Zum Thursday Night Football der Woche 8 reisen die Carolina Panthers nach Green Bay, und beide Teams kommen aus einer Niederlage am Sonntag. Für eine Wette auf dieses Spiel ist vor allem wichtig, was diese Niederlagen aussagen: Carolina brach gegen Tampa Bay nach einer Serie eigener Fehler ein, Green Bay ließ in Detroit Punkte liegen, die schon sicher schienen. Dazu trifft Carolinas größte Schwäche in der Defense auf den Teil des Spiels, den Green Bay am wenigsten beherrscht. Nach der kurzen Woche fehlen auf beiden Seiten Spieler, aber nicht jeder Ausfall wiegt so schwer, wie er zunächst klingt.
Die Ausgangslage vor dem Spiel in Green Bay
Angepfiffen wird in der Nacht auf Freitag, 30. Oktober 2026, um 01:15 Uhr deutscher Zeit im Lambeau Field. Beide Teams spielten am Sonntag und haben nur eine kurze Woche zur Vorbereitung, Carolina muss zudem reisen.
Green Bay steht bei 4-3. Nach drei Siegen in Folge verloren die Packers 17:20 in Detroit, durch ein Field Goal mit der letzten Aktion des Spiels, und sind damit Letzter der NFC North, in der alle vier Teams mehr Siege als Niederlagen haben. Carolina steht bei 3-3 und führt die NFC South an, obwohl das Team am Sonntag zu Hause 13:43 gegen Tampa Bay verlor. Für die Panthers ist es erst das siebte Spiel, weil sie in Woche 5 spielfrei hatten.
Die beiden Teams kommen auf sehr unterschiedlichen Wegen zu ihren Ergebnissen. Carolina erzielt viele Punkte und lässt ähnlich viele zu, gegen den Lauf ist keine Defense der Liga anfälliger. Green Bay gewinnt über die Defense und das Passspiel, am Boden kommt kein Team weniger voran.
Saison 2026 | Green Bay Packers (7 Spiele) | Carolina Panthers (6 Spiele) |
|---|---|---|
Bilanz | 4-3 | 3-3 |
Punkte je Spiel | 20,6 (24, geteilt) | 26,5 (5) |
Zugelassene Punkte je Spiel | 20,7 (11) | 27,7 (27) |
Passing Yards je Spiel | 268,6 (5) | 276,0 (2) |
Rushing Yards je Spiel | 59,9 (32) | 105,3 (21) |
Zugelassene Passing Yards je Spiel | 208,0 (9) | 195,7 (6) |
Zugelassene Rushing Yards je Spiel | 115,0 (17) | 153,2 (32) |
Red Zone: Touchdowns je Besuch | 46,2 % (30) | 65,2 % (11) |
Red Zone: zugelassene Touchdowns je Besuch | 68,0 % (23) | 76,5 % (28) |
Sacks der eigenen Defense | 16 (15, geteilt) | 11 (22, geteilt) |
Sacks gegen den eigenen Quarterback | 14 (11, geteilt) | 17 (25) |
Eigene Ballverluste | 8 (14, geteilt) | 8 (18, geteilt) |
Green Bay Packers: viel Passspiel, kaum Raumgewinn am Boden
Green Bays Angriff hängt fast vollständig an Jordan Love. Er hat in sieben Spielen 1.958 Passing Yards und 13 Touchdowns bei fünf Interceptions gesammelt. Seine wichtigsten Anspielstationen sind Christian Watson mit 595 und Matthew Golden mit 540 Receiving Yards. Golden wird häufiger angespielt als Watson, fängt aber nur gut die Hälfte der Bälle, die für ihn bestimmt sind.
Am Boden kommt Green Bay so schlecht voran wie kein anderes Team, und nur ein Team läuft seltener. Daran hat auch die Rückkehr von Josh Jacobs bisher nichts geändert. Der Running Back, der 2024 und 2025 zusammen 2.258 Rushing Yards erlief, verbrachte die ersten sechs Spiele auf der Commissioner's Exempt List, einer Freistellung durch die Liga. In Detroit fing er fünf Pässe für 55 Yards und einen Touchdown, kam bei elf Läufen aber nur auf 36 Yards, und das Team blieb bei 3,2 Yards pro Lauf.
