Am Freitagabend stehen in Blackpool die letzten beiden Viertelfinals des World Matchplay an. Ross Smith gegen Gerwyn Price stellt zwei Spieler gegenüber, die sich über die Jahre eng begegnet sind und deren Leistungswerte nah beieinanderliegen. Die wichtigste Frage vor dieser Partie ist jedoch, wie Konstanz die Leistung von Gerwyn Price ist, da er zuletzt große Schwankungen in seinem Spiel hatte.
Ross Smith gegen Gerwyn Price: Termin, Modus und Weg ins Viertelfinale
Ross Smith steht im Viertelfinale, ohne sein Achtelfinale auf der Bühne beendet zu haben. Cameron Menzies führte 2:1, als ihm plötzlich Schwindelig wurde. Anschließend wurde Menzies von unter anderem Ross Smith von der Bühne begleitet, um herauszufinden was ihm fehlt. Beenden konnte er die Partie leider nicht, weshalb Smith automatisch in das Viertelfinale eingezogen ist. Gerwyn Price setzte sich kurz danach mit 11:5 gegen Rob Cross durch. Am Freitag, dem 24. Juli 2026, treffen beide im Empress Ballroom der Winter Gardens in Blackpool aufeinander. Die Abendsitzung beginnt gegen 21:05 Uhr MESZ und bringt an diesem Abend zwei Viertelfinals.
Gespielt wird im Modus Best of 31 Legs. Wer sechzehn Legs gewinnt, braucht dafür zwei Legs Vorsprung. Bleibt dieser Abstand aus und es steht 18:18, entscheidet das 37. Leg, sodass am Ende höchstens ein 19:18 stehen kann. Gegenüber den kürzeren Distanzen der ersten beiden Runden bleibt so deutlich mehr Zeit, eine schwache Phase wieder aufzuholen.
Wie stark ist Ross Smith vor dem Viertelfinale?
Sein Auftaktsieg über Kevin Doets war Smiths stärkster Abend in Blackpool: 100,55 im Average, sieben 180er und eine Doppelquote von 55,56 Prozent, mit der er die späte Aufholjagd des Niederländers stoppte. In den fünf zuletzt vollständig gespielten Partien gewann er drei und übertraf dabei zweimal die Marke von 100 Punkten.
Gegner | Ergebnis | Average | Doppel |
|---|---|---|---|
Kevin Doets | 10:6 | 100,55 | 55,56 % |
Niels Zonneveld | 6:1 | 100,24 | 60,00 % |
Rhys Griffin | 6:0 | 99,10 | 100,00 % |
Nathan Aspinall | 4:6 | 94,77 | 36,36 % |
Jeffrey de Zwaan | 1:6 | 92,30 | 25,00 % |
Vergangene zwölf Monate | 56,68 % Legs | 96,00 | 41,08 % |
Zwischen dem höchsten und dem niedrigsten dieser Averages liegen gut acht Punkte, und zwei Partien verlor Smith klar. Die 1:6-Niederlage gegen Jeffrey de Zwaan mit einer Doppelquote von 25,00 Prozent zeigt, wie tief sein Niveau an einem schwachen Abend fällt. Über zwölf Monate steht er bei 96,00 im Average und 56,68 Prozent gewonnener Legs und damit spürbar unter seinen besten jüngsten Auftritten. Das Achtelfinale hilft bei dieser Einordnung nicht weiter, weil es durch die Aufgabe von Menzies ohne vollständige Matchstatistik blieb.
Gerwyn Price in einer schwankenden Form
Prices Weg durch das Turnier war holpriger, als seine zwei Siege vermuten lassen. In der ersten Runde lag er gegen Martin Schindler 0:4 und 2:6 zurück, ehe er neun der letzten zwölf Legs gewann, ein 121er-Finish Schindlers zum 9:9 überstand und die Partie im Entscheidungsleg mit einem 100er-Check zum 11:9 drehte. Es war sein sechster Erstrundensieg in Blackpool nacheinander, nach eigener Aussage aber der schwächste Auftritt der Saison. In der zweiten Runde wirkte er gefestigter: Gegen Rob Cross drehte er einen 3:2-Rückstand mit sechs Legs am Stück, zog auf 8:3 davon und gewann mit 11:5, bei sieben 180ern und einem Average von 97,84.
Zeitraum oder Spiel | Average | Doppel | Weitere Werte |
|---|---|---|---|
Gegen Rob Cross | 97,84 | 50,00 % | Sieben 180er |
Jüngste fünf Partien | 91,83 bis 103,93 | keine Angabe | Drei Siege |
Vergangene zwölf Monate | 98,71 | 42,87 % | Erste neun Darts 107,29, 57,27 % Legs |
Ein gleichmäßiges Niveau belegen die beiden Erfolge trotzdem nicht. Prices Averages der jüngsten fünf Partien schwanken stark, und außerhalb von Blackpool verlor er zuletzt gegen Harry Ward mit 5:6 und gegen James Wade mit 3:6. Verlässlicher als diese Ausschläge sind seine Werte über zwölf Monate.
Ross Smith vs. Gerwyn Price Tipps
Der Tipp für diese ist eine Handicap Wette auf einen Sieg von Ross Smith +3,5 Legs. Mit dem virtuellen Vorsprung von dreieinhalb Legs hält die Wette, solange Smith gewinnt oder mit höchstens drei Legs Rückstand verliert. Dafür spricht vor allem, wie eng diese Paarung ist. Die Gesamtbilanz steht 5:5, die jüngsten fünf Duelle gingen dreimal an Price und zweimal an Smith, und keines endete mit mehr als drei Legs Abstand. Die einzelnen Rückstände lagen bei zwei, zwei, einem, drei und noch einmal zwei Legs. Weil beide zudem in der Tagesform schwanken, passt ein deutlicher Durchmarsch über die Distanz zu keinem der beiden recht.
Gegen den Tipp steht ebenso deutlich, dass Price über zwölf Monate etwas stärker punktet. Sein Average liegt 2,71 Punkte über dem von Smith, über die ersten neun Darts sind es gut zwei Punkte, auf Doppel knapp zwei Prozentpunkte und bei den gewonnenen Legs rund ein halber Prozentpunkt. Keiner dieser Abstände ist groß, in der Summe zeigen sie aber alle in dieselbe Richtung.
Dass die bisherigen Duelle knapp blieben, ist kein Beleg dafür, dass Smith auch über die volle Distanz eines Best of 31 unter dreieinhalb Legs bleibt, denn diese Partien liefen über deutlich weniger Legs. Allerdings hat er in seiner ersten Partie beim PDC World Matchplay eine überragende Leistung gezeigt und war vor allem bei den Doppelfelder sehr abgeklärt. Wenn er gegen Price auf einem ähnlichen Niveau spielt, traue ich Smith hier sogar den Sieg zu, auch wenn die Partie vermutlich sehr eng und umkämpft sein wird.
Fazit und Spielprognose für Smith gegen Price
Die Favoritenrolle liegt bei Price: Er stand hier schon im Finale und bringt die größere Turniererfahrung mit. Zu dieser Rolle passt seine aktuelle Form aber nicht, denn durch die ersten beiden Runden kam er nur schwankend. Smith dagegen hat zuletzt starke Auftritte gezeigt und trifft derzeit besser als über weite Strecken der Saison. Damit ist die Partie Ross Smith gegen Gerwyn Price offener, als es die Favoritenrolle vermuten lässt. Am ehesten endet sie mit einem knappen Sieg von Price, etwa 16:14, doch eine Überraschung durch Smith ist gut möglich.



