Baker Mayfield kann mit seinem verletzten Daumen noch nicht werfen, also startet bei den Buccaneers erneut Jalon Daniels. Nach dem ersten Sieg der Saison trifft der Rookie nun auf eine Defense mit T.J. Watt. Pittsburgh hat sich nach einem schwachen Start gefangen, auswärts aber noch kein Spiel gewonnen. Für eine Wette auf dieses Spiel stellen sich damit zwei Fragen: Wie viel richtet Daniels gegen den Pass Rush der Steelers aus, und hält Tampa Bay mit seinem Laufspiel den Ball lange genug, um Aaron Rodgers und Jaylen Warren vom Feld fernzuhalten?
Bilanz und Form vor dem Spiel in Tampa
Angepfiffen wird am Sonntag, 18. Oktober 2026, um 19:00 Uhr deutscher Zeit im Raymond James Stadium in Tampa. Die Buccaneers stehen bei 1-4 und haben alle drei Heimspiele verloren, ihren einzigen Sieg holten sie zuletzt in Dallas. Keine ihrer Niederlagen fiel höher aus als sieben Punkte. Pittsburgh steht bei 3-2, mit drei Siegen zu Hause und Niederlagen in beiden Auswärtsspielen. Tampa Bay hatte nach dem Spiel am Donnerstag zehn Tage Pause, die Steelers spielten am Sonntag gegen Indianapolis und treffen eine Woche nach dem Spiel in Tampa in Paris auf New Orleans.
Woche | Tampa Bay Buccaneers | Pittsburgh Steelers |
|---|---|---|
1 | 27:33 in Cincinnati | 20:13 gegen Atlanta |
2 | 19:23 gegen Cleveland | 3:20 in New England |
3 | 16:23 gegen Minnesota | 30:27 gegen Cincinnati |
4 | 14:17 gegen Green Bay | 24:27 in Cleveland |
5 | 24:16 in Dallas | 34:22 gegen Indianapolis |
Nach fünf Spielen liegen die Stärken beider Teams an verschiedenen Stellen. Tampa Bay gewinnt Raum über den Lauf und lässt selbst am Boden kaum etwas zu, kommt im Passspiel aber auf weniger Yards als fast alle anderen Teams. Pittsburgh wirft besser und erzwingt mehr Ballverluste, bleibt im Angriff aber oft im Third Down hängen.
Saison 2026 nach fünf Spielen | Tampa Bay Buccaneers | Pittsburgh Steelers |
|---|---|---|
Punkte je Spiel | 20,0 | 22,2 |
Zugelassene Punkte je Spiel | 22,4 | 21,8 |
Passing Yards je Spiel | 173,4 | 223,4 |
Rushing Yards je Spiel | 133,0 | 101,2 |
Zugelassene Passing Yards je Spiel | 226,6 | 220,8 |
Zugelassene Rushing Yards je Spiel | 72,8 | 103,4 |
Third Down geschafft | 38,2 % | 32,8 % |
Red Zone: Touchdowns je Besuch | 8 von 17 | 6 von 11 |
Sacks gegen den eigenen Quarterback | 17 | 14 |
Sacks der eigenen Defense | 6 | 11 |
Tampa Bay Buccaneers: Irving läuft, das Passspiel stockt
Was bei den Buccaneers funktioniert, passiert am Boden. In Dallas lief Bucky Irving 165 Yards, darunter ein Lauf über 72 Yards gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit, der längste seiner Karriere in der NFL. Tampa Bay kam dort auf 241 Rushing Yards und hatte gut 39 Minuten den Ball, Dallas knapp 21. Die Defense stoppt den Lauf ebenso zuverlässig: Nur Jacksonville lässt weniger Rushing Yards zu. Bleibt ein Drive stecken, holt Chase McLaughlin die Punkte, er hat alle zehn Field Goals der Saison verwandelt.
Das Passspiel ist das Problem, und es war es schon vor Mayfields Verletzung. Mayfield kam in seinen drei Spielen nie über 217 Yards, und nur Clevelands Quarterbacks wurden öfter gesackt; die Buccaneers liegen dort gleichauf mit den Chargers. Seit Mayfield sich in Woche 3 den rechten Daumen ausgerenkt hat, spielt Jalon Daniels, ein Rookie aus Kansas, den im Draft kein Team ausgewählt hatte. Sein erster Start gegen Green Bay endete 14:17, Daniels warf zwei Interceptions, und der letzte Drive scheiterte an einem Blitz der Packers. In Dallas brachte er 19 von 25 Pässen an, fand Tez Johnson mit einem Pass über 64 Yards und leistete sich keinen Ballverlust. Lange Pässe wie dieser waren bei Tampa Bay bis dahin selten, mit Mayfield ebenso wie mit Daniels.
