Der Erste der Setzliste gegen die Nummer 70 der Welt: Auf dem Papier ist dieses Viertelfinale die klarste Paarung der Runde. Wer die beiden ersten Turnierwochen verfolgt hat, weiß, dass es so einfach nicht ist. Alexander Zverev brauchte in den ersten beiden Runden zweimal fünf Sätze, Botic van de Zandschulp hat in den letzten beiden Runden fast zehn Stunden auf dem Platz gestanden und dabei sogar einen Matchball abgewehrt.

Die Frage für eine Wette lautet deshalb weniger, wer gewinnt, sondern wie viel von diesem Abstand am Mittwoch, 9. September 2026, auf dem Platz übrig bleibt. Die Zahlen beider Spieler geben darauf eine deutlichere Antwort als die Setzliste.

Zverevs stabilere Form bei den US Open

Zverevs Weg ins Viertelfinale zerfällt in zwei Hälften. Gegen Lorenzo Sonego gewann er 6:4, 3:6, 6:7 (7), 7:5, 6:4 in 4:53 Stunden, gegen Quentin Halys 6:4, 4:6, 7:6 (3), 6:7 (7), 6:3 in 4:33 Stunden. In beiden Partien lag der Grund für die Länge auf seiner Rückschlagseite: Er vergab gegen Sonego 17 von 22 Breakbällen und gegen Halys 15 von 20. Danach drehte sich das Bild. Alejandro Tabilo, die Setzung 25, schlug er 6:2, 7:6 (2), 6:2 in 2:26 Stunden, Luciano Darderi, die Setzung 21, 6:2, 6:2, 7:6 (3) in 2:31 Stunden. Gegen Darderi ließ er einen einzigen Breakball zu, brachte 72 Prozent seiner ersten Aufschläge ins Feld und gewann 51 von 59 Punkten danach.

Der Aufschlag ist über die ganze Saison die Grundlage seines Spiels. Auf Hartplatz hat Zverev 2026 in 328 Aufschlagspielen 280 Asse und 46 Doppelfehler geschlagen, 71 Prozent seiner ersten Aufschläge landen im Feld, und er gewinnt 91 Prozent seiner Aufschlagspiele. Bei diesem Turnier stehen 64 Asse und 23 Doppelfehler in vier Partien, und von 21 Breakbällen gegen sich hat er 13 abgewehrt. Die Schwäche liegt dort, wo die beiden Fünfsatzpartien entstanden sind: Im Rückschlag gewinnt er auf Hartplatz nur 19 Prozent der Spiele, und bei diesem Turnier hat er 20 von 72 Breakbällen genutzt. Ein Gegner, der sein Aufschlagspiel hält, kann ihn deshalb lange in einem Satz halten, auch wenn er die Partie am Ende verliert.

Die Saison spricht für ihn, der Hartplatzsommer weniger. Zverev hat 2026 Roland Garros gewonnen, seinen ersten Grand-Slam-Titel, stand in Wimbledon im Finale und in Melbourne im Halbfinale. Er ist der einzige Spieler, der in diesem Jahr bei allen vier Grand Slams das Viertelfinale erreicht hat, und steht bei 50 Siegen in der Saison. Auf Hartplatz verlor er nach Wimbledon allerdings in Kanada seine erste Partie gegen Tallon Griekspoor, die Nummer 69, und in Cincinnati das Achtelfinale gegen Tommy Paul. In der Rangliste steht er auf Platz 2, van de Zandschulp auf Platz 70 (Stand: 31. August 2026).

