Am Freitagabend empfängt der Tabellenletzte den Tabellensechsten – und ist trotzdem klarer Favorit. Der VfB Stuttgart steht nach dem 1:5 beim FC Bayern München mit null Punkten und der schlechtesten Tordifferenz der Liga da, der 1. FC Köln nach dem 3:2 gegen die TSG Hoffenheim mit drei Punkten im oberen Drittel. Fast jede andere Kennzahl dreht diese Reihenfolge um. Der VfB schloss die vergangene Spielzeit als Vierter ab, Köln als Vierzehnter, und die Gastgeber stellen den mit Abstand teureren Kader. Anstoß in der MHPArena ist am 4. September 2026 um 20:30 Uhr.
Dieser Abstand zwischen Tabellenbild und Kräfteverhältnis ist das eigentliche Thema dieser Partie. Nach einem einzigen Spieltag sagt die Tabelle fast nichts, aber sie sagt eben doch etwas, und wer wetten will, muss entscheiden, wie viel Gewicht ein 1:5 und ein 3:2 tatsächlich tragen.
Wie schlecht war Stuttgarts 1:5 in München wirklich?
Das Ergebnis fiel deutlicher aus als der Spielverlauf. Die erwarteten Tore standen am Ende bei 2,40 für München und 1,24 für Stuttgart, insgesamt also bei 3,64 – ein Wert, der zu einem knappen Spiel passt, nicht zu einem Vier-Tore-Unterschied. Der VfB kam auf elf Torschüsse, vier davon direkt aufs Tor, und lag bei den Angriffen mit 105 zu 99 sogar vorn. Nur bei den gefährlichen Angriffen war der Abstand mit 35 zu 63 eindeutig.
Der Knackpunkt lag in einer Viertelstunde. Josha Vagnoman traf in der 52. Minute zum Anschluss, fünf Minuten später fälschte derselbe Verteidiger einen Ball ins eigene Tor ab. Danach kippte die Partie endgültig, München erzielte in der Schlussphase noch zwei weitere Treffer. Wer aus diesem Spiel eine dauerhafte Abwehrschwäche ableiten will, sollte das Pokalspiel danebenlegen: In Rostock gewann der VfB drei Wochen vorher mit 4:0, bei 75 Prozent Ballbesitz, 21 Torschüssen und 2,36 erwarteten Toren gegen 1,21. Dzenan Pejcinovic traf dabei dreimal.
Zwei Spiele, zwei Extreme. Belastbarer als beide ist der Blick auf die abgelaufene Saison, in der Stuttgart 34 Ligaspiele bestritt und als Vierter mit 71:49 Toren abschloss. Zu Hause war der VfB dabei die drittstärkste Mannschaft der Liga: 2,29 Punkte pro Heimspiel, 30:16 Tore, erwartete Tore von 1,83 zu 1,22. In 47 Prozent seiner Heimspiele blieb Stuttgart ohne Gegentor.
Was hat sich beim VfB im Sommer verändert?
Der Kaderumbau beim VfB trägt eine eindeutige Handschrift, viel eingekauft und wenig abgegeben. Den Ablösesummen von 55 Millionen Euro stehen Einnahmen von 9,4 Millionen gegenüber, macht eine negative Transferbilanz von 45,6 Millionen Euro. Teuerster Zugang ist Pejcinovic für 25 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg, wo der Mittelstürmer in der Vorsaison 30 Bundesligaspiele bestritt und acht Tore erzielte. Dazu kamen Bilal El Khannouss und Leo Sauer für je 15 Millionen sowie Grischa Prömel ablösefrei aus Hoffenheim. Beim Auftakt in München standen Prömel und Pejcinovic in der Startelf.
Die folgenreichste Veränderung steht aber nicht in der Zugangsliste. Alexander Nübel ist mit dem Ende seiner Leihe zum 30. Juni 2026 zu Bayern München zurückgekehrt, und der aus Paderborn zurückgeholte Dennis Seimen fällt seit dem 22. Juli mit einer Oberschenkelverletzung aus, voraussichtlich bis Ende September. Im Tor steht deshalb Fabian Bredlow – ein Torhüter, der in der gesamten vergangenen Saison kein einziges Bundesligaspiel bestritt. Für die Torhüterleistung dieser Saison gibt es damit schlicht noch keine belastbare Grundlage.
Ist Kölns Auftaktsieg mehr als ein guter Tag?
