PayPal Sportwetten laufen nicht direkt vom Bankkonto, sondern über das PayPal-Konto als Zwischenschritt. Dort gibst du den Betrag frei, abgebucht wird danach von der Karte oder dem Konto, das du bei PayPal hinterlegt hast. Das PayPal-Konto hat eigene Betragsgrenzen und eigene Regeln, zusätzlich zu dem, was in Deutschland ohnehin für jedes Wettkonto gilt. Ob PayPal im Kassenbereich eines Wettanbieters überhaupt zur Auswahl steht, ist damit noch nicht sicher.

Wettanbieter mit Paypal

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Die Verfügbarkeit von Paypal

Wer über PayPal Zahlungen für Sportwetten annehmen will, braucht dafür eine ausdrückliche Genehmigung von PayPal. Glücksspiel ist dort eine eigene Kategorie mit eigenen Auflagen, und die Freigabe wird nicht nur für Sportwetten verlangt, sondern für mehrere Glücksspielarten. Fehlt diese Genehmigung, sind Wetteinzahlungen über PayPal an diesen Empfänger ausgeschlossen.

Beantragen muss die Genehmigung nicht du als Zahler, sondern der Wettanbieter, der das Geld annimmt. Dein eigenes PayPal-Konto ist für Wetteinzahlungen also nicht gesperrt, und du musst dafür auch nichts freischalten lassen. Damit sind PayPal Sportwetten überall dort möglich, wo der Wettanbieter selbst die Freigabe für Glücksspielzahlungen hat.

Zwischen deinem Bankkonto und dem Wettkonto sitzt bei dieser Zahlungsart immer das PayPal-Konto. Du hinterlegst dort einmal, woher das Geld kommen soll, etwa eine Karte oder ein Bankkonto, und greifst bei jeder weiteren Einzahlung auf diese hinterlegte Zahlungsquelle zurück, statt die Daten erneut einzutippen. Freigegeben wird die Zahlung damit in einem Konto, das weder dem Wettanbieter noch deiner Bank gehört.

Wie funktionieren Sportwetten mit PayPal?

Deine PayPal-Daten gibst du bei einer Einzahlung nicht im Kassenbereich des Wettanbieters ein, sondern auf einer Zahlungsseite, die PayPal selbst betreibt. Der Weg dorthin und zurück läuft in fünf Schritten:

  1. Im Kassenbereich deines Wettkontos wählst du die Einzahlung, trägst den Betrag ein und markierst PayPal als Zahlungsmethode.
  2. Der Wettanbieter leitet dich auf die PayPal-Zahlungsseite weiter. Dort meldest du dich mit deinen Zugangsdaten an; ist kein Konto hinterlegt, trägst du die Zahlungsdaten stattdessen direkt ein.
  3. Hast du mehrere Zahlungsquellen hinterlegt, wählst du auf dieser Seite aus, von welcher Karte oder welchem Bankkonto der Betrag abgehen soll.
  4. Du bestätigst die Zahlung im PayPal-Konto.
  5. Nach der Bestätigung kehrst du zum Wettanbieter zurück, wo eine Bestätigungsseite den abgeschlossenen Vorgang anzeigt.

Erst dieser vierte Schritt löst die Zahlung aus, nicht schon die Auswahl im Kassenbereich. Brichst du vorher ab, bleibt die Einzahlung aus und dein Wettkonto steht auf demselben Guthaben wie zuvor. Die Auswahl in Schritt drei entfällt, wenn bei PayPal nur eine Zahlungsquelle hinterlegt ist. Dann folgt auf die Anmeldung direkt die Bestätigung.

Limits und Kosten bei Ein- und Auszahlungen mit PayPal

Für PayPal Sportwetten gilt in Deutschland dieselbe Obergrenze wie für jede andere Einzahlung auf ein Wettkonto: grundsätzlich 1.000 Euro im Monat, wenn du dein Limit nicht selbst erhöhen lässt. Diese Grenze zählt nicht je Wettanbieter, sondern über alle zusammen, und durchgesetzt wird sie technisch über LUGAS. Ist der Betrag ausgeschöpft, unterbindet das System weitere Einzahlungen, auch bei einem zweiten Wettkonto und auch dann, wenn dein PayPal-Konto noch reichlich gedeckt ist.

Zwei weitere Grenzen kommen hinzu, und mit dem Monatslimit haben sie nichts zu tun. Die erste ist der Betrag, den der Kassenbereich für eine einzelne Zahlung zulässt. Wie klein eine Einzahlung sein darf, ob also ein einzelner Euro durchgeht, entscheidet sich dort und nicht in deinem PayPal-Konto. Die zweite steckt in der Zahlungsquelle, denn was die hinterlegte Karte oder das Bankkonto in diesem Moment hergibt, begrenzt die Zahlung genauso, selbst wenn Kasse und Monatslimit noch Spielraum lassen.