Dazu kommen die Fehler. Allein in Cincinnati verlor Tampa Bay vier Fumbles, und gegen Cincinnati wie gegen Minnesota erzielte die gegnerische Defense einen Touchdown. In der Red Zone wird nicht einmal jeder zweite Besuch zum Touchdown. Den gegnerischen Quarterback bringt die Defense selten zu Boden, nur drei Teams haben weniger Sacks, und in Dallas warf Dak Prescott für 316 Yards, ohne ein einziges Mal gesackt zu werden. Die Niederlagen waren alle knapp, zu Hause hat Tampa Bay in dieser Saison trotzdem noch nicht gewonnen.
Was Pittsburgh seit Woche 3 besser macht
Pittsburghs Angriff hat nach einem schwachen Start seinen Rhythmus gefunden. In New England gelangen nur drei Punkte, Aaron Rodgers wurde viermal gesackt. Seit Woche 3 erzielten die Steelers 30, 24 und 34 Punkte, und Rodgers warf in jedem dieser Spiele drei Touchdown-Pässe. Der 42-Jährige steht in dieser Saison bei zehn Touchdowns und vier Interceptions. Gegen Indianapolis kam der Angriff ohne Ballverlust aus und machte aus beiden Besuchen in der Red Zone einen Touchdown.
Getragen wird der Aufschwung von Jaylen Warren. Seit Rico Dowdle wegen einer Verletzung am Zeh fehlt, steht Warren bei mindestens 85 Prozent der Spielzüge im Angriff auf dem Feld, in seiner Karriere davor kam er nur selten auf mehr als 60 Prozent. In den drei Spielen ohne Dowdle sammelte er 490 Yards aus Läufen und Catches, gegen Indianapolis allein einen Lauf über 50 Yards und einen Catch über 80 Yards, beide bis in die Endzone. Für die Saison steht er bei 5,9 Yards pro Lauf.
Auch die Defense hat ihren Anteil. T.J. Watt kommt auf 4,5 Sacks und trug in Woche 1 eine Interception zum Touchdown zurück, Alex Highsmith hat drei Sacks. Gegner schaffen gegen die Steelers selten ein Third Down, und aus acht Besuchen in der Red Zone machten sie nur vier Touchdowns. Indianapolis' Running Back Jonathan Taylor kam zuletzt bei 15 Läufen auf 45 Yards.
Die Schwächen zeigen sich außerhalb von Pittsburgh und im Third Down. Beide Auswärtsspiele gingen verloren, in New England mit drei Punkten und in Cleveland, wo Rodgers fünfmal gesackt wurde und zwei Interceptions warf. Im Third Down schafft der Angriff nur etwa jeden dritten Versuch, schwächer sind nur vier Teams. Gegen den Lauf steht die Defense im Mittelfeld der Liga.
Ausfälle: Mayfield fehlt, Pittsburgh ohne Roman Wilson
Bei Tampa Bay fehlt Baker Mayfield. Der ausgerenkte Daumen an seiner rechten Hand musste nicht operiert werden, Mayfield konnte in der Vorwoche aber noch nicht werfen, und Head Coach Todd Bowles hat Daniels als Starter gegen Pittsburgh angekündigt. Safety Antoine Winfield Jr. hat seit Woche 4 einen leichten Rippenbruch und wird voraussichtlich fehlen, in Dallas spielte für ihn Ifeatu Melifonwu. Fraglich sind Cornerback Benjamin Morrison und Linebacker SirVocea Dennis.
Bei Pittsburgh fehlen drei Receiver, doch das Spiel gegen Indianapolis lief bereits weitgehend ohne sie. Michael Pittman Jr. war dort schon nicht dabei und steht wegen einer Verletzung am Fuß auf der Injured Reserve, Roman Wilson und Ben Skowronek schieden im zweiten Viertel verletzt aus. Gewonnen hat Pittsburgh trotzdem deutlich, Rookie Germie Bernard fing sechs Pässe für 80 Yards. Ins Gewicht fällt vor allem Wilson, der vor diesem Spiel hinter DK Metcalf die meisten Pässe unter den Receivern bekommen hatte. Pittman kam in drei Spielen auf sieben Catches, Skowronek ist vor allem in den Special Teams gefragt. Neben Metcalf und Bernard bleiben Brandon Smith und die Tight Ends Pat Freiermuth und Darnell Washington. Running Back Rico Dowdle ist nach drei verpassten Spielen fraglich, ebenso Cornerback Jamel Dean, und Defensive Tackle Derrick Harmon steht auf der Injured Reserve.
