Bei seiner zweiten Teilnahme am PDC World Matchplay hat Cameron Menzies erstmals die erste Runde überstanden. Im Achtelfinale trifft er auf den früheren Europameister Ross Smith, der über seine bisherigen Auftritte beim Turnier in Blackpool drei Partien gewann. Der Sieger zieht ins Viertelfinale ein und bleibt im Wettbewerb um die Phil Taylor Trophy.
Cameron Menzies gegen Ross Smith im Achtelfinale
Cameron Menzies und Ross Smith spielen am Mittwoch, dem 22. Juli 2026, die erste von vier Zweitrundenpartien des Abendprogramms. Das Programm im Empress Ballroom der Winter Gardens in Blackpool beginnt um 20:00 Uhr MESZ. Eine eigene Startzeit für die Partie ist nicht bestätigt, sodass 20:15 Uhr als ungefähre Angabe und nicht als fester Termin zu verstehen ist.
Die zweite Runde wird im Modus Best of 21 Legs gespielt. Wer elf Legs gewinnt, braucht dafür mindestens zwei Legs Vorsprung. Steht es 13:13, entscheidet das 27. Leg. Durch diese mögliche Verlängerung bleibt mehr Zeit, eine schwache Phase auszugleichen, als die übliche Zielmarke von elf Legs vermuten lässt.
Menzies historischer Erfolg gegen Luke Humphries
Der 10:7-Sieg gegen Luke Humphries wiegt für Menzies' aktuelle Form am schwersten: Die Nummer 27 der Weltrangliste verband seinen höchsten Average der jüngsten fünf Partien mit einer Reaktion auf vier verlorene Legs in Folge.
Gegner | Ergebnis | Average | Doppel |
|---|---|---|---|
Luke Humphries | 10:7 | 97,83 | 45,45 % |
Jan Schmidt | 5:6 | 94,81 | 55,56 % |
Owen Bates | 5:6 | 90,38 | 55,56 % |
Viktor Tingstrom | 6:2 | 95,98 | 42,86 % |
Robert Owen | 6:3 | 95,87 | 37,50 % |
Vergangene zwölf Monate | 52,51 % gewonnene Legs | 92,45 | 36,96 % |
Menzies erspielte sich gegen Humphries zunächst eine 8:3-Führung, verlor anschließend aber vier Legs in Folge. Beim Stand von 8:7 beendete er die nächsten beiden Legs über 98 und 170 Punkte. Das 170er Finish entschied die Partie genau in der Phase, in der Humphries den Rückstand fast aufgeholt hatte.
Sein Average von 97,83 lag um 5,38 Punkte über dem Wert der vergangenen zwölf Monate. Auch die Doppelquote von 45,45 Prozent übertraf den Langzeitwert um 8,49 Prozentpunkte, dazu kamen drei 180er. Die kurze Reihe reicht trotzdem nicht für eine klare Favoritenrolle: Zwischen dem niedrigsten und höchsten Average liegen 7,45 Punkte, zudem verlor Menzies zwei der vier vorherigen Spiele mit 5:6. Der starke Abend gegen Humphries lässt sich deshalb nicht einfach auf das Achtelfinale übertragen. Trotzdem zeigt die Partie, dass kein Gegner ist, den man in diesem Turnier unterschätzen sollte.
Ross Smith in einer starken Form
Smith gewann sein Erstrundenspiel gegen Kevin Doets mit 10:6 und erzielte dabei einen Average von 100,55 Punkten. Das war sein höchster Wert in den jüngsten fünf Partien und lag um 4,56 Punkte über seinem Average der vergangenen zwölf Monate.
Gegner | Ergebnis | Average | Doppel |
|---|---|---|---|
Kevin Doets | 10:6 | 100,55 | 55,56 % |
Nathan Aspinall | 4:6 | 94,77 | 36,36 % |
Niels Zonneveld | 6:1 | 100,24 | 60,00 % |
Jeffrey de Zwaan | 1:6 | 92,30 | 25,00 % |
Rhys Griffin | 6:0 | 99,10 | 100,00 % |
Vergangene zwölf Monate | 56,45 % gewonnene Legs | 95,99 | 41,12 % |
Smith begann die Partie mit einer 5:0-Führung, ließ Doets danach aber auf 6:4 herankommen. Als Doets später 161 Punkte ausmachte, antwortete Smith mit einem Finish von 120 Punkten. Insgesamt warf er sieben 180er, erreichte ein höchstes Finish von 160 Punkten und nutzte 55,56 Prozent seiner Chancen auf Doppel. Diese Doppelquote lag 14,44 Prozentpunkte über seinem Langzeitwert und half ihm, die Aufholjagd von Doets rechtzeitig zu stoppen.
