument für eine längere Partie. Beim Scoring bleibt er aber klar hinter Littler. Seine 27 180er in 91 Legs sind eine spürbar niedrigere Frequenz, als sie der Finalgegner zeigt.

Was die jüngsten direkten Duelle zeigen

In den fünf jüngsten belegten Duellen gewann Luke Littler jedes einzelne, doch keines davon geriet zum Debakel für Gerwyn Price.

Datum

Ergebnis

Average Littler

Average Price

180er (Littler:Price)

28.05.2026

10:9

98,47

100,42

8:6

30.04.2026

6:1

98,34

94,18

4:0

16.04.2026

6:3

97,30

91,44

0:3

26.03.2026

6:4

108,58

98,17

3:2

19.03.2026

6:5

95,54

92,61

4:3

Alle fünf Partien stammen aus der Premier League 2026. Der größte Abstand war Littlers 6:1 vom 30. April, alle anderen endeten mit höchstens drei Legs Unterschied. Bemerkenswert ist das jüngste Duell vom 28. Mai. Price warf mit 100,42 den höheren Average, verlor aber trotzdem knapp mit 9:10. Das passt zum Muster dieser Serie, in der Littler die Ergebnisse holt, ohne Price beim Scoring immer zu überflügeln. Für das Finale hat dieser Befund allerdings eine klare Grenze. Die Premier-League-Partien liefen über deutlich kürzere Distanzen als ein Best of 35, weshalb sich die knappen Abstände nicht eins zu eins auf das Endspiel übertragen lassen.

Luke Littler vs. Gerwyn Prive Tipps

Wett-Tipps Luke Littler - Gerwyn Price
PDC World Matchplay
01
Sieg Gerwyn Price +6,5 Legs 1,88
02
Über 23,5 180er 1,46

1. Tipp: Price +6,5 Legs

Price +6,5 Legs gewinnt, wenn Price das Finale für sich entscheidet oder mit höchstens sechs Legs Unterschied verliert. Bei einem 18:12 wäre die Wette noch auf der sicheren Seite, bei einem 18:11 nicht mehr. Legt man diese Grenze über die fünf jüngsten Duelle, hätte sie jedes davon gehalten, denn Price verlor sie mit einem, fünf, drei, zwei und einem Leg Unterschied, also nie mit mehr als sechs. Dazu passen seine starken Schlussphasen gegen Smith und van Veen, in denen er enge Partien noch über die Distanz drehte.

Dagegen steht das Risiko eines klaren Littler-Siegs. Zieht Littler das Finale deutlich durch, verliert Price um mehr als sechs Legs, und dann geht die Wette verloren. Die knappen Abstände der Direktduelle stammen aus deutlich kürzeren Partien als das Finale und sind deshalb kein Versprechen für die lange Distanz. Je länger Littler sein höheres Scoring ausspielt, desto eher entsteht der Vorsprung, den Price +6,5 nicht mehr auffängt.

Allerdings darf man nicht vergessen, dass Price sich in diesem Turnier auch steigern konnte, sobald sein Gegner ihm mehr Druck gemacht hat. Nach seinem Auftakt gegen Martin Schindler, wo er einen Average von 93,88 erzielte, kam er gegen Ross Smith bereits auf über 100. Deshalb denke ich nicht, dass er von Littler durchweg dominiert werden wird. Der erste Tipp für diese Partie ist daher eine Handicap Wette auf einen Sieg von Gerwyn Price +6,5 Legs.

2. Tipp: Über 23,5 Gesamt-180er

Über 23,5 Gesamt-180er gewinnt, sobald beide Spieler zusammen mindestens 24 180er werfen. Dafür spricht vor allem Littler, der am laufenden Band 180er wirft und im Turnier eine klar höhere Ausbeute erreichte als Price, zuletzt 54 180er in 80 Legs. Über die lange Distanz des Finales, die ohnehin viele Legs verlangt, trägt schon sein Aufkommen weit in Richtung der nötigen 24, und Prices Beitrag kommt oben darauf noch dazu.

Das einzige echte Risiko ist ein kurzes Finale. Zieht Littler früh klar davon und bringt die Partie in wenigen Legs zu Ende, kommen womöglich keine 24 gemeinsamen 180er zusammen.

Am Ende überwiegt Littlers gleichmäßig hohes Scoring, das über ein langes Finale kaum abreißt. Deshalb empfehle ich auch über 23,5 Gesamt-180er, da ich nicht denke, dass das Finale so einseitig wird. Price wird seine Momente haben und vermutlich auch mehr 180 werfen als zuvor, da er sonst kaum mit Littler mithalten kann. Deswegen ist der zweite Tipp eine Over-Wette auf über 23,5 180er.

Prognose und Fazit zum Finale

Am plausibelsten ist ein Sieg von Luke Littler. Sein Scoring war über das ganze Turnier höher und gleichmäßiger als das von Price, und auch die jüngsten direkten Duelle gingen allesamt an ihn. Das macht ihn zum berechtigten Favoriten. Gegen einen klaren Durchmarsch sprechen aber Prices Doppel und seine Schlussphasen, mit denen er gegen Smith und van Veen gezeigt hat, dass er enge Partien über die Distanz drehen kann. Beides zusammen deutet eher auf ein längeres Finale als auf eine schnelle Entscheidung. Ein Finale bleibt schwer vorhersehbar, und Price hat genug Argumente, um den Abend offen zu halten. Eine Überraschung halte ich jedoch für unwahrscheinlich, da auch Littler die Qualitäten hat, sich in engen Spiel durchzusetzen.