Tampa Bay Buccaneers vs. Pittsburgh Steelers Tipps
1. Tipp: Sieg Pittsburgh Steelers
Der erste Tipp ist eine Siegwette auf die Pittsburgh Steelers, und der wichtigste Grund ist das Duell zwischen Jalon Daniels und Pittsburghs Pass Rush. Daniels hat bei 55 Pässen in dieser Saison drei Interceptions geworfen, zwei davon bei seinem ersten Start gegen Green Bay. Pittsburgh erzwingt mehr Ballverluste als die meisten Teams, und Watt und Highsmith treffen auf eine Offensive Line, deren Quarterbacks häufiger gesackt wurden als fast alle anderen. Gerät Tampa Bay in Rückstand, muss Daniels werfen, und das Passspiel ist die schwächste Stelle der Buccaneers.
Auf der anderen Seite hat Pittsburgh seit Woche 3 einen Angriff, der Punkte erzielt. Rodgers warf in diesen Spielen regelmäßig Touchdowns, und gegen Tampa Bay dürfte er Zeit dafür bekommen: Die Buccaneers bringen den Quarterback kaum zu Boden, ließen in Dallas über 300 Passing Yards zu und müssen wohl ohne Antoine Winfield Jr. auskommen. Dass Wilson fehlt, ändert daran wenig, gegen Indianapolis kam der Angriff auch nach seinem frühen Ausfall auf 34 Punkte.
Hinzu kommt, dass Tampa Bay zu Hause noch kein Spiel gewonnen hat und Drives in der Red Zone zu selten mit einem Touchdown abschließt. Gegen den Tipp spricht das Laufspiel der Buccaneers, mit dem sie in Dallas den Ball fast 40 Minuten hielten; dazu hat Pittsburgh beide Auswärtsspiele verloren. Gegen eine Defense, die Jonathan Taylor zuletzt bei 45 Yards hielt, muss Tampa Bay diesen Lauf aber erst einmal durchsetzen. Ich setze auf den Sieg der Pittsburgh Steelers, weil sie den erfahreneren Quarterback, den Running Back in Form und eine Defense haben, die Ballverluste erzwingt, während Tampa Bay sein Spiel einem Rookie anvertrauen muss.
2. Tipp: Jaylen Warren über 19,5 Receiving Yards
Der zweite Tipp lautet Jaylen Warren über 19,5 Receiving Yards, Warren braucht also mindestens 20 Yards Raumgewinn nach gefangenen Pässen. Diese Marke hat er in allen fünf Spielen der Saison übertroffen, sein schwächstes Spiel brachte 27 Yards, sein bestes gegen Indianapolis 87. Mit 230 Receiving Yards liegt er im Team knapp vor DK Metcalf, und er fängt die meisten Bälle, die zu ihm kommen: Gegen Indianapolis kamen alle sechs Pässe an.
Warren spielt seit Woche 3 fast jeden Spielzug, so viel wie selten zuvor in seiner Karriere. Für Rodgers ist er das Ziel für kurze Pässe, und daran ändert sich mit Wilsons Ausfall nichts, denn gegen Indianapolis, als Wilson früh ausschied, holte Warren seine bisher meisten Receiving Yards. Sein Touchdown über 80 Yards begann dort als kurzer Pass in die Flat.
Auch der Gegner passt zum Tipp. Gegen den Lauf lässt Tampa Bay kaum etwas zu, also liegt es für Pittsburgh nahe, Raum über kurze Pässe zu suchen. Pässe auf Running Backs verteidigen die Buccaneers dagegen weniger gut: In vier ihrer fünf Spiele kam der beste Running Back des Gegners auf mehr als 19,5 Receiving Yards. Kehrt Dowdle zurück, kann er Warren Spielzüge abnehmen; in den beiden Spielen mit Dowdle zu Saisonbeginn lag Warren mit 27 und 34 Yards aber ebenfalls über der Marke. Ich setze darauf, dass Warren die 19,5 Receiving Yards erneut übertrifft, weil er im Passspiel der Steelers die verlässlichste Anspielstation geworden ist und Tampa Bay Pässe auf Running Backs weniger gut verteidigt als den Lauf.
Fazit und Prognose zum Spiel in Tampa
Das Spiel dürfte sich daran entscheiden, ob Tampa Bay sein Laufspiel durchbringt. Gelingt das wie in Dallas, hält Irving den Ball lange in den Reihen der Buccaneers, Daniels muss nur selten werfen, und das Spiel bleibt bis ins letzte Viertel offen. Hält Pittsburghs Defense den Lauf, muss der Rookie gegen Watt und Highsmith öfter werfen, als es Tampa Bay lieb sein kann. Auf der anderen Seite trägt Warren den Angriff der Steelers, am Boden gegen diese Defense eher mühsam, im kurzen Passspiel mit mehr Raum. Ich erwarte ein enges Spiel, das Pittsburgh jedoch in der zweiten Hälfte bestimmt und somit für sich entscheidet.