In den Winter Gardens treffen Luke Littler und Dirk van Duijvenbode in einem Halbfinale mit klar verteilten Rollen aufeinander. Littler wird als Nummer eins der Welt natürlich deutlich mehr zugetraut, während van Duijvenbode die Außenseiterrolle übernimmt. Über die lange Distanz muss sich diese Erwartung Leg für Leg bestätigen. Offen bleibt, ob Littler daraus ein deutliches Ergebnis macht oder van Duijvenbode die Partie enger hält.

Luke Littler gegen Dirk van Duijvenbode: Termin, Ort und Modus

Das Halbfinale findet am 25. Juli 2026 in den Winter Gardens in Blackpool statt. Für den Beginn sind im 21:15 Uhr vorgesehen. Regulär erreicht der Sieger als Erster 17 Legs und braucht dabei zwei Legs Vorsprung, sodass höchstens 33 reguläre Legs gespielt werden. Steht es nach zusätzlichen Legs noch 19:19, entscheidet das nächste Leg, und die längstmögliche Partie endet 20:19. Wer als Erster sein 17. Leg gewinnt, ist daher nicht automatisch durch. Fehlt der Vorsprung, läuft das Match in Zusatzlegs weiter, bis einer der beiden den nötigen Abstand erreicht oder beim 19:19 das Entscheidungsleg gewinnt.

Wie stark ist Luke Littler vor dem Halbfinale?

Littlers drei Siege zeigen vor allem, wie stabil sein Scoring durch verschiedene Spielverläufe blieb. Die Entwicklung seiner Doppelquote fällt dagegen erst im Viertelfinale eindeutig positiv aus.

Runde

Gegner

Ergebnis

Average

Doppelquote

  1. Runde

Niko Springer

10:6

109,53

43,48 %

  1. Runde

Nathan Aspinall

11:8

113,68

44,00 %

Viertelfinale

Josh Rock

16:7

109,57

53,33 %

Beim 10:6 gegen Niko Springer setzte Littler mit einem Average von 109,53 sofort das Scoringniveau für sein Turnier. Die Doppelquote von 43,48 Prozent bleibt dabei der Vorbehalt: Littler gewann den Auftakt deutlich, obwohl er mehr als die Hälfte seiner Chancen auf Doppel nicht nutzte.

Gegen Nathan Aspinall steigerte Littler seinen Average beim 11:8 auf 113,68. Die Doppelquote blieb mit 44,00 Prozent nahezu auf dem Stand der ersten Runde, sodass dieser Auftritt vor allem seine Stärke im Scoring belegt und beim Ausmachen denselben sachlichen Vorbehalt offenlässt. Er warf direkt im ersten Leg ein 9-Darter, was sogar für einen Spieler seiner Klasse beeindruckend ist.

Im 16:7 gegen Josh Rock blieb der Average mit 109,57 auf hohem Niveau, nun traf Littler aber 53,33 Prozent seiner Doppel. Er verband sein stabiles Scoring damit erstmals in diesem Turnier mit einer Doppelquote von mehr als 50 Prozent. Littler ist zurzeit in einer überragenden Form und wenn er so spielt wie zuletzt, wird es kaum Spieler geben, die über ein so langes Format mit ihm mithalten können.

Dirk van Duijvenbodes Form vor dem Duell mit Littler

Van Duijvenbodes drei Siege wurden nicht deutlich, doch sein Scoring verbesserte sich von Runde zu Runde. Gleichzeitig sank seine Doppelquote, sodass jedes Spiel neben dem Fortschritt auch eine Grenze für das Halbfinale zeigt.

Runde

Gegner

Ergebnis

Average

Doppelquote

  1. Runde

Chris Dobey

13:11

92,78

41,94 %

  1. Runde

Michael van Gerwen

14:12

95,93

40,00 %

Viertelfinale

Gary Anderson

16:13

101,49

37,21 %

Gegen Chris Dobey begann van Duijvenbode mit einem 13:11, einem Average von 92,78 und einer Doppelquote von 41,94 Prozent. Der knappe Auftaktsieg, bei dem er Matchdarts überstanden hatte, hielt ihn im Turnier, lieferte beim Scoring aber noch keinen Wert, mit dem er Littlers Niveau nahekam.

Beim 14:12 gegen Michael van Gerwen stieg sein Average auf 95,93, während die Doppelquote auf 40,00 Prozent sank. Van Duijvenbode machte damit beim Scoring einen Schritt nach vorn, ohne den Gegner deutlicher zu distanzieren oder beim Ausmachen sicherer zu werden.

Im Viertelfinale gegen Gary Anderson erreichte er beim 16:13 erstmals einen Average von 101,49. Seine Doppelquote fiel dabei weiter auf 37,21 Prozent, und selbst dieser beste Scoringwert blieb mehr als acht Punkte unter Littlers Viertelfinal-Average. Der Auftritt belegt van Duijvenbodes Steigerung, aber ebenso, dass die sinkende Ausbeute auf Doppel und die knappen Ergebnisse seine Chancen gegen Littler begrenzen.

