In der Nacht auf Freitag empfangen die Buffalo Bills die Detroit Lions zum Thursday Night Football, und dabei treffen zwei Mannschaften aufeinander, die vergangenes Jahr exakt gleich viele Punkte erzielt haben: 481 beide, 28,3 pro Spiel. Am ersten Spieltag sah das sehr verschieden aus. Buffalo gewann in Houston mit einem Angriff, der über weite Pässe kam, Detroit rettete sich gegen New Orleans erst in der Verlängerung und ließ dabei 410 Yards durch die Luft zu. Beide stehen bei 1–0, und beide haben erkennbare Schwächen.
Wie belastbar der Sieg der Lions gegen New Orleans ist
31:30 nach Verlängerung gegen New Orleans, und das im eigenen Stadion: Der Auftakt der Lions war knapper als erwartet. Jahmyr Gibbs trug den Ball 29-mal für 156 Yards und zwei Touchdowns, Amon-Ra St. Brown bekam 14 Zuspiele und fing zehn davon, zwei für Touchdowns. Damit gingen alle vier Touchdowns der Lions auf das Konto von zwei Spielern.
Jared Goff kam dabei mit wenig Raumgewinn durch die Luft aus. 26 von 39 Pässen kamen an, aber nur 206 Yards kamen dabei zusammen, 5,3 pro Versuch. Detroit hat die 31 Punkte über kurze Pässe und ein starkes Laufspiel geholt, nicht über tiefe Bälle. Sam LaPorta kam auf 48 Yards, Jameson Williams auf 45.
Ein Spiel ist eine kleine Stichprobe, und das erste einer Saison ist die kleinste von allen. Ablesen lässt sich daraus die Spielanlage, nicht das Leistungsvermögen: Die Lions wollen über Gibbs und über schnelle Bälle auf St. Brown ins Spiel kommen. Ob 156 Rushing-Yards die Regel werden, weiß nach einem Donnerstag im September niemand.
Die Abwehr der Lions ist gerade ihre größte Schwachstelle
Gegen die Saints ließ Detroit 30 Punkte und 410 Passing-Yards zu, Tyler Shough warf drei Touchdowns, Chris Olave fing zehn Bälle für 182 Yards. Das war kein Zufall.
Beide Safeties der Stammformation fehlen: Kerby Joseph fällt mit einer Verletzung am Knie aus, Brian Branch mit einer Verletzung an der Achillessehne. Auf ihren Positionen stehen jetzt Chuck Clark, im März verpflichtet, und Avonte Maddox, der im April kam und eigentlich Cornerback ist. Dahinter wurde die gesamte hintere Reihe umgebaut: Roger McCreary und Rock Ya-Sin kamen im März, Jonathan Jones ebenfalls, Terrion Arnold wurde Ende Juni entlassen. D.J. Reed, mit zehn Tackles der auffälligste Verteidiger des ersten Spiels, wird mit einer Verletzung am Fuß als fraglich geführt.
Schon vergangene Saison war das die schwächere Seite der Mannschaft: 413 zugelassene Punkte, 24,3 pro Spiel, 5.642 zugelassene Yards. Gegen Josh Allen ist das ein ungünstiger Ausgangspunkt, und es entscheidet mit darüber, wie viele Punkte Detroit selbst erzielen muss, um im Spiel zu bleiben.
Der Angriff der Bills nach dem Umbau im Frühjahr
Josh Allen brauchte in Houston 29 Versuche für 334 Yards, 11,5 pro Pass, dazu warf er zwei Touchdowns und lief zweimal selbst in die Endzone. Sein Passer Rating lag bei 130,5. Die Bills gewannen 36:31 und hatten die Partie im zweiten Viertel mit 21 Punkten an sich gezogen.
Neu im Angriff ist DJ Moore, der 2025 noch für Chicago spielte und dort mit 50 Catches und 682 Yards die schwächste Saison seiner Laufbahn hatte. In Buffalo fing er im ersten Spiel fünf Bälle für 100 Yards und einen Touchdown. Joshua Palmer kam mit einem einzigen Fang über 34 Yards ebenfalls in die Endzone, Dalton Kincaid holte 130 Yards aus fünf Catches. Vier verschiedene Spieler haben also gepunktet oder große Raumgewinne erzielt.
Das Laufspiel wurde dagegen kaum eingesetzt. James Cook III schaffte 13 Läufe für 57 Yards, die gesamte Mannschaft 86. Vergangene Saison war Buffalo mit 2.714 Rushing-Yards deutlich laufstärker als Detroit mit 2.041. Kommt das zurück, wird es für die Lions unangenehm, weil Buffalo dann die Uhr kontrollieren kann.
Wo die Bills angreifbar sind
Buffalo hat in Houston 31 Punkte zugelassen und keine einzige Interception gefangen. Drei Sacks gab es, zwei davon durch Greg Rousseau, der außerdem zwei Fumbles erzwang.