Der 1. FC Köln lag gegen Hoffenheim zweimal zurück und gewann trotzdem. In der 27. Minute fiel das 0:1, in der 51. glich Köln aus, in der 67. ging Hoffenheim erneut in Führung. Dann traf der in der 65. Minute eingewechselte Thijs Dallinga zweimal, in der 72. und in der 82. Minute. Zwei Tore in 25 Einsatzminuten – der Niederländer ist damit aktuell bester Torschütze seines Klubs, obwohl er nur geliehen ist.
Das gleiche Muster zeigte schon das Pokalspiel bei den Würzburger Kickers: Rückstand ab der 18. Minute, Ausgleich und Führung durch Ísak Bergmann Jóhannesson in der 62. und 77. Minute, 2:1. Zweimal in Folge einen Rückstand zu drehen spricht für die Moral einer Mannschaft. Es heißt aber auch, dass die Kölner zweimal hintereinander einem Rückstand hinterherlaufen mussten.
Die Zahlen des Ligaspiels sind knapper, als das Ergebnis vermuten lässt. Köln hatte 41 Prozent Ballbesitz, Hoffenheim kam auf 102 Angriffe gegen 75 und auf 69 gefährliche Angriffe gegen 45. Bei den erwarteten Toren lagen beide mit 1,87 zu 1,72 fast gleichauf. Köln war die effizientere Mannschaft, nicht die überlegene.
Die Auswärtsbilanz des 1. FC Köln
Kölns Schwäche der vergangenen Spielzeit lag erkennbar auf fremden Plätzen. Am Ende stand Rang 14 mit sieben Siegen, elf Unentschieden und 16 Niederlagen bei 49:63 Toren, und die Auswärtswertung fiel deutlich schlechter aus als die heimische: 0,76 Punkte pro Spiel bedeuteten dort den 16. Rang, dazu kamen 19:33 Tore und erwartete Tore von 1,28 zu 1,72. In nur zwölf Prozent seiner Auswärtsspiele blieb Köln ohne Gegentor.
Diese Werte stammen allerdings aus einer Saison unter anderen Vorzeichen. René Wagner hat das Amt erst am 22. Mai 2026 übernommen und geht in seine erste volle Saison in Köln. Sein Kader wurde vor allem defensiv umgebaut: Mit Jahmai Simpson-Pusey und Luka Lochoshvili kamen zwei Innenverteidiger, mit Gideon Mensah ein Linksverteidiger, mit Tom Krauß und Ellyes Skhiri zwei defensive Mittelfeldspieler. Insgesamt gab Köln 25,65 Millionen Euro aus. Jakub Kamiński kam für 5,5 Millionen aus Wolfsburg und wurde im selben Sommer für 17 Millionen an Benfica weiterverkauft.
Der Marktwertvergleich bleibt trotzdem eindeutig: 423,45 Millionen Euro auf Stuttgarter Seite, 135,90 Millionen auf Kölner.
VfB Stuttgart vs. FC Köln direkter Vergleich
In den vergangenen fünf Begegnungen hat der 1. FC Köln gegen den VfB Stuttgart nicht gewonnen. Vier Siege gingen an Stuttgart, eine Partie endete unentschieden. Das jüngste Duell im Februar 2026 gewann der VfB zu Hause mit 3:1 deutlich, das Hinspiel im September 2025 in Köln mit 2:1.
Datum | Partie | Ergebnis |
|---|---|---|
14.02.2026 | Stuttgart – Köln | 3:1 |
28.09.2025 | Köln – Stuttgart | 1:2 |
24.02.2024 | Stuttgart – Köln | 1:1 |
30.09.2023 | Köln – Stuttgart | 0:2 |
18.02.2023 | Stuttgart – Köln | 3:0 |
Über alle 27 erfassten Begegnungen hinweg steht es 14:7 Siege für Stuttgart bei sechs Unentschieden, mit einem Schnitt von 2,81 Toren pro Partie und beidseitigen Treffern in 59 Prozent der Fälle. Die Gesamtbilanz beider Vereine in der Bundesliga ist dagegen nahezu ausgeglichen, 35 Stuttgarter Siege stehen 36 Kölner gegenüber. Der Vorsprung des VfB ist also ein Phänomen der jüngeren Jahre und keine historische Konstante.
Für diese Partie zählt vor allem die Teilmenge der Duelle in Stuttgart, und die fällt weniger eindeutig aus. Von den letzten fünf Begegnungen beim VfB gewann die Heimmannschaft drei, eine endete unentschieden, eine verlor sie. Treffer auf beiden Seiten gab es dabei dreimal. Wer den Gästen also gar nichts zutraut, sollte berücksichtigen, dass Köln aus diesen fünf Auftritten in Stuttgart einen Sieg und ein Unentschieden mitnahm.