Punkte lässt Green Bay vor allem in der Red Zone liegen. Nur knapp die Hälfte der Besuche dort endet mit einem Touchdown, in Detroit war es einer von vier. Dazu vergab der Kicker Trey Smack, ein Rookie, aus 26 und 35 Yards; in dieser Saison hat er nur sechs von elf Field Goals verwandelt.
Die Stärke des Teams ist die Defense, obwohl ihr wichtige Spieler fehlen. Micah Parsons hat nach seinem Kreuzbandriss noch kein Spiel bestritten, Linebacker Edgerrin Cooper und Defensive Tackle Javon Hargrave sind mit gerissener Achillessehne für die Saison verloren. Trotzdem blieb in den letzten vier Spielen jeder Gegner unter seinem üblichen Schnitt an Punkten, darunter Chicago, Dallas und Detroit, die sonst jeweils mehr als 27 Punkte pro Spiel erzielen. Keine Defense der Liga erzwingt mehr Ballverluste.
Anfällig ist Green Bay bei Strafen und in der eigenen Red Zone. Die Packers kassierten in sieben Spielen acht Strafen wegen Roughing the Passer, also für regelwidrige Treffer gegen den Quarterback. In Detroit bekamen die Lions fünf First Downs durch Strafen, und auch auf dem Drive zum entscheidenden Field Goal halfen ihnen zwei Strafen. Erreicht ein Gegner die Red Zone, erzielt er in gut zwei Dritteln der Fälle einen Touchdown.
Carolina Panthers: produktiver Angriff, Lücken gegen den Lauf
Carolina hat einen der besten Angriffe der Liga. Nur vier Teams erzielen mehr Punkte pro Spiel, und Bryce Young ging als Spitzenreiter der Liga bei den Passing Yards pro Spiel in die Woche 7. Er steht bei 1.712 Yards, 12 Touchdowns und vier Interceptions. Tetairoa McMillan ist mit 511 Yards sein wichtigster Receiver, gegen Detroit fing er allein Pässe für 192 Yards; dazu kommen Jalen Coker und Darren Waller, der drei Touchdowns erzielt hat. Chuba Hubbard lief vor dem Spiel gegen Tampa Bay zweimal in Folge für mehr als 120 Yards.
Wie gut dieser Angriff ist, zeigt der Vergleich mit den Gegnern. In vier von sechs Spielen erzielte Carolina mehr Punkte, als die jeweilige Defense sonst zulässt. Gegen Chicago, das in seinen übrigen Spielen 17,7 Punkte im Schnitt kassiert, waren es 37.
Das 13:43 gegen Tampa Bay war ein Spiel voller eigener Fehler. Carolina verlor den Ball viermal, durch zwei Interceptions, einen Fumble nach einem Sack und einen fallen gelassenen Punt, dazu blockte Tampa Bay einen Extrapunkt und trug ihn für zwei Punkte zurück. 22 Punkte des Gegners entstanden direkt aus solchen Fehlern, zur Halbzeit stand es 6:33. Schwerer wiegt, was die Offensive Line zuließ: Young wurde fünfmal gesackt, und bei einem dieser Sacks brach sich Right Tackle Taylor Moton das Wadenbein.
In der Defense liegt Carolinas Schwäche gegen den Lauf. Kein Team lässt mehr Rushing Yards zu und keines mehr Yards pro Lauf; Tampa Bay lief am Sonntag 49-mal für 258 Yards. Gegen den Pass sind die Werte deutlich besser, weil viele Gegner gar nicht werfen mussten: Atlanta spielte mit zwei Quarterbacks aus der zweiten Reihe, Tampa Bays Baker Mayfield warf nur elfmal. Seit Woche 4 fehlen Carolina außerdem Jaycee Horn und Mike Jackson, die beiden Cornerbacks, mit denen das Team in die Saison ging.