Van de Zandschulp hat in zwei Runden 9:42 Stunden gespielt

Van de Zandschulp begann das Turnier so glatt, wie Zverev es beendet hat. Jan Choinski schlug er 6:3, 6:1, 7:6 (5) in 1:59 Stunden, Alex de Minaur, die Setzung 6, 6:4, 7:5, 6:2 in 2:43 Stunden. Dann folgten zwei Partien über fünf Sätze: 6:3, 6:7 (7), 6:4, 6:7 (8), 6:3 gegen Zizou Bergs in 4:29 Stunden und 3:6, 6:7 (0), 7:6 (7), 7:6 (3), 6:4 gegen Arthur Gea in 5:13 Stunden, die viertlängste Partie der US Open seit 1991. Gegen Gea lag er 0:2 nach Sätzen zurück, wehrte im Tiebreak des dritten Satzes einen Matchball ab und nahm dem Franzosen im vierten Satz das Aufschlagspiel zum Sieg ab. Über vier Runden haben beide Spieler fast gleich lang gespielt, 14:24 Stunden bei van de Zandschulp und 14:23 bei Zverev. Der Unterschied liegt in der Verteilung: 9:42 Stunden davon fallen bei van de Zandschulp auf die letzten beiden Runden, bei Zverev 4:57.

Seine Stärke ist der Rückschlag. Auf Hartplatz nutzt er 2026 44 Prozent seiner Breakbälle und gewinnt 21 Prozent der Rückschlagspiele, beides mehr als Zverev mit 39 und 19 Prozent. Bei diesem Turnier hat er 22 von 54 Breakbällen verwertet. De Minaur wehrte gegen ihn nur 6 von 11 Breakbällen ab.

Die Schwäche ist der eigene Aufschlag, und sie ist größer als die Stärke. Auf Hartplatz bringt van de Zandschulp 2026 61 Prozent seiner ersten Aufschläge ins Feld, gewinnt 45 Prozent der Punkte nach dem zweiten Aufschlag und hat in 255 Aufschlagspielen 106 Doppelfehler geschlagen; Zverev kommt in 328 Aufschlagspielen auf 46. Er gewinnt 84 Prozent seiner Aufschlagspiele, Zverev 91. In New York hat sich das in den beiden langen Partien gezeigt: Gegen Bergs schlug er 16 Doppelfehler, gegen Bergs und gegen Gea wurde er je siebenmal gebreakt, und von 35 Breakbällen gegen sich wehrte er 20 ab. Gegen einen Gegner, der 91 Prozent seiner eigenen Aufschlagspiele durchbringt, muss er diese Zahl deutlich verbessern, um überhaupt eine Chance zu haben.

Sein Jahr davor erklärt, warum er ungesetzt ist. Vor den US Open stand van de Zandschulp bei 21 Siegen und 18 Niederlagen, ohne Titel in der Karriere und mit Platz 22 als Karrierehoch aus dem August 2022. Im Hartplatzsommer schlug er in Kanada Daniil Medvedev, die Nummer 6, und verlor in Winston-Salem in der Woche vor New York das Viertelfinale gegen Benjamin Bonzi, die Nummer 109. Was für ihn spricht, ist sein Verhältnis zu diesem Ort: 2021 stand er hier als Qualifikant im Viertelfinale, und 2024 schlug er Carlos Alcaraz, damals die Nummer 3, in der zweiten Runde 6:1, 7:5, 6:4.

Wert (Hartplatz 2026)

Zverev

van de Zandschulp

Aufschlagspiele

328

255

Asse

280

155

Doppelfehler

46

106

Erste Aufschläge im Feld

71 %

61 %

Punkte nach erstem Aufschlag

79 %

76 %

Punkte nach zweitem Aufschlag

56 %

45 %

Aufschlagspiele gewonnen

91 %

84 %

Breakbälle abgewehrt

65 %

63 %

Rückschlagspiele gewonnen

19 %

21 %

Breakbälle genutzt

39 %

44 %

Punkte insgesamt gewonnen

53 %

51 %

Alexander Zverev vs. Van de Zandschulp Tipps

Wett-Tipps Alexander Zverev - Botic van de Zandschulp
US Open
01
Sieg Alexander Zverev -2,5 Sätze 1,97

