Zum Auftakt der Freitagabendsession in Blackpool treffen mit Gian van Veen und James Wade zwei Spieler aufeinander, die sich aus mehreren Duellen kennen. Der junge Weltranglistendritte aus den Niederlanden steht dem Champion von 2007 mit seiner langen Matchplay-Geschichte gegenüber. Die eigentliche Streitfrage vor van Veen gegen Wade lautet, ob van Veens bessere Form der vergangenen zwölf Monate gegen Wades Vorsprung aus den direkten Duellen und dessen Erfahrung an diesem Ort reicht.

Termin, Ort und Modus des Viertelfinals

Das Viertelfinale zwischen Gian van Veen und James Wade steigt am Freitag, dem 24. Juli 2026, in der Abendsession ab 21:00 Uhr MESZ in den Winter Gardens von Blackpool. Eine feste Anwurfzeit für die einzelne Partie steht nicht fest, weil sie dem ersten Viertelfinale des Abends folgt und sich bei einem längeren ersten Spiel nach hinten verschiebt. Gespielt wird über first to 16 Legs, ein Sieg zählt aber nur mit zwei Legs Vorsprung. Bleibt es bis zum Schluss eng, wird verlängert; steht es dann 18:18, entscheidet ein einzelnes Sudden-Death-Leg, sodass der Endstand höchstens 19:18 für einen der beiden sein kann.

Wie stark ist Gian van Veen vor dem Viertelfinale?

Van Veens stärkstes Argument sind die besseren Werte der vergangenen zwölf Monate und die höhere Setzung. Der 24-jährige Niederländer geht als Weltranglistendritter und mit einem Zwölfmonatsaverage von 96,79 in die Partie, dazu kommt der Rang des Vizeweltmeisters von 2026, den er im Finale mit 1:7 nach Sätzen an Luke Littler abgab. Seine beiden Auftritte in Blackpool zeigen aber, dass die aktuelle Form unter diesem Niveau liegt.

In der ersten Runde setzte er sich gegen Krzysztof Ratajski durch, blieb dabei aber unter seinem Zwölfmonatswert. Deutlich enger und aussagekräftiger war die zweite Runde gegen Wessel Nijman. Das Duell fiel erst in der Verlängerung. Van Veen hielt sich in der Schlussphase mit einem 148er-Finish im Match und nahm zum entscheidenden Break 135 heraus, ehe er die Partie für sich entschied. Dieser Sieg zeigt seine Nervenstärke auf den hohen Doppeln, offenbart aber auch, dass er gegen einen tiefer gesetzten Gegner über die volle Distanz gehen musste.

Zeitraum oder Spiel

Average

Ergebnis

Runde 1 gegen Krzysztof Ratajski

93,55

10:6

Runde 2 gegen Wessel Nijman

96,95

14:12

Fünf jüngste Partien

83,37 bis 101,59

drei Siege, zwei Niederlagen

Vergangene zwölf Monate

96,79

Doppelquote 42,96 %, gesetzt als Nummer drei

Über die fünf jüngsten Partien liegen mehr als 18 Punkte zwischen seinem schwächsten und seinem besten Average. Van Veen eröffnet Legs mit hohem Tempo und trifft in engen Phasen große Finishes, wie das Nijman-Match gezeigt hat, hält dieses Niveau aber nicht über eine ganze lange Partie stabil. Für ein Viertelfinale über first to 16 zählt darum weniger die einzelne Spitze als die Frage, wie lange seine schwachen Phasen anhalten. Die Motivation wird für ihn jedoch riesig sein, da er mit dem Einzug in das Finale die Nummer zwei der Welt werden könnte.

James Wades Form vor dem Duell mit van Veen

Wades Kapital ist seine Erfahrung in Blackpool. Der 43-jährige Engländer gewann das World Matchplay 2007, damals mit 18:7 gegen Terry Jenkins im Finale, bestreitet hier seine 21. Teilnahme in Folge und steht zum 14. Mal im Viertelfinale. Sieben Endspiele hat er erreicht und sechs davon verloren, zuletzt 2025 gegen Littler mit 13:18, nachdem er bereits 5:0 geführt hatte.