Über zwölf Monate liegt Smith in allen vier Vergleichswerten vor Menzies. Sein ist um 3,54 Punkte höher, beim Average nach neun Darts beträgt der Abstand 3,73 Punkte. Auch auf Doppel und bei den gewonnenen Legs erreicht Smith den besseren Wert. Die Niederlagen gegen Aspinall und de Zwaan lassen seine jüngste Form ungleichmäßig wirken, am Vorteil im Langzeitvergleich ändern sie nichts.
Was zeigen die direkten Duelle zwischen Menzies und Smith?
Smith gewann neun der 13 direkten Begegnungen, Menzies vier. Noch schwerer wiegen die drei Partien aus dem Jahr 2026, weil Smith sie ausnahmslos für sich entschied.
Datum | Sieger | Ergebnis | Average Smith | Average Menzies |
|---|---|---|---|---|
24.05.2026 | Ross Smith | 7:0 | 97,42 | 89,49 |
18.04.2026 | Ross Smith | 6:3 | 96,90 | 91,43 |
21.03.2026 | Ross Smith | 6:4 | 92,89 | 83,43 |
In den drei jüngsten Duellen lag Smith beim Average jeweils vorn. Der Abstand reichte von 5,47 bis 9,46 Punkten, beim 7:0 im Mai gab er zudem kein Leg ab. Menzies hat mit den beiden 6:4-Siegen aus dem Jahr 2025 zwar gezeigt, dass er diese Paarung gewinnen kann. Drei Duelle später liefert die jüngere Bilanz jedoch ein klares Gegenargument.
Cameron Menzies - Ross Smith Tipps
Mein Tipp für diese Partie ist eine Siegwette auf den Schotten Cameron Menzies. Als sein Vorsprung fast aufgebraucht war, beendete er die Partie mit eigenen hohen Finishes. Damit hielt er beim Ausmachen genau in der Phase stand, in der das Spiel zu kippen drohte. Gegen Smith ist das wichtig, weil dessen höheres Scoring Menzies erneut zu längeren Abschnitten ohne eigene Chance auf Doppel zwingen kann.
Auch bei Legs mit gegnerischem Beginn besitzt Menzies einen kleinen Vorteil: Über zwölf Monate gewann er 44,14 Prozent dieser Legs, Smith 43,73 Prozent. Der Abstand beträgt nur 0,41 Prozentpunkte und reicht allein nicht als Begründung. Über eine längere Partie können ein oder zwei Breaks aber den Unterschied schaffen, wenn beide ihre Legs bei eigenem Beginn überwiegend gewinnen. Menzies muss deshalb die wenigen schwächeren Aufnahmen von Smith nutzen, statt einen dauerhaften Vorsprung beim Scoring zu benötigen.
Smiths bessere Werte über zwölf Monate und die drei direkten Siege im Jahr 2026 bleiben die stärksten Gegenargumente. Der Tipp setzt daher nicht auf eine allgemeine statistische Überlegenheit von Menzies, sondern auf eine Fortsetzung seiner Leistung aus der ersten Runde. Hält er seinen Average nahe am Niveau gegen Humphries, bleibt beim Checkout stabil und gewinnt die entscheidenden Breaks, kann er Smith trotz der ungünstigen Langzeitdaten bezwingen.
Fazit und Prognose
Smith dürfte sich mit seinem höheren Scoring häufiger die erste Chance auf Doppel erarbeiten, während Menzies diese Phasen begrenzen und die Legs nutzen muss, in denen sein Gegner beim Ausmachen nachlässt. Beide Spieler gaben in der ersten Runde einen klaren Vorsprung teilweise aus der Hand, stoppten die Aufholjagd des Gegners aber noch rechtzeitig. Deshalb erwarte ich keine einseitige Partie, sondern einen Verlauf mit mehreren Führungswechseln und einer Entscheidung in der Schlussphase.