Die hintere Reihe wurde im März kräftig verändert, und zwar nicht nur ergänzt. Taron Johnson, jahrelang der Mann für die Mitte des Feldes, wurde zusammen mit Taylor Rapp und Dane Jackson entlassen. Als Nickelback steht nun Dee Alford im Aufgebot, der im selben Monat kam und zusätzlich als zweiter Cornerback und als Punt Returner geführt wird. Geno Stone kam ebenfalls im März, C.J. Gardner-Johnson spielt als Free Safety.
Kurzfristig fehlen weitere Kräfte: Phidarian Mathis ist gesperrt, Zane Durant steht auf der Verletztenliste, T.J. Sanders, Terrel Bernard und Cole Bishop werden als fraglich geführt. Auf der anderen Seite steht mit Bradley Chubb, im März verpflichtet, ein zweiter ernstzunehmender Pass Rusher neben Rousseau bereit. Der trifft auf eine Angriffsreihe, die Detroit in diesem Jahr neu zusammenstellen musste: Taylor Decker wurde im März aus dem Vertrag entlassen, Graham Glasgow ebenfalls, und der in der ersten Runde an Position 17 ausgewählte Blake Miller von Clemson steht mit einer Verletzung am Knie auf dem Bericht, genau wie Christian Mahogany und Juice Scruggs.
Detroit Lions - Buffalo Bills Tipps
1. Tipp: Detroit Lions über 24,5 Punkte.
Der erste Tipp ist eine Wette auf über 24,5 Punkte der Detroit Lions. Dafür spricht zunächst die eigene Abwehr: Mit zwei fehlenden Safeties und einer im Frühjahr fast vollständig neu besetzten hinteren Reihe wird Detroit gegen Josh Allen kaum mit 17 Punkten durchkommen, sondern nachlegen müssen. Dazu passt die Spielanlage aus dem ersten Spiel, 29 Läufe für Gibbs und 14 Zuspiele an St. Brown: Das ist ein Angriff, der in der Nähe der Endzone funktioniert, auch wenn die Lions Probleme dabei hatten, konstant Raumgewinn zu erzielen. Aus 206 Passing-Yards und 165 Rushing-Yards wurden trotzdem vier Touchdowns.
Buffalo hat in Houston 31 Punkte zugelassen, und die Mitte des Feldes ist dort nach dem Abgang von Taron Johnson schwächer besetzt als in den Vorjahren. Das Gegenargument solltest du aber kennen: Vergangene Saison kamen die Lions nur in acht von 17 Spielen über 24,5 Punkte, in den übrigen neun blieben sie darunter, dreimal sogar unter 14. Allerdings hat die Defensive der Bills am ersten Spieltag nicht besonders gut ausgesehen. Deswegen denke ich, dass sie Probleme damit haben werden, die Offensive der Lions zu stoppen, die sowohl über den Boden als auch über die Luft sehr gefährlich ist.
2. Tipp: Amon-Ra St. Brown erzielt einen Touchdown.
Der zweite Tipp gewinnt, wenn St. Brown mindestens einmal in die Endzone kommt. Seine Rolle ist dafür so gut geeignet wie kaum eine andere: 14 der 39 Passversuche des ersten Spiels gingen an ihn, das sind 35,9 Prozent, und seine 6,7 Yards pro Fang zeigen, dass er kurze Routen im dichten Verkehr läuft, oft in der Nähe der Endzone. Genau dort hat er in seiner Laufbahn 44 Touchdowns gefangen, verteilt auf 83 Spiele, darunter zwölf in der Saison 2024 und elf in der Saison 2025.
Gegen New Orleans erzielte er sogar zwei Touchdowns. Gegen Buffalo war er 2024 schon einmal erfolgreich, damals mit 193 Yards sein bestes Spiel gegen diesen Gegner, und die Position, die ihn in jener Partie bewachte, ist inzwischen anders besetzt: Taron Johnson ist weg, Dee Alford steht als Nickelback im Aufgebot. Ganz ohne Vorbehalt geht der Tipp trotzdem nicht: In der Saison 2025 traf St. Brown nur in sieben von 17 Spielen, in der Saison 2024 in elf von 17, zusammengenommen also in 18 von 34. Ungefähr jedes zweite Spiel reicht also aus, und für dieses spricht sowohl seine Rolle in der Nähe der Endzone als auch die Defensive der Bills, die am ersten Spieltag große Probleme hatte, dass Passspiel der Saints zu stoppen.
Fazit und Prognose
Buffalo hat den ausgeglicheneren Kader und mit Allen den Spieler, der eine Partie im Alleingang entscheiden kann. Detroit hat mit Gibbs und St. Brown zwei Spieler, die im ersten Spiel jeweils zwei Touchdowns erzielt haben, dazu aber eine Abwehr, die momentan kaum jemanden aufhält. Das spricht für einen offenen Verlauf mit vielen Punkten auf beiden Seiten und für einen knappen Sieg der Bills, ähnlich wie in den drei vorherigen Duellen. Sollte Detroits Laufspiel noch einmal so funktionieren wie gegen New Orleans und die Uhr kontrollieren, kann die Partie kippen.