Bei diesem Turnier steigerte er sich von Runde zu Runde. Gegen Jermaine Wattimena kam er zum Auftakt auf gut 96 im Average, in der zweiten Runde gegen Ryan Searle legte er mit knapp 100 nach und lieferte damit die höheren Werte beider Spieler ab. Searle hielt bis zum 5:5 mit, doch Wade ließ ihn danach nicht mehr heran und zog sicher ins Viertelfinale ein. Auffällig war, dass er den Vorsprung vor allem über das Scoring absicherte, während er auf den Doppeln schwächer traf als sein Gegner.

Zeitraum oder Spiel

Average

Ergebnis

Runde 1 gegen Jermaine Wattimena

96,19

10:7

Runde 2 gegen Ryan Searle

99,85

11:8

Fünf jüngste Partien

86,54 bis 99,85

vier Siege, eine Niederlage

Vergangene zwölf Monate

94,76

Doppelquote 42,87 %, gesetzt als Nummer sechs

Seine Grenze liegt in den Zwölfmonatswerten und in der unmittelbaren Vorbereitung. Über zwölf Monate steht Wade mit 94,76 unter van Veen, und bei der European Tour kurz vor Blackpool blieb er in drei Auftritten zwischen rund 86 und 90 Punkten. Die beiden starken Turnierauftritte heben sich von dieser Grundform deutlich ab, was die Frage offenlässt, ob er das Niveau der Runden eins und zwei gegen einen formstarken van Veen über die volle Distanz hält.

Gian van Veen - James Wade Tipps

Mein Tipp für diese Partie ist eine Siegwette auf Gian van Veen. Für ihn sprechen drei Argumente, die sich ergänzen, nämlich die besseren Werte über zwölf Monate, die höhere Setzung als Nummer drei gegen Wades Nummer sechs und sein Sieg im jüngsten Duell im Februar 2026 beim Masters. Dazu passt sein Auftritt gegen Nijman, den er über die volle Distanz und mit großen Finishes im entscheidenden Moment gewann, denn genau diese Nervenstärke auf den hohen Doppeln braucht er über first to 16 gegen einen Gegner mit Wades Routine.

Dagegen steht einiges, das der Tipp nicht kleinredet. Wade führt die Duelle mit 9:4, er gewann vor einem Jahr an gleicher Stelle mit 16:13, und in den ersten beiden Runden lieferte er die höheren Averages ab, zuletzt knapp 100 gegen Searle. Der entscheidende Punkt ist die Konstanz. Wades starke Auftritte in Blackpool heben sich klar von seiner Grundform der vergangenen zwölf Monate und seinen schwächeren Ergebnissen bei der European Tour ab, während van Veen das höhere Niveau konstanter hält. Der Tipp setzt darauf, dass dieser Unterschied über die lange Distanz schwerer wiegt als Wades Erfahrung in Blackpool und die jüngere Vorgeschichte, und er trägt das Risiko dieser Wahl offen. Van Veen hat gegen Nijman gezeigt, dass er in den entscheidenden Momenten abliefern kann und ich denke, dass er das auch gegen Wade wieder tun wird.

Fazit und Prognose für van Veen gegen Wade

Ein Selbstläufer wird dieses Viertelfinale für keinen der beiden. Van Veens höhere Setzung und die besseren Zwölfmonatswerte geben ihm über die lange Distanz einen kleinen Vorteil, doch Wades sieben Finalteilnahmen und seine Averages der ersten beiden Runden sprechen für einen offenen, bis zum Schluss engen Verlauf. Ich rechne damit, dass die Führung mehrfach wechselt und die Entscheidung erst in der Schlussphase fällt, und lege mich auf ein knappes 16:14 für van Veen fest.