Einen deutlicheren Wert liefert die Trainerbilanz. Sebastian Hoeneß führte seine Mannschaften in acht Pflichtspielen gegen die Kölner und blieb dabei ohne Niederlage: sieben Siege, ein Unentschieden, 2,75 Punkte pro Partie.
VfB Stuttgart - FC Köln Tipps
1. Tipp: Sieg VfB Stuttgart
Der erste Tipp für diese Partie ist eine Siegwette auf den VfB Stuttgart. Die Grundlage dafür ist ungewöhnlich klar: Über 17 Heimspiele holte Stuttgart 2,29 Punkte pro Partie und damit den dritten Rang der Heimtabelle, bei 30:16 Toren und einem Chancenverhältnis von 1,83 zu 1,22 erwarteten Toren. Dem stehen auf Kölner Seite 0,76 Punkte je Auswärtsspiel gegenüber, dazu 19:33 Tore und ein Chancenverhältnis von 1,28 zu 1,72, gemessen an den erwarteten Toren. Das ist nicht irgendein Unterschied, das ist die Paarung aus einem der besten Heimteams der Liga mit einer der schwächsten Auswärtsmannschaften.
Dazu kommt eine Reihe von Befunden, die alle in dieselbe Richtung zeigen. Köln hat in den letzten fünf direkten Duellen kein einziges gewonnen. Sebastian Hoeneß hat gegen diesen Gegner in acht Trainerspielen sieben Siege und ein Unentschieden geholt. Der Kaderwert des VfB liegt mit 423,45 zu 135,90 Millionen Euro mehr als dreimal so hoch. Und Kölns Auftaktsieg war der knappere, als das 3:2 klingt: Bei 41 Prozent Ballbesitz, 45 gegen 69 gefährlichen Angriffen und erwarteten Toren von 1,87 zu 1,72 gewann eine effiziente, keine überlegene Mannschaft. Dass beide Pflichtspiele der Kölner mit einem Gegentreffer begannen, passt zu diesem Bild.
Das Gegenargument ist real und soll nicht kleingeredet werden: Stuttgart ist Tabellenletzter, hat einige Ausfälle und mit Zagadou, Jaquez und Assignon gerade in der Abwehr die dünnste Besetzung. Ein 1:5 verschwindet nicht dadurch, dass die erwarteten Tore mit 1,24 zu 2,40 ein anderes Bild zeichnen, allerdings viel dies gegen den Rekordmeister FC Bayern München. Daher sollte man das Ergebnis nicht überbewerten.
2. Tipp: Beide Teams treffen
Der zweite Tipp folgt dem Torverhalten, das beide Mannschaften bislang gezeigt haben. In beiden Bundesliga-Auftaktspielen trafen beide Seiten, ebenso in beiden Pokalpartien. Köln hat in seinen zwei Pflichtspielen fünf Tore erzielt und drei kassiert, Stuttgart fünf erzielt und fünf kassiert. Keine der vier Partien endete ohne Treffer auf beiden Seiten.
Der stärkere Beleg liegt in der Vorsaison. In 79 Prozent aller Kölner Ligaspiele trafen beide Mannschaften, auswärts immer noch in 71 Prozent. Zu Null blieb Köln in der gesamten Saison in nur neun Prozent seiner Spiele, auswärts in zwölf – das ist der zuverlässigste Einzelwert für diesen Tipp. Eine Mannschaft, die auswärts fast nie ohne Gegentor bleibt und in dieser Saison in jedem Pflichtspiel mindestens zweimal getroffen hat, produziert strukturell beidseitige Ergebnisse.
Auf der anderen Seite steht ein VfB, der am ersten Spieltag fünf Gegentore kassierte, seine beiden Innenverteidiger und den rechten Verteidiger ersetzen muss und mit Fabian Bredlow einen Torhüter aufbietet, der im Vorjahr keine Minute in der Bundesliga spielte. In den beiden jüngsten direkten Duellen trafen ebenfalls beide Mannschaften, und auch die vier Pflichtspiele dieser Saison endeten allesamt mit Toren auf beiden Seiten. Deshalb ist die zweite Empfehlung eine Wette auf beide Teams treffen.