Kosten entstehen bei alldem nur an einer Stelle. Zahlst du in Euro an einen Zahlungsempfänger im Inland, verlangt PayPal von dir keine Gebühr. Muss dagegen eine Währung umgerechnet werden, wird die Umrechnung gebührenpflichtig, und PayPal rechnet dabei zu einem eigenen Kurs um, der sich laufend ändert.

Fall

Was du zahlst

Zahlung in Euro ohne Währungsumrechnung

keine Gebühr

Zahlung mit Währungsumrechnung

Gebühr für die Umrechnung, dazu ein variabler Kurs

Die Auszahlung läuft nicht über die PayPal-Zahlungsseite, sondern über eine eigene Option im Kassenbereich deines Wettkontos, in die du den gewünschten Betrag einträgst. Das Monatslimit greift hier nicht, denn es begrenzt allein, was auf das Wettkonto fließt, nicht das, was du dir auszahlen lässt.

Vorteile und Nachteile von PayPal Sportwetten

Der Käuferschutz von PayPal deckt Wetteinsätze nicht ab. Er ist für Käufe gedacht, Glücksspiel ist davon ausgenommen, und damit führt kein Weg über PayPal zurück, wenn eine Wette verloren geht. Die Einzahlung selbst ist dabei korrekt ausgeführt worden, der Verlust entsteht an der Wette und nicht an der Zahlung.

Praktisch sind PayPal Sportwetten, weil alle Zahlungen durch dasselbe Konto laufen:

  • Die Freigabe passiert immer im PayPal-Konto, ganz gleich bei welchem Wettanbieter du gerade einzahlst.
  • Ein- und Auszahlungen mehrerer Wettkonten stehen im PayPal-Konto beisammen, statt verteilt über mehrere Kontoauszüge.
  • Man kann im Vergleich zu Zahlungen mit Apple Pay oder Google Pay sein Guthaben direkt auf das Paypal Konto Auszahlen lassen.

Eine Einschränkung dieses Kontos trifft deshalb auch alles andere, was du damit bezahlst, nicht nur das Wettkonto. Ausgelöst wird sie aus vier Richtungen:

  • regulatorische Anforderungen, an die PayPal selbst gebunden ist
  • ein Verstoß gegen die Regeln, die für PayPal-Konten gelten
  • Anzeichen, dass jemand unbefugt auf das Konto zugreift
  • eine Häufung von Rückbuchungen, die PayPal als höheres Risiko einstufen kann

Rückbuchungen sind dabei der einzige Grund, den du selbst steuerst. Wer eine Wetteinzahlung nachträglich über eine Rückbuchung zurückholen will, riskiert für einen einzelnen Einsatz den Zugang zum ganzen Konto.

Eine einzelne abgelehnte Zahlung ist noch keine Einschränkung. Am zweiten Versuch erkennst du den Unterschied, denn eine Einschränkung bleibt auch bei einem anderen Betrag und einem anderen Wettkonto bestehen, und aufheben lässt sie sich nur bei PayPal, nicht im Kassenbereich eines Wettanbieters.

Die Geschichte von PayPal bis zur E-Wallet

Die Form, in der PayPal heute Geld bewegt, stammt aus dem Onlinehandel. 1998 arbeitete Confinity an digitalen Zahlungen, und aus dieser Arbeit ging PayPal hervor. Entscheidend für die heutige Zahlung war 2002 der Schritt zum Zahlungsdienst des Marktplatzes eBay.

Auf einem Marktplatz zahlt ein Kunde an einen Händler, und genau diese Richtung hat PayPal behalten: ein Konto auf jeder Seite, eine Freigabe beim Zahler, eine Gutschrift beim Empfänger. Deine Einzahlung auf ein Wettkonto ist in diesem Aufbau dieselbe Art Zahlung wie ein Kauf im Onlinehandel, und der Wettanbieter ist für PayPal ein Zahlungsempfänger wie ein Händler, nur einer mit einer Kategorie, die eine eigene Genehmigung verlangt.

Mit der erneuten Eigenständigkeit seit 2015 hat sich an diesem Aufbau nichts geändert. Aus dem Zahlungsdienst eines einzelnen Marktplatzes wurde eine E-Wallet, die überall dort auftaucht, wo ein Empfänger sie annehmen darf.