Was zeigen die direkten Duelle zwischen Littler und van Duijvenbode?

Littler gewann zwei der drei jüngsten Duelle, van Duijvenbode entschied eines für sich. Diese Bilanz beschreibt die bisherigen Ergebnisse, eignet sich aber nur eingeschränkt für die Prognose des Halbfinales.

Datum

Wettbewerb

Runde

Sieger

Ergebnis

11.03.2025

Players Championships PC 05

Letzte 32

Luke Littler

6:5

18.09.2024

Players Championships PC 21

Letzte 32

Luke Littler

6:2

08.09.2024

Flanders Darts Trophy

Letzte 16

Dirk van Duijvenbode

6:2

Alle drei Begegnungen waren beendet, sobald ein Spieler sechs Legs erreicht hatte. Im World-Matchplay-Halbfinale sind regulär 17 Siegerlegs nötig, sodass Form und Konzentration wesentlich länger halten müssen. Deshalb lässt sich weder Littlers knapper Erfolg aus dem März noch einer der beiden klareren Siege direkt auf die bevorstehende Distanz übertragen.

Dirk van Duijvenbode - Luke Littler Tipps

Wett-Tipps Dirk van Duijvenbode - Luke Littler
Darts World Matchplay
01
Über 22,5 180er 1,82
02
Sieg Dirk van Duijvenbode +9,5 1,44

1. Tipp: Über 22,5 180er

Littlers Zahl an 180ern stieg im Turnier von sieben gegen Springer über 14 gegen Aspinall auf 17 gegen Rock. Van Duijvenbode entwickelte sich in derselben Reihenfolge von fünf über neun auf 13 Aufnahmen mit 180 Punkten. Je länger ihre Partien wurden, desto mehr 180er brachten beide Spieler damit in die Wertung.

Die direkten Duelle wurden in deutlich kürzeren Formaten gespielt und sagen deshalb wenig darüber aus, wie viele Aufnahmen beide in diesem Halbfinale erhalten. Die längere Distanz schafft bei einem engen Verlauf mehr Legs und damit weitere Chancen auf eine 180.

Das größte Risiko ist ein kurzer und klarer Sieg von Littler. Dann könnten die starken bisherigen Werte beider Spieler nicht reichen, denn sie beschreiben vergangene Turnierpartien und garantieren keine Wiederholung. Allerdings denke ich nicht, dass Duijvenbode hier total untergehen wird. Er hat in diesem Turnier Nervenstärke bewiesen und zeigte sich auch nach Rückschlägen bislang sehr Selbstbewusst. Daher ist der erste Tipp für diese Partie eine Over-Wette auf über 22,5 180er.

2. Tipp: Dirk van Duijvenbode +9,5

Van Duijvenbode gewann seine drei Turnierspiele mit 13:11, 14:12 und 16:13, während sein Average von 92,78 auf 101,49 stieg. Die Siege blieben knapp, doch gerade diese Verläufe zeigen, dass er über lange Partien genügend Legs sammeln und sein Scoring steigern konnte.

Littler stellt diesen Ansatz mit seinem deutlich höheren Scoring infrage. Er blieb in allen drei Runden über 109 Average und verbesserte sein Ausmachen im Viertelfinale deutlich, sodass er schwächere Phasen von van Duijvenbode schnell in einen großen Abstand verwandeln kann. Das Littler jedoch erneut so ein hohes Niveau spielt und dieses über eine so lange Partie hält, ist auch nicht garantiert.

Bei einem regulären Littler-Sieg gewinnt das Handicap ab 17:8 oder einem knapperen Ergebnis, bei 17:7 verliert es. Auch jeder Sieg von van Duijvenbode und ein Littler-Erfolg nach Zusatzlegs reichen für die Wette. Seine knappen Turniersiege und der gestiegene Average zeigt, dass auch er sich in diesem Turnier weiterentwickelt hat. Mein zweiter Tipp ist eine Handicap-Wette auf einen Sieg von Dirk van Duijvenbode +9,5.

Fazit und Spielprognose für Littler gegen van Duijvenbode

Littler dürfte das Halbfinale gewinnen, weil er neben seinem höheren Scoring zuletzt auch deutlich mehr Chancen auf Doppel nutzte. Gerade in engen Legs gibt ihm das einen Vorteil, den van Duijvenbode trotz seiner Steigerung erst ausgleichen müsste. Der gestiegene Average des Außenseiters spricht allerdings gegen einen sehr kurzen Abend und auch Dirks Fähigkeiten High Finishes rauszunehmen könnte die Partie lange eng halten. Ich erwarte trotzdem einen knappen Sieg von Luke Littler, da seine Form zurzeit schlichtweg zu gut ist.