Fazit und Spielprognose
Die Ausgangslage ist unübersichtlicher, als der Tabellenstand vermuten lässt. Ein Spieltag reicht nicht, um eine Mannschaft zu bewerten, und wer den VfB nach dem 1:5 in München abschreibt, ignoriert eine Heimbilanz, die in der Vorsaison zu den drei besten der Liga gehörte. Umgekehrt wäre es falsch, Kölns Auftaktsieg für Zufall zu erklären: Die Mannschaft hat zweimal einen Rückstand gedreht, sie hat mit Dallinga einen Angreifer, der sofort trifft, und mit René Wagner einen Trainer, der die Defensive personell neu aufgestellt hat.
Ich erwarte eine Partie, in der Stuttgart den Ball hat und Köln über schnelle Angriffe und die Schlussphase gefährlich wird. Beide Mannschaften haben bislang in jedem Pflichtspiel getroffen, und die Kölner Auswärtsbilanz der Vorsaison zeigt eine Mannschaft, die selten zu Null spielt und selten ohne eigenen Treffer bleibt. Meine Prognose lautet 3:1 für den VfB Stuttgart.
Spieldaten
Bundesliga · 2026/2027
Quoten
Ganzes Spiel
Spielausgang
Durchschnitt aus 16 Notierungen
Doppelte Chance
Durchschnitt aus 7 Notierungen
Tore über/unter
Durchschnitt aus 1 bis 7 Notierungen
Beide Teams treffen
Durchschnitt aus 7 Notierungen
Sieg ohne Gegentor
Durchschnitt aus 1 Notierung
Ohne Gegentor: Stuttgart
Durchschnitt aus 1 Notierung
Ohne Gegentor: Köln
Durchschnitt aus 1 Notierung
Ecken über/unter
Durchschnitt aus 2 bis 4 Notierungen
Mehr Ecken
Durchschnitt aus 3 Notierungen
1. Halbzeit
Ausgang 1. Halbzeit
Durchschnitt aus 9 Notierungen
Tore über/unter
Durchschnitt aus 3 Notierungen
Beide Teams treffen
Durchschnitt aus 4 Notierungen
2. Halbzeit
Ausgang 2. Halbzeit
Durchschnitt aus 5 Notierungen
Tore über/unter
Durchschnitt aus 1 Notierung
Beide Teams treffen
Durchschnitt aus 4 Notierungen
Stand: 02.09.2026, 12:06. Durchschnittsquoten mehrerer Anbieter, keine Einzelnotierung.
Teamvergleich
| Stuttgart | Kennzahl | Köln |
|---|---|---|
| Saison 2026/2027 · 1 Spiel | ||
| 0-0-1 | Bilanz S-U-N | 1-0-0 |
| 1 | Tore erzielt | 3 |
| 5 | Tore kassiert | 2 |
| 1,0 | Ø Tore erzielt | 3,0 |
| 5,0 | Ø Tore kassiert | 2,0 |
| 0 % | Spiele ohne Gegentor | 0 % |
| 100 % | Beide Teams treffen | 100 % |
| 100 % | Über 2,5 Tore | 100 % |
| Letzte 10 Spiele · alle Wettbewerbe | ||
| 3,2 | Ø Tore erzielt | 2,3 |
| 1,5 | Ø Tore kassiert | 1,9 |
| 1,9 | Ø xG erzeugt | 1,6 |
| 1,4 | Ø xG zugelassen | 1,3 |
Direkter Vergleich
Aus 27 Duellen: Stuttgart 14 Siege · 6 Unentschieden · Köln 7 Siege · Beide treffen 59 % · Über 2,5 Tore 56 % · Ø 2,8 Tore
| Datum | Heim | Ergebnis | Auswärts |
|---|---|---|---|
| Stuttgart | 3:1 | Köln | |
| Köln | 1:2 | Stuttgart | |
| Stuttgart | 1:1 | Köln | |
| Köln | 0:2 | Stuttgart | |
| Stuttgart | 3:0 | Köln | |
| Köln | 0:0 | Stuttgart | |
| Stuttgart | 2:1 | Köln | |
| Köln | 1:0 | Stuttgart | |
| Stuttgart | 0:2 | Köln |
Letzte 9 Begegnungen vor diesem Spiel.
Tabellenplatzierung
| Pos | Team | Sp | S | U | N | Pkt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 7 | Köln | 1 | 1 | 0 | 0 | 3 |
| 18 | Stuttgart | 1 | 0 | 0 | 1 | 0 |
Prognosewerte vor dem Anpfiff
Für dieses Spiel liegen noch keine belastbaren Prematch-Werte vor. Beide Teams haben in dieser Saison noch nicht genug Heim- beziehungsweise Auswärtsspiele bestritten.