Welche Ausfälle verändern das Spiel?
Bei Green Bay betrifft die wichtigste Personalfrage die Mitte der Offensive Line. Center Sean Rhyan verletzte sich in Detroit früh am Knöchel, sein Ersatz Jacob Monk kurz danach am Oberschenkel, und beide werden am Donnerstag voraussichtlich fehlen. In Detroit übernahm deshalb John Williams die Position, der bis dahin noch nie in der Offense gespielt hatte. Micah Parsons steht weiterhin nicht zur Verfügung, alle Werte dieser Defense sind aber ohne ihn entstanden. Offen ist, ob Linebacker Zaire Franklin spielen kann, der in Detroit mit einer Verletzung am Schienbein fehlte.
Carolina trifft der Ausfall von Moton weniger hart, als es zunächst klingt. Er hatte die ersten vier Spiele wegen Blutgerinnseln in der Lunge verpasst und erst seit Woche 6 wieder gespielt. In den ersten vier Spielen stand Monroe Freeling als Right Tackle auf dem Feld, und in dieser Zeit erzielte Carolina 37, 34, 18 und 32 Punkte. Bei Jaelan Phillips, mit 2,5 Sacks einer der besten Pass Rusher des Teams, ist nach seiner Oberschenkelverletzung offen, ob er spielen kann; gegen Tampa Bay fehlte er bereits.
Die letzten direkten Duelle beider Teams
Green Bay und Carolina treffen nicht in jeder Saison aufeinander, seit 2019 gab es vier Duelle in der Regular Season. Green Bay gewann drei davon, Carolina das jüngste.
Saison | Ort | Ergebnis |
|---|---|---|
2025, Woche 9 | Green Bay | Packers 13:16 Panthers |
2023, Woche 16 | Charlotte | Panthers 30:33 Packers |
2020, Woche 15 | Green Bay | Packers 24:16 Panthers |
2019, Woche 10 | Green Bay | Packers 24:16 Panthers |
Aussagekräftig für dieses Spiel sind vor allem die beiden letzten Duelle, die einzigen mit Love und Young als Startern. 2023 gewann Green Bay in Charlotte ein offenes Spiel mit 33:30, Young warf dabei 312 Yards und zwei Touchdowns. Im November 2025 siegte Carolina in Green Bay 16:13, obwohl Young nur 102 Yards warf. Den Unterschied machte damals das Laufspiel, Rico Dowdle kam auf 130 Yards und zwei Touchdowns. Love warf in diesem Spiel 273 Yards, aber keinen Touchdown.
Die Wett-Tipps zu Packers gegen Panthers
1. Tipp: Carolina Panthers über 20,5 Punkte
Carolina erzielt im Schnitt 26,5 Punkte und kam in vier von sechs Spielen auf mindestens 25. Wegen der halben Vorgabe reichen den Panthers 21 Punkte. Auswärts erzielten sie 34 Punkte in Atlanta und 25 in Philadelphia, nur in Cleveland blieben sie mit 18 darunter. Dass dieser Angriff nicht von schwachen Gegnern lebt, zeigen die Spiele gegen Chicago und Detroit: Gegen beide erzielte Carolina mehr Punkte, als diese Defenses sonst zulassen.
Green Bays Defense muss weiter ohne Parsons auskommen und hat mit Cooper und Hargrave zwei Starter für die Saison verloren, dazu ist Franklin fraglich. Ihre schwächste Stelle passt zu Carolinas Stärke. In der Red Zone lässt Green Bay viele Touchdowns zu, und Carolina macht dort aus fast zwei Dritteln seiner Besuche einen Touchdown. Die Strafen gegen den Pass Rush der Packers geben Gegnern zudem immer wieder neue First Downs, und bleibt ein Drive doch stecken, hat Kicker Ryan Fitzgerald in dieser Saison noch kein Field Goal vergeben.