Mein Tipp für diese Partie ist eine Handicap Wette auf Sieg Alexander Zverev -2,5. Jeder Satzgewinn des Niederländers reicht, damit sie verliert, und das ist der Grund, warum sie nicht mit der Setzliste, sondern mit dem Aufschlag begründet werden muss. Van de Zandschulp gewinnt auf Hartplatz 84 Prozent seiner Aufschlagspiele und hat in dieser Saison 106 Doppelfehler in 255 Aufschlagspielen geschlagen; in den beiden Fünfsatzpartien dieses Turniers wurde er je siebenmal gebreakt. Einen Satz gewinnt er gegen Zverev nur, wenn er dessen Aufschlag knackt, und Zverev hat in der dritten Runde und im Achtelfinale keinen einzigen Satz abgegeben, gegen Darderi mit nur einem zugelassenen Breakball. Zverevs Rückschlag gegen den zweiten Aufschlag, 49 Prozent gewonnene Punkte auf Hartplatz, trifft auf einen Gegner, der nach dem zweiten Aufschlag nur 45 Prozent der Punkte holt.

Dazu kommt die Bilanz gegen die Spitze. Vier der fünf Niederlagen van de Zandschulps gegen Top-10-Gegner bei Grand Slams auf Hartplatz endeten 0:3, und 8 seiner 11 Niederlagen im Hauptfeld dieser Turniere insgesamt. Dass er im Rückschlag 44 Prozent seiner Breakbälle nutzt, hilft ihm gegen einen Spieler wenig, der 91 Prozent seiner Aufschlagspiele hält und bei diesem Turnier 13 von 21 Breakbällen abgewehrt hat. Der gewichtigste Einwand steht auf Zverevs Seite: Ab dem Viertelfinale hat er bei Grand Slams auf Hartplatz 1 von 8 Siegen glatt geholt, und in den ersten beiden Runden hier ließ er gegen Sonego und Halys 17 von 22 und 15 von 20 Breakbällen liegen. Beide Gegner kamen allerdings ausgeruht in diese Partien und hielten ihren Aufschlag unter Druck; van de Zandschulp hat bei diesem Turnier 20 von 35 Breakbällen gegen sich abgewehrt und kommt aus zwei Fünfsatzpartien.

Entscheidend ist die Verteilung der Belastung. Van de Zandschulp kommt mit 9:42 Stunden aus zwei Runden, Zverev mit 4:57, und der Niederländer hat seine beiden glatten Siege am Anfang des Turniers geholt, seine beiden langen Partien am Ende. Zverev hat es umgekehrt gemacht und dabei seine Werte am Aufschlag Runde für Runde verbessert. Gegen Gegner jenseits von Rang 50 gewinnt er bei Grand Slams auf Hartplatz 22 von 40 Partien ohne Satzverlust, und van de Zandschulp ist die Nummer 70. Deswegen denke ich, dass Zverev sich hier souverän durchsetzen wird.

Fazit und Spielprognose

Diese Partie stellt die klarste Rangordnung des Viertelfinals gegen den größten Verbrauch an Kraft. Zverev bringt den besseren Aufschlag mit, 91 gegen 84 Prozent gehaltene Aufschlagspiele auf Hartplatz, weniger als die Hälfte der Doppelfehler seines Gegners bei mehr Aufschlagspielen, und er kommt aus zwei Partien ohne Satzverlust. Dass Zverev bei Grand Slams auf Hartplatz ab dem Viertelfinale erst einmal glatt gewonnen hat, bleibt als Vorbehalt bestehen. Allerdings ist van de Zandschulp ein verhältnismäßig einfacher Gegner für ein Grand-Slam-Viertelfinale, weshalb Zverev auch der klare Favorit ist.

Die Prognose lautet 3:0 für Zverev, mit mindestens einem engen Satz, in dem van de Zandschulp sein Aufschlagspiel lange hält und die Entscheidung über ein Tiebreak oder ein einzelnes Break fällt. Für ihn spricht der Sieg gegen de Minaur und der gegen Alcaraz an diesem Ort. Gegen ihn sprechen die vier von fünf Niederlagen mit 0:3 gegen Top-10-Gegner bei Hartplatz-Grand-Slams und die vielen Doppelfehler im bisherigen Turnier. Dazu kommt, dass Zverev seine Leistung im Vergleich zu seinem Start in die US Open deutlich verbessert hat, weshalb ich nicht denke, dass er gegen van de Zandschulp einen Satz abgeben wird.