Das 13:43 gegen Tampa Bay spricht nicht gegen den Tipp. Die Niederlage entstand aus vier Ballverlusten und Fehlern der Special Teams, nicht daraus, dass Carolina den Ball nicht bewegen konnte. Davor hatte das Team zwei Spiele in Folge gewonnen und 32 und 25 Punkte erzielt, Young blieb in beiden ohne Interception. Auch der Ausfall von Moton bringt die Offensive Line nur auf den Stand der ersten vier Spiele zurück, in denen Carolina dreimal mehr als 30 Punkte erzielte. Gegen den Tipp spricht Green Bays Form, denn zuletzt blieb jeder Gegner unter seinem Schnitt, und keine Defense erzwingt mehr Ballverluste. Carolina braucht deshalb ein Spiel ohne die Fehler vom Sonntag, und genau so hat dieser Angriff in den Wochen davor gegen Detroit und Philadelphia gepunktet.
Der Tipp für diese Partie ist eine Über-Wette auf mehr als 20,5 Punkte der Panthers, weil dieser Angriff gegen die meisten Gegner mehr Punkte erzielt hat, als deren Defense sonst zulässt, und in Green Bay auf eine Defense trifft, der drei ihrer wichtigsten Spieler fehlen und die in der Red Zone viele Touchdowns zulässt.
2. Tipp: Jordan Love über 258,5 Passing Yards
Love wirft im Schnitt 279,7 Yards pro Spiel und lag in fünf von sieben Spielen über 258,5, in den letzten drei Spielen jedes Mal. Unter der Vorgabe blieb er nur gegen die Jets und in Tampa Bay, als Green Bay 29 und 30 Pässe warf. In allen vier Spielen, in denen Love mindestens 41 Pässe warf, kam er über die Vorgabe; in Detroit waren es 45.
Ähnlich viele Pässe sind gegen Carolina zu erwarten. Green Bay hat das schwächste Laufspiel der Liga, und auch mit Jacobs kam es in Detroit nicht voran. Wenn die Packers ihren Angriff in Gang bringen wollen, führt der Weg über Love, Watson und Golden, der in vier von sieben Spielen mindestens zwölfmal angespielt wurde.
Carolinas Defense ist gegen den Pass schwächer, als ihre Werte vermuten lassen. Gegner, die werfen mussten, kamen über ihren üblichen Schnitt: Goff warf ganze 412 Yards, rund anderthalbmal so viel wie in seinen übrigen Spielen, und auch Philadelphia lag darüber. Seit Woche 4 spielt Carolina ohne die beiden Cornerbacks, mit denen es in die Saison ging. Der Pass Rush kommt im Schnitt auf weniger als zwei Sacks pro Spiel, Phillips fehlte schon gegen Tampa Bay, und Love dürfte deshalb oft Zeit für längere Pässe auf Watson und Golden haben. Gegen Carolina warf er schon im vergangenen Jahr 273 Yards.
Ein Risiko liegt ausgerechnet in Carolinas Schwäche gegen den Lauf. Findet Green Bay am Boden plötzlich Raum, sinkt die Zahl der Pässe wie in den beiden Spielen unter der Vorgabe. Nach sieben Spielen mit dem schwächsten Laufspiel der Liga spricht aber wenig dafür, dass sich das an einem Donnerstag mit neuem Center ändert.
Fazit und Prognose zum Spiel in Green Bay
Green Bay wird früh versuchen, Jacobs gegen Carolinas schwache Defense gegen den Lauf einzusetzen, das Spiel aber über Love und seine Receiver entscheiden müssen. Carolina hat mit Young, McMillan und Hubbard einen Angriff, der auch in Green Bay punkten kann. Kippen dürfte das Spiel bei den Ballverlusten: Gegen eine Defense, die ihre Spiele zuletzt mit erzwungenen Ballverlusten gewonnen hat, darf sich Carolina die Fehler vom Sonntag nicht noch einmal leisten. Ich erwarte ein Spiel mit vielen Pässen auf beiden Seiten, in dem Carolina mehr als 20 Punkte erzielt und Green Bay mit Heimrecht und der stärkeren Defense knapp gewinnt.